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Alexa Köhler-Offierski, Heike Stammer (Hrsg.): Übergänge und Umbrüche

Cover Alexa Köhler-Offierski, Heike Stammer (Hrsg.): Übergänge und Umbrüche. FEL Verlag Forschung Entwicklung Lehre (Freiburg) 2014. 298 Seiten. ISBN 978-3-932650-69-7. 16,00 EUR.

Evangelische Hochschulperspektiven Band 10. In Zusammenarbeit mit Hans-Joachim Puch und Wilhelm Schwendemann.
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Thema

Mit der Thematisierung von einerseits Übergängen, definiert als ‚bewegte‘ Abläufe, und andererseits Umbrüchen, definiert als abrupte Einschnitte, geht es den Herausgeberinnen darum, Inhalte und Formen verschiedenster Veränderungs- und Wandlungsprozesse, die im weitesten Sinn das Feld der Sozialen Arbeit betreffen, auf drei Ebenen zu akzentuieren:

  1. auf der Ebene des einzelnen Individuums,
  2. auf der Ebene gesellschaftlicher Transformationsprozesse und
  3. auf der Ebene der daran beteiligten Organisationen.

Dabei sollen deduktive genauso wie induktive Wahrnehmungs- und Verstehenszugänge gleichberechtigt bzw. als sich ergänzend in Bezug auf die zu analysierenden Veränderungsprozesse zur Sprache kommen sowie Chancen und Möglichkeiten eines professionellen Umgangs damit aufgezeigt werden.

Herausgeberinnen

Beide Herausgeberinnen sind (bzw. waren) in leitenden administrativen Funktionen sowie mit unterschiedlichen Lehrgebieten an deutschen Evangelischen Hochschulen tätig.

  • Alexa Köhler-Offierskials Professorin für Sozialmedizin und ehemals Präsidentin der Evangelischen Hochschule Darmstadt und
  • Heike Stammer als Professorin für Psychologie und Dekanin an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg.

Das disziplinäre Spektrum der hier vertretenen Autorenschaft erweist sich als ausgesprochen vielfältig. In den insgesamt 19 Einzelbeiträgen der 25 Beitragenden sind u. a. folgende fachliche Disziplinen vertreten:

  • Pädagogik,
  • Sonderpädagogik,
  • Sozialpädagogik,
  • Soziologie,
  • Sozialarbeit,
  • Sozialforschung,
  • Psychologie,
  • Sozialmedizin,
  • Gesundheits- und Pflegepädagogik,
  • Frauen- und Geschlechterforschung,
  • Theologie,
  • Religionspädagogik,
  • Politikwissenschaft,
  • Betriebswirtschaft,
  • Volkswirtschaft,
  • Recht sowie
  • Ästhetik und Kunst.

Entstehungshintergrund

Der vorliegende Band ist Teil der Reihe „Evangelische Hochschulperspektiven“ des Freiburger FEL-Verlags, der explizit dem Vorhaben verpflichtet ist, die fachliche Arbeit und publikatorische Tätigkeit an den vier Standorten Evangelischer Hochschulen in Deutschland (Darmstadt, Freiburg, Ludwigsburg, Nürnberg) in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung exemplarisch einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen.

Bei der vorliegenden Publikation handelt es sich um den 10. Band der Reihe, der analog zu entsprechenden Vorläuferbänden mit thematischen Akzentsetzungen wie beispielsweise „Bildung“, „Interkulturalität“, „Armut – Gerechtigkeit“ etc. gestaltet wurde.

Aufbau

Der Aufbau des Textes orientiert sich an den drei vorab bestimmten Betrachtungsperspektiven in Bezug auf das Rahmenthema der Übergänge und Umbrüche. Die insgesamt 297 Seiten umfassende Publikation gliedert sich in sechs Abschnitte. Nach einer kurzen Einleitung folgen drei unterschiedlich akzentuierte Betrachtungsebenen der hier thematisierten Transitionsvorgänge als Hauptabschnitte.

Der erste Abschnitt „Das Individuum in Übergangs- und Umbruchsituationen“ enthält vier Unterkapitel, der zweite Abschnitt „Gesellschaftliche Übergangs- und Umbruchsituationen“ besteht aus neun Unterkapiteln und der dritte Abschnitt behandelt die Perspektive von „Organisationen in Übergangs- und Umbruchsituationen“ und ist mit sechs Beiträgen vertreten.

Am Ende findet sich kein zusammenfassendes Fazit, sondern das Publikationsverzeichnis der vier beteiligten Hochschulen aus den Jahren 2013 und 2014. Der Band schließt mit dem Verzeichnis der Autorinnen und Autoren des vorliegenden Bandes.

Inhalt

In der kurzen Einleitung durch die beiden Herausgeberinnen (6 Seiten) wird die Umbruchs- und Übergangsmetapher als thematischer Rahmen bzw. als konzeptionelle Klammer kurz mit den aktuellen gesellschafts-politischen Umbrüchen begründet. Daraus werden die drei hier berücksichtigten unterschiedlichen Betrachtungsebenen abgeleitet: Individuum – Gesellschaft – Organisation. Jeder der einzelnen Beiträge wird zudem kurz vorgestellt. Damit wird deutlich, dass es hier nicht per se um disziplinäre oder standortspezifische Zugänge geht, sondern um Fragen der Akzentuierung individueller Umbrucherfahrungen im Vergleich mit stärker gesellschaftlich und organisationell bestimmten Übergangssituationen.

Der erste Block „Individuum“ beginnt mit einem kurzen, biografisch getöntem Praxisbericht aus dem Feld der Kita-Arbeit. Der Titel des Beitrags „Konstrukteure von Brücken und Landebahnen – die Kita als Lernfeld für Übergänge“ von Michael Wünsche und Claudia Frey ist programmatisch zu verstehen und fordert dazu auf, sich auf das Kind als Konstrukteur und Feldexperimentator im Umgang mit seinen Übergängen im Kita-Alltag einzulassen.

Der zweite Beitrag von Marga Günther, betitelt als „Biografische Übergänge und Transformationen. Adoleszenzverläufe erforschen“, akzentuiert methodische Forschungsfragen am Beispiel einer Forschungswerkstatt mit Master-Studierenden und thematisiert dabei die Bedeutung reflexiver Zugänge (gerade auch eigener biografischer Prägungen) zum Forschungsgegenstand und zur Zielgruppe. Dabei geht es vor allem um die veränderte Bedeutung der digitalen Vernetzung als eine neue Herausforderung im Kontext der Adoleszenz.

Auch im dritten Beitrag von Monika Barz wird aus einem Lehrforschungsprojekt berichtet, in dem es um „Erfolg von Frauen. Subjektive Rezeptionen im Umbruch“ geht. Damit knüpft sie an frühere Forschungen zum Thema „Angst vor Erfolg bei Frauen“ an und erarbeitet zusammen mit Studentinnen die zeithistorischen Veränderungen und veränderten Konnotationen dieses Dilemmas heraus, verweist aber auch auf die weiterhin bestehenden Fallstricke in der Auseinandersetzung mit der Frage beruflicher Umbruchsanforderungen bei Frauen.

Auch Reinhard Lohmiller bezieht sich in seinem Beitrag „Biografie und Kunst. Biografische Brüche bildender Künstler. Verborgene biografische Einflüsse“ auf die Notwendigkeit der biografischen Verortung, um zu verstehen, wie Krisen und Konflikte in Form künstlerischer Impulse überwunden werden. So verdeutlich er beispielsweise an den konkreten Beispielen von Louise Bourgeois und Joseph Beuys, dass künstlerisches Handeln existenziell ist und Übergang und Veränderung dabei ein grundlegendes Prinzip darstellen.

Der zweite Block „Gesellschaft“, der sich stärker als Sprachrohr gesellschaftlicher Übergangssituationen versteht, ist deutlich umfangreicher ausgefallen. Im ersten Beitrag von Reiner Marquard geht es dabei um „Selbstaktualisierung und Demenz“, ein Thema, bei dem hier vor allem auf die Bedeutung der sozialen Umwelt (Mit-Sein) im Umgang mit der Frage von „Selbst“ und „Aktualisierung“ angesichts der Veränderungen bei demenziell erkrankten Menschen verwiesen wird.

Der zweite Beitrag von Gisela Kubon-Gilke stellt das Thema „Brüche und Übergänge. Analytische Herausforderungen und Konsequenzen für politische Reformen“ in einen transdisziplinären (gestalttheoretischen) Gesamtzusammenhang, der bisherige bildungs- sozial-, arbeitsmarkt- und gesundheitspolische Anreiz-Setzungen zu überwinden versucht. Gemäß der Argumentation in diesme Beitrag müssen politische Reformen langfristig weitaus stärker als bisher motivationale und emotionale Begleitkomponenten solcher politischer Maßnahmen berücksichtigen.

Auch Joachim König verweist in seinem Beitrag „Arbeitslosigkeit – Belastungs- und Bewältigungsprozesse als Herausforderung für die Erwachsenenbildung“ darauf, dass die Erwachsenenbildung stärker als bisher das Thema der Arbeitslosigkeit nicht so sehr als individuelle Krisenerfahrung bzw. als individuelles Problem erfassen muss, sondern angesichts neuer Risikogruppen neue, soziale Gestaltungsräume schaffen muss „zur Relativierung rein ökonomischer Verwertungslogiken“.

Der Beitrag von Angelika Koch „Mütterrenten: Mehr Gerechtigkeit für Familienarbeit in der Alterssicherung“ bezieht das „Übergangs-Thema“ auf den Übergang ins Rentenalter und macht dabei deutlich, dass die Weichen für den Umgang mit dieser Herausforderung lebensgeschichtlich bereits viel früher gestellt werden, ein Faktum, das von Seiten der Gesetzgebung immer noch stärker als bisher berücksichtigt werden müsste und eine ungebrochene Reformnotwendigkeit deutlich macht.

Auf eine ähnliche Diskrepanz zwischen Reformbedarf einerseits und der faktischen Situation von Benachteiligung verweist Christine Schmieder in ihrem Beitrag „Stückwerk statt Gesamtkonzept. Der familienrechtliche Gesetzgeber als Getriebener der obersten Gerichte“ am Beispiel des Sorgerechts nichtverheirateter leiblicher Väter. Auch hier ist ein Hinterherhinken familienrechtlicher Maßnahmen zu beobachten, die der faktischen Evidenz dieser gesellschaftlichen Veränderungen in der empirischen Gestaltung familaler Zusammenhänge nicht entspricht.

Der Beitrag von Maria Meyer-Höger „Das Recht auf (Freiheit zur) Krankheit im Kontext der neueren Regelungen der Zwangsbehandlung“ spricht gleichfalls Konsequenzen an, die sich durch Veränderungen in den gesetzlichen Regelungen ergeben haben, in diesem Fall durch neue Regelungen zur „betreuungsrechtlichen Einwilligung in eine ärztliche Zwangsmaßnahme“. Fragen von Einwilligungsunfähigkeit bzw. zur Nichteinsichtsfähigkeit und der Umgang damit, vor allem im Bereich psychiatrischer Versorgung, wie auch Fragen zum „Recht auf Krankheit“ und zum Selbstbestimmungsrecht werden hier in ihren Konsequenzen für medizinnahe Professionen höchst differenziert aus ethischer Sicht aufbereitet.

Der Beitrag von Thomas Hörnig „‚Sollte unser himmlischer König es ungestraft lassen […]?‘ Umbrüche und notwendige Übergänge als Herausforderungen an die Geschichtsschreibung der Inneren Mission“ stellt den Versuch einer neuen Standortbestimmung der Institution der Inneren Mission dar. Dabei geht es vor allem um die Frage einer bewussten „Befremdung“ als „produktive Differenz“ angesichts historischer Entwicklungen ohne sich damit vom Bezug zu den historischen Organisationsformen „christlicher Liebestätigkeit“ vollkommen abzuschneiden.

Mit Umbrüchen und Übergängen, denen sich nicht zuletzt auch die Kirche (EKD) stellen muss, befasst sich auch Claudia Schulz in ihrem Beitrag „Sprechen wir über Religion? Eine Annäherung an religiöse Kommunikation als theoretischer und forschungspraktischer Zugang zur Religion“. Unter Bezug auf empirische Forschungsarbeiten werden verschiedene Religionsbegriffe auf ihren „Nutzen“ hin einer kritischen, kirchensoziologischen Reflexion und Analyse unterzogen und im Hinblick auf mögliche (neue) religiöse Kommunikationszusammenhänge und -anstöße hin untersucht.

Als letzter Beitrag in diesem Block befassen sich Jürgen Rausch und Wilhelm Schwendemann mit „Postmigrantischen Phänomenen: Streiflichter zu jugendlichem Antisemitismus, Tabubrüchen, Provokationen und Holocaust Verdrängung“. Unter Bezug auf Medienberichte konstatieren sie das Phänomen der Abkopplung vom Leid anderer in bestimmten Jugendmilieus. Die Notwendigkeit, so etwas wie „Managing Diversity“ zu entwickeln, um gegen Antisemitismus wirksam sein zu können, bringen sie in Zusammenhang mit Formen einer Interventionsstrategie, die sich zunächst einmal als eine akzeptierende und aufsuchende Jugendarbeit versteht.

Der dritte Themenblock „Organisation“, beginnt mit dem Beitrag „Transitionen und Mikrotransitionen: Herausforderungen in der frühpädagogischen Arbeit“ von Dorothee Gutknecht und Roswitha Sommer-Himmel, der sowohl die Transitionen in und von Krippe, Kindergarten und Schule erfasst als auch die jeweils zugehörigen tagtäglichen kleinen Übergänge sowohl im Familien-Alltag als auch im institutionellen Mikro-Alltag. Sie verweisen dabei auf die Notwendigkeit fundierter Reflexion, um allen Beteiligten (Kindern, Eltern und den pädagogisch Tätigen) gute (im Sinne von weichen) Transitionen zu ermöglichen.

Daniel Mielenz und Elke Schierer befassen sich in ihrem Beitrag „Organisationsgestaltung als Leitungsaufgabe: Implementierung eines Handlungsmodells zur Stärkung der Partizipation im stationären Bereich einer Einrichtung der Erziehungshilfe“ mit der Frage, wie die Veränderungsanforderungen an Organisationen mit tatsächlichen Veränderungen verknüpft werden können. Entlang dieser Überlegungen entwickeln sie ein partizipatives Handlungsmodell der internen Hilfeprozesssteuerung, das nicht zuletzt den Bedarf eines hinreichenden kommunikativen Austausches deutlich macht und darüber hinaus auf die Notwendigkeit einer immer mitlaufenden Selbstreflexion und Verständigungsbereitschaft über Partizipations-Selbstverständnisse verweist.

Auch Christine Güse thematisiert in ihrem Beitrag „Entwicklung eines theoriebasierten Handlungsleitfadens für Change-Management-Prozesse – beispielhaft konkretisiert am Thema ‚Einsatz akademischer Pflegekräfte in der Pflegepraxis – Wandlungsanforderungen an Organisationen‘“. Sie entwickelt hier zunächst einen integrativen Ansatz zum Change Management samt Handlungsleitfaden für eine theoriegeleitete Umsetzung in die Praxis und betont dabei die fortlaufende Berücksichtigung richtiger Passungen im Hinblick auf die Erwartungen aller Beteiligten.

Um Fragen ästhetischer Bildung geht es im Beitrag „Pflegelehrerinnenausbildung – ein Wendepunkt?! Employability vs. Bildung“ von Marion Schüssler. Aus gestalt- und theaterpädagogischer Sicht wird hier ästhetische Bildung als Bedingung für Selbstbildung verstanden. Eine der zentralen Annahmen bzw. Forderungen ist die nach einer „Mathetik“ als Form eines aktiven Aneignungsprozesses und Aufhebung der Dichotomie von Lehren und Lernen.

„Übergänge zwischen Hochschule und Praxis – gemeinwesenorientierte Praxisforschung zu Social Intrapreneuship“, so lautet der Titel des Beitrags von Andreas Schöler, der ein Projekt beschreibt, in dem Übergänge zwischen Hochschule und Praxis als zivilgesellschaftlich zu verantwortende Aufgabe der Wissenschaft (sowie im Sinne eines diakonischen Unternehmertums der Hochschulen) verstanden werden (sollten), wobei diesbezüglich durchaus noch ein deutlicher Entwicklungsbedarf fetsgestellt wird.

Im letzten Beitrag definiert schließlich Hans-Joachim Puch „Wissenschaft als Innovationsmotor“. Hier geht es vor allem darum, der Sozialwirtschaft einerseits die sie betreffenden gesellschaftlichen Herausforderungen (z.B. demographischer Wandel) deutlich zu machen, sich andererseits aber auch aktiv und gemeinsam an den möglichen Lösungen zur Umsetzung an den Praxis-Schnittstellen zu beteiligen.

Diskussion

Das in dieser Publikation aufgefächerte Themenspektrum zum Rahmenkonzept „Übergänge und Umbrüche“ verdeutlicht die enorme (disziplinäre) Bandbreite sowie die inhaltlich Fülle und Heterogenität, die in Studium, Forschung und Lehre an den Evangelischen Hochschulen in Deutschland herrscht. Trotz einer gewissen Strukturierung der verschiedenen Betrachtungsaspekte zu Übergangs- und Umbruchsphänomenen stehen die einzelne Beiträge aber doch weitgehend für sich und werden leider nicht aufeinander bezogen. Insofern finden sich, gerade auch durch die Vielfalt der verschiedenen beteiligten Disziplinen, viele interessante Einzelaspekte, die man gerne noch einmal in einer integrativen Zusammenschau aufbereitet gelesen hätte. So bleiben sie doch mehr oder weniger in ihren „disziplinären Schuhen“ stecken.

Andererseits wird der Anspruch der Publikationsreihe, die interessierte Öffentlichkeit über die Arbeit an den Evangelischen Hochschulen in Deutschland in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung exemplarisch zu informieren, durchaus eingelöst. Fachübergreifend werden in den verschiedensten Feldern der Sozialen Arbeit sowie der Sozial-, Religions-, Erwachsenen- und Gesundheitspädagogik Übergangs- und Umbruchphänomene als immanente Bestandteile der entsprechenden Arbeitsfelder diagnostiziert. Die Publikation zeigt, dass man gegenüber dem erkenntnisleitenden Rahmenthema sensibilisiert ist. Den sich daraus ergebenden Herausforderungen an die beteiligten Professionen stellt man sich in den Evangelischen Hochschulen, wenngleich mit sehr unterschiedlichen „Antworten“ in Bezug auf Theorie und Praxis. Der Versuch, unterschiedliche Ebenen, auf denen die hier thematisierten Transitionen ablaufen, zu bestimmen, ist durchaus hilfreich, obgleich die „empirische“ Durchdringung dieser drei Ebenen vielleicht etwas deutlicher hätte herausgearbeitet werden können.

Innerhalb der Kollegenschaft der beteiligten Hochschulen ist diese Publikation sicherlich eine gute Möglichkeit, den interdisziplinären Stand zur Kenntnis zu nehmen, zu reflektieren und zu bilanzieren. Liest man hingegen die einzelnen Texte als Außenstehender, wird es etwas mühsam, im Sammelsurium der Vielfalt sowohl die theoriebezogenen als auch die praxisrelevanten Beiträge nach ihrem innovativen Stellenwert wahrzunehmen und herauszufiltern.

Fazit

Was erfährt bzw. lernt man über „Übergänge und Umbrüche“ nach dem Lesen dieser Publikation? Man erfährt die nicht völlig unerwartete Aussage, dass Wandel und Veränderung unser Leben bestimmen und somit auch die Themen und Felder der Sozialen und pädagogischen Arbeit. Deutlich wird, wie stark die jeweils leitenden Erkenntnisinteressen immer noch disziplinär verortet sind. Das Bedürfnis von manchen Studierenden der Sozialen Arbeit nach mehr (transdisziplinärer) Integration wird nach dem Lesen dieser Publikation durchaus verständlich. Als allgemeine Einführung in Fragen gesellschaftlicher Transformationsprozesse eignet sich diese Publikation nicht. Als Ergänzung, gerade bei speziellen Fragen und Bereichen der professionellen Sozialen Arbeit, lohnt sich ein Blick in viele der hier publizierte Texte aber durchaus.


Rezensentin
Prof. Dr. Insa Fooken
Professur für Psychologie mit dem Schwerpunkt Entwicklungspsychologie an der Universität Siegen bis 2013; zur Zeit Senior-Professorin an der Goethe-Universität Frankfurt; Forschungsschwerpunkte u. a.: Männer und Frauen im Alter, Scheidung nach langjährigen Ehen

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Zitiervorschlag
Insa Fooken. Rezension vom 12.10.2015 zu: Alexa Köhler-Offierski, Heike Stammer (Hrsg.): Übergänge und Umbrüche. FEL Verlag Forschung Entwicklung Lehre (Freiburg) 2014. ISBN 978-3-932650-69-7. Evangelische Hochschulperspektiven Band 10. In Zusammenarbeit mit Hans-Joachim Puch und Wilhelm Schwendemann. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/18382.php, Datum des Zugriffs 26.05.2016.


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