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Hiltrud Krey: [...] Umgang mit Emotionen in Pflegeausbildung und Pflegealltag

Cover Hiltrud Krey: Ekel ist okay. Ein Lern- und Lehrbuch zum Umgang mit Emotionen in Pflegeausbildung und Pflegealltag. Brigitte Kunz Verlag (Hagen) 2003. 122 Seiten. ISBN 978-3-87706-896-0. 13,90 EUR.

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Einführung in das Thema

Die Anforderungen des Pflegeberufs machen es notwendig, auf die Gefühle anderer einzugehen. Häufig bedeutet dies aber, die eigenen Gefühle zu unterdrücken oder zumindest zurück zu stellen. Da der Umgang mit negativen Gefühlen in der Regel kein systematisierter Inhalt einer Pflegeausbildung darstellt, sind Pflegende im Umgang damit häufig überfordert. Dies wirkt sich zum einen negativ auf die Beziehung zwischen Pflegenden und Gepflegten aus und ist zudem nicht selten ein Mitauslöser eines Burnout-Syndroms bei Pflegenden. Ein negatives Gefühl, mit dem sich Pflegende immer wieder auseinander setzen müssen, ist der Ekel.

Autorin

Hiltrud Krey ist Krankenschwester und Diplomberufspädagogin Pflegewissenschaft. Sie arbeitet in Bremen als Pflegelehrerin und Lehrerin für Natur- und Gesundheitswissenschaften in der Pflege.

Aufbau und Inhalt

Das Buch basiert auf einer von der Autorin verfassten Diplomarbeit aus dem Jahr 2002. Es ist in fünf Kapitel gegliedert.

  • Im ersten Kapitel wird das Phänomen des Gefühls aus unterschiedlichen Blickwinkel beschrieben. Die Autorin erörtert unterschiedliche Ansätze zur Beschreibung und Deutung der Konzepte Gefühlsarbeit, Gefühlsmanagement und Gefühlsregulierung. Sie kommt zu einer Differenzierung zwischen Gefühlen, Emotionen und Affekten und beschreibt anschließend den Affekt Ekel aus physiologischer, emotionaler, kognitiver, sozialer und handlungsleitender Sicht.
  • Im zweiten Kapitel beschreibt die Autorin die Vorgehensweise bei den Interviews, die sie mit neun weiblichen Auszubildenden im Pflegeberuf geführt hat und gibt eine kurze Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse.
  • Im dritten Kapitel werden die Ergebnisse der Interviews unter Rückgriff auf die in Kapitel eins erörterten Ansätze diskutiert.
  • Im vierten Kapitel erörtert die Autorin das Systemmodell nach Betty Neuman und dessen Bedeutung für den Umgang mit Emotionen. Sie beschreibt weiterhin das Konzept des erfahrungsbezogenen Lernens und die Lernmethode des szenischen Spiels als Möglichkeit den Umgang mit negativen Emotionen zu erlernen.
  • Im fünften und letzten Kapitel beschreibt die Autorin ein Unterrichtskonzept zum Thema Erleben und Aushalten von Emotionen während der pflegerischen Arbeit.

Zielgruppe

Das Buch ist aufgrund der detaillierten Beschreibung der Unterrichtskonzeption in erster Linie an Pflegepädagogen gerichtet. Es enthält aber auch viele hilfreiche Informationen für Pflegepraktiker. Nicht zuletzt die Schilderungen der interviewten Auszubildenden bieten eine gute Reflexionsbasis für den Umgang mit eigenen Gefühlen im Pflegealltag.

Diskussion

Das stets aktuelle aber dennoch in der Literatur wenig behandelte Thema Ekel macht die Veröffentlichung der Forschung von Hiltrud Krey so lesenswert. Es ist ihr hervorragend gelungen, die Ergebnisse, die aus neun Interviews gewonnen werden konnten, nachvollziehbar darzustellen und in einen theoretischen Rahmen einzugliedern. Darauf aufbauend stellt die Autorin ein Unterrichtskonzept dar, mit dessen Hilfe der Umgang mit Gefühlen im Rahmen der Pflegeausbildung erlernt und verbessert werden kann. Dem Leser eröffnet sich durch die Lektüre des Buches ein breiter Blick auf die Funktion von Gefühlen, Emotionen und Affekten. Ihre Bedeutung im Pflegealltag wird nach und nach herausgearbeitet und anhand von Aussagen der interviewten Auszubildenden verdeutlicht. Die Bedeutung des Affekts Ekel wird in vielen Dimensionen beschrieben. Etwas zu kurz kommen allerdings die möglichen Formen des Umgangs mit dem Ekel selbst.

Fazit

Die Veröffentlichung von Hiltrud Krey bietet einen interessanten Anstoß zur Auseinandersetzung mit Gefühlen im Pflegealltag. Es liefert viele interessante Anregungen für die Gestaltung von Lerneinheiten, die zu einem professionelleren Umgang mit Emotionen in Pflegesituationen befähigen sollen. Es ist allerdings kein Buch, mit dessen Hilfe die Leser lernen können mit Ekelgefühlen umzugehen und das, obwohl der Titel dies vielleicht vermuten ließe.


Rezensent
Dipl. Pflegewirtim Heiko Fillibeck
Referent im Fachbereich Soziales & Pflege im Kuratorium Deutsche Altershilfe


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Zitiervorschlag
Heiko Fillibeck. Rezension vom 01.02.2005 zu: Hiltrud Krey: [...] Umgang mit Emotionen in Pflegeausbildung und Pflegealltag. Brigitte Kunz Verlag (Hagen) 2003. 122 Seiten. ISBN 978-3-87706-896-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/1112.php, Datum des Zugriffs 17.05.2012.


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