Monika Kirks, Manfred Scherer u.a.: Deutsch. Kommunikation in der Altenpflege
Monika Kirks, Manfred Scherer, Gabriele Streit: Deutsch. Kommunikation in der Altenpflege. Schülerband. Kieser-Verlag (Troisdorf) 2002. 144 Seiten. ISBN 978-3-8242-6611-1. 12,60 EUR.
Der Lehrerband (Bestell-Nr. 6627)(ISBN 3-8242-6627-X) kann nur direkt beim Verlag bestellt werden.
Einführung in das Thema
Zu Anfang der Altenpflegeausbildung steht in den meisten Bundesländern ein Fach auf dem Stundenplan, das sehr unterschiedlich benannt ist: Deutsch, Methodik und Technik des Lernens, Deutsch und Literatur, Ergänzung der Allgemeinbildung, Schrift- und Behördenverkehr; in einigen Ausbildungsordnungen sind hierfür keine besonderen Stunden reserviert.
Inhaltlich gleichen sich die Konzepte größtenteils: Wenn es in der Fachbezeichnung auch nicht ausdrücklich so benannt wurde, werden doch Hilfen zum Lernen vermittelt, zusätzlich zu Kommunikation, Gesprächsführung, Schriftverkehr u. ä.
In einigen Bundesländern hat die Altenpflegeausbildung den Status einer Fachschule und untersteht damit dem Kultusministerium, in anderen heißt die Ausbildungsstätte etwa Fachseminar und untersteht dem Gesundheits- und Sozialministerium, und es gibt auch die Form des dualen Systems, bei dem der Arbeitsbereich, also im Allgemeinen ein Pflegeheim, Träger der Ausbildung ist.
Ferner werden diese Inhalte teils von Honorarkräften, teils von hauptamtlich angestellten Lehrkräften unterrichtet. Dies hat Einfluss auf die Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb der Ausbildungsstätte: Gehören z. B. Lehrerkonferenzen zum normalen Arbeitsumfang der Hauptamtlichen, sollten/müssen Honorarkräfte dafür eine zusätzliche Vergütung erhalten. Folglich hängt es vom Selbstverständnis der Ausbildungsstätte ab, inwiefern die hier thematisierten Inhalte eine sinnvolle Einbindung in die Gesamtausbildung erhalten.
Monika Kirks, Manfred Scherer und Gabriele Streit geben an, selbst "Deutsch / Kommunikation" zu unterrichten und wenden sich an ihre Kolleginnen und Kollegen.
Inhalt und Gliederung
Jedes Kapitel beginnt mit Erschließungsfragen und —aufgaben; es folgen nach den Lerninhalten Übungsaufgaben, Fragen zur Selbstreflexion; einige Kapitel schließen ab mit Projektaufgaben, "Handlungsimpulse" genannt.
Im ersten Kapitel "Lern- und Arbeitstechniken" werden das Lernen, Lernmotivation, Lernstrategien sowie Lernformen (z.B. Gruppenarbeit) besprochen; es folgen Hinweise zur Materialbeschaffung, Bearbeitung von Texten; Anleitungen zum Erstellen von Referaten, Hausarbeiten, Vorträgen sowie für das Leiten von Lerngruppen (moderieren).
Das zweite Kapitel "Gesprächsführung" vermittelt Grundkenntnisse zur Kommunikation, es werden verschiedene Formen von Gesprächen besprochen, einschließlich Gespräche mit Älteren, Verwirrten und mit Angehörigen, sowie Übergaben und Supervision.
Im dritten Kapitel "Schreiben im beruflichen Alltag" werden zuerst die auf den Unterricht bezogenen Schriftformen besprochen, dann jene aus dem Berufsalltag — bei denen außer z. B. Pflegedokumentationen auch Bewerbungsschreiben thematisiert werden — sowie Besonderheiten von normativen Texten. Das Kapitel schließt mit einer Anleitung zu "Erörterung", in der Strategien für schriftliche Auseinandersetzungen mit Themen dargelegt werden.
Das vierte Kapitel "Literarische Texte" befasst sich mit den verschiedenen literarischen Gattungen, enthält viele ausführliche Beispiele, gibt Hinweise zum Umgang mit den Texten und schließt mit Hinweisen zur Verwendung von Literatur in der Altenarbeit.
Das fünfte Kapitel "Normen der Standardsprache" beginnt mit einer Begründung für allgemeine Rechtschreibe-Regeln. Die Benutzung von Wörterbüchern und Fachlexika wird erklärt. Es folgt ein kurzer Abriss zu Grammatik, Satzformen und Zeichensetzung. Die aktuellen Regelungen von Groß- und Kleinschreibung sowie Getrennt- und Zusammenschreiben und Problemfälle der Rechtschreibung runden das Kapitel ab, das mit einem Glossar zu Fachausdrücken aus der Grammatik abschließt.
Das Buch schließt mit einem Stichwortverzeichnis.
Im Lehrerband wird stringent die Einteilung der Kapitel des Lehrbuches eingehalten; in der Kopfleiste der Seiten werden immer jene des Lehrbuches genannt. Es werden außer den "Lösungen" der gestellten Aufgaben zusätzlich Anregungen zu Darstellungen - etwa auf Flipchart oder Tafel - gegeben sowie z. B. Strukturen von literarischen Texten schematisch dargestellt.
Zielgruppen
Das Buch ist für Auszubildende in der Altenpflege sowie für Lehrkräfte im Bereich Lernmethoden, Kommunikation in der Altenpflege geschrieben worden.
Würdigung
Das Autorenteam ist wohl in Bayern tätig und richtet sich an die dortigen Fachkolleginnen und —kollegen. Es fehlen Angaben zu den Rahmenbedingungen, in denen die vorliegenden Inhalte vermittelt werden sollen.
Im Großen und Ganzen wird das Buch seinem Anspruch, die angegebenen Inhalte zu vermitteln, gerecht. Auffallend ist — im Unterschied zu anderen Büchern zum gleichen Thema — die große Bandbreite der verwendeten Beispiele und der Raum, den diese einnehmen.
Es wird allerdings entweder eine schon vorhandene große Kenntnis pflegerischer Situationen voraus gesetzt, oder aber viele als Unterrichtsmaterial benutzten Beispiele sollen auf die pflegerische Praxis vorbereiten.
Es ist auch anzumerken, dass zwar einige Teile, wie das erste Kapitel (Lern- und Arbeits-techniken), der erste Teil des dritten Kapitels (Schreiben im beruflichen Alltag) sowie das fünfte Kapitel (Normen der Standardsprache) zu Anfang der Ausbildung eingesetzt werden sollten; die anderen Teile könnten wohl besser — in Kooperation mit den betreffenden Kolleginnen und Kollegen — zu jenen Zeiten vermittelt werden (Beispiel: Pflegedokumentation), in denen dies Inhalt des entsprechenden Faches ist.
Es fällt auf, dass in Bezug auf das verwendete Material — hier sind verschiedene, zum Teil sehr lange Texte gemeint — ein sehr hoher Anspruch erfüllt werden muss, um der Intention des Zieles gerecht werden zu können.
Da der Rezensentin nicht bekannt ist, wie viele Unterrichtsstunden zur Verfügung stehen, kann nicht eingeschätzt werden, ob dies dem Ausbildungsziel förderlich ist.
Die Gesamtaufmachung des Lehrbuches macht einen guten Eindruck, insbesondere sind farbliche Hervorhebungen im Text didaktisch geschickt eingesetzt. Auch die Blautönung der Bilder ist angenehm. Die verwendeten Cartoons bringen das dargestellte Problem auf den Punkt und regen zum Nachdenken an.
Fazit
Lehrkräfte in der Altenpflegeausbildung, welche für die Inhalte "Lernen, Gesprächsführung, Schriftverkehr" zuständig sind, finden hier verschiedene sinnvolle und hilfreiche Anregungen für ihren Unterricht, auch ohne Verwendung des gesamten Inhalts.
Rezensentin
Kinie Hoogers
Diplom-Pädagogin
Fortbildungen in der Altenpflege, Gerontologische und altenpflegerische Forschung
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Zitiervorschlag
Kinie Hoogers. Rezension vom 06.05.2002 zu: Monika Kirks, Manfred Scherer, Gabriele Streit: Deutsch. Kommunikation in der Altenpflege. Kieser-Verlag (Troisdorf) 2002. 144 Seiten. ISBN 978-3-8242-6611-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/131.php, Datum des Zugriffs 21.05.2012.
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