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Christian Orth, Rudolf X. Ruter u.a. (Hrsg.): Der unabhängige Finanzexperte im Aufsichtsrat

Cover Christian Orth, Rudolf X. Ruter, Bern Schichold (Hrsg.): Der unabhängige Finanzexperte im Aufsichtsrat. Überwachungstätigkeit, Qualifikation, Besetzung, Vergütung, Haftung. Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH (Stuttgart) 2013. 380 Seiten. ISBN 978-3-7910-3251-1. D: 79,95 EUR, A: 82,20 EUR, CH: 108,00 sFr.
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Herausgeber

  • WP/StB Dr. Christian Orthist Partner bei Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Stuttgart und Mitglied der Financial Experts Association e.V. (FEA).
  • WP/StB Rudolf X. Ruter, Corporate Governance Consulting in Stuttgart, ist Mitglied des Beirats der Financial Experts Association e.V. (FEA) und Mitglied des Beirats des Deutschen CSR Forums.
  • Prof. Dr. Bernd Schichold ist Vorsitzender des Beirats Financial Experts Association e.V. (FEA), Hamburg.

Autorinnen und Autoren

  • Prof. Dr. Hans-Joachim Böckingist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsprüfung und Corporate Governance der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
  • Dr. Christian Bosseist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht und Partner bei Ernst & Young Law GmbH in Stuttgart.
  • Peter H. Dehnenist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht in Düsseldorf, geschäftsführender Gesellschafter der GermanBoardRoom GmbH und Gründungsmitglied der „Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland e.V. (VARD)“ sowie Co-Chair des ABA Corporate Governance Subcommittee International Development.
  • Dr.-Ing. Gottfried Dutinéist Senator E.h., ehemaliges Vorstandsmitglied und CTO Royal Philips Electronics, Amsterdam
  • Dr. Karl- Gerhard Eickist Prüfungsausschussvorsitzender und Financial Expert, Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main, sowie Finanzvorstand, Deutsche Telekom AG, Bonn.
  • Prof. Dr. Dr. Dirk Fischerist Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Führung und Organisation, Jade-Hochschule Wilhelmshaven/Elsfleth, Fachbereich Management, Information, Technologie.
  • StB Prof. Dr. Nick Gehrke– Certified Information Systems Auditor, University of Applied Sciences Nordakademie Elmshorn gAG.
  • Dr. Marius Grossitzt im akademischen Rat des Lehrstuhls für Wirtschaftsprüfung und Corporate Governance der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
  • Dr. Margarete Haaseist Mitglied des Vorstandes der DEUTZ AG und Daimler Financial Services AG sowie Mitglied des Aufsichtsrats der Fraport AG, ElringKlinger AG und ZF Friedrichshafen AG
  • WP/StB Prof. Dr. jur. Markus Häfele, Fakultät für Wirtschaft und Recht an der Hochschule Pforzheim und Studiendekan im Studiengang BW/Steuer- und Revisionswesen.
  • Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemelist Vorstandsvorsitzender des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover und geschäftsführender Gesellschafter der Strategie und Wert Beratungs- und Beteiligungs-GmbH, Laichingen, sowie Mitglied des Aufsichtsrates bei verschiedenen Unternehmen.
  • Dr. Peter Henningist Rechtsanwalt und Leiter des Aufsichtsratsbüro eines großen DAX 30 Unternehmens sowie Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
  • Dr. Hans-Christoph Hirt, LL.M., ist Executive Director bei Hermes Equity Ownership Services Ltd. in London
  • Dr. Viktoria Kickingerist geschäftsführende Gesellschafterin INARA GmbH und Berufsaufsichtsrätin in Wien.
  • Björn Knotheist CEO bei division one GmbH, Stuttgart.
  • Dr. Elke Königist Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht(BaFin).
  • Ralph Langeist Practice Leader Executive Compensation bei Towers Watson in Frankfurt am Main
  • Lisa Linder, B.Sc., ist Prüfungsassistentin bei der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft GmbH in Eschborn/Frankfurt am Main.
  • Christian Strengerist Aufsichtsrat der DWS Investment GmbH, Evonik Industries AG, Fraport AG, TUI AG und akademischer Direktor, Center for Corporate Governance, HHL Leipzig Graduate School of Management.
  • Daniela Weber-Rey, L.L.M.(Columbia University), ist Rechtsanwältin und Partnerin der Sozietät Clifford Chance in Frankfurt am Main.
  • Christine Wolffist Diplom-Geologin und MBA sowie Unternehmensberaterin in Hamburg
  • Susanne Zieglerist Teamleiterin im Bereich Executive Compensation, Towers Watson in Frankfurt am Main.
  • Dr. Hildegard Ziemons ist Rechtsanwältin und Partnerin der Sozietät CMS Hasche Sigle in Frankfurt am Main

Thema

Sowohl für gute Strukturen der Geschäftsführung und Beaufsichtigung (neudeutsch: Corporate Governance“) als auch für die nachhaltige Unternehmensentwicklung stellt die effektive Aufsicht und Beratung durch einen unabhängigen Finanzexperten im Aufsichtsrat einen unerlässlicher Erfolgsfaktor dar.

Durch einen regulatorischen Eingriff hat der Gesetzgeber diese Funktion innerhalb deutscher Aufsichtsräte eingeführt. Der von Orth/Ruter/Schichold vorgelegte Sammelband geht explizit auf aktuelle Fragestellungen zur Corporate Governance aus der Sicht des Financial Expert im Aufsichtsorgan ein. Ausgearbeitet werden der regulatorische Rahmen, Probleme der Qualitätssicherung, Performance- und Haftungsfragen, die Information und die Informationspolitik des Aufsichtsrats sowie seiner Ausschüsse, die fachlichen und persönlichen Anforderungen an den Financial Expert, seine Entwicklung hin zum Berufsaufsichtsrat und seine Beziehungen zum Finanzvorstand, der internen Revision und zum Abschlussprüfer. Dabei wird auch die bestehende Fach- und Verbandsarbeit einbezogen. Ein Extrabeitrag befasst sich mit den Erwartungen der Enforcement-Stellen an den Finanzexperten.

Das Buch „Der unabhängige Finanzexperte im Aufsichtsrat“ als Praxisratgeber richtet sich zunächst an Aufsichtsräte, Beiräte, Verwaltungsräte und Vorstände bzw. Unternehmensgeschäftsführer sowie Studierende entsprechender Studiengänge.

Aufbau

Das Buch „Der unabhängige Finanzexperte im Aufsichtsrat -Überwachungstätigkeit, Qualifikation, Besetzung, Vergütung, Haftung“ gliedert sich in sieben große Teile, welche in Kapitel aufgeteilt sind, die Fachbeiträge von verschiedenen Autoren enthalten. Dem vorangestellt sind neben einem Geleitwort der damaligen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser- Schnarrenberger auch ein Inhaltsverzeichnis (3 Seiten) und ein Abkürzungsverzeichnis (5 Seiten).

Aufgrund der Fülle an Beiträgen kann in dieser Rezension nur ein Ausschnitt inhaltlich besprochen werden. Für die nicht besprochenen Beiträge erfolgt ein Abdruck der Gliederung.

Zu Teil I „Unabhängige Finanzexperten als Bestandteil guter Governance Strukturen“

Weber-Rey mit dem ersten Kapitel „Gesamtverantwortung und Sonderzuständigkeiten – Der Finanzexperte im Spannungsfeld Corporate Governance“. Ihre Ausführungen leitet sie mit „Corporate Governance – ein System aus Checks and Balances“ (1.) ein.

Folgend beschreibt sie die „Zusammensetzung des Aufsichtsrats- Diversität, Diskussionskultur und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ (2.) und geht darauf unter 2.1 „Diversität“ und 2.2 „Diskussionskultur und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ genauer ein.

In 3. betont die Autorin die „Pflichten der Mitglieder des Aufsichtsrats“.

Anschließend beschäftigt sie sich unter 4. „Der Finanzexperte- ein konkretisierungsbedürftiger Rechtsbegriff“ mit den „Anforderungen an die Unabhängigkeit“ (4.1). Weber-Rey diskutiert dann das umstrittene Thema, ob der Finanzexperte unabhängig i.S.v. § 100 Abs. 5 AktG ist, wenn er eine Kontrollbeteiligung hält oder Vertreter einer Person ist, die eine Kontrollbeteiligung hält in einem „Exkurs - Unabhängigkeit des Finanzexperten bei Kontrollbeteiligung“ (4.1.1). In der folgenden „Stellungnahme“ (4.1.2) kommt sie zu einem persönlichen Fazit und stellt sie die noch offenen Rechtsfragen dar. In „Anforderungen an den Sachverstand des Finanzexperten“ (4.2) beschreibt sie dann, dass jedem Aufsichtsratsmitglied eine besondere Rolle zukommt, um die Erfüllung der Funktion des Gesamtorgans zu garantieren. Die Verantwortung hat dann bei den materiellen Entscheidungen beim Aufsichtsratsplenum selbst zu verbleiben. Auch Sonderzuständigkeiten dürfen dieses System nicht unterwandern und muss der Gesamtverantwortung untergeordnet werden, denn die Prüfung des Jahresabschluss beispielsweise obliegt der Gesamtheit des Aufsichtsrats. Weiterhin zählt die Verfasserin Aufgaben auf, die dem Aufsichtsrat obliegen und betont, dass diese genannten unabhängig von der Kapitalmarktorientierung gelten. Anschließend erläutert die Autorin unter 4.3 die „Rechtsfolgen von Verstößen“, dass die Rechtsfolgen beim Fehlen eines unabhängigen Finanzexperten nach § 100 Abs.5 und § 107 Abs. 4 AktG immer noch nicht ausreichend geklärt sind.

Es schließen sich Fragen an, die unter 5. „Erhöhung der Anzahl von Finanzexperten diskutiert sie über das Problem?“ und 6. „Weitere Sonderanforderungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats?“ diskutiert werden. Die Verfasserin gliedert letztgenannten Punkt nochmals auf in 6.1 „Sonderkompetenzen im Gefüge des Aufsichtsratsplenums und seiner Ausschüsse- Chancen und Risiken“, 6.2 „Gefahr der Deresponsibilisierung durch die Schaffung von Sonderkompetenzen“ und 6.3 „Der Einfluss von Sonderkompetenzen auf den Haftungsmaßstab“.

In der abschließenden „Reformperspektive“ (7.) begrüßt Weber-Rey die organisatorische Unterstreichung von Sonderkompetenzen zum Beispiel in der Position des Finanzexperten. Jedoch sind weitergehende Regelungen die Unabhängigkeit des Prüfungsausschusses und des zweiten Finanzexperten betreffend, eine unangemessene Belastung des Aufsichtsrats, und bergen das Risiko, sich in Widerspruch mit der Plenumsverantwortung zu setzen.

Im zweiten Kapitel des 1. Teils beschreiben Böcking und Gros „Regulierungsbedarfe im Rahmen der Abschlussprüfung – Wahrnehmung und Wirklichkeit“. Der Beitrag ist wie folgt untergliedert:

  1. Einleitung
  2. Regulierungsbedarf aus Sicht der europäischen Kommission
  3. Regulierungsbedarf aus Sicht des Europäischen Parlaments
  4. Regulierungsbedarf aus Sicht der Stakeholder
  5. Regulierungsbedarf aus Sicht der Abschlussprüfer
  6. Regulierungsbedarf aus Sicht der Wissenschaft
  7. Zwischenergebnis
  8. Stärkung des Financial Experts als Handlungsvorschlag
  9. Zusammenfassung

König schließt den ersten Teil mit ihrem Beitrag: „Aufsichtliche Erwartungen an den Prüfungsausschuss des Verwaltungs- oder Aufsichtsorgans von Banken“ im dritten Kapitel ab.

In ihrer „Einleitung“ (1.) führt sie auf die folgenden Themen hin, welche mit den „Aufgaben und Ausschüsse des Verwaltungs- oder Aufsichtsorgans“ (2.) beginnen. Ausführlich beschreibt die Autorin unter den Punkten 2.1 „Grundsätzliche Anforderungen an den Aufsichtsrat“, 2.2 „Prüfungsausschuss und Abgrenzung zum Risikoausschuss“, 2.3 „Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats“, 2.4. „Vergütungskontrollausschuss des Verwaltungs- oder Aufsichtsorgans“ und 2.5 „Abgrenzung des Prüfungsausschusses zum Audit Committee“. Passend dazu führt sie den Leser anschließend zunächst auf die internationale Ebene.

„Internationale Vorgaben“ (3.) werden unter 3.1 „Abschlussprüferrichtlinie Art.41“, 3.2 „Guidelines on Internal Governance der EBA (GL 44)“ und 3.3 „Baseler Papiere“ zusammengetragen.

Folgend werden auch die „Nationale Vorgaben“ dargestellt: 4.1 „Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK), 4.2 „Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG, § 324 HGB)“ und 4.3 „Aktiengesetz (§ 107 Abs. 3 Satz 2 AktG)“.

Abschließend gliedert die Autorin „Anforderungen und aufsichtliche Erwartungen an den Prüfungsausschuss“ in 5.1 „CRD-IV-Umsetzungsgesetz (§ 25d KWG-E)“, 5.2 „Allgemeine Anforderungen an die Aufgaben des Prüfungsausschusses“ und 5.3 „Aufgaben und aufsichtliche Erwartungen an den Prüfungsausschuss“. Den letztgenannten Punkt ergänzt sie mit einer konkreten Darstellung der Überwachungssysteme aus dem KWG-E in 5.3.1 „Überwachung des Rechnungslegungsprozesses (§ 25 d Abs. 9 Satz 2 Nr. 1 KWG-E)“, 5.3.2 „Überwachung der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems (§ 25d Abs.9 Satz 2 Nr. 2 KWG-E)“, 5.3.3 „Überwachung der Durchführung der Abschlussprüfungen (§ 25 Abs.9 Satz 2 Nr.3 KWG-E)“ und 5.3.4 „Behebung von durch den Prüfer festgestellten Mängeln (§ 25 d abs. 9 Satz 2 Nr. 4 KWG-E)“. Eine abschließende Zusammenfassung verdeutlicht, dass den Risikomanagementsystemen insgesamt mehr Beachtung geschenkt werden muss. Hierbei kommt dem Prüfungsausschuss des Verwaltungs- oder Aufsichtsorgans kraft seiner Expertise eine besondere Rolle zu. Das Augenmerk muss nicht nur auf einer aktiven und gewissenhaften Wahrnehmung der Mandate oder Vorkommnissen der Vergangenheit ruhen, sondern vor allem auf zukünftige Ereignisse und Entwicklungen gelenkt werden. Externe Prüfer haben dabei unabhängig zu sein.

Zu Teil II „Überwachungstätigkeit – notwendige Essenzen einer effektiven Aufsicht und Beratung“

Im ersten Kapitel geht Hemel auf die „Werteorientierte Unternehmensführung- eine Aufgabe für den Financial Expert?“ ein. Er stellt folgende Fragen:

  1. Werteorientierte Unternehmensführung- eine Aufgabe für den Financial Expert?
  2. Was heißt Werteorientierung?
  3. Warum ist Werteorientierung für Financial Experts wichtig?
  4. Wieso stimmen proklamierte und gelebte Werte so selten überein? – Werteauslegung und gesellschaftlicher Wandel
  5. Welchen operativen Wert bietet eine Wertestrategie?
  6. Warum sollten Financial Experts sich für Wertschöpfung und Sinnesschöpfung interessieren?
  7. Der Wert der Werte: Kann der Financial Expert auf die Alltagstauglichkeit und Gültigkeit von Werten Einfluss nehmen?
  8. Schluss: Werteorientierung ist Teil der professionellen Rolle des Financial Experts im Aufsichtsrat

Im Anschluss an die Ausführungen von Hemel schildert Dutiné im zweiten Kapitel die „Erfolgsfaktoren effektiver und effizienter Unternehmensüberwachung“. Seine Ausführungen sind wie folgt gegliedert:

  1. Herausforderung
  2. Zielsetzung
  3. Charakteristika einer effizienten und effektiven Überwachung
  4. Überwachungsschwerpunkte
    1. Geschäftsordnung und Geschäftsprinzipien
    2. Strategie und Operative Planung
    3. Innovationsschutz
    4. Marketing und Vertreib
    5. Human Resources
    6. Einfluss Digitaler (Sozialer) Medien
    7. Interne Revision und Risikomanagement
  5. Anforderungen an Aufsichts- und Beiräte
    1. Allgemeine Anforderungen
    2. Besondere Anforderungen an die unabhängigen Finanzexperten

Gehrke geht im dritten Kapitel auf die: „Überwachung der Informationstechnologie durch den Aufsichtsrat“ ein. Sein Beitrag enthält die Abschnitte:

  1. Einleitung
  2. Gesetzliche Grundlagen
  3. Sichtweisen des Aufsichtsrats auf die Informationstechnologie im Unternehmen
    1. Operative Sicht im Zusammenhang mit den Rechnungslegungsprozessen
    2. Taktische Sicht- Veränderungen der Informationstechnologie
    3. Strategische Sicht- IT-Governance
  4. Zusammenfassung

Die Ausführungen von Fischer im vierten Kapitel des Teils II zum Thema „Überwachung der Compliance-, Risikomanagement- und Kontrollsysteme durch den Prüfungsausschuss“ sind wie folgt gegliedert:

  1. Einleitung
  2. Was bedeutet „Überwachung der Wirksamkeit“?
    1. Der Überwachungsbegriff
    2. Wirksamkeit: Angemessenheit und Funktionsfähigkeit
  3. Sollkonzepte als Vergleichsmaßstab der Überwachung
    1. Zum Verhältnis von RMS, IKS, IR und CMS
    2. Das COSO-Rahmenwerk
    3. Das Compliance Management System nach IDW PS 980
  4. Möglichkeiten und Grenzen der Überwachung
    1. Was jedes Aufsichtsratsmitglied tun kann
    2. Risiken von Prüfungen und Kontrollen

Zum Beitrag von Eick „Die Zusammenarbeit zwischen Prüfungsausschuss und Abschlussprüfer“ im fünften Kapitel kann folgende Übersicht gegeben werden:

  1. Prüfungsausschuss und Abschlussprüfer im Fokus aktueller Reformüberlegungen
  2. Zusammenspiel von Prüfungsausschuss und Abschlussprüfer
  3. Ansatzpunkte zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Prüfungsausschuss und Abschlussprüfer
    1. Einrichtungen eines Prüfungsausschusses
    2. Zusammensetzung des Prüfungsausschusses
    3. Auswahl des Abschlussprüfers
    4. Gegenseitige Abstimmung der Prüfungsplanung
    5. Abstimmung während der Prüfungsdurchführung
    6. Austausch über das Prüfungsergebnis
  4. Rechtstechnische Umsetzung der Verbesserungsmöglichkeiten:
  5. gesetzliche Verpflichtung vs. Empfehlungen im Kodex
  6. Fazit

Zu Teil III „Transparenz und Kommunikation- sowohl Voraussetzung als auch Ergebnis der Überwachungstätigkeit“

Zunächst findet sich im ersten Kapitel ein Abhandlung von Haase zu „Unternehmerische Transparenz-Wie weit ist sie sinnvoll und hilfreich?“, die wie folgt strukturiert ist:

  1. Der Transparenzgedanke in der deutschen Corporate Governance
  2. Besinnung auf die Grundprinzipien des DCGK
    1. Wider Formalismus und Überregulierung
    2. Richtig verstandene Abweichungskultur
  3. Künftige Weiterentwicklung des DCGK
    1. Förderung professioneller Aufsichtsräte
    2. Vergütung der Aufsichtsräte
    3. Unabhängigkeit der Aufsichtsräte
    4. Auswahl von Aufsichtsräten
    5. Besetzung und Vergütung des Vorstands
  4. Die Rolle des Marktes
  5. Ausblick und künftige Themen

Henning verfasst im zweiten Kapitel einen Beitrag zur „Relevanz des Aufsichtsratsbüros- Corporate Secretaries als Bindeglied zwischen Vorstand und Aufsichtsrat“. Er wählt folgende Gliederung:

  1. Einleitung
  2. Überblick über die wichtigsten neuen Regelungen zum Aufsichtsrat
    1. Verbesserte Informationsversorgung
    2. Stärkung der unternehmerischen Mitverantwortung des Aufsichtsrats
    3. Abschlussprüfung
  3. Konsequenzen aus den neuen Anforderungen an den Aufsichtsrat
  4. Funktion und Aufgaben des Aufsichtsratsbüros
    1. Die Funktion des Aufsichtsratsbüros
    2. Die wichtigsten Aufgaben des Aufsichtsratsbüros im Einzelnen
    3. Anforderungsprofil an die Mitarbeiter des Aufsichtsratsbüros
    4. Kriterien für die Ausstattung des Aufsichtsratsbüros
  5. Fazit und Ausblick

Schichold schildert im dritten Kapitel, Teil III die „Informations- und Kommunikationsprozesse des Aufsichtsrats“ unter diesen Unterpunkten:

  1. Ausgangssituation
  2. Regulative und betriebswirtschaftliche Grundlagen
  3. Informations- und Kommunikationsbeziehungen des Aufsichtsrats
    1. Vorstand und Aufsichtsrat
    2. Die besondere Rolle des Aufsichtsratsvorsitzenden
    3. Aufsichtsrat und Anteilseigner
    4. Aufsichtsrat und Abschlussprüfer
  4. Möglichkeiten zur Prozessoptimierung
    1. Prozess-Review im Rahmen der Selbstevaluierung des Aufsichtsrats
    2. Erlass einer prozessorientierten Informationsordnung für den Vorstand
  5. Zusammenfassung

Zu Teil IV „Auswahl unabhängiger Finanzexperten- Kriterien für die Besetzung und Vergütung“

Strenger beginnt Teil IV mit dem ersten Kapitel zu „Der Financial Expert als Berufsaufsichtsrat“. Er erläutert:

  1. Heutige Erwartungen an die Finanzexpertise in Aufsichtsräten
  2. Aufgaben des Berufsaufsichtsrats als Financial Expert
  3. Eignungsprofile für Financial Experts als Berufsaufsichtsräte.

Daran anschließend befasst sich Knothe im zweiten Kapitel ausführlich mit den „Faktoren bei der Besetzung des Finanzexperten“. Die Darstellung gliedert sich wie folgt:

  1. Einleitung
  2. Kompetenzanforderung an den Finanzexperten
    1. Unternehmerische Kompetenz
    2. Fachliche Kompetenz
    3. Strategische Kompetenz
    4. Integrität
    5. Unabhängigkeit
    6. Internationalität
    7. Kommunikative Kompetenz
    8. Nachhaltigkeit
    9. Zwischenfazit
  3. Die besten Manager für den Aufsichtsrat- der Auswahlprozess
    1. Beginn des Suchprozesses- Zusammenstellung des Nominierungsausschusses
    2. Das Anforderungsprofil
    3. Der richtige Partner für die Suche
    4. Der Interviewprozess: Identifikation, Ansprache und Interview geeigneter Kandidaten
    5. Die Erfolgskontrolle: Hält der Kandidat, was er verspricht?
  4. Fazit

Wolff beschäftigt sich im Anschluss daran im dritten Kapitel, Teil IV mit dem „Profil eines Finanzexperten und die Relevanz der Besetzung von Ausschüssen“. Sein Beitrag ist wie folgt geordnet:

  1. Einleitung
  2. Standards und Regeln
  3. Qualifikation des Finanzexperten
    1. Anforderungsprofil „Sachverstand“
    2. Anforderungsprofil „Unabhängigkeit“
    3. Persönliche Voraussetzungen
    4. Zeitliche Verfügbarkeit
  4. Prüfungsausschuss und die besondere Stellung des Finanzexperten
  5. Nominierungsprozess
  6. Zusammenfassung

Weiter greift Ziemons das Thema „Diversity in Hinblick auf den Prüfungsausschuss“ im vierten Kapitel auf und unterteilt es in:

  1. Diversity im Aufsichtsrat
    1. Einleitung
    2. Deutscher Corporate Governance Kodex
    3. Europarechtliche Entwicklungen
    4. Gesetzgebungsvorhaben in Deutschland
    5. Präsenz von Frauen im Aufsichtsrat
    6. Internationalität des Aufsichtsrats
  2. Diversity im Prüfungsausschuss- Empire
    1. Altersstruktur
    2. Verhältnis der Geschlechter
    3. Arbeitnehmerbeteiligung
  3. Diversity im Prüfungsausschuss- rechtliche Rahmenbedingungen
    1. Gesetzliche Vorgaben
    2. Verfahrensregeln
  4. Thesen

Lange und Ziegler beschäftigen sich im letzten Beitrag von Teil IV im fünften Kapitel mit der „Vergütung des Aufsichtsrats“ und gliedern ihre Ausführungen in:

  1. Einleitung
  2. Regulatorische Grundlagen
    1. Aufgaben der Aufsichtsratsmitglieder
    2. Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder
  3. Aufsichtsratsvergütung im DAX
    1. Zusammensetzung der Vergütung
    2. Höhe der Vergütung
  4. Die Börsensegmente im Vergleich
    1. Zusammensetzung der Vergütung
    2. Höhe der Gesamtvergütung im Vergleich
  5. Vergütung des Prüfungsausschusses
    1. Regulatorische Vorgaben
    2. Prüfungsausschuss im DAX
    3. Vergütung des Prüfungsausschusses im Vergleich
  6. Publizitätspflichten
  7. Kritische Würdigung und Ausblick
    1. Zusammensetzung der Aufsichtsratsvergütung
    2. Ausschussvergütung, insbesondere Vergütung des Prüfungsausschusses
    3. Aktuelle Ausgestaltung und Höhe der Aufsichtsratsvergütung

Zu Teil V „Performance- und Haftungsfragen-Messbarkeit der Umsetzung guter Governance“

Teil V beginnt mit Ausführungen von Orth im ersten Kapitel „Wie effizient arbeitet der Aufsichtsrat?“ Zunächst stellt er „Das Ziel: Sicherstellung einer effektiven und effizienten Aufsichtsratstätigkeit“ (1.) mit einem einführenden Statement vor: „Selbstkontrolle und Eigenverantwortung bilden die Grundpfeiler für eine erfolgreiche und transparente Unternehmensführung“ (Zitat S. 54). Dabei erläutert er auch, dass sich in den letzten Jahren das juristische als auch wirtschaftliche Schrifttum mit dem Thema der Unternehmensüberwachung beschäftigt hat und damit Grundsätze eine Weiterentwicklung erfuhren. Trotz der umfassenden Reformen und des erstmals 2002 eingeführten DCGK, besteht laut dem Verfasser ein großer Bedarf der Verbesserung der Effektivität und Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit, wie die in 2006 verlautbarten Best Practice Empfehlungen der AKEIÜ verdeutlichen. Es obliegt der Beurteilung des Aufsichtsrats, ob gesetzliche Grundsätze guter Corporate Governance, vor allem die der Unternehmensüberwachung, zielorientiert umgesetzt werden. Dazu verwendet der Rat die Effizienzprüfung durch Eigen- und/- oder Fremdevaluation.

Der Autor beschreibt unter 2. „Das Mittel: Die Effizienzprüfung“ und erläutert diese in 2.1 „Der Ursprung der Effizienzprüfung“ und 2.2 „Die empirischen Befunde zur Effizienzprüfung“ näher.

„Der Weg: Evaluation der Aufsichtsratstätigkeiten“ (3.) wird mit 3.1 „Die konzeptionellen Grundüberlegungen“ (ausführlicher unter 3.1.1 „Der Evaluationszeitpunkt“, 3.1.2 „Evaluationsobjekt“ und 3.1.3 „Das Evaluationssubjekt“) und 3.2. „Die Methoden und Vorgehensweisen einer Evaluation“ beschrieben. Den letztgenannten Punkt führt der Autor intensiver in 3.2.1 „Die Zielsetzung als Ausgangspunkt“ aus. Es ist noch nicht festgelegt, wie die Gestaltung und Durchführung einer Effizienzprüfung in der Methodik wie auch im Hinblick auf Inhalt und Umfang auszusehen hat. Inhalt und Umfang einer Effizienzprüfung bestimmen sich daher unverändert nach den individuellen Gegebenheiten und auch nach ihrer generellen unternehmensspezifischen Zielsetzung. Das heißt, der Aufsichtsrat hat die Kriterien einer Prüfung vorerst selbst zu bestimmen. Jedoch nennt Orth hier dafür auch Richtlinien und Einschränkungen. Unter 3.2.2 „Das Vier-Phasen-Modell der Evaluation“ stellt er die Effizienzprüfung „1. Erstellung Soll-Konzept 2. Soll-Ist-Analyse 3. Handlungsempfehlungen und 4. Implementierung und Follow Up“ zusammen. Zur Verdeutlichung wird eine Abbildung (S. 272) angeführt. Weiter geht er in den Punkten 3.2.3 und 3.3.3 auf die „Eigenevaluation“ und “ Fremdevaluation“ ein.

Im Punkt 4. liefert er schließlich „Das Ergebnis: Reflektion des Handelns“. Hier macht er deutlich, dass nicht nur für die börsennotierten Gesellschaften eine, nicht lediglich der Form halber durchgeführte, Effizienzprüfung sinnvoll wäre, sondern dass das Augenmerk insbesondere auch auf die Evaluation zu richten sei, welche jährlich durchzuführen er für angebracht hält. In ihr schlummert schließlich das Potenzial einer Optimierung Aufsichtsratstätigkeit.

Abschließend fasst der Autor in Punkt 5. „Der Ausblick: fünf Thesen“ seine Ansichten zusammen und stellt sie vor einen in die Zukunft blickenden Kontext.

Hirt befasst sich im zweiten Kapitel des Teils V mit „Der unabhängige Finanzexperte im Aufsichtsrat- die Investorenperspektive“. Der Beitrag ist gegliedert wie folgt:

  1. Anforderungen an die Zusammensetzung des Aufsichtsrats aus Investorensicht
  2. Fachliche Anforderungen an die Aufsichtsratsmitglieder: Deutscher Corporate Governance Kodex und Aktiengesetz
  3. Der unabhängige Finanzexperte: Anforderungsprofil
    1. Sachverstand
    2. Unabhängigkeit
  4. Bewertung der gesetzlichen Regelungen zum unabhängigen Finanzexperten
    1. Praktische Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen
    2. Deresponsibilisierung durch Spezialisierung
  5. Der unabhängige Finanzexperte und Investoren
    1. Austausch zwischen Aufsichtsrat und Investoren
    2. Mehr Information, Motivation und Rechenschaft des Aufsichtsrats durch Austausch mit Investoren
  6. das „Angebot“ an unabhängigen Finanzexperten
    1. gesteigerte Pflichten und erhöhte Haftungsrisiken
    2. Erhöhte Arbeitsbelastung und angemessene Vergütung
  7. Reformvorhaben auf Europäischer Ebene
  8. Zusammenfassung

Bosse gibt daran anknüpfend nun im dritten Kapitel einen detaillierten Einblick in die „Die Haftung des Financial Expert“. Seine Ausführungen sind geordnet wie folgt:

  1. Überblick
  2. Haftungsmaßstab des Aufsichtsratsmitglieds
  3. Verschärfte Haftung des Financial Expert?
    1. Erhöhter Sorgfaltsmaßstab und damit verschärfte Haftung
    2. Auswahlverschulden der übrigen Aufsichtsratsmitglieder bei fehlender persönlicher Qualifikation aufgrund des Vorschlags durch den Aufsichtsrat
    3. Übernahmeverschulden des Financial Expert bei fehlender persönlicher Qualifikation
  4. Rechtsvergleich: die „Safe Harbour Regelung“ der US-amerikanischen Regelungen der SEC
  5. Der Aufsichtsrat im Bankenumfeld
  6. Ergebnis

Zu Teil VI „Verbandsarbeit und Fortbildung“

Der sich nun anschließende Teil VI wird mit den Ausführungen von Ruter im ersten Kapitel mit „Berufsverband der Finanzexperten“ eingeleitet. Der Autor beschreibt in „Der Aufsichtsrat“ (1.) die Aufsichtsratstätigkeit als eine Beratungs- und Kontrolltätigkeit. Dabei fordert der Aufsichtsrat selbst in seiner Funktion als oberster Überwacher von Leitung und Lenkung die Leitlinien und Grundsätze einer langfristig und nachhaltig orientierten Unternehmensführung ein und ist ein Garant einer Verankerung im Tagesgeschäft (S. 306). Zu dieser Überwachung ist jedes einzelne Mitglied des Aufsichtsrats aufgerufen, um dem doppelten Auftrag als Kontrolleur und Ratgeber gerecht zu werden. Es folgen Ausführungen zu 1.1 „Anzahl“ und 1.2 „Der Finanzexperte im Aufsichtsrat“ und 1.3 „Beruf oder Berufung“. Der Autor erläutert hier den in Literatur und Praxis umstrittenen Punkt, ob sich der Beruf des Aufsichtsrats etabliert. Er stellt kurz die verschiedenen Meinungsansätze stichpunktartig zusammen vermittelt seinen Standpunkt zu den Punkten 1.3.1 „Aufsichtsrat als Berufung“, 1.3.2 „Aufsichtsrat als Beruf“ und 1.3.3 „Beruf und Vergütung“.

Unter 2. „Berufsverband im Allgemeinen“ geht der Autor auf „Berufsverbände ohne öffentlich-rechtlichen Charakter“ (2.1), „Berufsvertretung mit öffentlich-rechtlichem Charakter“ (2.2) und „Abgrenzungen zu sonstigen Interessengruppierungen“ (2.3) ein.

Anschließend führt Ruter unter 3. „Berufsverband für Finanzexperten“ zunächst die „Mindestkriterien“ (3.1) auf. Darin erläutert er die Themen „Berufsgruppen des Finanzexperten“ (3.1.1), „öffentliches Interesse“ (3.1.2), „Ausreichende Anzahl der freiwilligen Mitglieder“ (3.1.3), „Förderung der Mitglieder“ (3.1.4), „Ideelle und wirtschaftliche Interessenvertretung“ (3.1.5) und ein „Zwischenfazit“ (3.1.6). Darin erfährt der Leser, dass in Deutschland lediglich ein Verband bekannt ist, der die vorher genannten Punkte in einem Mindestmaß erfüllen würde und sich speziell auf den Finanzexperten konzentriert. Dies liegt wohl auch an den noch vorherrschenden Gegenstimmen und der Zersplitterung verschiedener Verbände. Dazu wird im anschließend in Punkt 3.2 die „Financial Experts Association e.V. (FEA)“ näher beschrieben und betont, dass FEA auf seiner Mitgliederversammlung 2011 einen Ethik-Kodex für seine Mitglieder und andere Finanzexperten der Öffentlichkeit vorgestellt hat. „Dieser Kodex soll zur Orientierung in Fragen dienen, die durch gesetzliche Regelungen nicht erfasst werden, aber dennoch eine erhebliche Bedeutung für Kontroll- und Beratungsfunktion von Finanzexperten und somit auch für den Finanzvorstand besitzen“ (S. 318). Folglich stellt der Verfasser kurz in Punkt 3.3 „Sonstige Interessenvertretungen für Aufsichtsräte und Finanzexperten in Deutschland“ vor. Unter 3.4 eröffnet Ruter einen „Blick ins Ausland“, wobei er betont, dass die Stärkung der Corporate Governance und seiner wichtigsten Personen sich nicht nur auf das Inland bezieht, sondern ein grenzübergreifendes Thema darstellt. Hier geht er nun auf die Lage der Aufsichtsräte in Österreich und den 2012 gegründeten europäischen Dachverband (INAR/EU) näher ein. Der Verfasser schließt seine Ausführungen mit einem „Fazit„(4.), worin er insbesondere darauf aufmerksam macht, dass die Zahl von Rechtsstreitigkeiten und Gerichtsurteilen wegen vermeintlicher Pflichtverletzungen in der Ausübung des Berufs des Finanzexperten steigen werden wird, sollte der Arbeitsbereich nicht standarisiert werden.

Im zweiten Kapitel des Teils VI beschäftigt sich Kickinger mit der „Interessenvertretung für Aufsichtsräte in der EU“, gegliedert wie folgt:

  1. Das Problem
  2. Das dualistische Aufsichtsratssystem als Gegenstand des Lobbying
    1. Lobbying- Begriff
    2. Das duale Aufsichtsratssystem in der EU
  3. Adressaten
    1. Generaldirektion Binnenmarkt und Dienstleistungen der EU-Kommission
    2. Ausschüsse des EU-Parlaments
  4. Existierende Interessenvertretung für Aufsichtsräte auf Ebene der EU
    1. ECODA
    2. INAR/EU
  5. Einwirkungsmöglichkeit im Rahmen von Konsultationsverfahren
  6. Inhaltliche Anknüpfungspunkte: EU-Regulierungsinitiativen
  7. Fazit und Ausblick

Anschließend führt Dehnen im dritten Kapitel die „Fort- und Weiterbildung zum und als Financial Expert“ an und unterteilt seinen Beitrag:

  1. Einleitung
  2. Der Aufsichtsrat und seine (Fort-und Weiter-) Bildung
  3. Woran erkennt man einen (professionellen) Aufsichtsrat?
    1. Grundqualifikation allein reicht nicht aus
    2. Die fünf Grundqualifikationen
    3. Kontrollkompetenz
    4. Teamkompetenz
    5. Eigenes fachliches Back Office
    6. Die richtige Mischung macht´s
    7. Zwischenfazit
  4. Die Fort- und Weiterbildung des Aufsichtsrates
    1. Weiterbildung zum Aufsichtsrat
    2. Fortbildung als Aufsichtsrat
    3. Die praktische Umsetzung: das „Wie“
    4. Entwicklung des richtigen Selbstverständnisses
    5. Notwendigkeit der regelmäßigen Selbstreflexion
  5. Der Financial Expert: ein Aufsichtsrat der besonderen Art?
    1. Anforderungen an den Finanzexperten
    2. Fort- und Weiterbildung des Finanzexperten
    3. Stetige Weiterentwicklung des Kontrollkompetenz
  6. Unterstützung des Aufsichtsrats durch die Gesellschaft
  7. Praktische Relevanz der Fort- und Weiterbildung
  8. Fazit

Teil VII „Literarische Auseinandersetzung mit dem unabhängigen Finanzexperten“

Den letzten und abschließenden Teil VII gliedern Häfele und Linder in die Punkte:

  1. Einleitung
  2. Wissenschaftstheoretischer Hintergrund
  3. Professionalisierung des Aufsichtsrats
  4. Anforderungen an den unabhängigen Finanzexperten
    1. Sachverstand
    2. Unabhängigkeit
  5. Rechtsfolgen beim Fehlen eines unabhängigen Finanzexperten im Aufsichtsrat
    1. Entstehen einer Fehlsituation
    2. Nichtigkeit als Folge der Fehlbesetzung
    3. Anfechtbarkeit des Wahlbeschlusses
    4. Auswirkungen der Fehlersituation auf Aufsichtsratsbeschlüsse
    5. Wegfall des unabhängigen Finanzexperten
  6. Fazit und Ausblick

Der textlichen Darstellung folgt ein Literaturverzeichnis (S. 373-391) und Stichwortverzeichnis (S. 391-396).

Diskussion

Beeindruckend ist die Liste der Autoren, die zu den einzelnen Themengebieten einen Beitrag verfasst haben.

Gerade die Vielfalt an Analysen und Einzelbeiträgen der verschiedenen Experten, die mit zahlreichen Fallbeispielen aus den Bereichen wie Aufsichtsrat, Vorständen, Wissenschaft, Wirtschaft, Unternehmens- und Personalberatung aufwarten, ermöglicht einen Überblick zu aktuellen Themenstellungen. Durch die weitegehend einheitliche Struktur der Beiträge der verschiedenen Autoren in „Einleitung, Hauptausführungen und Fazit bzw. Zusammenfassung“ schafft es das Werk übersichtlich und einheitlich zu bleiben.

Unterschiedliche Fachbegriffe und Themengebiete tauchen in den verschiedenen Beiträgen auf und weisen auf den immer komplexer gewordenen Stoff. Hervorzuheben sind die ausführlichen Fußnoten, das übersichtliche Literaturverzeichnis am Ende und die zu den Themenbereichen passenden Grafiken. Zusammen ermöglichen es diese, das Textverständnis bildlich zu untermalen und den Stoff zu veranschaulichen.

Das Thema der guten Geschäftsführung und Beaufsichtigung (Corporate Governance) von Unternehmen ist in den letzten Jahren verschärft in den Blick geraten. Durch Skandale wurden wiederholt Gesetzesverschärfungen als Reaktionen des Gesetzgebers vorgenommen. In diesem Zusammenhang steht auch die Einführung eines Finanzexperten als Pflichtmitglied im gesetzlich vorgeschriebenen Aufsichtsrat von Aktiengesellschaften.

Für eine nachhaltige Unternehmensführung und auch ein enormer Erfolgsfaktor für gute Governance Formen, ist eine durchgreifende Beaufsichtigung und Beratung durch den unabhängigen Finanzexperten im Aufsichtsrat unerlässlich. Er stellt somit den wichtigsten Hüter der Corporate Governance dar. Ihm wird durch die neue Verankerung im Gesetz der Rücken gestärkt.

Neben dem Blick auf die nationale Lage bereichert das Werk durch die immer wichtiger werdende internationale bzw. europäische Perspektive. Die Ausführungen in diesem Werk entsprechend diesem erweiterten Blick.

Fazit

Das Buch „Der unabhängige Finanzexperte im Aufsichtsrat – Überwachungstätigkeit, Qualifikation, Besetzung, Vergütung, Haftung“ ist ein wichtiges Buch für denjenigen Leser, der an aktuellen Aufsichtsratsthemen interessiert ist. Der Sammelband überzeugt durch seine sehr gelungene Zusammenstellung aktueller Themen, mit denen sich die verschiedensten Gruppen in einem Unternehmen und insbesondere der Aufsichtsrat zu befassen haben. Damit werden die klassischen Kommentare zu den Rechten und Pflichten der Aufsichtsräte ergänzt.

Der Sammelband „Der unabhängige Finanzexperte im Aufsichtsrat“ wird vom Rezensenten für alle am Thema des Aufsichtsrats Interessierten als sehr empfehlenswert eingestuft. Der aktuelle Rechtsstand und die Entwicklung der Arbeitsteilung im Aufsichtsrat mit besonderer Aufgabe für die Experten in Finanzierung-, Rechenschaftslegung- und Berichtsfragen wird nirgends sonst so umfassend dargestellt.


Rezensent
Prof. Dr. Friedrich Vogelbusch
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Zitiervorschlag
Friedrich Vogelbusch. Rezension vom 28.01.2015 zu: Christian Orth, Rudolf X. Ruter, Bern Schichold (Hrsg.): Der unabhängige Finanzexperte im Aufsichtsrat. Überwachungstätigkeit, Qualifikation, Besetzung, Vergütung, Haftung. Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH (Stuttgart) 2013. ISBN 978-3-7910-3251-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/14896.php, Datum des Zugriffs 25.05.2016.


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