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Wouter Vandenhole, Ellen Desmet u.a.: Routledge International Handbook of Children´s Rights Studies

Cover Wouter Vandenhole, Ellen Desmet, Didier Reynaert, Sara Lembrechts: Routledge International Handbook of Children´s Rights Studies. Routledge (New York) 2015. 452 Seiten. ISBN 978-1-13-802370-3. 189,95 EUR.
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Thema

Dieses Handbuch bietet einen engagierten Überblick über die zeitgenössische Forschungslandschaft für alle Menschen, die sich im Bereich der Theorie und Praxis von Kinderrechten einsetzen. Der Band präsentiert einen multidisziplinären Ansatz, um die Rechte der Kinder sowie die thematischen Kernfragen in diesem Bereich an der Schnittstelle zwischen globalen und lokalen Interessen zu beleuchten. Die wichtigsten Ansätze und Themen in diesem Band sind: Recht, Sozialarbeit und Soziologie der Kindheit und Anthropologie, Geographie, Kindheitsforschung, Geschlechterforschung und Analysen zu Staatsbürgerschaft, Partizipation, Bildung und Gesundheit, Jugendgerichtsbarkeit und alternative Betreuung, Gewalt gegen Kinder und weibliche Genitalverstümmelung, Kinderarbeit, arbeitende Kinder und Kinderarmut, Migration, einheimische Kinder und Ausbeutung von Ressourcen

HerausgeberInnen

Wouter Vandenhole hat den Vorsitz von UNICEF Kinderrechte inne – ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Antwerpen und UNICEF Belgien – an der Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität von Antwerpen (Belgien). Er ist der Sprecher der Forschungsgruppe für Rechte und Entwicklung und hält den Vorsitz des Europäischen Forschungsnetzwerkprogramms GLOTHRO. Er hat zahlreiche Beiträge zu wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten, die Rechte des Kindes und transnationale Menschenrechtsverpflichtungen veröffentlicht. Er ist Gründungsmitglied des flämischen Children„s Rights Wissenszentrums sowie Co-Koordinator des internationalen interdisziplinären Studiengangs zum Thema Kinderrechte.

Ellen Desmet ist Post-Doktorandin an der Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität von Antwerpen (Belgien) und dem Menschenrechtszentrum der Universität Gent (Belgien). Davor war sie Mitarbeiterin in Forschung und Personalpolitik am Children„s Rights Knowledge Centre und lehrte Anthropologie des Rechts an der Universität Leuven.

Didier Reynaert ist Dozent für Sozialarbeit an der Fakultät für Bildung, Gesundheit und Soziale Arbeit des University College Gent, er ist an mehreren Forschungsprojekten im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik und Kinderrechte beteiligt. Er ist Mitglied des Vorstands des flämischen Children„s Rights Wissenszentrums. Zuvor arbeitete er für die flämische Children„s Rights Coalition, das Kinderrechtszentrum und als Beamter im Ministerium der flämischen Gemeinschaft für den Jugendschutz.

Sara Lembrechts arbeitet mit einer Vollzeitstelle am Wissenszentrum für Kinderrechte (KeKi), wo sie für die Erfassung und Sammlung der Forschungsbeiträge zu Kinderrechten sowie für die politische Beratung der flämischen Regierung verantwortlich ist.

Entstehungshintergrund

Die speziell angeforderten Kapitel wurden von renommierten Wissenschaftlern und Forschern verfasst und zusammengestellt, um einen kritischen und wertvollen Leitfaden für die Herausforderungen und die Dilemmata, die derzeit mit Blick auf Kinderrechte bestehen, zu erstellen. Die Idee für dieses Buch basiert auf zwei Entwicklungen. Die erste ist die Organisation eines internationalen interdisziplinären Diskurses über Kinderrechte, Kinderrechte in einer globalisierten Welt: Kritische Perspektiven. In den letzten Jahren beteiligten sich Teilnehmer aus der ganzen Welt professionell an kritischen Reflexionen über die Integration der Kinderrechte und gaben diesen einen eigenen Rahmen. Die Idee, ein Handbuch mit einer kritischen Perspektive zu schreiben, war geboren. Der zweite Grund für das Handbuch entstand aus der Beobachtung, das „etwas im Gange zu sein scheint“ (Seite 1) im Bezug auf Kinderrechte. Viele Wissenschaftler haben Neukonzipierungen der Kinderrechte vorgeschlagen, die die Verlagerung weg von einer Top-down-Perspektive hin zu einem Bottom-up-Ansatz bei Kinderrechten widerspiegeln. Dieselbe Perspektive all dessen ist die Kontextorientierung, die dominierende Paradigmen in der Forschung zu Kinderrechten kritisiert.

Aufbau

Der Band besteht aus zwei Teilen, einem disziplinären (Seite 25-182) und einem thematischen (Seite 183-429). Der erste Teil gibt einen Einblick in die verschiedenen (inter-)disziplinären Ansätze für Kinderrechte mit Beiträgen aus Recht, Geschichte, Sozialpolitik, Erziehungswissenschaften, Kindheitsforschung, Soziologie, Sozialarbeit, Anthropologie, Geographie, Geschlechterforschung und Staatsbürgerschaftsstudien. Der zweite Teil greift einen thematischen Aspekt auf, eine Auswahl von Kinderrechtsfragen, die von besonderer Bedeutung aus einer globalen Perspektive sind. Partizipation, Bildung, Gesundheit, Jugendrecht, alternative Betreuung, Gewalt, weibliche Genitalverstümmelung, Kinderarbeit und arbeitende Kinder, Migration, Armut, geniale Kinder und natürliche Ressourcen werden angesprochen. Eine ausführliche Einführung in jedes Kapitel wird im letzten Abschnitt der Einführung offeriert. Beide Teile verstärken sich gegenseitig, sie sind miteinander verbunden und ergänzen sich. Der rote Faden, der Kohärenz in den beiden Teilen und ihr jeweiliges Kapitel sichert, ist der kritische Ansatz der eingenommen wird. Das Buch beschäftigt sich mit vier analytischen Fragen, die den Kern dieses Handbuches bilden: Definitionen und Verständnis für Kinder, Kindheit und Kinderrechte, ein kontextspezifischer Ansatz, disziplinäre Wechselwirkungen und eine Aufforderung zur Kritik. Am Ende der Einführung erklären sie die wichtigsten Inhalte und wie diese in den dann folgenden analytischen Fragen auftauchen.

Teil I

In Teil 1 „Wissenschaftliche Perspektiven“ (Seite 25-182) konfrontiert Wouter Vanderhole mit dem Kapitel Kinderrechte aus juristischer Sicht: Kinderrechtsgesetz den Leser mit den globalen und regionalen Rechtsrahmen für die Rechte der Kinder und beschreibt die wichtigsten Rechtsinstrumente, mit dem Fokus auf Kontrolle und Abläufe auf der supranationalen Ebene. Dann führt er juristische Argumentationen für Kinderrechte an, in erster Linie auf die Kodifizierung der Kindermenschenrechte in der CRC abzielend. Danach wird die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ein wichtiger Punkt, was rechtliche Erwägungen für drei inhaltliche Themen (Jugendrecht, Familienangelegenheiten und Bildung) konkretisiert. Im letzten Teil fragt Vanderhole, inwieweit Kinderrechte zum sozialen Wandel beitragen können. Der Autor schließt mit einem Plädoyer für eine kritische Rechtswissenschaft, die verschiedenen Möglichkeiten zu analysieren, in denen Kinderrechte und soziale Realitäten zusammenwirken. Er bietet viele Gründe für eine kritische Auseinandersetzung mit Kinderrechten. Er unterstützt die Diskussionen und Debatten aus rechtlicher Sicht für die Kinderrechte und plädiert dafür, bei der juristischen Definition wie der Neudefinition der Bedeutung von Kinderrechtsgesetzen systematischer vorzugehen, über die Erfüllung von Standards hinaus.

Eugen Verhellen erforscht Kinderrechte aus der Perspektive der CRC in seinem Kapitel Die Konvention über die Rechte des Kindes: Reflexionen aus historischer, sozialer und pädagogischer Perspektive. Er erklärt das wachsende Interesse an Kinderrechten und schaut auf die Schnittmenge zweier makro-gesellschaftlicher Entwicklungen. Die erste betrifft ein sich änderndes Kinderimage, das Kinder als Subjekte wahrnimmt. Die zweite dreht sich um die Entwicklung der globalen Menschenrechte seit 1945. Der Autor legt die CRC als Rahmen dar, um die Debatte zum Thema Kinderrechte zu unterstützen. Er zeigt die wichtigsten Merkmale der Konvention und die Folgen der Annahme der CRC auf. Verhellen argumentiert mit einer sehr interessanten Umsetzung der CRC in der Sozialpolitik. So zeigt er, wie man Abhängigkeit und Autonomie für Kinder die gleiche Priorität geben kann. Er führt ein Beispiel für die Inklusion von Kinderrechten an und wie sie ein stärkeres Gewicht in der Gesellschaft erhalten können.

Bruno Vanobbergen gibt in seinem Kapitel Kinderrechte und Kindheitsforschung: Vom Getrenntleben hin zu einer glücklichen Ehe einen Überblick über Kinderrechte und Kindheitsforschung. Er schaut sowohl auf die Kindheit als eine Strukturform als auch auf die Vertretung von Kindern sowie auf Unterschiede innerhalb von Kindheitsstudien, schließt den Fokus auf die Soziologie der Kindheit ein. Dann im folgenden Teil erstellt er eine wirklich gute Übersetzung der Erkenntnisse aus der Kindheitsforschung bis hin zu Studien über Kinderrechte. Seine Kritik richtet sich dagegen, Kinder in eine erwachsenenbasierte politische Struktur einzupassen. Der Autor argumentiert, dass Kinder einen Platz in der Gesellschaft haben können, wenn man es von beiden Richtungen aus betrachtet: der Kinderrechtsforschung und der Kindheitsforschung. Er verband beide miteinander, um die Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen neu zu überdenken.

Im nächsten Kapitel, Die Soziologie der Kindheit und Kinderrechte, zeigt Berry Mayall die wichtigsten Ideen, die in der Soziologie der Kindheit entwickelt wurden. Die Autorin erklärt die Ideen entstehender struktureller Ansätze zur Kindheit, dass Kinder Mitglieder der Gesellschaft sind und Kindheit eine soziale Kategorie in der Gesellschaft ist. Auf der anderen Seite befasste und befasst sich die Soziologie mit relationalen Prozessen ebenso wie damit, dass sich Kindheit und Erwachsensein auf verschiedenen Makro- und Mikro-Ebenen gegenseitig bedingen. Sie zeigt, warum es eine Notwendigkeit für eine separate Kategorie der Kinderrechte gibt. Mit ihrer Forschung gibt sie einen sehr wichtigen Überblick über das Denken auf lokaler Ebene, was Kindheit ist, und wie das Verhältnis von Kindheit zum Erwachsensein innerhalb sozio-ökonomischer und politischer Zusammenhänge ist. Sie weist darauf hin, wie Kinderrechte in lokalen und internationalen Kontexten eingehalten werden können.

In ihrem Kapitel über Kinderrechte aus der Perspective der Sozialarbeit: Auf dem Weg zu einer lebensweltlichen Orientierung reflektieren Didier Reynaert und Rudi Roose über die Art und Weise, wie Sozialarbeit einen Beitrag leisten kann zu einem beratenden kritischen Dialog bei der Interpretation der Grundsätze von Kinderrechten. Sie erklären, dass Sozialarbeit sowohl ein Beruf der Menschenrechte als auch eine akademische Disziplin ist. Sie liefern kritische Ansätze über die Auswirkungen für die Sozialarbeit, hier für ein verändertes Image der Kindheit und der anderen, die Institutionalisierung von Kindheit in diverse Formen von Jugend. Dieses Kapitel trägt zu einem kritischen Bereich der Kinderrechtsforschung bei, indem es eine Reihe von grundlegenden Fragen aufwirft. Sie geben einen guten Überblick über das Paradigma der Kinderrechte: dass sie als Lösung für soziale Probleme umgesetzt und von oben auferlegt werden. Die Autoren beschreiben eine Reihe von Einschränkungen der Disziplin der Sozialarbeit für die Erforschung von Kinderrechten.

Geraldine André leistet mit ihrem Kapitel AnthropologInnen, EthnographInnen und Kinderrechte; Kritik, Widerstand und Stärke einen Beitrag zu den anthropologischen und ethnographischen Ansätzen über Kinderrechte seit der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention. Die Autorin bietet in ihrer Analyse, was man als „fremdes Paradoxon“, den Höhepunkt des Anthropologenwiderstands gegen und die Kritik an den globalen Kinderrechtsgesetzen bezeichnen kann. Andererseits erklärt sie, wie die CRC ein erneuertes Interesse für die Rechte von Kindern unter der anthropologischen Theorie und Methodik inspirierte, um so die Erfahrungen von Kindern besser einzubeziehen. Die Autorin gibt einen Überblick über anthropologische Bottom-up-Ansätze bez. Kinderrechte und die anthropologischen Perspektiven, die Kinderrechte mit Machtstrukturen verknüpfen, einschließlich des globalen Kapitalismus und des Kinderschutzes. Sie hebt mehrere sehr wichtige Debatten innerhalb der Anthropologie und anderen Disziplinen hervor. André macht deutlich, wie sich Images von Kindern und ihre Handlungsfähigkeit sowie die sozialen Strukturen und Machtverhältnisse überall in den Gesellschaften ändern.

Stuart C. Aitken spricht in seinem Kapitel Kinderrechte: Eine kritische geographische Betrachtung über den Zusammenhang zwischen Kinderrechten, Raum und Ort. Er lehnt sich an marxistisch und feministisch inspirierte geographische Forschungen an und verweist auf die kollektiven Rechte von Kindern und Erwachsenen als einen Teil der Politik. Aitken schreibt über das Kinderrecht in verschiedenen Zusammenhängen des globalen Raums und kritisiert die CRC, besonders im Hinblick auf die Rechte von Kindern in Ort und Raum in einer globalen Welt. Aitken führt Beispiele aus Slowenien und Chile an, anhand derer er seine Kritik an einer geographischen Perspektive der Kinderrechte übt. Er erklärt, dass die Kindheit ein geographisch facettenreiches Phänomen ist, wie auch das Verständnis für die Art und Weise, in der junge Menschen im Raum interagieren. Er kontrastiert universelle Kinderrechte und globale Diskurse und erörtert die Ansicht von der Auslegung der Rechte, was zu einer räumlichen Variabilität, persönlichen Flexibilität führt, wie auch einer Rolle für Kinder, in der sie ihre Rechte mitgestalten.

In Kinderrechte aus einer Perspektive der Geschlechterforschung: Gender, Intersektionalität und die Ethik der Fürsorgeberichtet Karen De Graeve über die Schnittstelle von Geschlecht und Kindheitsforschung. Sie erforscht intersektionäre und ethische Fürsorge aus einer feministischen Perspektive, was sie ist und wie eine Genderforschung zu Theorie und Praxis der Kontextualisierung beitragen kann, unterstützt den kinderspezifischen Ansatz und ihre Rechte. Ihre zweifache Analyse verdeutlicht, wie beide Konzepte die theoretischen Werkzeuge für die Analyse der Erfahrungen und Rechte von Kindern zur Verfügung stellen können. Ausgehend von der Annahme, dass Sex und Gender die Erfahrungen von Kindern erheblich formen und begrenzen. De Graeve äußert Kritik an jenen Paradigmen, Diskursen und Richtlinien des Kinderrechts, die von einem universellen Verständnis der Kindheit ausgehen. Ihre Analyse lädt zu einer Neugewichtung der Prioritäten in Politik und Forschung ein. Das Kapitel Kinderrechte und Forschung zu Staatsbürgerschaft: Neu-Theoretisierung der Staatsbürgerschaft von Kindern mittels Transdisziplinarität vom Lokalen zum Globalen von Richard Mitchell erörtert das Thema, wie Studien über Kinderstaatsbürgerschaft konstituiert und angewendet werden. Er plädiert für eine neue Theoriedebatte über Kinderstaatsbürgerschaft. Er argumentiert, dass eine transdisziplinäre Neu-Theoretisierung der an Erwachsenen orientierten Staatsbürgerschaftskonzepte durch Anwendung der CRC neue Möglichkeiten auf lokalen bis globalen Ebenen eröffnet. Er betrachtet die Erforschung, Lehre und die Beschäftigung mit Kindern weder als einen unidisziplinären noch als einen unidirektionalen Wissensaustausch, sondern als Co-konstruierte und reflexive Erfahrung der Staatsbürgerschaft für beide, Erwachsene und Jugendliche. Er plädiert für einen transdisziplinären Ansatz.

Teil II

In Teil II (S. 183-429) werden ausgewählte Themen am Schnittpunkt des Globalen und Lokalen innerhalb der Forschung zu Kinderrechten diskutiert. Kay Tisdall´s Kapitel über Partizipation von Kindern und Jugendlichen: eine kritische Betrachtung des Artikel 12 befasst sich mit dem viel diskutierten Thema Kinderbeteiligung. Das Kapitel untersucht die Definition und Typologien der Partizipation von Kindern und Jugendlichen.Tisdall erläutert zwei schottische Fälle als Beispiele für die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen aus individueller Perspektive im Kontext des Familienrechts und kollektiv in Schulgremien. Kritisch analysiert sie die aktuelle Debatte, weist auf die Falle der Instrumentalisierung der Partizipation in der Praxis hin, die Integration von Kindern und Jugendlichen in die bestehende dominierende Ordnung und die Bedenken, dass die Beobachtungspraxen von Teilhabe dazu neigen, Kinder von Erwachsenen zu trennen. Die Autorin hält ein starkes Plädoyer für die Anerkennung informeller Formen der Partizipation bei Kindern und Jugendlichen in ihrem Lebensalltag, anstatt zu versuchen sie in für Erwachsene reservierte Räume zu ziehen.

In Bildung und Kinderrechte untersucht Ann Quennerstedt die Beziehung zwischen Bildung und Kinderrechten aus einer pädagogischer Perspektive. Sie erklärt den Unterschied zwischen dem Recht auf Bildung und Rechte in der Bildung und spezifiziert drei Aspekte: Zugang zu Bildung, Bildungsinhalte und Beziehungen in der Bildung. Sie diskutiert die Spannung zwischen Kinder- und Elternrechten, Bildungssegregation und die Rechte von Kindern ohne Staatsbürgerschaft auf Bildung. Sie weist auf die Wichtigkeit von Bildungsprozessen hin und versucht, den Widerstand im Bildungsbereich gegen die Änderung von Kinderrechten zu verstehen. Sie argumentiert, dass mehr Forschung über die Bedeutung des Rechts auf Bildung, die Bedeutung von Bildungsinhalten und die Bedeutung von Beziehungen in der Ausbildung für das Lernen erforderlich sind.

Ursulla Kikellys Kapitel über Gesundheit und Kinderrechte umreißt das Recht des Kindes auf Gesundheit durch die Analyse von CRC Schlüsselbestimmungen sowie die interpretative Arbeit des CRC. Die Autorin denkt über das Schweigen auf der juristischen Seite von Kinderrechten bez. sexueller Gesundheit und Gesundheitsförderung nach. Sie erläutert das Recht des Kindes auf Einbeziehung bei medizinischen Entscheidungen und wertet dies als ein Barometer für die Rechte des Kindes in der Gesundheitsfürsorge (Kikelly S. 217). Die Autorin sieht eine große Herausforderung in dem Ansatz, Kindern in der Gesundheitsversorgung den Platz als eine homogene Gruppe einzuräumen. Sie kritisiert die gesetzlichen Instrumente und erläuternde Arbeit an den Rechten von Kindern. Sie scheint einen multidisziplinären Ansatz zu bevorzugen, was ihre eigene empirische Arbeit über Partizipation auch spiegelt. Das Kapitel von Ton Liefaard Jugendgerichtsbarkeit aus einer internationalen Perspektive der Kinderrechte stellt sich die Frage, inwieweit Kinderrechte maßgebliche Leitlinien bieten und darüber, wie man sich der Situation von Kindern im Konflikt mit dem Gesetz nähert. Sie erklärt die Schwierigkeiten, Standards der internationalen Menschenrechte gesetzlich auf Kinder anzuwenden und der Jugendgerichtsbarkeit in der Praxis. Sie präsentiert die drei Schlüsselfragen im Jugendrecht: die Frage nach einem spezifischen und spezialisierten Rechtssystem für Kinder, die im Konflikt mit dem Gesetz sind, das Recht auf eine Testverhandlung für Kinder und kinderfreundliche Justiz sowie alternative Rechtsprechung. Sie erklärt die Komplexität des Jugendstrafrechts und die Möglichkeit, einen Rahmen für Kinderrechte in der Gesetzgebung zu schaffen.

Nigel Cantwell analysiert im Kapitel Die Menschenrechte der Kinder im Kontext einer offiziellen alternativen Betreuung Kinderrechte in Bezug auf Kinder, die nicht von ihren Eltern versorgt werden oder in Gefahr dessen sind. Er gibt eine historische Übersicht über die Rechte von Kindern und verweist dabei auf die öffentliche Kinder- und Jugendpflege. Der Autor beschreibt die Grundsätze der Notwendigkeit und Eignung hinsichtlich der Unterbringung in öffentlichen Einrichtungen. Er betont die Bedeutung von Bezugspersonen bei der Betreuung in öffentlichen Einrichtungen, analysiert die Grenzen der familienbasierten alternativen Betreuung und die Herausforderungen im Zusammenhang mit De-Institutionalisierung mit Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten. Er erklärt die zentrale Bedeutung einer kontextspezifischen Auslegung und Anwendung der Kinderrechte in Bezug auf alternative Betreuung. Der Autor veranschaulicht die Schwierigkeit, wie alternative Betreuung ermöglicht wird und die finanzielle Seite. Schließlich wagt er einen kritischen Blick in puncto Inflation der Menschenrechte und die Ablehnung gegen eine Familiensprache in der öffentlichen Pflege.

Gertrud Lenzer´s Kapitel Gewalt gegen Kinder erläutert die verschiedenen Konzepte von Gewalt gegen Kinder und ihre Geschichte sowie verwandte Themen. Sie schaut auf die Prügelstrafe als eine wichtige Form von Gewalt gegen Kinder. Dann weist sie den Bottom-up-Ansatz für Kinderrechte im Zusammenhang mit Gewalt gegen Kinder zurück. Sie argumentiert mit biologischen Erkenntnissen aus der Forschung in den Neurowissenschaften und der Epigenetik, über die Gesundheit und die sozialen Auswirkungen der Kindes-Misshandlung für den Lebensverlauf und generationenübergreifend. Sie zeigt den Umfang der Gewalt gegen Kinder in den USA und wertet die wichtigen Konzepte von Gewalt gegen Kinder als ein diagnostisches Gerät, um den Umfang und verheerenden Einfluss von schlechter Behandlung und ähnliches zu zeigen. Der Schwerpunkt im Kapitel von Els Leys and Annemarie Middelburg Weibliche Genitalverstümmelung in Europa aus einer Kinderrechtsperspektive analysiert, wie die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung als Verletzung der Menschenrechte sowie von Kinderrechten eingestuft werden kann. Die Autoren folgern, dass die Bekämpfung von WGV einen umfassenden, multidisziplinären und kontextspezifischen Ansatz erfordert: Schutz der Kinder und jungen Frauen, die Bereitstellung psychologischer, gesundheitsbezogener und sonstiger Dienstleistungen sowie den Aufbau von Partnerschaften zwischen allen Beteiligten. Sie kennzeichnen verschiedene Herausforderungen und Spannungen im Umgang mit WGV und werfen die Frage auf, wie man mit kulturellen Unterschieden umgeht.

Karl Hanson, Diane Volonakis und Mohammed Al-Rozzi diskutieren über die vielfältigen Dimensionen von Kinderarbeit in ihrem Kapitel über Kinderarbeit, arbeitende Kinder und Kinderrechte. Nach einer historischen und anthropologischen Bestandsaufnahme erörtern sie die Konzepte von Kinderarbeit, Kinderbeschäftigung und arbeitenden Kindern sowie ihre zugrundeliegenden Vorstellungen. Die Autoren identifizieren vier unterschiedliche Positionen in Bezug auf Kinderarbeit: Laissez-faire, Abolitionismus, Regulierung und Ermächtigung. Sie nehmen einen Empowerment-Ansatz für arbeitende Kinder ein und bauen auf einen Unterschied bezüglich disziplinärer Zugänge für arbeitende Kinder und den sozioökonomischen Fragen.

Das Kapitel Die Menschenrechte im Kontext internationaler Migration von Pablo Ceriani Cernadas erläutert die Situation der Kinder in der Migration, benennt Gruppen von Kindern, die von Migration betroffen sind und beleuchtet einige der Ursachen von Migration. Er spiegelt auch Migrationskontrollpolitik, die Grundsätze der Nicht-Abschiebung und des Nicht-Festhaltens von Kindern. Er behandelt die Probleme, einschließlich der Inhaftierung und Deportation der Eltern, das Recht auf ein Familienleben, soziale Rechte und die Pflichten der Herkunftsländer. Das Kapitel analysiert die gesetzlichen Interpretationen der Menschenrechtsnormen und der allgemeinen Grundsätze, wie vom CRC entwickelt, und wie das Kinderrechtsgesetz auf die Migration von Kindern angewandt werden sollte. Der Autor macht geltend, dass Kinder nie für eine illegale Migration zur Verantwortung gezogen werden können, die Rechtsstellung der Eltern vielmehr von den Interessen und Rechten ihrer Kinder bestimmt sein sollte.

Francine Mestrum analysiert im Kapitel Kinderarmut im Kontext der globalen sozialen Entwicklung die Politik der Schaffung wirtschaftlicher Armut durch Ungleichheit in der Globalisierung und die Diskussion über die Ideologie und Politik der Armut und des sozialen Schutzes statt Armutsbekämpfung. Die Autorin gibt einen Überblick über Kinderarmut und Kinderrechte innerhalb allgemeine Armut und Menschenrechte. Sie weist darauf hin, dass auch kollektiven Rechten genügend Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

Natasha Blanchet-Cohen zeigt in ihrem Kapitel Indigene Kinderrechte: Chancen in Aneignung und Transformation wie indigene Völker die Herausforderungen der Implementierung des CRC angegangen sind. Der Prozess der Aneignung und Transformation wird in drei Bereichen erläutert: Definition der Begriffe des Indigenen, Erfassen der Bedeutung und Implikation des Rechts, Kultur zu genießen und die Ermittlung der Pflichten TrägerInnen. Die Autorin stellt ein positives Abfärben der Menschenrechte indigener Völker auf die Kinderrechte der indigenen Völker fest. Sie weist auch auf die Wichtigkeit einer Kontextannäherung und indigenem Verständnis von den Interessen und der Beteiligung der Kinder in indigenen Gemeinschaften hin.

Im Kapitel von Ellen Desmet und Jose Aylwin Natürliche Ressourcenausbeutung und Kinderrechte wird über die Bedeutung der Kinderrechte im Zusammenhang mit der Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Erfahrung von Kindern und Jugendlichen mit der natürlichen Rohstoffindustrie in Lateinamerika diskutiert. Die Autoren geben einen Überblick über relevante Menschen- und Kinderrechte, Rechtsnormen und ziehen kinderspezifische wie verbindende Erkenntnisse aus anderen Disziplinen heran. Das Kapitel enthält drei zukunftsweisende Themen: die Notwendigkeit für wirksame Rechtsbehelfe und Wandel auf nationaler Ebene, die Bedeutung eines interkulturellen und kontextspezifischen Ansatzes sowie den Vorschlag, den Fokus bei zukünftiger Forschung in Richtung eines umfassenderen Ansatzes bezüglich unseres Umgangs mit natürlichen Ressourcen zu verlagern. Sie beschäftigen sich mit allen Aspekten einer kritischen Annäherung und sie unterstreichen die Ambivalenz einer separaten Domäne von Kinderrechten durch die Analyse eines Querschnittsthemas wie die Ausbeutung der Ressourcen. Die Autoren erklären die Notwendigkeit, Kinderrechte in einer ganzheitlichen, interkulturellen und kontextspezifischen Weise zu verstehen.

Das letzte Kapitel Schlussfolgerungen - Auf dem Weg zu einem Feld der kritischen Kinderrechtforschung verfasst von Ellen Desment, Sara Lembrechts, Didier Reynaert und Wouter Vanderhole wirft einen entscheidenden Blick auf eine kritische Auseinandersetzung mit den Kinderrechten. Sie heben einige der Beiträge in diesem Handbuch besonders hervor. Die Autoren befassen sich mit einem kontextsensitiven Ansatz, einem interdisziplinären Dialog und der Kritik an Kinderrechten. Sie erkunden, wie sich ein Fachgebiet zu kritischer Kinderrechtsforschung entwickeln kann. Die Basis für einen kritischen Umgang mit Kinderrechten bildet ein kontextsensitiver Ansatz, ein interdisziplinärer Dialog und ein Ansatz zur Kritik. Am Ende des Kapitels schreiben sie eine Forschungsagenda zu Kinderrechten und kritischer Kinderrechtsforschung. Die Kritik der kritischen Kinderrechtsforschung erfolgt in drei Dimensionen (diagnostisch, beratend und emanzipatorisch).

Diskussion

Die beiden Bände dieses Buch, ein disziplinärer und ein thematischer, geben einen Einblick in die verschiedenen (inter-)disziplinäre Ansätze für die Rechte des Kindes mit Beiträgen aus verschiedenen Disziplinen. Der zweite Teil wählt eine thematische Sicht, eine Auswahl von Kinderrechtsfragen, die relevant sind aus einer globalen Perspektive. Beide Teile verstärken sich gegenseitig, die miteinander verbunden sind und sich ergänzen. Der duale Zugang der disziplinären und thematischen Analyse hilft, um die Frage der Rechte des Kindes zu verstehen. Der rote Faden, der die Kohärenz in den zwei Teilen und ihren jeweiligen Kapiteln sicherstellt, ist der kritische Ansatz der eingenommen wird. Das Buch beschäftigt sich mit vier analytische Fragen, die den Kern des Handbuches bilden: Definitionen und Verständnis für Kinder, Kindheit und die Rechte des Kindes, ein kontextsensitiver Ansatz, interdisziplinäre Forschung und ein Ansatz der Kritik. Sie zeigen, dass die kontextorientierten Ansätze neue Fragen und Dilemmata aufwerfen.

Fazit

Dieses Handbuch bietet einen engagierten Überblick über die zeitgenössische Forschungslandschaft für alle Menschen, die sich im Bereich der Theorie und Praxis von Kinderrechten einsetzen. Dieses Buch eignet sich für Forscher und Studenten der Kinderrechte, während es einen multidisziplinären Ansatz zum Thema bietet. Die Autoren lösen die Diskussion über die Gestaltung und das Verständnis von und die Art der Forschung über Kinderrechte aus. Hier analysieren sie das Thema in sehr unterschiedlicher kritischer Weise: Durch das Angebot von verschiedenen disziplinären Perspektiven präsentiert das Buch eine Reihe von Themen von globalem Interesse. Ein sehr guter Punkt dabei ist die wichtige Kritik an den Kinderrechte, wodurch die diagnostische, beratende und die emanzipatorische Dimension in den Fokus rückt (S. 425). Die Forschungsagenda für ´kritische Kinderrechtsstudien´ (Seite 427) spielt eine entscheidende Rolle bei einer kritischen Sicht auf die grundlegenden Ausgangspunkte der Erforschung von Kinderrechten. Dieses Handbuch kann eine Unterstützung im Bereich der Kinderrechte werden, eine wichtigeren Beitrag für die Gestaltung und das Verständnis von Kinderrechten und um kritischen Punkten in der Forschung nachzukommen.

English version, translated from German version by Claudia Mehlmann

Subject

This handbook offers an engaging overview of the contemporary research landscape for those people in the theory and practice of children‘s rights. The volume offers a multidisciplinary approach to children‘s rights, as well as key thematic issues in children‘s rights at the intersection of global and local concerns. The main approaches and topics within the volume are:

  • Law, social work, and the sociology of childhood and anthropology
  • Geography, childhood studies, gender studies and citizenship studies
  • Participation, education and health
  • Juvenile justice and alternative care
  • Violence against children and female genital mutilation
  • Child labour, working children and child poverty
  • Migration, indigenous children and resource exploitation

Editors

Wouter Vandenhole holds the UNICEF Chair in Children‘s Rights – a joint venture of the University of Antwerp and UNICEF Belgium – at the Faculty of Law of the University of Antwerp (Belgium). He is the spokesperson of the Law and Development Research Group and chairs the European Research Networking Programme GLOTHRO. He has published widely on economic, social and cultural rights, children‘s rights and transnational human rights obligations and is a founding member of the Flemish Children‘s Rights Knowledge Centre and co-convener of the international interdisciplinary course on children‘s rights.

Ellen Desmet is a post-doctoral fellow at the Law and Development Research Group of the University of Antwerp and the Human Rights Centre of Ghent University (Belgium). Before, she was a research and policy staff member at the Children‘s Rights Knowledge Centre, and taught anthropology of law at the University of Leuven.

Didier Reynaert is a lecturer in social work at the Faculty of Education Health and Social work of the University College Ghent, he is involved in several research projects in the field of child and youth policy and children‘s rights. He is member of the board of the Flemish Children‘s Rights Knowledge Centre. Previously, he worked for the Flemish Children‘s Rights Coalition, the Child Legal Centre and as a civil servant at the Ministry of the Flemish Community on youth protection.

Sara Lembrechts is fulltime staff member at the Children‘s Rights Knowledge Centre (KeKi), where she is responsible for the collection and dissemination of children‘s rights research, as well as for policy advice to the Flemish government.

Background

The specially commissioned chapters have been written by renowned scholars and researchers and come together to provide a critical and invaluable guide to the challenges and dilemmas currently facing children‘s rights. The idea for this book based of two developments. The first one is the organization of an international interdisciplinary course on children rights, Children rights in a Globalized World: Critical Perspectives. During the time participants from all over the world engage in a critical and reflection on the integration of children´s rights in their professional activities and put it during the course into their own context. The idea to write a handbook for a critical perspective was made.

The second reason for the handbook become from the observation that “something seems to be going on“ (page 1) in children´s rights scholarship. Many scholars have proposed new conceptualizations of children rights that reflect a shift from a top-down perspective towards a bottom-up approach of children rights. The same perspective of all this is there contextual orientation that criticizes dominant paradigms in children rights research.

Structure

The volume consist of two parts, a disciplinary (page 25-182) and a thematic one (page183-429). The first part provides an insight into various (inter) disciplinary approaches to children rights, with contributions from law, history, social policy, educational sciences, childhood studies, sociology, social work, anthropology, geography, gender studies and citizenship studies. The second part takes a thematic point, a selection of children´s rights issues that are of particular relevance from a global perspective. Participation, Education, health, juvenile justice, alternative care, violence, female genital mutilation, child labour and working children, migration, poverty, ingenious children and natural resource are addressed. A detailed introduction to each chapter is offered in the final section of the introduction. Both parts reinforce each other, they are interconnected and complementary. The common thread ensuring coherence throughout the two parts and their respective chapters is the critical approach that is adopted. The book address four analytical puzzles that are the core of this Handbook: definitions and understanding of children, childhood and children‘s rights, a context-specific approach, disciplinary interactions, and an approach of critique. At the end of the introduction they explain the key contents and by flagging how it engages with the analytical puzzles developed below.

Part I

In Part 1 “Disciplinary perspectives“ (page 25-182) showed Wouter Vanderhole with the chapter on Children´s rights from a legal perspective: Children rights law the reader with the global and regional legal frameworks on children´s rights and he descripted the key legal instruments, monitoring bodies and procedures on the supra-national level. Then he wrote about legal reasoning on children´s rights is introduced, drawing primarily on the codification of children´s human rights in the CRC. After that his case law by the European Court of Human Rights an important point, which makes the legal reasoning concrete for three substantive themes (juvenile justice, family matters and education). In the last part Vanderhole asked to what extent children´s rights law can contribute to social change. The Author concludes with a plea for a critical legal scholarship to analyse the different ways in which children‘s law and social realities interact. He offers many reasons for a critical approach to children´s rights. He support the discussion and debate to a legal perspective in children rights and engage more systematically with legally defining and re-defining the meaning of children´s rights law beyond the implementation of standards.

Eugen Verhellen explores the children´s rights from the perspective of the CRC in his chapter The Convention on the Rights of the child: Reflections from a historical, social policy and educational perspective. He explained the growing interest in children‘s rights and gave at the intersection of two macro-social developments. The first concerns a changing child-image recognizing children as subjects, the second one is about the development of the global human rights since 1945. The Author explain the CRC as a framework to support the debate on children rights. He shows the main characteristics of the convention and the consequences of the adoption of the CRC. Verhellen argues with very interesting implementing of the CRC in social policy. So he shows how to deal with the simultaneous importance of both dependence and autonomy for children. He gives an example to include participation rights from children and how can they get stronger in the society.

Bruno Vanobbergen, with his chapter Children right´s and childhood studies: From living apart together towards a happy marriage, gave an overview between children´s rights and childhood studies. He looks at both childhood as a structural form and at children‘s agency and from different within childhood studies, include a focus of the sociology of childhood. Then in the further part he gives a really good translating the insights from childhood studies to the children´s rights studies. His critic is about to try to fit children in an adult-based political construction. The Author arguing that children can have a place in the society if you see it from both parts the children right studies and the childhood studies. He put both together and connect them to overthink the different between children and adults.

In her chapter, The sociology of childhood and children´s rights, Berry Mayall explain the important ideas that have been developed in the sociology of childhood. The Author explain the ideas of developing structural approaches to childhood that children are member‘s society and childhood is a social category in society. And on the other hand, sociology was concerned with relational process and how the childhood and adulthood affects the other in the different macro and micro levels. He shows why is there is a need for a separate category of children´s rights. With some studies she gave a very important view about thinking about local understandings of what childhood is, and how childhood relates to adulthood, within socio-economic and political contexts. She shows how children´s rights respected in the local and international contexts can.

In their chapter on children‘s rights from a social work perspective: Towards a lifeworld orientation, Didier Reynaert and Rudi Roose reflect the way in which can social work can contribute to deliberative critical dialogue in the interpretation of children‘s rights principles. They explain that social work is a human rights profession and as an academic discipline. They gave a critical discussion about the implications for social work for a shifting image of childhood and the other, the institutionalization of childhood into separate youth lands´. This chapter contributes to a critical field of children´s rights studies by asking a number of fundamental items. They gave a good view about the paradigm from children‘s rights that they are seen as a solution to social problems to be implemented and imposed from above. The authors gave in their analysis a number of limitations of the discipline of social work for researching children´s rights.

Geraldine André contribution in her chapter Anthropologists, ethnographers and children´s rights; Critiques, resistance and powers the anthropolical and ethnographic approaches to children rights since the adoption of the CRC. The Author gave in her analysis what calls ´strange paradox´ the highlights anthropologists‘ resistance against and critique of global children‘s rights law. On the other hand she explained how the CRC inspired a renewed inters of children‘s rights amongst anthropolical theory and methodology so as to better include children´s experiences. The author gave an overview how is bottom up anthropological approaches in the children´s rights and the anthropological perspectives that conceptualize children‘s ´s rights to link them to structures of power, including global capitalism and child protection. She highlights a number of very important debate in anthropology and the other disciplines. Andre make explicit how children images and their capacity for action and the social structures and power relations vary throughout societies.

Stuart C. Aitken reviews in his chapter Children rights: A critical geographic perspective talked about the relationship between children´s rights, space and place. He draws on Marxist-and feminist-inspired geographic scholarship to point out children‘s and adult collective right to be part of the politics and shape create and, produce and reproduce between the local and the global. Aitken wrote about the children right´s in the different contexts of global space and gave his critique a both the CRC, especially with relation of children rights in place and space to space in a global world. Aitken gave an example from Slovenia and from Chile which he showed his critique geographic perspective of children´s right. Hr explained that childhood is a geographically diverse phenomen and the understanding the way in which young people interact with space. He contests universal children rights and global discourses and explain the view about the interpretation of rights that takes into a spatial variability, personal flexibility and the role of children in co-creating their rights.

In Children rights from a gender studies perspective: Gender, intersectionality and the ethics of care, Karen De Graeve reviews about the interface of gender and childhood studies. She explored what an intersectionary and ethic of care from feminist concepts is and what a gender studies perspective can contribute to the theory and practice of a contextualised, support the approach to children and their rights. Her two-fold analysis shows how both concepts can provide theoretical tools for the analysis of children‘s experience and rights. Beginning from assumption that sex and gender profoundly shape and limit children experience. De Graeve shows a critique to those children´s rights paradigms, discourses and policies that start from a universal understanding of childhood. Her analysis invites a rebalancing of priorities in policy and research.

The Chapter Children Rights and citizenship studies: Re-theorising child citizenship through transdisciplinary from the local to the global from Richard Mitchell explain the problem of how children citizenship studies are constituted and applied. He proposes a re-theorizing of child citizenship. He argues that a transdisciplinary re-theorizing of adult-centric citizenship concepts through application of the CRC open up new opportunities from local to global scales. He considers researching, teaching and engaging with children neither as a uni- disciplinary nor a unidirectional knowledge exchange, but as a co- constructed and reflexive experience of citizenship for both, adults and young people. He pleads for a transdisciplinary approach.

Part II

In Part II (page183-429) - Selected themes at the intersection of the global and the local discuss a number of key themes within children´s rights scholarship.Kay Tisdall´s chapter on Children and young people participation: A critical consideration of Article 12 deals with a big discussed topic of child participation. The chapter explores the definition and typologies of children and young people participation. Tisdall discuss two Scottish cases of child and young people participation from an individual perspective in the context of family law and collectively in school councils. In critically analysing the current debate, she points out the pitfall of participation becoming an instrument practice, integrating children and young people into existing dominate order and the concerns the observation that practices of participation tend to separate out children from adult. The Author holds a strong plea for recognizing children and young people´s informal ways of participation in their every days lives rather than seeking to drag them into adult, invited spaces.

In Education and children´s right Ann Quennerstedt examines the relationship between education and children´s from an education perspective. She explains the distinction between the right to education and rights in education and identifies three aspects: Access to education, content of education and relations in education. She discuss the tension between children´s and parents right, educational segregation and the rights of non-citizen children of education. She points to the importance of educational process and seeks to understand the resistance in education to children´s rights-oriented change. She argues that more research in needed on the meaning of the right to education, the significance of education content and the significance of relations in education for learning.

Ursulla Kikelly chapter Health and children´s rights outlines the right of the child to health by analysing key CRC provisions as well as the interpretative work of the CRC. The Author considers some of the silence in the legal children ´s rights framework sexual health and health promotion. She explains the right of the child to participate in healthcare decision-making and which can be a barometer of child´s right compliant healthcare (Kikelly page 217). The Authors sees a mayor challenge in the approach of children in health care as a homogenous group. She criticizes the legal instruments and interpretative work on children´s rights. She seems to favour a multidisciplinary approach, as her own empirical work on participation also reflects.

The Chapter by Ton Liefaard Juvenile justice from an international children´s right perspective raises the question to what extent children´s right provide authoritative guidance on how to approach the position of children in conflict with the law. She explain the difficult of implementing international human rights standards applicable to children with the law and the administration of juvenile justice in practice. She shows the three key issues in juvenile justice: the question whether a specific and specialized justice system for children in conflict with the law, the right to affair trial for children and child-friendly justice and the alternative sentences. She explains the complexity of juvenile justice and the possibly of a framework of children´s rights in law.

Nigel Cantwell write in the chapter The human rights of children in the context of formal alternative care analyses children‘s right in relation to children who are not looked after by their parents, or who are the risk of being so. She shows an historical overview of children‘s rights instrument addressing formal alternative care. The Author discusses the principles of necessity and suitability, to which placements in formal alternative care settings. He points to the importance of informal kinship care in avoiding formal alternative care, analyses the limits of formal family-based alternative care and challenges surrounding deinstitutionalizing are disentangled and the attention to the different ways. He explain the crucial importance of a context-specific interpretation and application of children´s rights in relation to alternative care. The Author demonstrates the difficult how the alternative care is provided and influence from the financial considerations. Finally he gave a critical view about the human rights inflation and the dismissing right to a family language employs against institutional care.

Getrud Lenzer´s chapter Violence against children explains the different concepts of violence against children and its history and related topics. She looks into corporal punishment as a mayor form of violence against children. Then she rejects the bottom -up approach to children´s rights in the context of violence against children and argued by biological findings from the neurosciences and epigenetic research about the health and social effects of child maltreatment both for the life course and trans-generationally. She demonstrate the scope of violence against children in the USA and the useful concepts of violence against children as a diagnostic device to show the amplitude and devastating impact of maltreatment and the like.

The main focus in the chapter of Els Leys and Annemarie Middelburg Female Genital Mutilation in Europe from a children´s rights perspective analyse how the practice of female genital mutilation can be qualified as a violation of human rights law as well as children´s right law. The Authors conclude that tackling FGM requires a comprehensive, multidisciplinary and context-specific approach: protecting children and young women, providing psychological, health-related and other services and establishing partnerships between all stakeholders. They flag various challenges and tension in dealing with FGM and raises the question of how to deal with cultural arguments.

Karl Hanson, Diane Volonakis and Mohammed Al-Rozzi discuss the multi-faceted dimensions of child labour in their chapter on Child labour, working children and children rights. After a historical and anthropological account, they discuss the notions of child labour, child work, child employment and working children and their underlying concepts. The Authors identify four different stances in reaction to child labour: laissez-faire, abolitionism, regulation and empowerment. They take an empowerment approach to working children and build on a different of disciplinary entry points to working children and the socio economic issues.

The Chapter The Human rights in the context of international migration by Pablo Ceriani Cernadas discuss about children in migration, identifying categories of children affected by migration and reflecting on some of the root causes of migration. Also regards migration control policies, the principles of non-deportation and non-detention of child migration. He discuss about the issues include parents detention and deportation, the right to a family life, social rights and the duties of countries of origin. The chapter analysis the legal interpretations of human rights norms and the general principles as developed by the CRC and how children´s rights law should be applied to migration of children. The Author submits that children can never be held responsible for irregular migration, parents legal status should be determined by the interests and rights of their children.

Francine Mestrum explains in the Chapter Child poverty in the context of global social development. She analyses the poverty creating economic policies under inequality globalization and the discussion of the ideology and political of poverty and social protection instead poverty reduction. The Author give an overview of child poverty and children rights within general poverty and human rights. She points out that a sufficient attention to be paid also to collective rights.

Natasha Blanchet-Cohen demonstrates in her Chapter Indigenous children rights: Opportunities in appropriation and transformation how indigenous people have addressed the challenges of implementing the CRC. The process of appropriation and transformation is explain in three areas: defining the concepts of indigenous, grasping the meaning and implication of the right to enjoy the culture and identifying duty-bearers. The Author notes a positive spill-over from human rights of indigenous people as to children‘s rights of indigenous peoples. She also point the importance of a contextual approach and the indigenous understandings of best interest and the children´s participation in indigenous communities.

In the chapter by Ellen Desmet and Jose Aylwin Natural resource exploitation and children´s rights they discuss the relevance of children‘s rights in the context of natural resource exploitation and the experience of children and young people with natural resource industries in Latin America. The Authors review relevant human and children´s rights legal standards and zoom in child-specify and incorporating insights from other disciplines. The Chapter give three future-oriented themes: the need for effective remedies and change at the domestic level, the importance of an intercultural and context-specific approach and the proposal to shift focus in future research towards as more inclusive approach on how we engage with natural resources. They engage with all aspects of a critical approach and they highlight the ambivalence of a separate domain of children rights in analysing a transversal issue like resource exploitation. The Authors explain the need to understand children´s rights in a holistic, intercultural and context-specific way.

The final chapter Conclusions- Towards a field of critical children´s rights studies written by Ellen Desment, Sara Lembrechts, Didier Reynaert and Wouter Vanderhole gave a critical view about a critical approach to children´s rights. They lighting some of the contributions on this handbook. The Authors address a context -specific approach, interdisciplinary dialogue and critiques of children´s rights. They explore how a field of critical children´s rights studies may evolved. At the ground of a critical approach to children´s rights are a context-specific approach, an interdisciplinary dialogue and an approach of critique. At the end of the chapter they write a children´s rights research agenda ´critical children´s rights studies´. The Critique of the critical children´s rights studies research are in three dimension (diagnostic, deliberative and emancipatory).

Discussion

The two volume of this book, a disciplinary and a thematic one, provides an insight into various (inter) disciplinary approaches to children rights, with contributions from several disciplines. The second part takes a thematic point, a selection of children´s rights issues that are relevance from a global perspective. Both parts reinforce each other, they are interconnected and complementary. The dual entry point of disciplinary and thematic analyses helped the understanding of children rights. The common thread ensuring coherence throughout the two parts and their respective chapters is the critical approach that is adopted. The book address four analytical puzzles that are the core of this Handbook: definitions and understanding of children, childhood and children‘s rights, a context-specific approach, disciplinary interactions, and an approach of critique. They showed that the context-oriented approaches raise new questions and dilemmas.

Summary

This handbook offers an engaging overview of the contemporary research landscape for those people in the theory and practice of children‘s rights. This book is for researchers and students of children rights. The volume offers a multidisciplinary approach to children‘s rights. The Authors trigger with this handbook the discussion about the constructions and understandings of children´s rights and how to research children´s rights. It is a multidisciplinary accessible handbook on children rights, that informed by a critical approach. In the field of children rights the Authors analyzing children rights in different critical ways, so that they rejecting them. The volume offers different disciplinary perspectives and showed a range of themes of global interest. A very good point of interest is the figure of the key dimensions of a critique of children´s rights in which are the diagnostic, deliberative and the emancipatory dimension (page 425). The research agenda for ´critical children rights studies´ (page 427) is a big point of a critical view about the fundamental starting points of children‘s rights studies. This Handbook could help the field of children´s rights to become a more clearly way for the constructions and understandings of children´s rights and to reflect the critical point of research.

© 2013 socialnetGmbH, Bonn rezensionen@socialnet.de 18911vanderhole_obitz-deutsch-cm.odt 9. September 2013 11:31


Rezensent
Niklas Obitz
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Zitiervorschlag
Niklas Obitz. Rezension vom 29.12.2015 zu: Wouter Vandenhole, Ellen Desmet, Didier Reynaert, Sara Lembrechts: Routledge International Handbook of Children´s Rights Studies. Routledge (New York) 2015. ISBN 978-1-13-802370-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/18911.php, Datum des Zugriffs 31.05.2016.


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