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Heiko Burchert (Hrsg.): Lexikon Gesundheitsmanagement

Cover Heiko Burchert (Hrsg.): Lexikon Gesundheitsmanagement. Verlag Neue Wirtschafts-Briefe (Herne) 2011. 290 Seiten. ISBN 978-3-482-63371-3. 19,80 EUR.

Reihe: NWB Studium Betriebswirtschaft. NWB Studium.

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Herausgeber, Autorinnen und Autoren

Professor Dr. Heiko Burchert hat die Professur für betriebswirtschaftliche und rechtliche Grundlagen des Gesundheitswesens an der Fachhochschule Bielefeld inne und vertritt damit die Lehreinheit Pflege und Gesundheit am Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit seiner Hochschule. Darüber hinaus ist er durch zahlreiche Monografien und Zeitschriftenaufsätze im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen ausgewiesen und Schriftleiter der Zeitschrift „Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis“.

Neben dem Herausgeber haben zahlreiche Autoren an dem Lexikon mitgewirkt, z. B. Volker Amelung (Hannover), Roland Trill (Flensburg) und Wolfgang Greiner (Bielefeld).

Entstehungshintergrund

In den letzten Jahren ist eine Reihe von Lexika zur Gesundheitsökonomie erschienen. Das vorliegende Werk dürfte jedoch das einzige Lexikon sein, das speziell das Teilgebiet des Gesundheitsmanagements adressiert. Es richtet sich primär an Studierende des Gesundheitsmanagements und diskutiert etwa 600 Begriffe, die Kandidaten dieses Faches kennen sollten. Darüber hinaus stellt der Verlag mit dem Kauf des Buches eine digitale Fassung in der nwb Datenbank zur Verfügung. Mit Hilfe des Freischaltcodes im Buch ist damit der Zugriff auf die entsprechenden Artikel möglich.

Aufbau und ausgewählte Inhalte

Das Lexikon zum Gesundheitsmanagement hat selbstverständlich seinen Schwerpunkt in den alphabetisch sortierten Begriffen, die jeweils relativ ausführlich erklärt werden. Hierzu gehören neben der Definition auch, soweit notwendig, eine historische Einordnung sowie eine Darlegung bestimmter Methoden, Modelle und Instrumente, soweit sie im Gesundheitsmanagement Anwendung finden. Die meisten Stichpunkte schließen mit einem Literaturhinweis. Darüber hinaus finden sich in dem Lexikon weitergehende Literaturhinweise sowie Quellenverzeichnisse zu Gesetzen und Verordnungen bzw. Gerichtsurteilen. Auch hilfreiche Verzeichnisse zu empfehlenswerten deutschsprachigen und englischsprachigen Periodika sind angeführt.

Aus der Fülle der über 600 Stichwörter sollen hier drei exemplarisch ausgewählt werden, die einerseits die hohe Aktualität des Lexikons aufzeigen, andererseits sein Proprium als einziges Lexikon des Gesundheitsmanagements unterstreichen.

AGnES: Die Arztentlastende Gemeindenahe E-Health gestützte Systemische Intervention wird seit dem Jahr 2005 in Mecklenburg-Vorpommern und später auch in einigen anderen Bundesländern implementiert. Mit Hilfe von intensiv weitergebildeten Pflegekräften bzw. Arzthelferinnen werden chronisch kranke Patienten in ihrer Häuslichkeit betreut, ohne dass der Hausarzt sie dort persönlich aufsuchen müsste. Stattdessen übernehmen die Pflegekräfte diese Aufgabe und stehen mit dem Arzt in Verbindung. Die Tatsache, dass diese erst kürzlich entwickelte Innovation Aufnahme in das Lexikon gefunden hat, zeugt von der hohen Aktualität dieses Werkes.

Gesundheitsmanagement: Bei dem Titel des vorliegenden Werkes (Lexikon des Gesundheitsmanagements) hätte man erwartet, dass dieser Begriff ausführlich diskutiert wird. Tatsächlich erfolgt die Bearbeitung dieses Stichwortes lediglich in der Trennung der Begriffe Gesundheit und Managements. Die Autoren verstehen unter Gesundheitsmanagement „die Gesamtheit der funktionellen Ansätze […], die in speziell dafür hergerichteten Institutionen auf die Gesundheit des Menschen ausgerichtet sind…“ Die wenigen Sätze zu diesem Begriff sind wenig befriedigend, insbesondere wird die Frage, ob es überhaupt ein Gesundheitsmanagement geben kann oder ob nicht die englische Bezeichnung des Health Care Managements deutlich angemessener wäre, überhaupt nicht diskutiert. So überrascht es doch, dass die Ausführung zur Gesundheitsökonomie, wenn zwar auch knapp, doch deutlich kompetenter und umfassender ausfallen als zum Gesundheitsmanagement, das doch den eigentlichen Fokus des Werkes darstellen sollte.

KTQ: Die Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen, die ein Standardverfahren des Qualitätsmanagements im Gesundheitswesen und hier insbesondere in deutschen Krankenhäusern darstellt, wird ausführlich und kompetent diskutiert. Die Autoren gehen hierbei auf den aktuellen Kriterienkatalog ein und zeigen das notwendige Verfahren auf. Aus wissenschaftlicher Perspektive wäre eine tiefergehende Einordnung in das gesamte Qualitätsmanagement wünschenswert gewesen. Es ist jedoch sehr begrüßenswert, dass auch sehr praktische und innovative Verfahren in das Lexikon aufgenommen wurden.

Fazit

Der vorliegende Band Lexikon Gesundheitsmanagement gibt aktuell und kompetent einen umfassenden Überblick über wichtige Begriffe des Gesundheitsmanagements. Er unterscheidet sich in seiner Praxisnähe von manchen Lexika der Gesundheitsökonomie und nimmt zahlreiche, für die Praxis relevante Begriffe auf, die in den anderen Werken vernachlässigt werden. Das Lexikon eignet sich deshalb sehr gut für Studierende des Gesundheitsmanagements und Praktiker im Gesundheitswesen. Die wissenschaftliche Präzision und insbesondere die Interdependenz der Begrifflichkeiten könnte hingegen in einer weiteren Auflage gestärkt werden. Es bleibt zu fragen, ob ein eigenes Lexikon für das Gesundheitsmanagement wirklich zielführend ist oder ob nicht stattdessen die Lexika der Gesundheitsökonomie um die praxisrelevanten Begriffe des Gesundheitsmanagements erweitert werden sollten.


Rezensent
Prof. Dr. Steffen Fleßa
Universität Greifswald, Department of Health Care Management
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Zitiervorschlag
Steffen Fleßa. Rezension vom 03.11.2011 zu: Heiko Burchert (Hrsg.): Lexikon Gesundheitsmanagement. Verlag Neue Wirtschafts-Briefe (Herne) 2011. 290 Seiten. ISBN 978-3-482-63371-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/11377.php, Datum des Zugriffs 23.02.2012.


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