Veronika Karnowski: Diffusionstheorien
Veronika Karnowski: Diffusionstheorien. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2011. 107 Seiten. ISBN 978-3-8329-4269-4. 17,90 EUR, CH: 35,90 sFr.
Reihe: Konzepte - Band 6.
Autorin
Dr. Veronika Karnowski ist derzeit am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig.
Thema
Der schmale Band (insgesamt 105 Seiten) versucht eine Einführung in den theoretischen Background der Innovations- und Transferforschung.
Entstehungshintergrund
Die Autorin versucht mit diesem Band eine komprimierte Zusammenschau über Aspekte der Diffusionstheorie zu liefern und wählt dabei eine Darstellungsform, die einen starken Lehrbuchcharakter aufweist.
Aufbau und Inhalt
Der Aufbau des vorliegenden Bandes folgt einer stringenten Gliederung. In sechs Schritten trägt die Autorin die verschiedenen Aspekte der Diffusionstheorie zusammen und schlägt damit auch eine Systematisierung des recht unübersichtlichen Forschungsfeldes vor.
Zunächst stellt die Autorin die Grundzüge der Theorie (ab. S. 11) vor und geht hierbei insbesondere auf die Begriffe Zeit, Innovation, Kommunikationskanäle und soziale Systeme ein.
In einem zweiten Kapitel (ab S. 33) erläutert die Autorin die Entwicklungsgeschichte der Diffusionstheorie und beschreibt die wissenschaftlichen Wurzeln des Ansatzes sowie den Prozess der Herausbildung eines Forschungsfeldes. Hier nimmt sie eine theoretische Fundierung verschiedener Kategorien der historischen Genese des Forschungsfeldes vor.
Die Forschungslogik der Methode (ab S. 49) stellt sie ins Zentrum der Betrachtungen in Kapitel 3. Hier rekonstruiert die Autorin eine sog. klassische Vorgehensweise und anknüpfend daran eine Typisierung von Übernehmern. Weiter werden ebenso Skalen zur Beschreibung der Innovationseigenschaften vorgestellt, als auch aktuelle methodische Weiterentwicklungen im Feld.
Eine Zusammenschau empirischer Befunde aus diffusionstheoretischer Perspektive im Bereich Medieninnovation und Nachrichten wird in Kapitel 4 vorgenommen (ab S. 59).
Um anschließend in Kapitel 5 zur Kritik des diffusionstheoretischen Ansatzes überzuleiten (ab S. 69).
Das sechste Kapitel stellt auf knapp sieben Seiten verwandte Ansätze der Diffusionstheorie vor (ab S. 74).
Das Kapitel 7 (ab S. 84) steht weniger in einem inhaltlichen Zusammenhang mit den vorherigen Kapiteln. Vielmehr leistet die Autorin hier eine Aufstellung der zehn wichtigsten Literaturtitel zum Thema.
Diskussion
Das vorliegende Buch besticht im ersten Eindruck durch einen sehr hochwertigen Satz. Marginalien geben dem Leser die notwendige Orientierung beim Lesen und farbig gerahmte Kästen geben weitere Informationen zu Begriffen, Akteuren, Kernsätzen, Modellen, Anekdoten, Schlüsselstudien und Verfahren. Viele Schaubilder runden die übersichtliche Gestaltung ab.
Veronika Karnowski gelingt mit dem vorliegenden Band eine hervorragende Einführung in die Diffusionstheorie mit Everett M. Rogers als Hauptvertreter. Dies gelingt durch die Verknüpfung von theoretischen Ansätzen und exemplarischen Forschungsdesigns mit Forschungsergebnissen. Die Autorin liefert damit die Skizze einer Methodologie der Diffusionsforschung.
Fazit
Der hervorragend editierte Reihenband ist besonders für „Einsteiger“ ein kompaktes nachvollziehbares Lehrbuch mit einführendem Charakter. Hervorzuheben ist die besonders sinnvoll gestaltete didaktische Gliederung des Buches, sodass selbstbestimmtes Lernen angeregt und ermöglicht wird.
Was aber leistet das Buch nicht? Das Buch leistet meines Erachtens nicht die Darstellung verschiedener Diffusionstheorien, sondern beschränkt sich im Wesentlichen auf den Ansatz von Rogers. Lediglich im letzten Kapitel (ab S. 6) werden verwandte Ansätze vorgestellt. Der Titel ist ein wenig irreführend, die Lektüre des Buches aber (trotzdem) empfehlenswert.
Rezensent
Robert Fischbach
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Zitiervorschlag
Robert Fischbach. Rezension vom 20.07.2011 zu: Veronika Karnowski: Diffusionstheorien. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2011. 107 Seiten. ISBN 978-3-8329-4269-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/11278.php, Datum des Zugriffs 17.05.2012.
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