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Eva Madelung, Barbara Innecken: Im Bilde sein. Vom kreativen Umgang mit Aufstellungen

Cover Eva Madelung, Barbara Innecken: Im Bilde sein. Vom kreativen Umgang mit Aufstellungen in Einzeltherapie, Beratung, Gruppen und Selbsthilfe. Carl-Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2003. 215 Seiten. ISBN 978-3-89670-419-1. 19,95 EUR.

Vorwort von Gunthard Weber.

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Das Thema

In diesem Band beschreiben Eva Madelung und Barbara Innecken das von Eva Madelung entwickelte Modell des "Neuro-Imaginative Gestalten" (NIG), das kunsttherapeutische Ansätze mit Elementen szenischer Aufstellungsarbeit verbindet und vor allem in der Einzelarbeit mit KlientInnen genutzt werden kann.

Die Autorinnen

Eva Madelung, promovierte Germanistin und Philosophin, sieht sich gleichermaßen als Schülerin Gregory Batesons wie als Schülerin Bert Hellingers. Sie ist seit Jahrzehnten als systemische Therapeutin tätig. Dabei verbindet sie in ihrer Arbeit zahlreiche - durchaus auf den ersten Blick widersprüchliche - Strömungen zu originellen und eigen-sinnigen Ansätzen, die sich stets durch Respekt vor den Deutungen der KlientInnen auszeichnen. So entstand schließlich auch das "Neuro-Imaginative Gestalten", das in diesem Band beschrieben ist.

Barbara Innecken, selbst Psychotherapeutin in selbständiger Praxis, ist eine Schülerin Eva Madelungs. Sie hat den Anstoß zu diesem Buch gegeben, wichtige Kapitel gestaltet und als Mitautorin einen Grossteil der für das Buch notwendigen Fleißarbeit übernommen.

Der Inhalt

Der Inhalt des Buches zerfällt in 3 große Teile:

  • die theoretischen Grundlagen,
  • die konkreten Vorgehensschritte des Modells und
  • Fallbeispiele.

Als Quellen des "neuro-imaginativen Gestaltens" nennen die Autorinnen das NLP, die Kurztherapie nach de Shazer, die Heidelberger Familientherapie, das Familien-Stellen Bert Hellingers sowie Elemente aus Kunsttherapie und Körperarbeit. Mit der Wahl der Begriffe "imaginativ" und "Gestalten" setzt sich Eva Madelung vom "neuro-linguistischen Programmieren" des NLP ab und macht ihre eigenen Akzente deutlich. Bilder und bildliche Darstellung sind hier Mittel und Ausdruck der Veränderung; Leben wird "gestaltet" und nicht "programmiert".

Die systemisch-konstruktivistische (z.B. Watzlawick) und die systemisch-phänomenologische (z.B. Hellinger) Weltsicht und Erkenntnistheorie sind für die Autorinnen nicht unvereinbar. Sie stellen nur zwei Seiten der gleichen Medaille dar, zwei Pole, zwischen denen Menschen sich sowohl als selbstbewusste, einsame und freie GestalterInnen ihres Lebens sehen und/oder als gebundene, geborgene und verpflichtete Gemeinschaftswesen begreifen können.

Künstlerisches Gestalten von Bildern unterstützt die systemische Arbeit des NIG. Im Gegensatz zur Kunsttherapie wird dabei nicht am, sondern mit dem Bild gearbeitet. In der praktischen Umsetzung wird die Klientin gebeten, mit ihrer nicht-dominanten Hand (meist: links) auf DIN A4-Blättern Zeichnungen/Bilder anzufertigen. Dargestellt werden beispielsweise das Problem der Klientin, die Zielvorstellung, Zeiten der Ausnahmen vom Problem, gute Entscheidungen in der Vergangenheit, Ressourcen. Diese Bilder verteilt die Klientin an für sie passende Stellen im Raum. Die Therapeutin bittet nun die Klientin, auf verschiedene Bilder zu treten und- wie bei einer Aufstellung - die dabei entstehenden Körperempfindungen zu registrieren und zu beschreiben. Eine wichtige Rolle spielt eine Metaposition (manchmal: ein weiser alter Mann, eine weise alte Frau), von der aus die Klientin immer wieder einen Blick voll Abstand auf ihre Gesamtsituation werfen kann.

Diese Grundelemente setzt Eva Madelung kreativ und mit immer neuen Abwandlungen um. Am bekanntesten ist ihre Anordnung des "Lebenswegs" geworden, der erlaubt, Ressourcen und Stärken der Vergangenheit als Bilder in die Gegenwart mitzunehmen.

Insgesamt finden sich im Buch eine Fülle von präzisen Vorschlägen für die kreative Anwendung der Werkzeuge des neuro-imaginativen Gestaltens besonders in der Einzelarbeit. Die Fallbeispiele machen auf spannende Weise deutlich, wie Eva Madelung konkret vorgeht.

Meine Kolleginnen und ich haben einige der vorgeschlagenen szenischen Arbeiten mit Erfolg ausprobiert, wobei mich persönlich die einfachen Formen mit wenigen Bildern am meisten überzeugten.

Insgesamt ein Buch voller Anregungen und praktisch gut umsetzbarer Ideen.

Zielgruppen und Fazit

Eine praktisches Buch und eine schöne Bereicherung für alle, die Elemente szenischer Verfahren und Aufstellungen in die Einzelarbeit übertragen möchten.


Rezensentin
Prof. Dr. Lilo Schmitz
FH University of Applied Sciences Düsseldorf, Lehrgebiet Methoden der Sozialarbeit am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt "Beruf und Burnout-Prävention"
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Zitiervorschlag
Lilo Schmitz. Rezension vom 16.12.2003 zu: Eva Madelung, Barbara Innecken: Im Bilde sein. Vom kreativen Umgang mit Aufstellungen. Carl-Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2003. 215 Seiten. ISBN 978-3-89670-419-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/1128.php, Datum des Zugriffs 17.05.2012.


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