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Daniel Michelis, Thomas Schildhauer (Hrsg.): Social-Media-Handbuch

Cover Daniel Michelis, Thomas Schildhauer (Hrsg.): Social-Media-Handbuch. Theorien - Methoden - Modelle. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2010. 327 Seiten. ISBN 978-3-8329-5470-3. 29,00 EUR, CH: 65,90 sFr.
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Thema

Immer mehr Unternehmen beginnen sich intensiv mit Social Media auseinanderzusetzen und Facebook, Twitter und Co. für eigene Zwecke zu nutzen. Berührungsängste mit den sozialen Medien sind daher fehl am Platz, um wettbewerbsfähig zu sein und nicht hinter Unternehmen mit einer funktionierenden Social Media Strategie zurückzubleiben. Es stellt sich mittlerweile daher nicht mehr die Frage ob Social Media überhaupt in Unternehmen eingesetzt werden sollte, sondern nur noch wie und wo Aktivitäten stattfinden sollen. Allerdings ist es durch die raschen Entwicklungen oftmals nicht mehr möglich einen Überblick über die vielfältigen Angebote zu behalten und das für sich Beste ausfindig zu machen.

Wie man sich in der Fülle an neuen Entwicklungen von Social Media zurechtfinden kann, zeigen die Herausgeber Daniel Michelis und Thomas Schildhauer mit „Social Media Handbuch: Theorien, Methoden, Modelle“.

Aufbau und Inhalt

Der Sammelband unterteilt sich in einen theoretischen und einen angewandten Teil, wobei sich der Theorieteil in insgesamt drei Themenfeldern unterteilen lässt und vierzehn Kapiteln beinhaltet. Hier werden verschiedene Theorien, Methoden und Modelle von führenden Autoren aufgegriffen und zusammengefasst.

Im ersten Themenfeld werden Begriffserklärungen vorgenommen und auf die neuen Medien sowie Formen der Kommunikation im Web 2.0 eingegangen. Des Weiteren wird die Theorie des „Tipping Point“ von Malcom Gladwell beschrieben, mit der die Grundlagen der Kommunikation in sozialen Netzwerken erklärt wird. Es werden auch ausgewählte Thesen aus dem Cluetrain Manifest von Levine, Locke, Searls und Weinberger vorgestellt, welches Unternehmen im digitalen Zeitalter zu einer grundsätzlichen Verhaltensänderung zwischen Kunden und Unternehmen auffordert. In diesem Abschnitt werden auch noch Hinweise aus dem Buch „Naked Conversations“ von Scoble und Israel zusammengefasst, wie Unternehmen Weblogs und Twitter nutzen können, um authentisch nach außen zu kommunizieren.

Das zweite Themenfeld widmet sich den sozialen Phänomenen die mit den neuen Kommunikationsformen einhergehen. Hier wird unter anderem James Surowieckis Theorie „Weisheit der Vielen“ vorgestellt, in der auf verschiedene Problemtypen wie Koordinations-, Kooperations- und Kognitionsprobleme eingegangen wird, welche nur zufriedenstellend gelöst werden können, wenn die drei Voraussetzungen Meinungsvielfalt, Unabhängigkeit und Dezentralisierung gegeben sind. Auch der von Jeff Howe geprägte Begriff des Crowdsourcing wird in einem Kapitel gesondert behandelt. Hier geht es um die Auslagerung der Intelligenz und interner Unternehmenstätigkeiten an Freiwillige im Internet, indem diese zur Teilnahme aufgefordert werden.

Das dritte Themenfeld behandelt die vielfältigen Herausforderungen der sozialen Medien denen sich Unternehmen stellen müssen. In diesem Abschnitt wird sowohl der Begriff „Wikinomics“ von den Autoren Tapscott und Williams aufgegriffen als auch die Theorie des „Long Tail“ von Chris Anderson. Diese beschreibt wie durch das Internet Nischenmärkte erreicht werden können. Ein weiteres Kapitel bietet noch eine Übersicht über neue Erlösmodelle die durch das Internet entstanden sind.

Der Praxisteil greift manche Theorien die im ersten Abschnitt beschrieben wurden anhand von unterschiedlichen Anwendungsfällen noch einmal auf. Beispielsweise werden verschieden Kampagnen vorgestellt die erfolgreich Facebook-Fans für ihre Zwecke gewinnen konnten. Auch ein Anwendungsfall zu CreativeCommons, eine gemeinnützige Gesellschaft welche sich zur Aufgabe gemacht hat verschiedene Lizenzvarianten für das Internet zu veröffentlichen, findet sich hier. Des Weiteren gibt es auch ein Beispiel zur Theorie des Long Tails in der freien Theaterarbeit.

Für alle Leser die danach noch nicht genug haben, führt Daniel Michelis im Abschlusskapitel „Social Media Leitfaden“ alle Handlungsempfehlungen zu einem viergliedrigen Vorgehensmodell zusammen.

Fazit

Das Handbuch von Daniel Michelis und Thomas Schildhauer bietet eine Bestandaufnahme ausgewählter Theorien, Modelle und Methoden und ist in einen theoretischen und praktischen Teil gegliedert. In kurzen, gut aufbereiteten und verständlichen Beiträgen werden dem Leser die wesentlichsten Inhalte führender Autoren anschaulich näher gebracht und im zweiten Teil mit Anwendungsbeispielen ergänzt. Dem Leser wird mit diesem Buch ein fundierter Einstieg in die Social-Media-Thematik geboten.


Rezensentin
Mag. Diana Wieden-Bischof
Kommunikationswissenschaftlerin und wissenschaftliche Projektmitarbeiterin. Tätigkeit im Bereich Innovationsforschung, Wissenschaft und Bildung
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Zitiervorschlag
Diana Wieden-Bischof. Rezension vom 30.06.2011 zu: Daniel Michelis, Thomas Schildhauer (Hrsg.): Social-Media-Handbuch. Theorien - Methoden - Modelle. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2010. ISBN 978-3-8329-5470-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/10681.php, Datum des Zugriffs 30.09.2016.


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