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Rektorenkonferenz Kirchlicher Fachhochschulen (Hrsg.): Die Besten für die Kleinsten

Cover Rektorenkonferenz Kirchlicher Fachhochschulen (Hrsg.): Die Besten für die Kleinsten. Studiengänge der Bildung und Erziehung an kirchlichen Fachhochschulen. FEL Verlag Forschung Entwicklung Lehre (Freiburg) 2010. 118 Seiten. ISBN 978-3-932650-37-6. 14,00 EUR.
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Entstehungshintergrund

Die Rektorenkonferenz kirchlicher Fachhochschulen führte in den vergangenen Jahren immer wieder Tagungen zu diversen Themen durch. Im Jahr 2009 mit dem Titel „Studiengänge Bildung und Erziehung in der Kindheit“ in Schwalmstadt-Treysa. Die Beiträge wurden in diesem Buch zusammengeführt.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist an dem Programm der Tagung orientiert und aufgebaut. Nach einführenden Worten und der grundlegenden Darstellung des Themas werden die einzelnen Vorträge abgedruckt. Den Anfang macht Maria-Eleonora Karsten zu „Bildungspolitische und bildungsphilosophische Konzepte „Bildung und Erziehung“ der kirchlichen Hochschulen“. Sie gibt einen ausführlichen und systematischen Einblick in die Struktur der neuen Studiengänge deren Ausrichtungen in Blick auf vermittelnden Kompetenzen und Inhalte.

Die Aufzählung von Peter Beer gibt eine Übersicht zur „theologisch-anthropologische(n) Orientierung der Studiengänge „Bildung und Erziehung in Stichworten“.

Im Anschluss daran wird von Ulrich Deller die Diskussion zu den beiden vorangegangenen Vorträgen mit Einzelstatements dargestellt.

Helga Schneider befasst sich in ihrem Artikel mit dem Thema „Aufwachsen in einer globalisierten Welt“. Sie zeigt spezifische, kulturell erzeugte Kontextbedingungen auf, die entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Lebenswelten haben. Im Einzelnen geht sie auf folgende drei Bereiche ein: „Globalität als Merkmal von Lebenswelt“, „Verdichtung und Beschleunigung in der Lebenswelt von Kindern“ und „Mobilität als Anforderung von Mütter und Väter“ und leitet davon Kompetenzen und Interessen von professionellen Erziehern ab.

Matthias Hugoth vertieft diese Thematik mit einem Plädoyer zu „Die Lebenslage von Kindern und Familien – ein Thema der Hochschulausbildung von pädagogischen Fachkräften für Kindertageseinrichtungen“. Dieser Artikel gibt einen kurzen Einblick in den aktuellen Stand der Kindheitsforschung und einige Aspekte der Lebenswelten um daraus Schlussfolgerungen für die Anforderungen an professionelles Arbeiten und somit der Ausbildung von pädagogischen Fachkräften zu ziehen.

Hans-Werner Thönnes ermöglicht mit dem Thema „Kinder, Kita, Kirche – aktuelle Beobachtungen und mögliche Konsequenzen für die Studiengänge „Bildung und Erziehung im Kindesalter in kirchlicher Trägerschaft“ einen Einblick in die Fragestellungen und Erfahrungen eines Trägers. Anhand des Bistums Essen stellt er sehr anschaulich die Entwicklungen und daraus entstehenden Anforderungen an Einrichtungsleitungen dar. Er stellt deutliche Fragen zur Akzeptanz der neuen Absolventen und fordert dabei enge Abstimmungsprozess zwischen Trägern, Ausbildungsstätten und Verbänden.

Der darauf folgende Artikel „Studiengänge im Elementarbereich – Erwartungen aus Trägersicht in Stichworten“ von Georg Hohl gibt – eben in Stichworten – eine Übersicht zu Entwicklungen und Herausforderungen im Elementarbereich und inhaltliche, strukturelle Erwartungen an die neuen Studiengänge.

Klaus Fröhlich-Gildhoff greift einen essentiellen Punkt der akademischen Ausbildung heraus und bespricht „Forschung in der Frühpädagogik: Von den Moden zu empiriebasiertem und profiliertem Handeln“. Probleme, dass Forschung kaum bis gar nicht stattfand sieht er in der „Tradition“, der „Komplexität des Gegenstandes“ und der „Erfassung von Wirkungen“. Daraus leitet er Konsequenzen ab und fordert „Standards für eine gegenstandsangemessene Forschung“, sowie gute Rahmenbedingungen an den Hochschulen.

Petra Völkel gibt einen „Impuls zum Thema ‚Inhalte / Kompetenzen‘“ und orientiert sich dabei am Orientierungsrahmen des Projekts Profis in Kitas der Robert Bosch Stiftung.

Einen weiteren Impuls gibt Johann Michael Gleich mit dem Inhalt „Praxiseinbindung“. Die Vielfältigkeit der Studiengangskonzepte zieht eine Vielzahl an Praxismodellen mit sich. Er regt an, die duale Ausbildung noch einmal gesondert zu betrachten und sieht eine zentrale Bedeutung in Praxiselementen innerhalb eines Studiums.

Das Schlusswort „das kirchliche Kompetenznetzwerk als Impulsgeber nutzen“ stammt von Egon Endres. Er fasst die Tagung mit ihren zentralen Aussagen zusammen und zieht ein Fazit für die kirchlichen Akteure. Im Anhang befindet sich eine detaillierte Übersicht zu Profilen von 14 Studiengängen der Bildung und Erziehung.

Fazit

Das Buch ist eine Tagungsdokumentation und sollte als solche auch gesehen werden. Wichtige Themen konnten z. T. nur begrenzt ausgeführt werden, was vermutlich mit vorgegebenen Redezeiten zu begründen ist. Einige Beiträge sind in Stichpunkten abgedruckt was für die Lesbarkeit leider nicht förderlich ist. Um auch als Außenstehender diese Beiträge zu verstehen wäre eine Ausarbeitung hilfreich gewesen. Insgesamt bietet dieses Buch einen weiteren Einblick in die Thematik „Studiengänge für die Frühpädagogik“ und zeigt die Fülle an Ansätzen, Diskussionen und Erwartungen. Sehr bereichernd sind die Statements von Trägerseite, da diese bisher nur begrenzt zur Sprache kamen. Gerade die Profile von einzelnen Studiengängen (hier wäre ein Datum hilfreich, bis wann die Erhebung stattgefunden hat, da derzeit ja ständig noch neue Studiengänge entstehen) geben zukünftigen Studierenden, aber auch Trägern und Interessensvertretern einen Überblick über die Vielfältigkeit und Ausrichtung der einzelnen Bachelorstudiengänge, sowie Kontaktadressen. Insgesamt kann man sagen, ermöglicht das Lesen dieses Herausgeberwerkes einen Einblick in die aktuelle Diskussion zur Ausbildung im Bereich der Frühpädagogik.


Rezensentin
Dr. Christine Speth


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Zitiervorschlag
Christine Speth. Rezension vom 24.06.2011 zu: Rektorenkonferenz Kirchlicher Fachhochschulen (Hrsg.): Die Besten für die Kleinsten. Studiengänge der Bildung und Erziehung an kirchlichen Fachhochschulen. FEL Verlag Forschung Entwicklung Lehre (Freiburg) 2010. ISBN 978-3-932650-37-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/10051.php, Datum des Zugriffs 09.12.2016.


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