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Rolf Eschenbach, Christian Horak u.a. (Hrsg.): Management der Nonprofit-Organisation

Cover Rolf Eschenbach, Christian Horak, Michael Meyer, Christian Schober (Hrsg.): Management der Nonprofit-Organisation. Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH (Stuttgart) 2015. 3. Auflage. 450 Seiten. ISBN 978-3-7910-3455-3. D: 49,95 EUR, A: 51,40 EUR, CH: 66,90 sFr.
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Thema

Verantwortliche in Nonprofit-Organisationen kommen mittlerweile kaum mehr ohne fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen aus. Die Herausforderungen erstrecken sich von der Kostenrechnung über die Organisationsgestaltung bis hin zur Führung und Entscheidung.

Entstehungshintergrund

Die Herausgeber dieses Handbuchs möchten ein Kompendium für die täglichen Management-Herausforderungen in Nonprofit-Organisationen vorlegen. Die Beiträge sollen praktische Hilfestellung bei der betriebswirtschaftlichen Führung geben. Der Band ist das dritte Werk der Veröffentlichungsreihe zu Nonprofit-Organisationen und zur Wiener Schule des Nonprofit-Managements bei Schäffer-Poeschel. Der Band ist nunmehr in seiner dritten und vollständig überarbeiteten Auflage erschienen.

Herausgeber

Rolf Eschenbach ist Professor für Unternehmensführung an der Wirtschaftsuniversität Wien. Christian Horak ist Bereichsleiter für Nonprofit-, Public- and Healthcare-Management sowie Geschäftsführer von Contrast Management. Michael Meyer ist Professor für Betriebswirtschaftslehre und Leiter des Instituts für Nonprofit-Management an der Wirtschaftsuniversität Wien. Christian Schober ist wissenschaftlicher Leiter und Senior Researcher des Kompetenzzentrums für Nonprofit-Organisationen und Social Entrepreneurship der WU Wien.

Aufbau und Inhalte

Die Publikation enthält 16 Beiträge in vier Abschnitten.

Abschnitt I „Performance“ wird eingeleitet von Christian Horak, Martin Bodenstorfer und Thomas Klein zum thematischen Komplex der Ziele und Strategien. Renate Buber schließt an mit Ausführungen zum Marketing, Olivia Rauscher und Christian Schober umreißen die Wirkungsanalyse, Josef Baumüller, Bojan Djurkic und Helmut Siller beschließen diesen inhaltlichen Bereich mit einem Beitrag zu Controlling und Rechnungswesen. Besonders hervorzuheben sind die Ausführungen von Olivia Rauscher und Christian Schober, die sich sehr informativ mit Fragen der Wirkungsanalyse befassen. Sie schildern unter anderem die Wirkungskette als grundlegendes Instrument der Wirkungsbetrachtung, geben einen ausführlichen Überblick über aktuelle Instrumente der Analyse und beschreiben auch die Möglichkeit, ein „organisationales Wirkungsbild“ zu erstellen.

Abschnitt II „Organisation“ enthält zunächst eine Übersicht zur Rechtsformwahl von Thomas Höhne, Michael Röcken und Georg von Schnurbein. Christian Schober und Bojan Djurkic widmen sich daraufhin der Governance, die Bereiche Aufbauorganisation und Prozessmanagement werden von Florentiner Meyer bzw. Thomas Klein, Simone Schaner und Sandra Wilfinger abgehandelt. Daran schließen sich Beiträge zum Projektmanagement von Christian Meyer und Reinhard Millner, zur internen Kommunikation von Renate Buber sowie zum Innovationsmanagement von Peter Vandor, Nicole Traxler und Reinhard Millne an. Besonders hervorzuheben ist in diesem Abschnitt der Beitrag von Thomas Klein, Simone Schaner und Sandra Wilfinger zum Prozessmanagement. Sie gehen in ihren Ausführungen sehr informativ auf Möglichkeiten des Einsatzes einer Prozesslandkarte ein und skizzieren unter anderem die Möglichkeiten der Prozessmodellierung anhand anschaulicher Beispiele.

Abschnitt III „Ressourcen“ beginnt mit Ausführungen von Doris Schober, Eva More-Hollerweger und Michael Meyer zum Personalmanagement. Christian Schober, Günter Kainz, Helmut Schmidt und Gerhard Rupprecht widmen sich daraufhin der Finanzierung, bevor Christian Schober, Günter Lutschinger, Martin Winkler, Alexander Buchinger und Thomas Kaissl diesen Teil mit ihrem Beitrag zum Fundraising beschließen. Christian Schober, Günter Kainz, Helmut Schmidt und Gerhard Rupprecht umreißen Ihrem Beitrag nicht nur die Ansätze und Notwendigkeiten der Finanzplanung, sondern gehen auch auf die Potenziale von Venture-Philanthropy für Nonprofit-Organisationen ein. Des weiteren werden in diesem Beitrag die Potenziale des Social-Franchising, unter anderem im Kontext der Skalierung mit Finanzierungsformen geschildert.

Abschnitt IV „Entscheidungsverfahren“ enthält Beiträge von Josef Baumüller und Helmut Sillner zu sachlichen Ansätzen sowie von Ruth Simsa, Gerhard Mitterer, Alfred Taudes, Hannes Leo und Christiane Seuhs-Schoeller zu sog. „sozialen“ Verfahren. Der erstgenannte Beitrag konzentriert sich auf die Nutzwertanalyse sowie Kennzahlen, Kennzahlensysteme und Ratingmodelle. Ruth Simsa, Gerhard Mitterer, Alfred Taudes, Hannes Leo und Christiane Seuhs-Schoeller schildern unter anderem Ansätze wie das systemische Konsensieren, den „Fleischwolf für organisationale Entscheidungsprozesse“ sowie den Einsatz neuer Medien zur partizipativen Entscheidungsfindung.

Diskussion

Besonders hervorzuheben ist aus unserer Sicht, dass einige der bislang in der Literatur zum Management sozialer Organisationen vernachlässigte Themenbereiche wie Wirkungsmessung, Prozessmanagement und Entscheidungsverfahren in dieser Publikationen einen gebührenden Platz gefunden haben.

Obgleich in diesem Werk eine großes Spektrum des Nonprofit-Bereichs vorherrscht (Sozial-, Kultur- und Sportorganisationen), können Führungskräfte bzw. Entscheidungstragende sozialer Einrichtungen und Träger von den Darlegungen durchaus profitieren. Der strenge betriebswirtschaftliche Duktus der Beiträge mag manche Leserin und manchen Leser zunächst vielleicht irritieren, nach einer kleinen Gewöhnungsphase sollte jedoch der Nutzen deutlich überwiegen.

Fazit

Dieses Handbuch referiert in einer didaktisch guten Systematik die wesentlichen betriebswirtschaftlichen Instrumente und deren Einsatz für Nonprofit-Organisationen. Die Autorinnen und Autoren nehmen Rücksicht auf die Besonderheiten des NPO-Sektors und die Implikationen für die Anwendung von Methoden der BWL in nicht-erwerbswirtschaftlichen Betrieben und Unternehmen. Alle Beiträge schildern mit Beispielen unterlegt durchaus anschaulich die Potenziale einer Anwendung von BWL in der NPO; mit Strategie und Leistung, Organisation, Führung und Entscheidung sind die entscheidenden Schwerpunkte erfasst.

Ein gutes Handbuch für Nonprofit-Organisationen zu wesentlichen betriebswirtschaftlichen Instrumenten und deren Einsatz


Rezensent
Prof. Dr. Harald Christa
Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden mit Schwerpunkt Sozio-Marketing, Strategisches Management, Qualitätsmanagement/ fachliches Controlling.
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Zitiervorschlag
Harald Christa. Rezension vom 02.03.2016 zu: Rolf Eschenbach, Christian Horak, Michael Meyer, Christian Schober (Hrsg.): Management der Nonprofit-Organisation. Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH (Stuttgart) 2015. 3. Auflage. ISBN 978-3-7910-3455-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/19864.php, Datum des Zugriffs 31.07.2016.


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