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Silke Birgitta Gahleitner: Das therapeutische Milieu in der Arbeit mit Kindern [...]

Cover Silke Birgitta Gahleitner: Das therapeutische Milieu in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Trauma- und Beziehungsarbeit in stationären Einrichtungen. Psychiatrie Verlag GmbH (Bonn) 2011. 141 Seiten. ISBN 978-3-88414-523-4. 24,95 EUR, CH: 37,90 sFr.
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Thema

S. B. Gahleitner verknüpft die Darstellung des Therapeutischen Milieus mit den Wissensbeständen zu Bindung und Trauma. Sie ergänzt dies um die Bedeutung der psychosozialen Vernetzungskompetenz und die Notwendigkeit einer trauma- und beziehungssensiblen Diagnostik. Mit zahlreichen Fallbeispielen antwortet sie bzw. antworten die Mädchen und Jungen auf die Frage „Was hilft?“, um wieder Subjekt des eigenen Lebens zu werden. Die Verbindung von pädagogischem und therapeutischem Arbeiten wird anschaulich dargestellt. Abschließende Überlegungen zu Anerkennung, Würde und Respekt beschließen das Buch. Durchgängig werden Inhalte und Methoden traumapädagogischen Arbeitens am Beispiel der Arbeit in therapeutischen Wohngruppen in Berlin dargestellt.

Autorin

Prof. Dr. Silke Brigitta Gahleitner studierte Soziale Arbeit und promovierte in Klinischer Psychologie. Sie arbeitete langjährig als Sozialarbeiterin und Integrative Psychotherapeutin in der sozialtherapeutischen Einrichtung für traumatisierte Mädchen Myrrha sowie in eigener Praxis. Seit 2006 ist sie als Professorin für Klinische Psychologie und Sozialarbeit mit den Arbeits- und Forschungsschwerpunkten psychosoziale Diagnostik, Psychotherapie und Beratung, qualitative Forschungsmethoden und psychosoziale Traumatologie an der Alice Salomon Hochschule Berlin tätig. Sie beteiligt sich engagiert an der Entwicklung der jungen Fachrichtung Traumapädagogik.

Entstehungshintergrund

Dieses Buch ist auf dem Hintergrund von Erfahrungen in der stationären Kinder- und Jugendarbeit geschrieben. Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sind gekennzeichnet durch komplexe Problemlagen mit intensivem pädagogischem und therapeutischem Bedarf. Die hohe Rate von Kindern und Jugendlichen mit psychiatrischen Störungsbildern in den stationären Hilfen (Schmid et al., 2006) stellt hohe Anforderungen an die methodische Qualifizierung in der Betreuung, Begleitung und Behandlung. Dadurch verändern sich die Anforderungen an die Effektivität und Effizienz stationärer Jugendhilfemaßnahmen. Psychosoziale Fachkräfte in diesen Einrichtungen leisten einen Hauptteil der Traumaarbeit und sind diesen Anforderungen besonders ausgesetzt. Das Buch ist als „Brücke zwischen der Praxis und Theorie gedacht und aus der Verknüpfung der verschiedenen Erfahrungsebenen Forschung, Lehre und Praxis entstanden“ (S. 8). Die zugrunde liegende Studie in stationären Einrichtungen der Berliner Jugendhilfe (KATA-TWG), in der neben zahlreichen Daten aus Betreuungsakten insbesondere Betreuungsprozesse aus der Sicht ehemaliger KlientInnen und deren damaligen BezugsbetreuerInnen reflektiert wurden (Arbeitskreis der Therapeutischen Jugendwohngruppen Berlin, 2009), wurde von der Alice Salomon Hochschule geleitet.

Aufbau und Inhalt

Der Band ist in folgende Kapitel gegliedert.

Erik – eine „Jugendhilfekarriere“ mit vielen Abbrüchen. Am Beispiel der Lebensgeschichte bzw. Beschreibung seiner Situation wird die Lebenswirklichkeit lebensgeschichtlich belasteter Jugendlichen dargestellt. „Was wirkt?“ fragt die Autorin im 1. Kapitel: Was hat Erik bei der Bewältigung geholfen? Erik beschreibt seine Schwierigkeiten, wieder zu vertrauen; die Gruppe ist für ihn Herausforderung und Rückhalt zugleich. Im therapeutischen Setting kann er, nach einigen Startschwierigkeiten, eine Verbindung zwischen seinem Verhalten und seiner Geschichte erkennen. Letztendlich beschreibt er jedoch seine Beziehung zu seinem Betreuer als ursächlich für seine Stabilisierung, den unterstützenden Alltag, die 23 Stunden am Tag (vgl. Redl, 1971; Mehringer, 1979).

Das „Therapeutische Milieu“. Zu Beginn des zweiten Kapitels begründet S. B. Gahleitner die Notwendigkeit des Therapeutischen Milieus mit Zahlen zur hohen Rate kinder- und jugendpsychiatrischer Erkrankungen. Die Komplexität der Erfahrungen der Mädchen und Jungen führe zur „regelhaften Überforderung von Fachkräften im Kinder- und Jugendbereich“ (S. 22). Auch aufgrund der Auswirkungen der zum Großteil traumatischen Erfahrungen auf die Kinder- und Jugendlichen seien Versorgungswege mit fließenden Übergängen zu schaffen. Als Nächstes folgt ein Blick in die Entstehung des therapeutischen Milieus: Bruno Bettelheim und Fritz Redl entwickelten das therapeutische Milieu durch die Verbindung psychoanalytischer Erkenntnisse und pädagogischer Erfahrung. Die Wirksamkeit helfender Beziehungen beruhe vor allem auf der alltäglichen Beziehung und Begegnung 24 Stunden lang. Impulse aus der Gemeindepsychologie, der Sozialpsychiatrie und der Pädagogik, z. T. daraus hervorgegangen, bereichern die Entwicklung des Konzeptes des „Therapeutischen Milieus“. Als zentrale Charakteristika dieses Konzeptes beschreibt die Autorin:

  • Forderung nach Entwicklungsorientierung und Nachnährung entlang zentraler Grundbedürfnisse,
  • Mischung aus Beziehungsorientierung und Strukturgebung im Alltag,
  • Grundsätzliche dialogische Gestaltung und Flexibilität der Hilfe,
  • Vorbereitung auf eine selbstständige Lebensgestaltung (vgl. Redl, 1971).

Das „Therapeutische Milieu sei ein zusammenfassender Begriff eines pädagogisch-therapeutischen Gesamtsystems, … das seine Stabilität im Wesentlichen durch therapeutisch reflektierte Beziehungen erhält (Müller, 1999, S. 406). Ein Hinweis auf die Zielgruppe führt zur Beschreibung des heutigen „Therapeutischen Milieus und verbindet dies mit der Sicht ehemaliger Bewohner auf zentrale Erfolgsfaktoren.

In Kapitel 3 bis 5 werden die Kompetenzen der psychosozialen Fachkräfte beschrieben:

Bindungs- und Beziehungskompetenz im Betreuungsalltag. Der nachsozialisierende Rahmen, die Unterstützung zur Überwindung der nächsten Entwicklungshürde fördert die Selbstbemächtigung. Die psychosozialen Fachkräften brauchen hierfür Beziehungskompetenz: Diese Unterstützung ist nicht ohne Bindung und Beziehung möglich. Gezielte Beziehungs- und Dialogangebote sind die Grundlage hierfür, dazu gehört auch, Desorganisationen entgegenzuwirken und Alternativerfahrungen möglich zu machen. Beziehungskompetenz muss dabei immer das Wissen um die Auswirkungen der traumatischen Lebenserfahrungen auf die Entwicklung der Kinder- und Jugendlichen enthalten, um Verstehen zu ermöglichen.

Traumasensibilität als zentrale Problem- und Fachkompetenz. Psychosoziale Fachkräfte leisten den Hauptanteil an der Traumaarbeit, die Ausbildungsstätten – seien es Fachschulen, Fachhochschulen oder Universitäten – nehmen nur äußerst marginal zu Kenntnis, dass sich hieraus ein Ausbildungsauftrag ableitet. Die Autorin beschreibt in Kap. 4 notwendige Grundkenntnisse, die Traumasensibilität unterstützen. Dabei schildert sie auch die Probleme mit der Diagnose der PTBS: Die Folgen komplexer Traumatisierungen sind vielschichtiger als im Manual beschrieben und eigentlich als Überlebensversuche zu verstehen. In der Definition um Traumabewältigung stellt S. B. Gahleitner die Phasen von Horowitz vor. „Häufig jedoch“, kommentiert sie, „wird eine Aufarbeitung gar nicht möglich.“ (S. 53) Mit dieser Aussage definiert sie dankenswerterweise Traumabearbeitung ohne Zentrierung auf Aufdeckung. Diese spielte in der Geschichte des „Therapeutischen Milieus“ allerdings eine größere Rolle. Auch das benannte Drei-Phasen-Modell (S. 54) der Traumabearbeitung beinhaltet streng genommen eine Traumaexposition.

Die Vielfalt psychosozialer Vernetzungskompetenz. Ohne Soziale Netzwerke ist eine umfassende Unterstützung traumatisierter Mädchen und Jungen nicht möglich. Die Bereiche „innerinstitutioneller“ und „interinstitutioneller“ Zusammenarbeit werden auf dem Hintergrund der doppelt projektiven Wirkung von Bindungs- und sozialen Unterstützungssystemen beleuchtet. Die Möglichkeiten der Therapie und ihre Notwendigkeiten der Vernetzungskompetenz werden beschrieben. Gerade an dieser Schnittstelle entscheiden sich Chancen für die Selbstbemächtigung der Mädchen und Jungen. Hilfen an Übergängen und Beispiele für eine Zusammenarbeit mit Kliniken beschreiben Entwicklungsmöglichkeiten und Notwendigkeiten der sozialen Arbeit.

Die Praxis vor Ort: Trauma- und beziehungssensible Diagnostik in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit. Nach der Beschreibung einzelner Bestandteile und Funktionen von „Therapeutischen Milieus“ entwirft die Autorin ein Modell psychosozialer Diagnostik, bei der mehrdimensional, interdisziplinär, bindungs- und traumasensibel verfahren wird.

Die Praxis vor Ort: Trauma- und beziehungssensible Intervention in stationären Einrichtungen der Kinder und Jugendarbeit. „Traumatisierte Kinder und Jugendliche sind nicht immer therapeutisch, aber fast immer pädagogisch zu erreichen“ (S. 93) – mit dieser zentralen Überlegung beginnt S. B. Gahleitner ihre Ausführungen zur psychosozialen Intervention. Sie stellt folgendes Phasenmodell vor:

  1. Umfassend Sicherheit herstellen,
  2. Trauma- und Problembewältigung unterstützen,
  3. Integration in den Lebensalltag nach der Einrichtung

und stellt die Möglichkeiten in den einzelnen Phasen mit zahlreichen Beispielen dar.

Abschießende Überlegungen: Anerkennung, Würde und Respekt als grundlegende Paradigmen der stationären Kinder- und Jugendarbeit. Im Schlusskapitel fasst die Autorin die erarbeiteten Vorschläge zusammen, Sie beschreibt ausführlich eine reflektierte Grundhaltung (S. 116) und diskutiert diese in Bezug auf aktuelle gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen. So lassen Jugendämter Jugendliche alleine: „Nach mehreren Abbrüchen in einer ‚Jugendhilfekarriere‘ wird vom Jugendamt aufgrund finanzieller Erwägung häufig keine weitere Hilfe gewährt.“ (S. 119) Der Mangelzustand wird auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen ausgetragen (vgl. ebd.). Mit den derzeitigen Überlegungen zum Wegsparen der Kinder- und Jugendhilfe z. B. in Hamburg wird deutlich, wie existenziell im wahrsten Wortsinn die politische Diskussion zu Empathie, Mitgefühl und Hilfe für traumatisierte Mädchen und Jungen ist.

Zielgruppe

Das Buch wurde aus der Erfahrung in psychosozialen Arbeitsbereichen stationärer Kinder- und Jugendarbeit geschrieben und ist daher an alle psychosozialen Berufsgruppen in diesem Tätigkeitsbereich gerichtet. Dazu zählen auch die Frauen und Männer in administrativen Bereichen der Jugendhilfe. Es richtet sich auch an Lehrende in Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten und an Menschen, die mit der Konzeptionierung von Jugendhilfemaßnahmen arbeiten.

Diskussion

Der Band greift das „Therapeutische Milieu“ als einen zentralen Bestandteil professionellen Handelns in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe auf. Das „Therapeutische Milieu“ wird dabei theoretisch im Rückgriff auf Modelle und Überlegungen anderer AutorInnen konzeptualisiert und anhand von Interviewauszügen mit Jugendlichen und ihren BetreuerInnen, die im Rahmen der Studie KATA-TWG geführt wurden, veranschaulicht. Die Ausführungen berühren immer wieder Themen, die in eingefügten Exkursen kurz erläutert werden und anregen, weiter zu vertiefen, Wissensbestände zu sichern. Durch die sorgfältig geschilderten Berichte der Mädchen und Jungen wird deutlich sichtbar, was traumatisierten Mädchen und Jungen nutzt und was psychosoziale Fachkräfte in stationären Einrichtungen brauchen, um traumasensibel unterstützen zu können. Das sind bedeutende Beiträge gerade in einer Zeit, in der wieder an all jenen gespart werden soll, die die größte Unterstützung verdienen.

Die Autorin benennt, wer einen Hauptanteil an der Traumaarbeit leistet. Das ist angesichts des aktuellen Traumahypes wichtig, denn Traumaarbeit ist alltägliche Knochenarbeit und bedarf einer umfassenden Unterstützung der psychosozialen Fachkräfte und der Sicherung der benötigten und von S. B. Gahleitner beschriebenen Wissensbestände.

Drei Punkte wären meiner Ansicht nach im Fachdiskurs um Traumpädagogik zu vertiefen bzw. würde ich für einen weiterführenden Dialog anregen wollen:

  1. Die Bedeutung der Aufdeckungsarbeit
  2. Ist eine „therapeutisch“ reflektierte Beziehung etwas anderes als eine pädagogisch reflektierte?
  3. Das Verhältnis von Pädagogik und Therapie.

Zu 1. Bettelheim und Redl stellen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit und Theorie den therapeutischen Alltag von früh bis spät. Dennoch spielt der Aufdeckungsraum – zumindest in der Theorie – eine wichtige Rolle. Hiervon unterscheiden sich aktuelle Konzepte der Traumapädagogik. Nun ist Therapie nicht mit Aufdeckungsraum gleichzusetzen und dieser kleine aber feine Unterschied ist zu benennen. S. B. Gahleitner weist darauf hin, dass Aufarbeitung bzw. Aufdeckung (S. 53) häufig auch nicht möglich sei. Das Tempo bestimmen die Kinder und Jugendlichen. Die dann beschriebenen Definitionen von Traumabewältigung (Horowitz-Modell und Phasenmodelle) schließen die Traumaaufdeckung (Exposition) jedoch mit ein. Der Hinweis auf aktuelle Definitionen von Traumabewältigung, die die Traumaexposition als – wenn überhaupt – kleinen Teil der Traumabewältigung sehen (Reddemann, Weiß), wirkt wiederum ein wenig dem Aufdeckungshype entgegen. Da gäbe es also noch Diskussionsbedarf, wie die Aufdeckungsdimension im Prozess der Bewältigung eingeschätzt wird.

Zu 2. Zu klären wäre auch, was der genaue Inhalt einer therapeutisch reflektierten Beziehung ist. Wodurch unterscheidet sich diese von einer emanzipatorischen Pädagogik, die auch dabei unterstützt, sich seines durch „traumatische Erfahrungen besetzen Selbst“ wieder zu bemächtigen?

Zu 3. Seit Beginn der 1070er-Jahre ist das Verhältnis von Therapie und Pädagogik sowohl befruchtend als auch spannungsgeladen. Der Trend zur Professionalisierung von Heimerziehung führte zur Spezialisierung und Therapeutisierung. Neue Stellen mit „höherwertigen Aufgaben“ und höherem Einkommen für TherapeutInnen etc. wurden geschaffen, die Neubewertung der Aufgaben der PädagogInnen (oder die genauere Beschreibung ihres Tätigkeitsfeldes) und eine dementsprechende höhere Bezahlung bleiben bis heute aus. Späht spricht von einer paradoxen Situation, „wonach mit zunehmender Qualifikation die Distanz von der Basisarbeit wächst, also der am schlechtesten qualifizierte Mitarbeiter mit den Kindern und Jugendlichen zusammenlebt, der höchstqualifizierte Mitarbeiter mit den Kindern so gut wie nichts mehr zu tun hat.“ Sicher hat sich das heute verändert – allerdings nicht flächendeckend. Wie gelingt es in einem therapeutischen Milieu, dass MitarbeiterInnen verschiedener Disziplinen trotz der unterschiedlichen Rahmenbedingungen wirklich auf Augenhöhe zusammenarbeiten?

Und schlussendlich: Mit der Begrifflichkeit „Therapeutisches Milieu“ wird der sprachliche Fokus auf Therapie gelenkt. Möglicherweise transportiert der Begriff „therapeutisches Milieu“ immer noch eine Bewertung – therapeutisch besser als (trauma-)pädagogisch – die auch gesellschaftlich beispielsweise durch Ausbildung und Bezahlung zementiert ist. Auch hier könnte noch weiter diskutiert werden.

Fazit

1. Für PraktikerInnen von Pädagogik und Therapie ein besonders empfehlenswertes Buch. Es greift einen wichtigen Bereich der stationären Kinder- und Jugendhilfe auf. Für stationäre Einrichtungen, die mit mehrfach belasteten, traumatisierten Jugendlichen arbeiten, stellt das „Therapeutische Milieu“ einen zentralen Bestandteil professionellen Handelns dar. S. B. Gahleitner zeigt darin viele Möglichkeiten einer pädagogischen/psychosozialen Unterstützung von Traumabearbeitung auf.

2. Die Forschungsergebnisse geben Hinweise darauf, was wirkt: die enge Verknüpfung zwischen Beziehung, Struktur, Arbeit im Alltag und positive weitere Erfahrungen sowie das wirksame Zusammenspiel zwischen Pädagogik und Therapie. Dies unterstützt die Bemühungen um eine gute Pädagogik.

3. Die Verbindung von Theorie, Praxis und Forschung ist sehr gut gelungen. So regen die Vertiefungsexkurse zum Weiterlesen an. Dieses Buch sollte in der Aus- und Weiterbildung von psychosozialen Fachkräften eine Rolle spielen (auch in Fachschulen, denn hier zeigt sich besonders, dass die wissenschaftliche Sprache vieler Fachbücher immer wieder auch solche „Übersetzer-Bücher“ braucht.)

4. Das Buch ist gut zu lesen, anregend und bietet viele hilfreiche Ideen für die Weiterentwicklung von Konzepten in Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendarbeit. Und es bietet Anregungen für die Weiterentwicklung von Theorien, die die vielfältigen Möglichkeiten der Pädagogik, Traumaarbeit zu leisten, beleuchtet sowie Anregungen für die weitere Konzeptionierung der noch jungen Fachrichtung Traumapädagogik.

Literatur

  • Arbeitskreis der Therapeutischen Jugendwohngruppen Berlin (Hrsg.) (2009). Abschlussbericht der Katamnesestudie therapeutischer Wohngruppen in Berlin. KATA-TWG. Berlin.
  • Krüger,A. und Reddemann, L. (2007): Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie für Kinder und Jugendliche PITT-KID-Das Manual.Stuttgart.
  • Mehringer, A. (1979). Eine kleine Heilpädagogik. Vom Umgang mit schwierigen Kindern (6., neu gestaltete Aufl.). München: Reinhardt.
  • Müller, H. R. (1999). Zum Verhältnis von Erziehung und Therapie in der Heimerziehung. In H. Colla, S. Millham, M. Winkler, T. Gabriel & S. Müller-Teusler (Hrsg.), Handbuch Heimerziehung und Pflegekinderwesen in Europa (S. 405-413). Neuwied: Luchterhand.
  • Redl, F. (1971). Erziehung schwieriger Kinder. Beiträge zu einer psychotherapeutisch orientierten Pädagogik. München: Piper. (Reihe: Erziehung in Wissenschaft und Praxis, Band 13.)
  • Schmid, M., Nützel, J., Fegert, J. M. 6 Goldbeck, L. (2006). Wie unterscheiden sich Kinder aus Tagesgruppen von Kindern aus der stationären Jugendhilfe? Praxis für Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 55(8), 544-558.
  • Späth, K. (1979): Thesen zur Rolle und Funktion von Spezialisten in der Heimerziehung. In: Birtsch/Blandow (Hg): Pädagogoik, Therapie, Spezialistentum, S. 35 – 46.
  • Weiß, W. (2011): Philipp sucht sein Ich. Zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen. 6. Überarbeitete Auflage. Weinheim.

Rezensentin
Diplom Pädagogin Wilma Weiß
Mitbegründerin der BAG Traumapädagogik, Leiterin des Zentrums für Traumapädagogik Welle GGmbH Hanau
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Zitiervorschlag
Wilma Weiß. Rezension vom 09.01.2012 zu: Silke Birgitta Gahleitner: Das therapeutische Milieu in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Trauma- und Beziehungsarbeit in stationären Einrichtungen. Psychiatrie Verlag GmbH (Bonn) 2011. ISBN 978-3-88414-523-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/12790.php, Datum des Zugriffs 30.08.2016.


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