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Katrin Markus, Karin Stiehr u.a.: Wirksame Interessenvertretung im Heim

Cover Katrin Markus, Karin Stiehr, Ramona Lenz: Wirksame Interessenvertretung im Heim. Handbuch mir Praxisbeispielen für Heimbeiräte, Heimfürsprecher, Bewohnerinnen und Bewohner, ihre Angehörigen und sonstige Vertrauenspersonen. Verlag Peter Wiehl (Marburg) 2004. 118 Seiten. ISBN 978-3-927219-90-8. 14,80 EUR.

Herausgeber: Bundesinteressenvertretung und Selbsthilfeverband der Bewohnerinnen und Bewohner von Altenwohn- und Pflegeheimen (BIVA) e.V.

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Die Rechte der Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen

Die Novellierung des Heimgesetzes und der Heimmitwirkungsverordnung eröffnet Heimbeiräten, Heimfürsprechern und anderen sie unterstützenden Personen neue und wichtige Möglichkeiten, damit den Interessen der Bewohner eines Heimes mehr Beachtung geschenkt wird und das Leben im Heim für alle zu einem Leben daheim zu machen. In der Praxis finden diese Möglichkeiten allerdings bislang kaum Beachtung. Durch Ratgeber und Handbücher könnte die Verwirklichung der gesetzlichen Möglichkeiten in die Praxis gefördert werden. Jetzt wurde ein Praxishandbuch veröffentlicht.

Die Autorinnen

Das Handbuch wird von der Bundesinteressenvertretung und dem Selbsthilfeverband der Bewohnerinnen und Bewohner von Altenwohn- und Pflegeheimen (BIVA) e.V. herausgegeben und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Verfasst wurde es von Katrin Markus, Rechtsanwältin und Geschäftsführerin der BIVA sowie von Dr. Karin Stiehr und Ramona Lenz vom Institut für Soziale Infrastruktur, Frankfurt am Main.

Zielgruppe

Die Zielgruppe wird im Untertitel mit dem Personenkreis der Heimbeiräte, Heimfürsprecher, Bewohnerinnen und Bewohner, ihre Angehörigen und sonstigen Vertrauenspersonen beschrieben. Zum Leserkreis sind darüber hinaus die Träger von Heimen und deren Verbände sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heimaufsichten zu zählen.

Aufbau und Inhalt

Eingangs erläutern die Autoren die Aufgabe des Handbuchs und stellen Aufbau und Gliederung vor.

Im folgenden Teil B werden die wesentlichen rechtlichen Grundlagen vorgestellt. Ergänzend zum Inhaltsverzeichnis finden sich hier Hinweise, in welchem Abschnitt des Handbuchs auf die entsprechende Passage näher eingegangen wird und anhand praxisnaher Beispiele kommentiert wird. Für den (noch) unkundigen Leser ist dieses Vorgehen zu begrüßen, denn es trägt wesentlich zum Verständnis bei und sorgt für die entscheidende Transparenz.

Dem schließt sich mit Teil C der Hauptteil des Handbuches an, in dem Anregungen für die Praxis zusammengetragen wurden.

  • Im 1. Kapitel wird unter dem Titel "Unterkunft, hauswirtschaftliche und andere Dienste" auf die Gestaltung von der Wohn- und Gemeinschaftsräume eingegangen, die Unfallverhütung thematisiert und insbesondere die hauswirtschaftlichen Dienste aufgegriffen.
  • Zubereitung und Mahlzeiten bilden das Thema im folgenden Abschnitt "Verpflegung", in dem auch der Frage nachgegangen wird, wie mit Hilfe der Mahlzeiten die Sinne der Bewohnerinnen und Bewohner angeregt und aktiviert werden können.
  • Diesen Ausführungen schließen sich unter dem Titel "Betreuung" Auseinandersetzungen mit den Themen Integration, Kommunikation, Pflege und Sterbebegleitung an.
  • Das Kapitel 4 widmet sich der Alltags- und Freizeitgestaltung, das in die Themenfelder Aktivität und Mobilität, Veranstaltungen und Ausflüge sowie Einbindung in das Gemeinwesen unterteilt wurde.
  • Fragen der Qualitätsverbesserung und der Qualitätssicherung werden unter Berücksichtigung von Leistungs-, Qualitäts- und Vergütungsvereinbarungen im 5. Kapitel aufgegriffen. Hier finden sich auch Hinweise zur (Un-) Verbindlichkeit von Musterverträgen und Heimordnungen. Darüber hinaus wird in drei Abschnitten der Sektor der Investitionskosten behandelt. Möglichkeiten zur Vertretung der Bewohnerinteressen bei Änderungen im Heimbetrieb und deren Refinanzierung durch Bewohnerinnen und Bewohner sind ebenso kommentiert, wie Mitwirkungsrechte bei bauliche Veränderungen bzw. Maßnahmen zur Instandsetzung.
  • Fragen der Organisation der Arbeit von Heimbeiräten stellt das abschließende 6. Kapitel in den Mittelpunkt. Dieser Abschnitt ist in die Themenblöcke Mitwirkungsrechte, Mitwirkungsforen, Wahlverfahren und Amtszeit, Geschäftsführung und Heimberatsitzungen sowie Tätigkeitsberichte und Bewohnerveranstaltungen gegliedert und greift damit auch hier die wesentlichen Eckpunkte wirksamer Interessenvertretung auf.

Eingerahmt werden die Ausführungen von einer Symbollegende, einem detaillierten Inhaltsverzeichnis und einem Anhang, in dem neben Quellangaben insbesondere Mustertexte und Formulare abgedruckt werden. Diese Unteralgen spannen einen Bogen vom Beschwerdemanagement über Materialien zur Wahl eines Heimbeirates bis zu einem Musterprotokoll einer Heimbeiratssitzung.

Diskussion

Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden Schritt für Schritt aufgegriffen und in leicht verständlicher Form abgehandelt. Bei der Darstellung legen die Autoren immer wieder typische Situationen des Alltags zugrunde. Dadurch erhält die Lektüre eine praxisnahe Prägung. Das Vorgehen ermöglicht es auch den Personen, die erstmals die schwierigen Arbeiten der Interessenvertretung übernehmen, sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Auftrages und z. B. mit der Abwägung von schutzwürdigen Interessen Einzelner gegenüber den Interessen aller Bewohnerinnen und Bewohner auseinander zu setzen. Gleichzeitig werden die Leser für die typischen Bedürfnisse und Probleme der Bewohnerinnen und Bewohner sensibilisiert.

Schon beim ersten Blick in das Handbuch fällt die anwendergerechte Gestaltung auf. So wurde ein größerer Schriftgrad gewählt, erleichtern farblich hervorgehobene Schlagworte am Seitenrand die Suche nach bestimmten Passagen und prägen fünf eingängige Symbole die optisch gelungene Aufmachung. Aufgabe des Handbuches soll es nach Darstellung der Autoren auch sein, Hintergrundinformationen zu geben und anhand von Praxisbeispielen aufzuzeigen, wie gute Ideen zur Steigerung der Zufriedenheit von Bewohnern in ein Haus übertragen werden können. Auch dieses Ziel wird zweifellos erreicht.

Fazit

Das Handbuch ist allen zu empfehlen, die sich für den Schutz der Interessen von Heimbewohnern einsetzen oder demnächst einsetzen wollen.


Rezensent
Georg Vogel
Rentenberater für die Bereiche SGB XI/SGB V
Herausgeber www.CareHelix.de
Homepage www.carehelix.de
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Zitiervorschlag
Georg Vogel. Rezension vom 15.11.2005 zu: Katrin Markus, Karin Stiehr, Ramona Lenz: Wirksame Interessenvertretung im Heim. Verlag Peter Wiehl (Marburg) 2004. 118 Seiten. ISBN 978-3-927219-90-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/2223.php, Datum des Zugriffs 08.02.2012.


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