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Sandra Masemann, Barbara Messer: Standards für wahre Experten

Cover Sandra Masemann, Barbara Messer: Standards für wahre Experten. Wie ambulante Pflegekräfte mit Expertenstandards und Verfahrensanweisungen umgehen sollten. Schlütersche Verlagsgesellschaft (Hannover) 2011. 160 Seiten. ISBN 978-3-89993-279-9. D: 24,95 EUR, A: 25,70 EUR, CH: 37,90 sFr.

Der Paritätische Oldenburg-Ammerland.

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Thema

Die von dem DNQP veröffentlichten Expertenstandards müssen für jede Einrichtung der ambulanten und stationären Pflege individuell angepasst und implementiert werden. Das kostet Zeit und Kraft von Seiten der verantwortlichen Pflegefachkraft – dabei sehen die Mitarbeiter die Notwendigkeit dieser arbeitsintensiven Leistung meist nicht. Wie die Umsetzung von den nationalen Expertenstandards in durchführbare Verfahrensanweisungen möglich ist, zeigt das vorliegende Werk – allerdings ausdrücklich nur für die ambulante Pflege.

Autorinnen

Das Autorinnenpaar hat mittlerweile schon zahlreiche Bücher zu pflegerischen, aber auch in anderen Themenbereichen veröffentlicht. Gemeinsam haben sie ein Trainings- und Beratungsinstitut in Wennigsen. (www.masemann-und-messer.de)

Sandra Masemann, geboren 1975 ist Diplom-Sonderpädagogin, Sprachtherapeutin, Spiel- und Theaterpädagogin (BUT), NLP-Practitioner, Pflegeassistentin und vieles mehr. Seit 2005 arbeitet sie selbständig in der Weiterbildung von Erwachsenen.

Barbara Messer, Jahrgang 1962 ist Bachelor of Business Administration, Altenpflegerin und ausgebildet in Sozialmanagement, Pflegedienstleitung, Validation, systemische Strukturaufstellungen und NLP-Master und –Trainerin. Seit 1999 ist sie selbständige Trainerin.

Entstehungshintergrund

Das Buch entstand im Sommer 2010 im Rahmen einer Projektarbeit unter Mitarbeit von Frau Martina Groth und zahlreichen Pflegefach- und Führungskräften der ambulanten Pflegedienste des Paritätischen Oldenburg-Ammerland.

Aufbau

Das Buch ist klar gegliedert und in aussagefähige, konzentrierte Kapitel unterteilt. Sowohl das überschaubare Stichwortregister als auch das Inhaltsverzeichnis dienen dem Leser zur guten Orientierung innerhalb des Werks. Der Aufbau ist nachvollziehbar und erhöht damit die Lesbarkeit um ein Weiteres.

Die zwölf Kapitel decken alle veröffentlichten Expertenstandards ab und betiteln übersichtlich die darin vorkommenden Inhalte.

Inhalt

In den Vorworten der Autorinnen und der Dipl.-Pflegewirtin Petra Visser, die das Buch korrigierte, erfährt der Leser Sinn und Hintergrund des vorliegenden Buches.

Der Untertitel „Wie ambulante Pflegekräfte mit Expertenstandards und Verfahrensanweisungen umgehen sollten“ entspricht vor allem den speziell ausgewiesenen Maßnahmen, die der ambulanten Pflege angepasst wurden.

Im ersten Kapitel werden die Begrifflichkeiten Pflegestandard und Expertenstandard erklärt, von einander abgegrenzt und definiert, die bisher veröffentlichten Expertenstandards genannt. Hier erfährt der Leser, was PflegepraktikerInnen zu den Expertenstandards denken und sagen. Weiter wird der Frage nachgegangen, was es Ihnen bringt, die Expertenstandards umzusetzen.

Kapitel zwei beschäftigt sich mit der „Verwandlung“ der allgemein gültigen Expertenstandards in eine konkret umsetzbare Verfahrensanweisung mit Zielen, Geltungsbereichen, Zuständigkeiten, Maßnahmen usw.

Das dritte Kapitel befasst sich mit der allgemeinen Maßnahme der Beratung und des Assessments. Wie können diese genau aussehen? Welche Formen der Beratung gibt es? Welche Inhalte muss eine Beratung haben und wie muss sie dokumentiert werden? Antworten finden sich hier.

Die Kapitel vier bis zehn bestehen aus den ausführlichen und textreichen Verfahrensanweisungen der einzelnen Expertenstandards. Komprimiert, teilweise dennoch theorielastig in bestimmten Unterpunkten der Verfahrensanweisungen, aber stets auf das Wesentliche reduziert und mit Verweis auf aktuelle Literatur- oder Quellenangaben, sowie Hilfen zur Dokumentation und umsetzbare Maßnahmenvorschläge.

Das elfte Kapitel zeigt die Umsetzbarkeit von Anforderungen der Expertenstandards innerhalb der Pflegeplanung. Individuelle und hilfreiche Formulierungen finden sich für jeden einzelnen Expertenstandard für Probleme, Ressourcen, Ziele und Maßnahmen. In praxisnahen Beispielplanungen wird somit deutlich, dass die Expertenstandards und die individuellen Verfahrensanweisungen kein Theoretikum sein müssen.

Im zwölften und letzten Kapitel finden sich ausführliche, aber dennoch komprimierte Checklisten zur Überprüfung der einzelnen Instrumente zu allen Expertenstandards.

Diskussion

Häufig werden Fachbücher als „aus der Praxis für die Praxis“ beworben. Diesmal ist es bereits an der Zusammenarbeit zwischen Mitarbeiterinnen des Paritätischen Oldenburg-Ammerland und den Autorinnen erkennbar, dass zumindest das „aus der Praxis“ zutreffend ist. Die Verständlichkeit der Texte spricht für die Aussage „für die Praxis“.

Zielgruppe und Interessierte, wenn auch nicht explizit ausgewiesen, werden sicherlich in erster Linie Studierende in den Pflegewissenschaften, Qualitäts(management)beauftragte und ambulante Pflegedienstleitungen sein. Letztere sollten sich jedoch einen Satz zu Herzen nehmen und das Werk ihren Mitarbeitern zugänglich machen. Engagierte, aber auch der Dokumentation weniger zugewandte Mitarbeiter können einen Nutzen daraus ziehen. Pflegefachbücher müssen gelesen werden und nicht im Regal Lücken füllen! – Das hätte dieses Buch nicht verdient.

Die eine oder andere Skala, ein Formularbeispiel würden Begriffe und Abläufe noch praxisnaher machen. Ein Glossar würde das Nachschlagen einzelner Fachwörter, die nicht jeder allzeit bereit haben kann, erleichtern.

Fazit

Alleine die überzeugenden Erklärungen und Fallbeispiele, weshalb wir Pflege(fach)kräfte uns tagtäglich mit Assessmentinstrumenten, Skalen, Standards und Einstufungen zu beschäftigen haben ist meines Erachtens den Kauf des Buches wert.

Ab den ersten Zeilen kommt sich der Leser willkommen geheißen vor: In einem Themengebiet, das einerseits den Alltag bestimmt, aber noch nicht alltäglich und vollkommen verinnerlicht ist. Die Sprache ist angenehm verständlich und lesbar – gleichzeitig werden aber bestimmte Begriffsdefinitionen und -hintergründe vorausgesetzt; das deute ich wertschätzend und erklärt vielleicht auch den Titel „…für Experten“.


Rezensentin
Sonja Fröse
Homepage www.sonjafroese.de
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Zitiervorschlag
Sonja Fröse. Rezension vom 20.07.2011 zu: Sandra Masemann, Barbara Messer: Standards für wahre Experten. Schlütersche Verlagsgesellschaft (Hannover) 2011. 160 Seiten. ISBN 978-3-89993-279-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/11402.php, Datum des Zugriffs 23.02.2012.


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