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Andreas Hepp, Cigdem Bozdag u.a.: Mediale Migranten

Cover Andreas Hepp, Cigdem Bozdag, Laura Suna: Mediale Migranten. Mediatisierung und die kommunikative Vernetzung der Diaspora. VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2011. 290 Seiten. ISBN 978-3-531-17314-6. 24,95 EUR.

Reihe: Medien - Kultur - Kommunikation.
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Entstehungshintergrund

Grundlage der Veröffentlichung ist ein Projekt mit dem Titel: „Intergrations- und Segregationspotentioale digitaler Medien am Beispiel der kommunikativen Vernetzung von ethnischen Migrationsgemeinschaft“ welches durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurde.

Thema

„Medien und Migration ist ein aktuell heiß diskutiertes Thema. Doch wie wichtig sind Medien für Migrantinnen und Migranten wirklich. […] Wie wird migrantische Identität mit und durch Medien gelebt? […] Es sind Fragen wie diese, die in der Studie „Mediale Migranten“ behandelt werden.“ (aus dem Umschlagtext). In der Einleitung wird dem Leser der Zusammenhang deutlich gemacht, in dem die Untersuchung, die zu der Veröffentlichung führt beschrieben. Die Autoren beschreiben den Zwiespalt zwischen dem kulturkonservativen Überlegungen zur „deutschen Leitkultur“ und der wirtschaftskonservativen Idee des „geordneten Einwanderung Hochqualifizierter“.

Aufbau und Inhalt

Das Buch teilt sich neben der Eileitung in drei Teile.

Im ersten Teil, dem Analyserahmen, werden in Kapitel zwei die Überlegungen und Fakten zur Analyse der Autoren dargestellt. Es werden das der Studie zugrunde gelegten Theorieverständnis dargelegt, „indem zuerst der Zusammenhang zwischen Medien, Migration und Diaspora“ dargestellt wird.
Im dritten Kapitel geht es zum Einen darum die bestehende Forschung zu Medien und Migration in Deutschland zu erörtern und zum Anderen wird auf die Gesamtargumentation , eine erste Darstellung der von den Autoren „entwickelten Typologie von herkunfts-, ethno- und weltorientierten Migrantinnen und Migranten“ eingegangen.

Im zweiten Teil der Veröffentlichung, den Aneignungskontexten, befassen sich die Autoren mit verschiedenen Erscheinungen „die nicht im engeren Sinn Teil von Aneignung sind, aber kontextuell die Medienaneignung von medialen Migranten mit prägen.“
Unter der Überschrift: “Mediatisierte Vernetzung“ widmen sich die Autoren einen in der Öffentlichkeit immer wieder diskutierten Thema, „Inwieweit sind auch für Fragen der Medienaneignung Bildung und Sprache die zentralen Migrationskontexte“.
Im Mittelpunkt des fünften Kapitels stehen die Vernetzungsorte der interviewten Personen.
Im sechsten Kapitel rückt der sehr spezifische diskursive Kontext der Diasporamedien in den Mittelpunkt. Verstanden wird darunter, so die Autoren, Medienangebote, die von den Angehörigen einer Diaspora für die Angehörigen der Diaspora produziert werden.

Der dritte Teil, Aneignungstypen, stellt eben diese in den Fokus der weiteren Überlegungen.
Im Kapitel sieben haben die Leser es mit einer „Ko-Artikulation“ der herkunftsorientierten kulturellen Identität und Herkunftsvernetzung zu tun. Die Autoren beschreiben, dass in diesem Sinne die Herkunft als ein mediatisierte Quasi-Interaktion: Fernsehen, Zeitung,WWW, usw. für diese Migranten eine Brücke zu den Kommunikationsräumen ihrer Herkunft darstellen.
Mit dem Ethnoorientieren befasst sich das achte Kapitel. Die Autoren gehen in diesem Kapitel auf die kulturelle Identität der Ethnoorientierten ein und kennzeichnen das Spannungsverhältnis zwischen Herkunft und nationalen Migrationskontext.
Das neunte Kapitel werden die Weltorientierten detaillierte betrachtet. Diese, so die Autoren, können in gewisser Hinsicht als Elite der von den Autoren interviewten begriffen werden.
Zum Abschluss wird im Kapitel zehn ein Fazit aus der Analyse dargestellt. Hierin wird die gegenwärtige Situation der Mediatisierung der Diaspora in der Alltagswelt der medialer Migranten konkretisiert, welche Möglichkeiten kommunikativer Vernetzung für diese bestehen und in wieweit aus der Forschung der Autoren die Notwendigkeit folgt, kommunikative Integration anders zu denken.

Daran anschließend wird im Kapitel elf dem Anhang ein Überblick über die gemachten Interviews, Angaben zu den Diaspora- und Herkunftsmedien, sowie einer Aufstellung der Analysekategorien dargestellt.

Die Autoren kommen in ihrem Fazit zum dem Schluss, das innerhalb der Diaspora ein kommunikative Integration vorliegt. In Teilern getragen von Diasporamedien, vor allem aber gestützt durch die Kommunikationsnetzwerke mediatisierter personaler Interaktion helfen sich die verschieden medialen Migranten gegenseitig und eröffnen sich die verschiedenen Beteiligungschancen.

Zielgruppe und Fazit

Die Autoren haben in umfangreichen Interviews sich der von ihnen gestellten Fragestellung genähert.
Für Studierende, die sich mit medialer Integration und Vernetzung von Migranten und Kommunikation auseinandersetzen ist die Veröffentlichung eine gute Arbeitsgrundlage um sich der Fragestellung nähern zu können.
Für den Laien ist e.E: das Ausarbeitung schwieriges Terrain.


Rezensent
Dipl.Soz.-Arb. Karl-Michael Froning
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaft; Fakultät Soziale Arbeit
Homepage www.socialnet.de/l.php?BID=36510
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Zitiervorschlag
Karl-Michael Froning. Rezension vom 17.02.2012 zu: Andreas Hepp, Cigdem Bozdag, Laura Suna: Mediale Migranten. Mediatisierung und die kommunikative Vernetzung der Diaspora. VS Verlag für Sozialwissenschaften (Wiesbaden) 2011. ISBN 978-3-531-17314-6. Reihe: Medien - Kultur - Kommunikation. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/11878.php, Datum des Zugriffs 26.06.2016.


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