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Birgit Greif: Das aktuelle Handbuch der Pflegestufen

Cover Birgit Greif: Das aktuelle Handbuch der Pflegestufen. Alle Ansprüche kennen und ausschöpfen ; kein Geld verschenken ; Checklisten, Beispiele, Musterschreiben ; [jetzt mit Pflegetagebuch]. Walhalla Fachverlag (Regensburg) 2012. 2., aktualisierte Auflage. 149 Seiten. ISBN 978-3-8029-7376-5. D: 17,90 EUR, A: 18,40 EUR.

Reihe: Walhalla Vorsorge.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-8029-7357-4 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen.
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Zur Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung hat sich neben der gesetzlichen Krankenversicherung als zumindest gleichwertiger Versicherungszweig etabliert. Sie gewann erheblich an Bedeutung. Eine stets steigende Anzahl überwiegend älterer Menschen führt zu einer zunehmenden Inanspruchnahme von Pflegeleistungen. Und, trotz einer verbesserten Informationsstruktur sind viele Versicherte der Pflegekassen dennoch verunsichert. Es besteht immer noch ein erhebliches Maß an Unsicherheit, ob Pflegebedürftigkeit überhaupt vorliegt, ggf. in welcher Ausprägung und ob es ratsam ist, einen Antrag auf Pflegeleistungen bei der Pflegekasse zu stellen. Hier kann das vorliegende, sehr praxisorientierte Werk im Einzelfall weiterhelfen.

Autorin

Die Autorin, Birgit Greif, ist zertifizierte und unabhängige Pflegesachverständige, Dozentin für Pflegeassistenz und Fachkraft für Pflegebedürftigkeit mit 20-jähriger Berufserfahrung. Sie ist ferner staatlich geprüfte Krankenschwester u. a. in den Bereichen Chirurgie und Psychiatrie/forensische Psychiatrie. In ihrer langjährigen Tätigkeit in Seniorenheimen/Geriatrie, Heilpädagogischen Heimen für geistig und körperlich behinderte Menschen, auf Suchtstationen sowie in der Hauskrankenpflege hat sie für sich umfassende praktische Erfahrungen sammeln und aneignen können.

Zielgruppe

Die Zielgruppe dürfte seit der letzten Auflage unverändert geblieben sein. Auch das neue Werk richtet sich an die betroffenen Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen, an die im Rahmen der Laienpflege Pflegenden und auch die Beschäftigten in den Pflegediensten sowie sonstigen Personen, die zu Pflegende hauptberuflich oder ehrenamtlich betreuen.

Aufbau und Inhalt

Das Buch beginnt mit einem Inhaltsverzeichnis in Form einer Schnellübersicht:

  1. Die Pflegestufen begreifen
  2. Den Antrag richtig stellen
  3. Die drei Pflegestufen
  4. Die Leistungsarten
  5. Das Pflegegutachten
  6. Das Pflegetagebuch
  7. 10 Fallbeispiele
  8. Die Zukunft regeln – auch wenn´s schwerfällt
  9. Wer bietet Hilfestellung?
  10. Anhang
  11. Stichwortverzeichnis

In den einzelnen Untergliederungspunkten werden die Inhalte präzise und gut verständlich dargestellt. Muster für Schriftsätze und auch Schaubilder erleichtern den Informationstransfer und können direkt praktisch verwendet werden. Ein Muster-Pflegegutachten zeigt dem Leser den Umfang der Begutachtung und die expliziten Inhalte auf. So kann sich jeder sehr gut auf den Begutachtungstermin für die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) vorbereiten. Für diese Vorbereitung ist auch ein Muster-Pflegetagebuch abgebildet, das sich der Leser kopieren und für eine Tagebuchwoche vervielfältigen kann.

Die Gutachter des MDK und auch die vom MDK Beauftragten sind auch nur Menschen; sie sind bei der Begutachtung deshalb neben den Begutachtungsrichtlinien nur nach bestem Wissen und Gewissen tätig. Das impliziert selbstverständlich die Unterschiedlichkeit von Begutachtungssituationen. Deshalb hat die Autorin diese Situationen in zehn anschaulichen Fallbeispielen abgebildet, die für den Leser zur Begutachtungsvorbereitung sehr nützlich sind.

Das Werk beinhaltet auch sachdienliche Informationen zu den Themen:

  • Altersgerechtes Wohnen,
  • Patientenverfügung,
  • Betreuungsverfügung,
  • Vorsorgevollmacht,
  • Elternunterhalt und
  • Hilfeleistende.

Im Anhang findet sich zusätzlich ein vollständiges Blanco-Pflegetagebuch für acht Pflegetage zur sofortigen Verwendung.

Fazit

Der Praktiker hat mit diesem Werk alle Informationen und Werkzeuge in einer Hand und kann sie demnach zweckgerichtet und unmittelbar einsetzen. Sehr interessant sind die zehn Fallbeispiele für mögliche verschiedene Begutachtungssituationen. Selbst wenn das Internet eine erhebliche Anzahl von Informationen liefern kann, hier sind die wesentlichen Inhalte der Pflegeversicherung gut zusammengefasst und für die Praxis aufbereitet. Damit kann dem Einzelnen die Angst vor der Begutachtungssituation und/oder dem Gutachter genommen werden. Oft wird die Frage gestellt, ob die Kinder gegenüber dem Sozialamt für ihre Eltern haften müssen, also ob eine Elternunterhaltsverpflichtung besteht und wie in solchen Fällen vorgegangen werden kann. Auch auf diese Fragen wird eine Antwort gegeben.

Tatsächlich macht es dieser praktische Fachratgeber leicht, Fragen zur Pflegeversicherung wohlüberlegt zu lösen und das Recht auf Pflegeleistungen zu realisieren.


Rezensent
Hans-Joachim Dörbandt
Rechtsberatung / Rentenberater - Prozessagent - Fachautor in den Bereichen Pflege, gesetzliche Pflegeversicherung, gesetzliche Krankenversicherung
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Zitiervorschlag
Hans-Joachim Dörbandt. Rezension vom 05.12.2013 zu: Birgit Greif: Das aktuelle Handbuch der Pflegestufen. Alle Ansprüche kennen und ausschöpfen ; kein Geld verschenken ; Checklisten, Beispiele, Musterschreiben ; [jetzt mit Pflegetagebuch]. Walhalla Fachverlag (Regensburg) 2012. 2., aktualisierte Auflage. ISBN 978-3-8029-7376-5. Reihe: Walhalla Vorsorge.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-8029-7357-4 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/15638.php, Datum des Zugriffs 24.08.2016.


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