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Patrick Ostermann (Hrsg.): Der Grenzraum als Erinnerungsort

Cover Patrick Ostermann (Hrsg.): Der Grenzraum als Erinnerungsort. über den Wandel zu einer postnationalen Erinnerungskultur in Europa. transcript (Bielefeld) 2012. 253 Seiten. ISBN 978-3-8376-2066-5. D: 29,80 EUR, A: 30,70 EUR.

Reihe: Histoire - Band 34.
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Gedächtnislandschaften

Grenze als Ab- und Ausweis von nationalen und kulturellen Identitäten, nicht selten vermint, als Todesstreifen planiert, mit Wachtürmen bestückt und nur mit autorisierten Passierscheinen zu überwinden – so stell(t)en sich territoriale Eingrenzungen dar; im positiven Sinne auch als interkulturelle Brücke für einen legitimierten Austausch von Waren und Kommunikation von Menschen. Mit der interdependenten, entgrenzenden und globalisierten Entwicklung in der Welt gewinnt die (nationale) Grenze plötzlich einen stärkeren, verbindenden, interaktiven und dynamischen, denn abgeschlossenen und trennenden Charakter. Der physisch-materielle Raum gestaltet sich dadurch zum dialogischen, kritisch-gesellschaftlichen Phänomen (siehe dazu auch: Antje Gunsenheimer , Hg., Grenzen, Differenzen, Übergänge. Spannungsfelder inter- und transkultureller Kommunikation;, 2007, www.socialnet.de/rezensionen/5490.php). Die sich dabei physisch, emotional, kulturell und völkerrechtlich vollziehenden Veränderungsprozesse bewirken in den jeweiligen Grenzräumen vielfältige Kooperationsformen, wie auch Irritationen, die im Sinne der politischen Bildung bearbeitet werden müssen (Dirk Lange, Hrsg., Entgrenzungen. Gesellschaftlicher Wandel und politische Bildung, 2011, www.socialnet.de/rezensionen/12192.php). Bei den beginnenden europäischen Einigungsprozessen hat deshalb die historische Nachschau über die Entwicklungen „Wie wir geworden sind, was wir sind“ (Bernt Engelmann) eine besondere Bedeutung (vgl. dazu: Michael Gehler / Maddalena Guiotto, Hrsg., Italien, Österreich und die Bundesrepublik Deutschland in Europa. Ein Dreiecksverhältnis in seinen wechselseitigen Beziehungen und Wahrnehmungen von 1945/49 bis zur Gegenwart, 2011, www.socialnet.de/rezensionen/12803.php). Aufgefordert sind dazu die „Raumwissenschaften“ in ihrer interdisziplinären Zusammenarbeit und mit ihren je spezifischen Zugängen (Bernd Belina / Boris Michel, Hrsg., Raumproduktionen. Beiträge der radical geography ; eine Zwischenbilanz, 2007, www.socialnet.de/rezensionen/10536.php). Dabei sind Fragen relevant, die sich gesellschaftswissenschaftlich und planetarisch stellen (Ulrich Beck, Die Neuvermessung der Ungleichheit unter den Menschen. Soziologische Aufklärung um 21. Jahrhundert, 2008, www.socialnet.de/rezensionen/7197.php), wie sie sich auch als (neue) Erinnerungskultur artikulieren (Christian Gudehus / Ariane Eichenberg / Harald Welzer, Hrsg., Gedächtnis und Erinnerung. Ein interdisziplinäres Handbuch, 2010, www.socialnet.de/rezensionen/12904.php; sowie: Astrid Erll, Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen. Eine Einführung, 2011, www.socialnet.de/rezensionen/12634.php).

Entstehungshintergrund und Herausgeberteam

Im Rahmen der Europäischen Einigung haben sich in der EU jeweils in den Grenzräumen Euroregionen gebildet, in denen, wie z. B. in der Euregion Egrensis in den deutsch-tschechischen Grenzgebieten, vielfältige Begegnungsaktivitäten und Initiativen stattfinden. Ziel ist dabei immer, die Grenznachbarn besser kennen zu lernen, Kontakte zustande zu bringen, den vormaligen vielfachen konfliktreichen Grenzverkehr zu einem normalen Umgang zu entwickeln und so auf allen Gebieten des regionalen Lebens Verständnis und Zusammenarbeit zu bewirken.

Beim deutsch-italienischen Dialog liegen zahlreiche Aspekte auf den Tischen, die der gemeinsamen Erinnerung und Aufarbeitung bedürfen. Bei dem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten, wissenschaftlichen Begegnungs- und Kommunikationskonferenzen zwischen dem Institut für Soziologische Theorien, Theoriegeschichte und Kultursoziologie der TU Dresden und dem Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Università degli Studi Trento, sind Ergebnisse entstanden, die im vorliegenden Band veröffentlicht werden. Die Herausgabe des interkulturellen Zwischenberichts wurde gefördert durch die Grünen Fraktion im Südtiroler Landtag. Ein wesentliches Anliegen der binationalen Forschungen ist dabei, Alternativen zu den vorherrschenden, sich in Geschichtsmuseen und Gedenkstätten darstellenden nationalen Geschichtsbilder mit hoher Emotionalität zu finden und damit nationale Geschichtskonstruktionen in den europäischen Kontext einzubinden. Der Dresdner Historiker Patrick Ostermann, die Soziologin Claudia Müller und der Soziologe Karl-Siebert Rehberg geben den Band heraus.

Aufbau und Inhalt

Das Buch wird in vier Kapitel gegliedert: Im ersten werden Aspekte „zur Konjunktur nationaler Geschichtskonstruktionen“ thematisiert; im zweiten geht es um „neue Formen und Funktionen der Lern- und Geschichtsorte im Grenzraum von Trentino – Südtirol“; im dritten wird „der schwierige Wandlungsprozess der Erinnerungskultur von einer nationalistischen zu einer pluralen Perspektive im italienisch-slowenischen Grenzraum“ diskutiert; und im vierten Kapitel wird mit „Agenturen der Vergegenwärtigung“ die Funktion der Geschichtsmuseen und Gedenkorte als Stätten historischen Lernens aufgezeigt.

Claudia Müller und Patrick Ostermann reflektieren in ihrem Beitrag „Romanità und Germanesimo“ über die wechselseitige Legitimation imperialer Hegemoniebehauptungen. Am Beispiel der 1937 aus Anlass des 2.000jährigen Geburtsjubiläums von Kaiser Augustus in Rom gezeigten Ausstellung „Mostra Augustea della Romanità“, die den Anspruch erhob, unter Bezug auf die Antike, die nationale Integration und die politische (faschistische) Stabilisierung Italiens zu dokumentieren, weist das Autorenteam nach, dass sich durch (manipulierte) Geschichtsinterpretationen die ursprüngliche Distanz (und des „Feind“bildes) der Romanità zum fremden Germanesimo zu einem „Freundbild“ entwickelte, zugunsten eines gemeinsamen Feindbildes. Die im Berliner Gropiusbau im Rahmen der Aktivitäten zur Kulturhauptstadt Europas 1988 gezeigte Ausstellung „Augustus und die verlorene Republik“, die in Zusammenarbeit von deutschen und italienischen Kunstschaffenden entstand, wollte der Heroisierung bei der römischen Ausstellung mit einer Distanz zur Antike die „Vergänglichkeit der Monumente“ gegenüberstellen.

Die Historikerin und wissenschaftliche Referentin beim Deutsch-Italienischen Zentrum Villa Vigoni in Menaggio/Como und Lehrbeauftragte an der Universität in Turin, Christiane Liermann, legt mit ihrem Beitrag „Eine Vergangenheit, die nicht vergehen will“ den Finger in eine aktuelle Wunde. Sie zeigt Formen von Faschismus in der italienischen politischen Kultur der Gegenwart auf. Ihre These, dass in der italienischen Gesellschaft Geschichte keine dominante Bedeutung als Motor für kollektive Identitäten mehr habe; vielmehr würde Geschichte eher eine große Spielzeugkiste oder ein gut bestückter Werkzeugkasten wahrgenommen, deren man sich eher willkürlich und aus Unterhaltung bediene, um eigene politische Meinungen zu rechtfertigen. Faschistisches Gedankengut wird mit ihrer Zufälligkeit und Unverbindlichkeit verbindlich.

Der Südtiroler Germanist, Lehrbeauftragter an den Universitäten Trient, Hildesheim und Innsbruck und Abgeordneter der Grünen/Verdi/Vërc, Hans Heiss und der Leiter des Stadtarchivs Bozen, Hannes Obermair, setzen sich in ihrem Beitrag „Erinnerungskulturen im Widerstreit“, mit Blick auf die historischen Ursachen, mit ethnischen Konflikten und Reibungsmomenten in der Stadt Bozen/Bolzano in den Jahren 2000 bis 2010 auseinander. In der Stadtentwicklung und Kommunikation treten ethnozentrierte, sprachkontroverse und politische Widersprüche auf, die sich etwa in der Frage der Benennung eines städtischen (Gedenk-)Ortes als Sieges- oder Friedensplatz zeigen. Die Bemühungen “um eine wechselseitige Anerkennung und Überbrückung der gespaltenen Memorialkulturen“ werden dargestellt.

Patrick Ostermann spannt den Bogen „von nationalreligiösen zu pluralen Erinnerungs- und Lernorten“, indem er über den Funktionswandel der Geschichtsmuseen im Trienter Grenzraum (Trient und Rovereto) informiert. Eine Neuorientierung der Erinnerungspolitik, weg von rituellen Praktiken der tradierten nationalistischen Mythenbildungen und hin zu kommunikativen, kulturellen Gedächtnisorten, auch im Zusammenhang mit den Zielsetzungen und Perspektiven der 1999 gebildeten Euregio „Tirol – Südtirol – Trentino“, deutet sich an.

Der Direktor des Museo Storico Italiano della Guerra in Rovereto, Camillo Zadra und die Kuratorin für Didaktik, Anna Pisetti, weisen in ihrem Beitrag „Konfliktorte, Erinnerungsorte“ ihr Museum als einen „der bedeutendsten Gedächtnisorte des Ersten Weltkriegs auf nationaler Ebene“ aus. Sie betonen, dass ihre Museumsarbeit im wesentlichen die Zusammenarbeit mit Schülerinnen, Schülern und Schulen anstrebt und in der aufklärerischen, pädagogischen Vermittlung die Aufgaben für Heute und Morgen sieht.

Das Kapitel, das sich mit Fragen der Erinnerungskultur im italienisch-slowenischen Grenzraum befasst, beginnt der Dozent an der Fakultät für geisteswissenschaftliche Studien an der Università del Litorale in Koper, Borut Klabjan, mit seinem Beitrag „Grenzverschiebungen und Erinnerungskultur“, indem er über die Situation der slowenischen Minderheit in Italien reflektiert. Die Mehrheits- und Integrationspolitik in Italien maß der Existenz von ethnischen Minderheiten im Staat keine wesentliche Bedeutung bei, was sich, als Kriegsgedenken, dadurch ausdrückte, dass sie symbolhaft die Erinnerung an die Gefallenen der „Anderen“, mit der Metapher „Unbekannter Soldat“ belegte.

Der an der Università di Koper/Capodistria lehrende Zeitgeschichtler Jože Pirjevec nimmt Bezug auf die „Triest-Frage“. Die wechselvolle Geschichte der „zwischen zwei Ethnien zerrissenen Stadt“ und des Umlandes zeigt sich bis heute in den Denkmälern, öffentlichen Gebäuden, Plätzen, Parks, Friedhöfen und Erinnerungstafeln, und die Jahrhunderte langen Auseinandersetzungen, aber auch die sprachlichen, kulturellen und politischen Begegnungen verschiedener Völker in der Region drücken der Stadt ihren Stempel auf.

Der Historiker derUniversità di Roma „La Sapienza“ und assoziiertes Mitglied des Braunschweiger Georg-Eckert-Instituts, Luigi Cajani, referiert über die „Ostgrenze Italiens im 20. Jahrhundert“. Er nennt seine Erzählung eine „Geschichte zwischen Politik und Schule“. In zahlreichen Beispielen belegt der Autor, dass die offiziellen Geschichtsforschungen und -recherchen zum Verhältnis des italienisch-jugoslawischen Konflikts gar nicht oder nur zögerlich und unsystematisch Eingang in die Geschichtsbücher der italienischen und slowenischen Schulen finden.

Der Sozialhistoriker Francesco Fait, der am Civici musei di storia ed arte in Triest tätig ist, informiert über „Triester Erinnerungen und Erinnerungsorte des 20. Jahrhunderts“. Er zeigt die geschichtlichen Ereignisse auf, die die vorgestellten Erinnerungsorte zu solchen gemacht haben und stellt, angesichts der offiziellen Darstellungen und in der gängigen Reiseliteratur wiederholten Schilderungen fest, dass sich dabei eine „Entzeitlichung“ der jeweiligen Erinnerungsorte vollzieht, der durch eine Didaktisierung entgegengewirkt werden müsse.

Das letzte Kapitel beginnt der wissenschaftliche Referent der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft, Bert Pampel, mit seinen Überlegungen zur „Bedeutung von Gedenkstätten als Lernorte für Schüler“. Gedenkstätten als besondere Form von Geschichtsmuseen und außerschulischen Lernorten bieten die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler die Erlebnisse und Eindrücke beim Besuch direkt erleben und ausdrücken können. Für die didaktische Präsentation ist es wichtig zu erkennen, wie Besucher auf die Orte und Darstellungen reagieren und welchen Lern- und Informationswert sie mit nach Hause nehmen können. Wenn es gelingt, „aus VER-Mittlern von Wissen und Haltungen Mittler zwischen Gedenkstätte und Schüler werden, erfüllen Gedenkstätten ihren Zweck als Orte historisch-politischer Bildung“.

Der Geschichtsdidaktiker an der Universität Leipzig, Alfons Kenkmann, stellt mit seinem Beitrag „Vom Ritual zur Routine“ geschichtsdidaktische Überlegungen zur Arbeit an den Gedenkstätten zur NS-Zeit in Deutschland an. Er reflektiert dabei insbesondere, wie es gelingen kann, dass bei der immer schneller sich vollziehenden Abwesenheit von Zeitzeugen aus der NS-Zeit Rituale und Routinen nicht zu (unpersönlichen) „Vergangenheiten“ gerinnen, sondern sich als Menschenrechtsbildung und -erziehung entwickeln können ( vgl. dazu auch: Janina Karolewski / Nadja Miczek / Christof Zotter, Hrsg., Ritualdesign. Zur kultur- und ritualwissenschaftlichen Analyse „neuer“ Rituale, Bielefeld 2012, 356 S.).

Der Geschichtsdidaktiker der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, Tobias Arand und der wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte am Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen, Christian Brunnenberg, reflektieren die Frage: „Wem gehört die militärische Erinnerung im umstrittenen Grenzraum?“. Sie setzen sich auseinander mit dem wechselvollen, historischen Umgang des Erinnerungsorts des Schlachtfeldes bei Woerth-en-Alsace und seiner Entwicklung von 1870 bis heute und erkennen , „dass Heute, nach der Erinnerung an zwei Weltkriege ( ) die ehemaligen wechselnden Sieger und Besiegten die aus der leidvollen Erinnerung geborene Erkenntnis (eint), dass es im Krieg eigentlich nur Besiegte gibt“.

Martin Liepach, Mitarbeiter am Pädagogischen Zentrum des Fritz Bauer Instituts und Jüdischen Museums in Frankfurt/M. und Lehrbeauftragter der Universität, fragt nach „transkulturelle(r) oder nationale(r) Selbstvergewisserung?“, indem er über Narrationen in Frankfurter Museen informiert. Er stellt zwei Projekte vor, bei denen besonders Besucher mit Migrationshintergrund angesprochen wurden und berichtet über die Erfahrungen: „Museen als Erinnerungsorte, aber auch Orte der Fremdheit und der Diversität scheinen in diesem komplexen und wechselseitigen Prozess geeignete Orte für diese Herausforderung zu sein“.

Fazit

„Denk ich an Europa…“, diese umgemünzte Klage Heinrich Heines, und die janusköpfige, historische wie aktuelle Betrachtung des Zustandes des Kontinents in seiner vielschichtigen Entwicklung zwischen Gut und Böse, zwischen Hölle und Paradies, zwischen Krieg und Modernisierung, zwischen Diktatur und Demokratie, zwischen Evolution und Revolution, zwischen Kolonialherrschaft, Imperialismus, Totalitarismus und freiheitlichen Einigungsbestrebungen, zwingt dazu, eine Absage an Nationalismen, Egoismen und Eurozentrismen vorzunehmen und den Blick auf die in der Globalisierung sich immer interdependenter und entgrenzender entwickelnde Welt zu richten. Es ist die makropolitische, -soziologische und -anthropologische Betrachtungsweise, die den Blick öffnet für funktionale und räumliche Differenzierungen und Globalisierungsprozesse von Funktionssystemen und Machtverhältnissen (Philip Thelen, Vergleich in der Weltgesellschaft. Zur Funktion nationaler Grenzen für die Globalisierung von Wissenschaft und Politik, Bielefeld 2011, http:// www.socialnet.de/rezensionen/12557.php).

Die Historiker – Pim den Boer von der Universität Amsterdam, Heinz Duchardt vom Institut für Europäische Geschichte in Mainz, Georg Kreis von der Universität Basel und Wolfgang Schmale von der Universität in Wien – legen mit in drei Bänden die Ergebnisse ihres internationalen Forschungsprojektes „Europäische Erinnerungsorte“ vor. WissenschaftlerInnen aus 15 Ländern haben sich daran beteiligt. Ihr Ziel ist es, „das Bewusstsein von der relativen kulturellen Einheit des Kontinents zu stärken und … (dazu beizutragen), dass der Europäisierungsprozess nicht etwas künstlich Aufoktroyiertes ist, sondern ein gewachsenes Konstrukt“. Während im ersten Band „die großen geistigen Kräfte behandelt (werden), die Europa zu dem machten, was es heute ist“ und im zweiten Band Fallbeispiele präsentiert werden, „bei denen das Moment europäischer Zäsurhaftigkeit, europäischer Ausstrahlung und Kommunikation und europäischen Erinnerns“ deutlich werden sollen, wird im dritten Band gewissermaßen die Rückkehr europäischen Denkens nach Europa thematisiert (Pim den Boer / Heinz Durchardt / Georg Kreis /Wolfgang Schmale, Hrsg.: Europäische Erinnerungsorte. 3. Europa und die Welt, 2012, www.socialnet.de/rezensionen/13336.php).

„Grenzräume sind … Kristallisationspunkte fortwirkender regionaler und nationaler Konfliktlinien, die derzeit jedoch in ihrer geschichtsdidaktischen Vermittlung … vielschichtige Umdeutungen erfahren“. Das Anliegen der Beteiligten an den Begegnungsprojekten und Forschungen zum deutsch-italienischen Dialog, am Beispiel des norditalienischen Grenzraums die historische und aktuelle Bedeutung von Erinnerungsorten und Gedenkstätten darzustellen, dürfte mit den differenzierten, interdisziplinären Beiträgen erreicht worden zu sein. Beim Werden Europas ist ein Wandel zu einer postnationalen Erinnerungskultur unerlässlich.


Rezensent
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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Zitiervorschlag
Jos Schnurer. Rezension vom 16.10.2012 zu: Patrick Ostermann (Hrsg.): Der Grenzraum als Erinnerungsort. über den Wandel zu einer postnationalen Erinnerungskultur in Europa. transcript (Bielefeld) 2012. ISBN 978-3-8376-2066-5. Reihe: Histoire - Band 34. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/13967.php, Datum des Zugriffs 24.08.2016.


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