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Harrison Owen: The Spirit of Leadership. Führen [...]

Cover Harrison Owen: The Spirit of Leadership. Führen heißt Freiräume schaffen. Carl-Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2001. 140 Seiten. ISBN 978-3-89670-211-1. 24,90 EUR.

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Thema:

Im Gegensatz zum Management beschäftigt sich Führung mit Inspiration und Kreativität, Tradition und Hoffnung in einem Unternehmen, kurz: mit dem "spirit". Was eine so verstandene Führung ausmacht, will Harrison Owen in diesem kleinen Band darlegen.

Der Autor:

Harrison Owen gilt derzeit als einer der originellsten Organisationsentwickler. Besondere Berühmtheit hat er mit seinem Grossgruppen-Moderationsmodell "Open Space" erlangt

Inhalt:

Was neben der Alltagsarbeit der Organisation den kreativen "spirit" ausmacht, den Owen als Essenz von Führung beschreibt, ist schwer in Worte zu fassen und auch mir als Leserin nach der Lektüre des Bändchens noch nicht ganz klar.

Interessant und originell sind jedoch Owens Aussagen zu Führung allgemein. Hier einige Kostproben:

Führung ist keinesfalls Chefsache. Führung taucht überall auf, wo Menschen initiativ werden und eine Sache kreieren, vorantreiben oder zu Ende bringen.

Führung in Owens Sinn sollte folgenden Regeln von Fußball folgen:

"Die neuen Regeln

Wer immer den Ball hat, ist der Führer.

Setze Kraft nie Kraft entgegen.

Nutze das ganze Spielfeld.

Kooperiere, um zu konkurrieren.

Achte die Opposition." (S. 35)

Analog zu seinen Open-Space-Regeln formuliert Owen auch vier Prinzipien des "spirit":

"1. Egal, wer kommt, es sind die richtigen Leute.

2. Egal, was passiert, es ist das Einzige, was passieren konnte.

3. Egal, wann es anfängt, es ist der richtige Zeitpunkt.

4. Wenn es vorbei ist, ist es vorbei." (S. 60)

Analog soll auch Führung zum richtigen Zeitpunkt Visionen vorantreiben, Geschichten erfinden und erzählen und lebendige Struktur vermitteln. Originell ist Owens Idee, dass zu Führung auch der gute Blick dafür gehört, wann eine Sache zu Ende ist, eine Struktur nicht mehr angemessen ist und ein Unternehmen zu Ende ist. Hier ist es nach Owen Sache der Führung, das Ende zu begleiten, aber nicht zu verhindern, Resümee zu ziehen, die Vergangenheit zu ehren, aber keine "Rettungsversuche" zu unternehmen.

Den wirtschaftlichen und politischen Strukturen, die Kurzlebigkeit und atemberaubenden Wandel mit prekären Arbeitsbedingungen begünstigen, steht Owen (bis auf einige kleine kritische Einstreusel) recht kritiklos gegenüber. Er ist weder Globalisierungsbefürworter noch Gegner, betont aber die Möglichkeiten der Einzelnen, die Chancen schnellen Wandels und die freisetzenden Kräfte von Veränderungen. In diesem Punkt ruft Owen bei mancher global kritisch eingestellten Leserin (dazu zähle ich auch) eher Unverständnis hervor.

Zielgruppe:

Für alle, die sich mit Führung beschäftigen möchten und an originellen und kreativen Ideen interessiert sind.

Fazit:

Ein originelles Bändchen, das neben Owens erfrischender Philosophie auch ungewöhnliche Ideen zum angemessenen Umgang mit Ende und Niedergang von Organisationen bereithält.


Rezensentin
Prof. Dr. Lilo Schmitz
FH University of Applied Sciences Düsseldorf, Lehrgebiet Methoden der Sozialarbeit am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt "Beruf und Burnout-Prävention"
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Zitiervorschlag
Lilo Schmitz. Rezension vom 19.12.2001 zu: Harrison Owen: The Spirit of Leadership. Führen [...]. Carl-Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2001. 140 Seiten. ISBN 978-3-89670-211-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/16.php, Datum des Zugriffs 21.05.2012.


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