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Martin Brentrup, Brigitte Geupel: Selbstwert, Selbstfürsorge und Achtsamkeit

Cover Martin Brentrup, Brigitte Geupel: Selbstwert, Selbstfürsorge und Achtsamkeit..Verfahrensübergreifendes Übungsbuch für zentrale Variablen psychotherapeutischer Prozesse. verlag modernes lernen borgmann publishing (Dortmund) 2012. 126 Seiten. ISBN 978-3-938187-96-8.
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Thema

Das zentrale Thema ist der Selbstwert. Die beiden Autoren halten im psychotherapeutischen Prozess den Selbstwert für eine zentrale Variable. Die zu besprechende Publikation ist ein Übungsbuch, in welchem verfahrensübergreifend anwendbare Übungen einfließen.

Autor und Autorin

Martin Brentrup, Jg. 1957, ist Diplompsychologe. Seit 1982 leitet er eine eigene Praxis für Psychotherapie, Beratung und Supervision in Osnabrück.

Die 1957 geborene Pädagogin Brigitte Geupel arbeitet seit 2001 in ihrer Praxis für Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie und Supervision in Ibbenbüren.

„Beide Autoren haben Ausbildungen in systemischer Familientherapie, Gesprächspsychotherapie,Verhaltenstherapie und sind als Dozenten und Supervisoren auch in der Ausbildung von Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten und in Fortbildungen für Psychotherapeuten tätig. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sind ressourcenorientierte Methoden und schulenübergreifende Therapiepraxis“ (Klappentext).

Aufbau

  1. Einleitung
  2. Selbstwert
  3. Selbstfürsorge
  4. Achtsamkeit
  5. Literatur
  6. Anhang: Überblick über die auf der CD enthaltenen Materialien und Fotos

Inhalt

Der Selbstwert setzt sich aus den Termini Selbst und Wert zusammen. „Selbstwert setzt die Fähigkeit voraus, zu sich selbst eine Beziehung aufnehmen zu können“ (S. 11). Weitergehend werden in Kapitel 2.2 Definitionen eines guten Selbstwertgefühls geliefert. Hergeleitet werden diese Definitionen aus dem Modell zur Einordnung in einem Selbstorganisationsmodell.

Es folgt in 2.3 im Sinne der Wirksamkeitsforschung eine Handlungsanweisung für erfolgreiche Therapien.

Kapitel 2.4 gibt Informationen zu Therapieschulen und Perspektiven aus:

  • verhaltenstherapeutischer Sichtweise;
  • humanistisch-psychotherapeutischer Sichtweise;
  • systemischer Sichtweise;
  • systemisch-hypnotischer Sichtweise;
  • tiefenpsychologischer/psychoanalytischer Sichtweise.

Die in 2.5 dargestellten therapeutische Haltung und Methoden orientieren sich an den Ressourcen und befassen sich mit:

  • selbstwerterhöhenden Bestätigungen;
  • nonverbalen Signalen;
  • der indirekten Bestätigung;
  • der Akzentuierung von Stärken;
  • dem Umdeuten;
  • den ressourcenorientierten Immaginationen.

Techniken und Interventionen in 2.6 werden den unterschiedlichen Sichtweisen unterzogen, als da wären:

  • die tiefenpsychologische Sicht;
  • die kognitiv-verhaltenstherapeutische Sicht;
  • die sog. emotionspsychologische Sicht;
  • die systemisch-hypnotherapeutische Sicht.

Es schließen sich zum Ende des zweiten Kapitels erlebnisaktivierende Übungen an, als da wären:

  • Die innere Stärke finden;
  • Aufstellungsarbeit zur inneren Stärke;
  • Kraftkreis;
  • Arbeit mit der inneren Stärke und den Kraft-Quellen-Karten;
  • Reise zu den Stärken als Schatzsuche für die persönliche Schatzkiste;
  • Gepäck ablegen;
  • Zum sicheren Ort mit der Kraft-Quellen-Karte;
  • Meine Bindungen und Unterstützer;
  • Der innere Beobachter;
  • Wurzeln und Entwicklung als Bild einer Blume;
  • Hoffnung;
  • Erinnern;
  • „Glanz im Auge von …;“
  • Geschichte der Stärken;
  • Album der Stärken;
  • Poesie-Album;
  • Selbstbewertung;
  • Ich-Ideal;
  • Innere Antreiber;
  • Wertvorstellungen;
  • Selbstwert malend verändern;
  • Bewertungen verflüssigen;
  • Schuldgefühle bearbeiten.

In Kapitel 3 geht es um die aktuellen Begriffe Selbstfürsorge und Selbstzuwendung, welche verschiedenen therapeutischen Kontext entstammen und von diesen Kontexten ihre Bedeutung erhalten.

So geht es in 3.1 um Selbstfürsorge-Strategien für Psychotherapeuten. Hier wird thematisiert:

  • woher der Präventionsgedanke für Psychotherapeuten kommt;
  • der Versuch einer Definition des Burnout;
  • das sog. Helfersyndrom;
  • das sog. Überengagement;
  • die gelernte Hilflosigkeit;
  • die paradoxe Hilfe;
  • das Entfremdungsphänomen;
  • eine Anleitung zum Burnout;
  • hilfereiche Haltungen und Menschenbilder;
  • wie man einen Prozess des Self-care in Gang setzen kann.

Kapitel 3.2 liefert Ansätze aus dem Coaching und Selbstmanagement

Abgeschlossen wird Kapitel 3 von erlebnisaktivierenden Übungen, als da wären:

  • Wohlfühlen in verschiedenen Situationen;
  • Positiv Tagebuch;
  • Zufriedenes Dasein;
  • Entlastung/Belastung:
  • Meine Freizeitaktivitäten;
  • Mein Schatz: Der Körper weiß es!
  • Interview mit sich selbst;
  • Tricks zur Verbesserung der Selbstfürsorge;
  • Bilanz ziehen;
  • Kraft-Quellen-Arbeit.

Achtsamkeit, womit sich Kapitel 4 befasst, ist längst zu einem modernen Begriff in Therapieverfahren, Gesundheitsforschung, Mediation und Neuropsychologie geworden. So werden Beiträge geliefert zum Einüben in Achtsamkeit, zu Wegen und Ansätzen und zu Achtsamkeit und Zeit. Den Abschluss des Kapitels zur Achtsamkeit bieten Übungen zur Achtsamkeit, die da sind:

  • Gehen unter Druck und achtsames Gehen;
  • Achtsames Atmen;
  • Achtsame Rückenmassage;
  • Körperbalance;
  • Hände beobachten;
  • Gedanken unterbrechen;
  • Gedanken umlenken;
  • Augen-Entspannung;
  • Den inneren Beobachter finden;
  • 5-4-3-2-1;
  • Sitzen in Achtsamkeit;
  • Yoga und Achtsamkeit;
  • Yoga in der Therapie mit Kindern;
  • Yoga in Gruppen.

Fazit

Ein kompaktes, handliches und gut lesbares Buch, welches sich an Einsteiger mit entsprechender supervisorischer Unterstützung und an Erfahrene aus den Feldern Psychotherapie, Beratung und Coaching wendet.


Rezensent
Dr. Carsten Rensinghoff
Dr. Carsten Rensinghoff Institut - Institut für Praxisforschung, Beratung und Training bei Hirnschädigung, Leitung: Dr. phil. Carsten Rensinghoff, Witten
Homepage www.rensinghoff.org
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Zitiervorschlag
Carsten Rensinghoff. Rezension vom 04.10.2012 zu: Martin Brentrup, Brigitte Geupel: Selbstwert, Selbstfürsorge und Achtsamkeit..Verfahrensübergreifendes Übungsbuch für zentrale Variablen psychotherapeutischer Prozesse. verlag modernes lernen borgmann publishing (Dortmund) 2012. ISBN 978-3-938187-96-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/13497.php, Datum des Zugriffs 28.07.2016.


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