Friedrich von Koch: Auskunfts- und Beratungspflichten im Sozialrecht
Friedrich von Koch: Auskunfts- und Beratungspflichten im Sozialrecht. Inhalt, Folgen bei Verletzung, Rechtsprechung. Erich Schmidt Verlag (Berlin) 2000. 152 Seiten. ISBN 978-3-503-04884-7. 24,50 EUR.
Ein wichtiges Thema für alle Bürger
Das Sozialrecht verpflichtet Leistungsträger nicht nur dazu, bestimmte Leistungen zur Verfügung zu stellen. Die Leistungsträger haben vielmehr auch zu gewährleisten, dass dem Berechtigten der Zugang zu diesen Leistungen eröffnet wird und sinnvolle Anträge gestellt werden. Wie in einer Pressemitteilung des Bundessozialgerichts Ende Oktober 2001 angedeutet, handelt es sich um ein Thema, dass immer wieder hoch aktuell ist und offenbar in Zeiten der sogenannten Fallsteuerung durch die Krankenkassen (Leistungs- oder Case-Management) noch an Bedeutung gewinnt.
Der Autor
Friedrich von Koch ist Landesverwaltungsdirektor bei der Landesversicherungsanstalt für Arbeiter in Braunschweig (Niedersachsen).
Zielgruppe
Das Buch wendet sich an alle, die sich mit den Pflichten der Leistungsträger auseinandersetzen. Dies sind in erster Linie Mitarbeiter der Renten- und Unfallversicherungsträger, der Kranken- bzw. Pflegekassen und bei der Bundesanstalt für Arbeit. Aber auch diejenigen, die Interessen der Versicherten "auf der anderen Seite" vertreten, ob nun in den Verbraucherzentralen, bei den Gewerkschaften oder beispielsweise in den Anwaltskanzleien, zählen zur direkten Zielgruppe des Autors. Aufgrund der gewählten Sprache – dies sei hier bereits angemerkt - ist es darüber hinaus auch für alle anderen geeignet, die sich mit der Materie vertiefend beschäftigen möchten.
Aufbau und Inhalt des Werkes
Das Buch gliedert sich in drei Kapitel, dem sich 16 Anhänge sowie das Literatur- und Stichwortverzeichnis anschließen. Dem üblichen Inhalts- und Abkürzungsverzeichnis folgt eine kurze Einleitung, in der die Leser auf das Thema eingestimmt werden. Direkt danach werden in die Einzelthemen Aufklärung, Auskunft und Beratung und deren Bedeutung einzeln aufgegriffen (2. Kapitel). Hier werden die sich aus dem Sozialrecht ergebenden Pflichten klar strukturiert erläutert. Den Schwerpunkt bildet das Thema Beratung und deren Formen.
Die Folgen der Verletzung der Betreuungspflichten werden im 3. Kapitel behandelt, das mit rund 60 Seiten den Schwerpunkt des Buches bildet. Insbesondere der sogenannte sozialrechtliche Herstellungsanspruch wird detailliert thematisiert. Der Autor setzt sich ausführlich mit den Verhaltens- und Verschuldensfragen im Sozialrecht und im allgemeinen Verwaltungsrecht auseinander. Nach den formalen Verfahrensfragen, z. B. aus dem Bereich der Sozialhilfe, wird die Amtshaftung der Leistungsträger aufgegriffen. Das Kapitel endet mit Ausführungen zum jeweiligen Rechtsweg.
Im Anhang werden anschließend die wichtigsten Entscheidungen der höchsten deutschen Gerichte (Bundessozialgericht und Bundesgerichtshof) im vollen Wortlaut abgedruckt, so dass sich dem Leser die Möglichkeit eröffnet, die Schlussfolgerungen des Autors nachzuvollziehen.
Fazit
Da Buch hält, was es verspricht: eine kompetente, verständliche Darstellung der Auskunfts- und Beratungspflichten im Sozialrecht. Obwohl es vom Recht der Rentenversicherung geprägt ist, ist das Buch allen zu empfehlen, die sich mit den Pflichten und den Folgen von Pflichtverletzungen beschäftigen müssen oder wollen.
Rezensent
Georg Vogel
Rentenberater für die Bereiche SGB XI/SGB V
Herausgeber www.CareHelix.de
Homepage www.carehelix.de
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Zitiervorschlag
Georg Vogel. Rezension vom 30.12.2001 zu: Friedrich von Koch: Auskunfts- und Beratungspflichten im Sozialrecht. Erich Schmidt Verlag (Berlin) 2000. 152 Seiten. ISBN 978-3-503-04884-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/227.php, Datum des Zugriffs 21.05.2012.
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