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Stefan Bestmann, Sarah Häseler: Gesundheitsförderung in der Kita

Cover Stefan Bestmann, Sarah Häseler: Gesundheitsförderung in der Kita. Ein Praxishandbuch. Mabuse-Verlag GmbH (Frankfurt am Main) 2010. 170 Seiten. ISBN 978-3-86321-002-1. 17,90 EUR, CH: 30,90 sFr.
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Thema

In diesem Buch stellen der Autor und die Autorin in Berichtform die Ergebnisse und damit verbundene Schlussfolgerungen einer quantitativ und qualitativ angesetzten Evaluation des Pilotprojekts „Voll im Leben“ vor. Erörtert werden Maßnahmen, die in Kindertagesstätten Gesundheit fördern helfen. Die Bereiche Ernährung, Bewegung und Entspannung standen bei deren Entwicklung im Fokus.

Autor und Autorin

Stefan Bestmann ist Gastprofessor für Soziale Arbeit an der kath. Hochschule für Sozialwesen Berlin. Seit 2000 ist St. Bestmann in freier Praxis als Sozialforscher, Praxisberater und Trainer tätig und leitet das Europäische Institut für Sozialforschung, Berlin.

Sarah Häseler-Bestmann arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Europäischen Institut für Sozialforschung Berlin in der Praxisforschung. Eines ihrer Themenfelder ist die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen.

Entstehungshintergrund

Gesundheitsförderung ist ein aktuelles Thema im Bereich der Frühen Kindheit. Viele Heranwachsende leiden unter gesundheitlicher Beeinträchtigung, was häufig auf ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung und fehlende Stressbewältigung zurückzuführen ist. Umso bedeutsamer ist es, verantwortungsvoll und präventiv mit dem Thema der Gesundheitsförderung in der frühen Kindheit umzugehen. Kita bietet hier einen idealen Ansatzpunkt, da hier die niedrigschwellige Möglichkeit besteht, die Kinder und ihre Familien zu erreichen. Ziel ist es dabei, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, welches nicht rein themenorientiert und isoliert durchgeführt wird, sondern ganzheitlich eingebettet werden kann.

Aufbau

Zu Beginn des Buches wird die Ausgangslage dargelegt. In den folgenden Kapiteln werden der Evaluationsgegenstand, die Zielstellung und die methodische Vorgehensweise beschrieben. In Kapitel 5, dem umfassendsten, werden die Ergebnisse vorgestellt. Dieser Teil stellt unter anderem den Projektverlauf, die zugrunde liegenden Arbeitsprinzipien und den Zeitaufwand dar. Ebenso werden Praxisbeispiele vorgestellt. Kapitel 6 bildet die Zusammenfassung und den Ausblick.

Inhalt

In Kapitel 1 wird die Ausgangslage beschrieben. Dazu wird zunächst der Gesundheitsbegriff definiert. Mit Hilfe von aktuellen Studien wird die Bedeutung eines Ansatzes der Gesundheitsförderung in frühen Entwicklungsphasen von Kindern bestärkt.

Kapitel 2 beschreibt den Evaluationsgegenstand. Zunächst wird das Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen mit seinen Schwerpunkten vorgestellt, explizit das Präventionsprojekt „Voll im Leben“. Über den konzipierten Projektverlauf wird ein Ausblick gegeben.

Die Zielstellung der Evaluation wird in Kapitel 3 formuliert. Neben Qualitätssicherung und -entwicklung soll die Akzeptanz und Praktikabilität des Projektes, aus Sicht der verschiedenen Akteurperspektiven, festgestellt werden.

Kapitel 4 stellt das methodische Vorgehen dar. Dabei werden die verschiedenen Forschungsinstrumente vorgestellt sowie die notwendige Haltung des Forschenden beschrieben. Die Vorgehensweise bei der Auswertung wird erläutert und ein Überblick über die Anzahl der qualitativen und quantitativen Erhebungen gegeben.

Im 5. Kapitel werden die zentralen Ergebnisse der Evaluation des Pilotprojektes „Voll im Leben“ vorgestellt. Die Ergebnisse werden chronologisch in Unterkapiteln vorgestellt und beziehen sich auf die Motivation, die mit der Teilnahme am Projekt verbunden war, den Einstieg in das Projekt, den Verlauf, die zugrunde liegenden Arbeitsprinzipien, den mit dem Projekt verbundenen Zeitaufwand sowie den veränderten Kindertagesstätten Alltag. Im umfangreichen Kapitel 5.7 werden unterschiedliche Praxisbeispiele und deren Wirkung aus den teilnehmenden Kindertagesstätten, vorgestellt. Diese beziehen sich auf alle Bereiche der Ergebnisse und sind sowohl auf der Eltern, Kind und Erzieherebene angesiedelt. Gleichzeitig umfassen sie Inhalte, die sowohl dem Bereich der Ernährung als auch der Bewegung und der Entspannung zuzuordnen sind.

In Kapitel 6 werden die deskriptiven Ergebnisse zusammengefasst und der Nutzenaspekt für die unterschiedlichen Zielgruppen erfasst, um schließlich Schlussfolgerungen darzulegen. Resümierend wird das Projekt einer lebensweltorientierten, beispielhaften und innovativen Gesundheitsförderung zugeordnet.

Diskussion und Fazit

Das Buch liefert einen komplexen Einblick in die Umsetzung eines modellhaften Projekts zum Thema Gesundheitsförderung im Bereich Kita. Beschrieben wird die Evaluation des Projektes „Voll im Leben“, welches durch ein multidisziplinäres Team des Frankfurter Zentrums für Ess-Störungen in verschiedenen Kitas durchgeführt wird. Dem Projekt zu Grunde liegt der salutogenetische Ansatz. Insofern werden gerade durch die aufgeführten Praxisbeispiele aufgezeigt, wie Gesundheitsförderung als Prävention handlungsorientiert umgesetzt werden kann. Sehr aufschlussreich sind die Beschreibung der Umsetzung auf den verschiedenen Ebenen sowie der Nutzen für Kinder, Eltern und Team. Damit wird aufgezeigt, wie ein Projekt ganzheitlich auf allen Ebenen umgesetzt werden kann. Im Fokus stehen dabei stets die Bereiche Ernährung, Bewegung und Entspannung.

Das Buch ist für Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen geeignet, die sich mit dem Thema Gesundheitsförderung auseinandersetzen. Es kann durch seinen strukturierten Aufbau, bei der Planung und Durchführung eines Projekts einen Leitfaden bieten. Auf Entscheiderebene kann es begründete Argumente bieten, um sich für ein Projekt im Bereich Gesundheitsförderung zu entscheiden. Gleichzeitig kann es für die Planung einer Evaluation einen Orientierungsrahmen bieten.


Rezensentin
Andrea Fuß
M.A., Leitung einer Konsultations-Kita in RLP, Fortbildnerin für Erzieher/innen und Mentorin in der Erzieher/Innenausbildung.
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Zitiervorschlag
Andrea Fuß. Rezension vom 02.02.2012 zu: Stefan Bestmann, Sarah Häseler: Gesundheitsförderung in der Kita. Ein Praxishandbuch. Mabuse-Verlag GmbH (Frankfurt am Main) 2010. ISBN 978-3-86321-002-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/11042.php, Datum des Zugriffs 29.05.2016.


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