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Barbara Messer: Tägliche Pflegeplanung in der stationären Altenpflege

Cover Barbara Messer: Tägliche Pflegeplanung in der stationären Altenpflege. Handbuch für eine fähigkeitsorientierte Pflegeplanung. Schlütersche Verlagsgesellschaft (Hannover) 2004. 2., aktualisierte Auflage. 320 Seiten. ISBN 978-3-89993-123-5. 29,90 EUR.

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Autorin

Barbara Messer ist Altenpflegerin, Validationsworker¨ und Pflegedienstleiterin. Freiberuflich ist sie als Dozentin in der Fort- und Weiterbildung tätig und arbeitet an der Entwicklung von Konzepten rund um den Pflegeprozess.

Überblick

Im pflegerischen Alltag bereiten Pflegeplanungen und Pflegedokumentation noch immer zu vielen Pflegekräften und Institutionen Schwierigkeiten. Mit ihrem Werk greift die Verfasserin erneut die Umsetzung der Pflegeplanung in der stationären Altenpflege auf. Ihr besonderes Anliegen ist die Schaffung eines Handbuches, das theoretisches Hintergrundwissen vermittelt sowie Hilfen und Anregungen für die tägliche Pflegeplanung bietet. Einen Schwerpunkt stellt das von der Verfasserin entwickelte Pflegemodell "Fähigkeiten und existenzielle Erfahrungen des Lebens" (FEDL) dar, eine Weiterentwicklung des Pflegemodells der Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens (AEDL) von Monika Krohwinkel. In dieser zweiten Auflage beschäftigt sich die Autorin weiter mit den Themen Pflegediagnosen und Begutachtungen zur Ermittlung eines Pflegebedarfs im Sinne der Sozialen Pflegeversicherung.

Aufbau und Inhalt

Im Kapitel Pflegeprozess werden die Grundlagen und Schritte des Pflegeprozesses sehr gut verständlich und übersichtlich dargestellt. Der Bezug zur Altenpflege wird sowohl über theoretische Ausführungen als auch über viele praktische Situationsbeschreibungen deutlich. Bestandteile der Dokumentation werden kurz erläutert, beispielhaft wird ein Biographieerhebungsbogen vorgestellt. Der Stellenwert des Pflegeberichts wird durch eine Zusammenfassung von Aufgaben und Funktionen hervorgehoben. Als Beispiel einer EDV-gestützten Pflegeplanung stellt die Autorin die Software einer Umsetzung des FEDL-Pflegemodells vor. Das Kapitel schließt mit einer Beschreibung des Umgangs mit der Pflegedokumentation. Hier werden Schwachstellen und Lösungen, Aspekte zur Einführung einer Pflegeplanung und organisatorische Voraussetzungen für die Umsetzung eines bewohnerorientierten individuellen Pflegeprozesses aufgegriffen.

Das Kapitel Der Pflegeprozess und die aktive Qualitätssicherung gibt eine Einführung in die Qualitätssicherung und umreißt gesetzliche Vorgaben. Weiter werden eine Checkliste und Fragestellungen vorgestellt, um den Zustand bzw. die Qualität der Pflegedokumentationen zu prüfen.

Beginnend mit einem Exkurs der Begriffe Theorie und Modell begründet die Autorin im Kapitel Die Entwicklung eines neuen Pflegemodells konzeptionelle Grundlagen und Grundannahmen des Modells der FEDL. Ausgehend von eigenen Erfahrungen in der Altenpflege mit dem Modell AEDL (Aktivitäten und existentielle Erfahrungen des Lebens) von Monika Krohwinkel werden hier Abweichungen und Unterschiede aufgezeigt. Abschließend werden Veränderungen des Pflegeprozesses gelistet, die sich durch die fähigkeitsbezogene Sichtweise begründen.

Im Kapitel Pflegeplanung anhand der FEDL werden alle Fähigkeiten systematisch vorgestellt. Die Einführung in jede FEDL umfasst deren Besonderheiten und teilweise auch die Abgrenzung zum Modell AEDL (Monika Krohwinkel), Aspekte der Qualitätsentwicklung und stellt einen Bezug zu den MDK-Begutachtungsrichtlinien her. Anschließend werden in tabellarischer Form Ist-Situationen umfassend gelistet, Ziele sowie Maßnahmen zugeordnet und im Sinne des Pflegeprozesses exemplarisch beschrieben. Die Situation des pflegebedürftigen alten Menschen wird hierbei umfassend betrachtet.

Neu aufgenommen in dieser zweiten Auflage ist das Kapitel Freie Formulierungen innerhalb der FEDL. Mit Bezug auf die exemplarischen Pflegeplanungen werden Formulierungen für Einschränkungen und Ressourcen sowie Zielformulierungen im Sinne eines "Formulierungsschatzes" als Anregung und Hilfestellung für die tägliche Praxis gegeben.

Das Kapitel Pflegediagnosen gibt eine kurze Einführung in die Entwicklung, Funktion und Struktur von Pflegediagnosen. Weiter wird eine Einordnung der Pflegediagnosen in die FEDL vorgenommen.

Im Kapitel Die Begutachtung von Menschen mit Pflegebedarf greift die Autorin zur Klärung von Pflegebedürftigkeit und Pflegebedarf relevante Grundlagen der Sozialen Pflegeversicherung (SGB XI) und der Begutachtungsrichtlinie des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) auf und gibt Hinweise für die Vorbereitung auf eine bevorstehende MDK-Begutachtung.

Tauglichkeit für potentielle LeserInnen

Das Buch eignet sich meines Erachtens sowohl für Pflegekräfte als auch für Auszubildende der Altenpflege in der täglichen Arbeit. Gleichwohl bietet es bei der Einführung einer Pflegeplanung Anregungen für den organisatorischen Rahmen.

Fazit

Auch dieses Buch ist sehr vom Engagement und der Freude in der Altenpflege sowie der umfassenden Detailkenntnisse der Verfasserin geprägt. Die in der zweiten Auflage veränderte Struktur und die Vertiefungen inhaltlicher Ausführungen sind m.E. sehr gelungen und bieten noch mehr wertvolle Hilfen für den stationären Alltag. In der Darstellung des von ihr entwickelten Pflegemodells "Fähigkeiten und existenzielle Erfahrungen des Lebens" setzt sich die Verfasserin insbesondere mit den Fähigkeiten alter Menschen auseinander und rückt diese in das Blickfeld der Pflegenden.

Das Ziel, ein Handbuch für die tägliche Pflegeplanung in der stationären Altenpflege zu schaffen, ist aus meiner Sicht gut gelungen. Die Inhalte sind gut verständlich, Tabellen und Abbildungen erhöhen die Übersichtlichkeit. Besonders geprägt ist das Werk jedoch durch viele Beispiele zum Verständnis theoretischer Inhalte, umfangreiche Pflegeplanungsbeispiele und Formulierungshilfen für pflegebedürftige alte Menschen. Diese machen das Buch zu einem täglichen Nachschlagewerk in der Praxis.


Rezensentin
Marina Mücke, BSc
BSc (Bachelor of Science in Health Communication). Gesundheitsmanagerin und Lehrerin für Pflegeberufe. Pflegedienstleiterin und Leiterin von Alten- und Pflegeheimen


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Zitiervorschlag
Marina Mücke, BSc. Rezension vom 16.08.2005 zu: Barbara Messer: Tägliche Pflegeplanung in der stationären Altenpflege. Schlütersche Verlagsgesellschaft (Hannover) 2004. 2., aktualisierte Auflage. 320 Seiten. ISBN 978-3-89993-123-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/1939.php, Datum des Zugriffs 21.05.2012.


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