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Daniela Braun (Hrsg.): Von der Kita in die Grundschule

Cover Daniela Braun (Hrsg.): Von der Kita in die Grundschule. Den Übergang professionell vorbereiten und begleiten. Cornelsen Schulverlage GmbH (Berlin) 2015. 103 Seiten. ISBN 978-3-589-24623-6. D: 17,95 EUR, A: 18,50 EUR, CH: 21,50 sFr.
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Thema

Den Übergang von der Kita in die Grundschule als sinnvoll und wichtig zu erkennen und diesen möglichst gut zu gestalten ist Thema dieses Buches. In den Bildungsplänen der Bundesländer für Kindertagesstätten als auch in den Richtlinien für die Grundschulen gibt es verbindliche Empfehlungen zum Thema Übergänge und Kooperation. Wie ein solcher gestaltet werden kann und sollte wird hier anhand eines Forschungsprojektes „Die Brücke“ erklärt.

Herausgeberin und AutorInnen

Daniele Braun, Dr. phil., Dipl. Soz. Päd., ist Professorin für Medien, Ästhetik und Kommunikation sowie Soft Skills im Bereich Soziale Arbeit und Kindheitswissenschaften am Fachbereich Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz. Sie leitet mehrere Forschungsprojekte im Bereich Kindheitswissenschaften sowie das Modellprojekt „Offensive Bildung macht Schule“ und das Projekt „Die Brücke: Von der Kita in die Grundschule“.

Mit ihr waren weitere sieben Autoren/innen an dem Buch beteiligt, welche bei dem Forschungsprojekt „Die Brücke: Von der Kita in die Grundschule“ beteiligt waren: Katy Dieckerhoff, Ehsam Ghandour, Tanja Karbach, Conny Krause, Sascha Krause, Sibylle Messinger, Verena Müller-Dötsch.

Entstehungshintergrund

In dem Buch „Von der Kita in die Grundschule“ handelt es sich unter anderem um die Auswertung des Projektes „Die Brücke: Von der Kita in die Grundschule“. Dieses wurde 2010 von der Stadt Ludwigshafen am Rhein und der Universität Koblenz entwickelt und wissenschaftlich begleitet. Aber auch die aktuelle Entwicklung um die Wichtigkeit der guten Kooperation zwischen Kita und Grundschule ist ausschlaggebender Punkt für die Entstehung dieses Buches.

Aufbau

Das Buch ist in acht Kapitel unterteilt. Zunächst gibt die Herausgeberin eine Einleitung zum Thema Kooperation und Inhalt des oben beschriebenen Projektes. Im Anschluss geht sie im Kapitel eins auf Übergänge ein und erläutert im Kapitel zwei die Bedeutung der Begegnung auf Augenhöhe der Institutionen.

In den weiteren Kapiteln beschreiben die beteiligten Autoren ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu den Themen:

  • Kommunikative Kompetenz
  • Zugänge zur Projektentwicklung
  • Projektorganisation
  • Bau- und Stolpersteine
  • Zusammenarbeit mit dem Träger
  • Zugänge zur Evaluation

Am Ende jedes Kapitels findet man eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen und Erkenntnisse und die verwendete Literatur.

Inhalt

Daniela Braun erörtert in ihrem ersten Kapitel die Bedeutung von Übergängen und den Umgang mit Veränderungen. Sie orientiert sich dabei nicht nur am Kind, sondern zieht die gesamte Familie hinzu. Übergänge bedeuten Veränderungen, dadurch verändern sich Rollen und auch die Umgebung. Institutionen geben hier Orientierung und Unterstützung. Gezielte Maßnahmen von Kita und Grundschule dienen als Brücke, die zwischen beiden Institutionen gebaut wird und die unterschiedlichsten Lebensphasen für Kinder und ihren Eltern verbindet.

Im zweiten Kapitel geht Daniela Braun auf die wechselseitigen Erwartungen der beteiligten Institutionen ein. Der Respekt vor der eigenen Arbeit jeder Institution steht hier im Vordergrund. Verschiedene Rahmenbedingungen in den Einrichtungen und die unterschiedlichsten Ausbildungen der Fachkräfte macht eine gute Kooperation nötig. Hier hilft es, eine gute Dialogform zu finden, den jeweiligen Alltag zu erleben und auf wechselseitigen Respekt zu achten. Die Begriffe Schulreife und Schulfähigkeit werden gegenübergestellt und genauer beleuchtet.

Conny und Sascha Krause erklären im dritten Kapitel die Grundvorgänge der zwischenmenschlichen Kommunikation. Sie gehen auf die verschiedenen Formen der Kommunikation, der Botschaften und die Wichtigkeit derer vor allem bei Übergängen ein. Besonderen Augenmerk legen sie dabei auf der Begegnung auf Augenhöher der Fachkräfte. Eigenständige Bildungsaufträge der verschiedenen Institutionen und verschiedene Begrifflichkeiten rücken dabei in den Vordergrund und sollten Anlass zur Kommunikation sein. An konkreten Beispielen zeigen sie auf, wie durch kommunikative Anlässe der Übergang gut gestaltet werden kann.

Im vierten Kapitel steht die Projektentwicklung im Blickpunkt. Hier erklären Conny Krause und Sascha Krause was man unter dem Begriff Projekt versteht und wie ein solches den Übergang von der Kita in die Schule begleiten kann. Wichtig sind hier die Erkenntnisse, wie Kinder lernen und Projekte sie dabei unterstützen. Grundgedanke ist, ein Thema zu finden, welches sowohl Kindergartenkinder wie auch Grundschulkinder interessiert und verbindet. Ein Brückenprojekt entsteht. Anhand vieler ganz konkreter Beispiele wird die Entwicklung eines Projektes dargestellt.

Verena Müller-Dötsch gibt im fünften Kapitel Informationen zum Thema Projektorganisation. Da an einem Projekt viele Personen mitwirken ist eine klare Organisation und Koordination wichtig. Es sollte Strukturen geben, regelmäßige Tandemsitzungen stattfinden und die Dokumentationsform festgelegt sein. Viele Anregungen und Tipps werden aufgezeigt und verschiedene Vorlagen können bei der Durchführung helfen.

Im sechsten Kapitel ermutigen Tanja Karbach und Ehsan Ghandour bei Bau- und Stolpersteinen bei der Übergangsgestaltung nicht aufzugeben. Wenn viele Akteure an einem Projekt beteiligt sind, kann es zu Situationen kommen, die Dinge in Frage stellt. Solche könnten sein: verschiedene Berufsprofiele der Fachkräfte, der mögliche Zeitrahmen der einzelnen Einrichtungen, die finanziellen Bedingungen und der Umgang mit Konflikten. Verbindliche Tandemsitzungen, institutionsgebundene Kooperationsbeauftrage und evtl. ein Prozessbegleiter dienen dabei als gute Instrumente, um aufkommende Stolpersteine zu erkennen und mit den Beteiligten zu bearbeiten. Beide Institutionen sollten dazu die Bereitschaft mitbringen, bei schwierigen Situationen nicht aufzugeben.

Sibylle Messinger geht im siebten Kapitel auf die Zusammenarbeit mit dem Träger in der Übergangsgestaltung ein. Damit Übergänge gut gelingen bedarf es auch die Unterstützung der Träger der beteiligten Einrichtungen. Er ist verantwortlich für die Sicherstellung der Qualität der pädagogischen Arbeit und gibt Strukturen, damit eine nachhaltige Sicherung der Übergangsgestaltung möglich ist. Eine gemeinsame Haltung ist hier wichtig. Anhand von Erfahrungswerten des Projektes „Die Brücke“ in Ludwigshafen wird auf wichtige Prozesse mit dem Träger hingewiesen und an Beispielen erklärt.

Wie Projektwirkung geprüft werden kann ist Inhalt des achten Kapitels verfasst von Katy Dieckerhoff. Der Begriff „Evaluation“ wird definiert und die verschiedenen Evaluationstypen erklärt. Beispielhaft werden am Projekt „Brücke“ Möglichkeiten zur Evaluation aufgezeigt und mit einem Leitfaden zur Wirkungsevaluation zur Übergangsgestaltung dargestellt.

Fazit

Das vorliegende Buch bietet einen guten Überblick zum Thema „Übergang: Von der Kita in die Grundschule“. Einrichtungen, die sich zukünftig mit diesem Thema näher befassen wollen oder müssen, erhalten einen guten Überblick über wichtige Anhaltspunkte, die im Vorfeld zu bedenken und zu besprechen sind. Jeder Autor geht dabei sehr anschaulich auf sein Themengebiet ein, bietet sowohl theoretische wie praktische Inhalte. Dabei helfen vielen Beispiele vom Forschungsprojekt „Die Brücke“.

Für Teams, die schon in Kooperation mit der jeweils anderen Institution stehen, kann es eine Überprüfung oder Erweiterung ihrer aktuellen Tätigkeit sein.

Inwieweit eine solche Kooperation realisierbar ist, hängt ganz stark vom Engagement der einzelnen Einrichtung ab. Wichtig wäre mir hier zu sagen, dass es nicht um die perfekte Übergangsgestaltung gehen soll, sondern darum, die Wichtigkeit dieser Begleitung zu erkennen und gemeinsam mit der jeweils anderen Institution zu besprechen, was realisierbar ist. Kleinschrittige Ziele, die erreicht werden können, sind besser, als groß angelegte Projekte, die für jeden eine Last sein können. Allein der Wille Übergänge gemeinsam gut zu gestalten, Kinder und Eltern mit einzubeziehen, sind große Schritte auf dem Weg in das Neue, noch Unbekannte.

Gut gefallen hat mir, der Blick von Seiten der Schule auf die Kita. Oft orientiert man sich von der Kita zur Grundschule. Das jedoch auch Grundschüler eine wichtige rückwirkende Rolle haben, schließlich waren sie auch einmal in dem Kindergarten, halte ich für wichtig und ausbaufähig.

Nicht benannt wird eine Möglichkeit der Kooperation zwischen einer Kita mit mehreren Grundschulen, welches durch ein großes Einzugsgebiet oder Übergänge in verschiedene Förderschulen möglich wäre. Darauf gehen die Autoren und auch das Forschungsprojekt nicht ein.

Zusammenfassend eine gut lesbare Lektüre, welche durch ihren Inhalt und Umfang praxistauglich ist.


Rezensentin
Stefanie Schuh
Staatlich anerkannte Erzieherin, Kindertagesstättenleiterin
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Zitiervorschlag
Stefanie Schuh. Rezension vom 09.02.2016 zu: Daniela Braun (Hrsg.): Von der Kita in die Grundschule. Den Übergang professionell vorbereiten und begleiten. Cornelsen Schulverlage GmbH (Berlin) 2015. ISBN 978-3-589-24623-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/20022.php, Datum des Zugriffs 28.09.2016.


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