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Ute Koglin, Franz Petermann u.a.: Entwicklungs­beobachtung und -dokumentation [...]

Cover Ute Koglin, Franz Petermann, Ulrike Petermann: Entwicklungsbeobachtung und -dokumentation EBD 48 - 72 Monate. Eine Arbeitshilfe für pädagogische Fachkräfte in Kindergärten und Kindertagesstätten ; [mit CD-ROM]. Cornelsen Schulverlage GmbH (Berlin) 2013. 2., überarb. Auflage. 140 Seiten. ISBN 978-3-589-24798-1. D: 25,95 EUR, A: 26,70 EUR, CH: 39,20 sFr.

Reihe: Frühe Kindheit.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-589-24633-5 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen.
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Autorinnen und Autor

Prof. Dr. phil. Ute Koglin lehrt Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie und forscht am Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation der Universität Bremen.

Prof. Dr. phil. Franz Petermann hat einen Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Diagnostik an der Universität Bremen inne und ist Direktor des Zentrums für Klinische Psychologie und Rehabilitation (ZKPR).

Prof. Dr. phil. Ulrike Petermann ist Inhaberin des Lehrstuhls für Klinische Psychologie mit Schwerpunkt Kinderpsychologie am ZKPR der Universität Bremen.

Thema

Eine genaue Kenntnis des Entwicklungsstandes ist Voraussetzung für eine gezielte Förderung. Es ist Ziel der Autoren, den pädagogischen Fachkräften im Kindergarten ein systematisches Beobachtungsverfahren anzubieten. Es ist eine Fortführung des EBD 3-48. So kann ein Kind über die gesamte Krippen- und Kindergartenzeit mit einem einheitlichen Verfahren beobachtet und seine Entwicklung dokumentiert werden.

Aufbau und Inhalt

Das Verfahren berücksichtigt sechs Entwicklungsbereiche, für die die Entwicklung im relevanten Altersbereich beschrieben wird. Es handelt sich um folgende Entwicklungsbereiche:

  • Haltungs- und Bewegungssteuerung,
  • Fein- und Visuomotorik,
  • Sprachentwicklung,
  • kognitive Entwicklung,
  • emotionale Entwicklung und
  • soziale Entwicklung.

Die ausgewählten Aufgaben orientierten sich größtenteils am Meilenstein-Prinzip der Entwicklung, d.h. dass jedes Kind innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens bestimmte Fertigkeiten erwirbt. Nach diesem Prinzip wurden Aufgaben ausgesucht, die 90 bis 95 % aller Kinder in dem jeweiligen Alter lösen. Die Aufgaben stammen auch aus anerkannten psychologischen Tests mit ähnlichen Lösungshäufigkeiten. Es gibt auch Aufgaben, z.B. im Bereich der emotionalen Entwicklung, die nicht dem Meilenstein-Prinzip folgen, aber auf ein erhöhtes Risiko für Entwicklungs- und Verhaltensstörungen hinweisen.

Im Folgenden gehen die Autoren kurz ein auf Entwicklungs- und Verhaltensstörungen, namentlich emotionale und Verhaltensstörungen (AD(H)S, oppositionelle-aggressive Störung, Ängste), umschriebene Entwicklungsstörungen und tiefgreifende Entwicklungsstörungen.

Nach kurzen Anmerkungen zur Konzeption des EBD 48-72 gibt es Hinweise zu Material, Durchführung, Protokollierung, Die Vorgehensweise wird anhand von vier Fallbeispielen ausführlich beschrieben.

Für jeden Entwicklungsbereich gibt es jeweils vier Aufgaben. Jede Aufgabe wird als gelöst oder nicht gelöst bewertet; die Anzahl der gelösten Aufgaben wird für jeden Bereich aufsummiert. 3 bis 4 gelöste Aufgaben werden als unauffälliges Ergebnis bewertet, 2 gelöste Aufgaben als grenzwertiger Befund, der eine engmaschige Kontrolle innerhalb der nächsten zwei Wochen erfordert. Keine bzw. nur eine gelöste Aufgabe stellt einen auffälligen Befund dar, bei dem eine genauere Entwicklungsdiagnostik empfohlen wird.

Die Autoren geben Hinweise, wie aus den Ergebnissen Förderziele abgeleitet werden können; sie empfehlen, wenn die Kinder alle Aufgaben für das jeweilige Lebensalter lösen, die Förderziele aus den Aufgaben der nächsten Altersgruppe abzuleiten. Es werden Beispiele für kreative Aufgabenvariationen in den einzelnen Bereichen gegeben mit denen die Fertigkeiten der Kinder gefestigt werden können. Die Ergebnisse der Beobachtung können auch gezielt in der Elternarbeit und der Kooperation mit Fachdiensten und Kinderärzten und Kinderpsychologen verwendet werden.

Einen großen Teil nimmt die Darstellung der Beobachtungsaufgaben ein. Die vier Beobachtungsaufgaben eines Bereichs werden auf einer Seite dargestellt, wobei jeweils auch das notwendige Material und Kriterien für „erfüllt“ und „nicht erfüllt“ angegeben werden. Die 6 Entwicklungsbereiche einer Altersstufe sind jeweils mit der gleichen Farbe gekennzeichnet, also jeweils für die Altersstufen: 48, 54, 60, 66 und 72 Monate.

Alle Protokollbögen sind im Anhang, zudem sind sie auf der beiliegenden CD und können so auch ausgedruckt werden.

Diskussion

Diese Arbeitshilfe ist nach der Erstveröffentlichung im Jahre 2010 in einer zweiten überarbeiteten Auflage erschienen.

Es werden zu jedem Zeitpunkt die kindlichen Reaktionen bei 24 Aufgaben beobachtet. Wenn zur Durchführung Material gebraucht wird, handelt es sich überwiegend um Materialien, die in Kindertagesstätten vorhanden sind. Einige können auch leicht hergestellt werden. Parallel zur Beobachtung des Kindes können auch die Eltern befragt werden, besonders zur sozialen und emotionalen Entwicklung oder zur Sprachentwicklung bei Kindern mit einer anderen Muttersprache.

Der EBD 48-72 ermöglicht eine reflektierte Erfassung des Entwicklungsstandes eines Kindes. Die Handhabung ist aber nicht nur auf das Erkennen von Defiziten ausgerichtet, er kann auch – wie die Autoren empfehlen – für die Formulierung der nächsten Entwicklungsschritte bei gut entwickelten Kindern genutzt werden. Zudem können die Aufgaben kreativ abgewandelt und in die Alltagsförderung eingebaut werden.

Da sich die Alterszuordnung der Aufgaben am Meilensteinprinzip orientiert, wird je nach Anzahl der nicht gelöster Aufgaben empfohlen, das Kind engmaschig zu beobachten bzw. eine umfassendere Entwicklungsdiagnostik einzuleiten. Es wird davor gewarnt, die Ergebnisse isoliert zu betrachten, sondern sie im Vergleich mit anderen Untersuchungsbefunden des Kindes zu interpretieren. Die diagnostizierenden Stellen erhalten gezielt Informationen und konkrete Beobachtungsdaten.

Es gilt, was auch für EBD 3-48 gilt: Das Verfahren ist verständlich geschrieben, die klare Gliederung und die farbliche Kennzeichnung erleichtert die Arbeit damit. Die Durchführung, Auswertung und Interpretation ist einfach; dies beeinflusst die Objektivität positiv, genauere Angaben z. B. zur Beobachterübereinstimmung (Interrater-Reliabilität) fehlen jedoch. Mit dem EBD48-72 kann die Dokumentation der Entwicklung eines Kindes für das weitere „Tagesstättenleben“ fortgeschrieben werden.

Zielgruppe

Pädagogische Fachkräfte in Kindergärten

Fazit

Es lohnt sich, das Buch anzuschaffen und mit ihm zu arbeiten.


Rezensent
Dr. Dipl.-Psych. Lothar Unzner
Leiter der Interdisziplinären Frühförderstellen im Landkreis Erding im Einrichtungsverbund Steinhöring
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Zitiervorschlag
Lothar Unzner. Rezension vom 03.03.2014 zu: Ute Koglin, Franz Petermann, Ulrike Petermann: Entwicklungsbeobachtung und -dokumentation EBD 48 - 72 Monate. Eine Arbeitshilfe für pädagogische Fachkräfte in Kindergärten und Kindertagesstätten ; [mit CD-ROM]. Cornelsen Schulverlage GmbH (Berlin) 2013. 2., überarb. Auflage. ISBN 978-3-589-24798-1. Reihe: Frühe Kindheit.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-589-24633-5 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/15721.php, Datum des Zugriffs 23.03.2017.


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