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Sven Papcke, Georg W. Oesterdiekhoff (Hrsg.): Schlüsselwerke der Soziologie

Cover Sven Papcke, Georg W. Oesterdiekhoff (Hrsg.): Schlüsselwerke der Soziologie. Westdeutscher Verlag (Wiesbaden) 2001. 547 Seiten. ISBN 978-3-531-13235-8. D: 38,50 EUR, A: 39,60 EUR, CH: 62,90 sFr.

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Einführung

"Schlüsselwerke der Soziologie" vermittelt einen Überblick über 202, von den Herausgebern nach verschiedenen Kriterien ausgewählte, zentrale Werke der Soziologie und ermöglicht dem Leser einen ersten Einblick in Inhalte und mögliche Lesarten dieser Werke. Ziel der Herausgeber ist es zum einen "als eine Art von ‚Who is who‘ und ‚What ist what‘ einen umfassenden Einblick in den neuzeitlichen Kosmos der internationalen Soziologie" zu bieten. So liegt der Schwerpunkt des Buches auf den aktuelleren Entwicklungen der soziologischen Disziplin. Gleichwohl fehlen Klassiker wie Durkheim, Simmel, Marx — um nur einige zu nennen — nicht. Zum anderen versteht sich dieses Herausgeberband als "Informationsgeber" und "Deutungsangebot".

In ihrem Vorwort diskutieren die Herausgeber die Schwierigkeit einen Kanon soziologischer Grundlagenwerke zu erstellen. Und sehen den Erfolg sogenannter Klassiker nicht zuletzt in ihrer "gelungenen Kommunikation". Papcke und Oesterdiekhoff verfolgen ein eher weites Verständnis der Disziplingrenzen. So wurde Simone de Beauvoir ebenso berücksichtigt wie Lawrence Kohlberg. Und auch Außenseiter der akademischen Disziplinen, die von diesen weniger häufig beachtet und rezipiert wurden, fehlen nicht (z. B. Moreno). Auswahlkriterien für die Aufnahme der Werke waren — so die Herausgeber selbst - neben ihrer "Originalität, Argumentationsdichte und der Erstthematisierung von Problemen" auch "ihr Einfluß, ihre Ausstrahlung und damit nicht zuletzt die Ambiguität der aufgeführten Texte".

Herausgeber

Dr. Sven Papcke ist Professor für Soziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die internationale Arbeiterbewegung, die europäische Einigung, Geschichte der Soziologie, Politische Soziologie, Konfliktforschung, Kultursoziologie und Exilforschung.

Dr. Dr. Georg W. Oesterdiekhoff ist Privatdozent für Soziologie an der TH Karlsruhe. Fast zeitgleich und ebenfalls im Westdeutschen Verlag erschienen ist der von ihm ebenfalls herausgegebene Band "Lexikon der soziologischen Werke" (2001).

Aufbau und Inhalt

Die Darstellung der Beiträge folgt weitestgehend einem einheitlichen Muster: bibliographische Angabe des dann folgenden dargestellten Werkes, Angaben zur deutschen Übersetzung sowie Nennung der Erstausgabe. Daran schließt sich (zumindest teilweise) eine kurze Darstellung der Biographie bzw. der wichtigsten Stationen des persönlichen und wissenschaftlichen Lebens der jeweiligen Autoren an. Schließlich — und dies nimmt erwartungsgemäß den größten Umfang der jeweiligen Beiträge ein — folgt eine stark verdichtete Darstellung des jeweiligen Werkes sowie seine Einordnung in die wissenschaftliche Diskussion. Abschließend folgen Hinweise auf die aktuellen Ausgaben der jeweiligen Werke sowie auf die wichtigste Sekundärliteratur. Die Beiträge umfassen ca. 2-5 Seiten.

Fazit

Der Band "Schlüsselwerke der Soziologie" bietet einen Überblick über Autoren und deren Texte, die in der Gegenwartssoziologie als bedeutsam erachtet werden. Insgesamt betrachtet handelt sich nicht um ein Einführungsbuch oder eine Art Handbuch, sondern um ein Nachschlagewerk. Dies zeigt sich nicht zuletzt an der Textpräsentation der vorgestellten Werke, die notwendigerweise in stark komprimierter Weise erfolgt. Insofern wird vor allem der soziologisch bzw. sozialwissenschaftlich vorgebildete Leser von dieser ‚Sammlung’ profitieren können.

Schon die Zusammenstellung der Werke ist informativ und vermittelt einen sehr guten Eindruck von der Vielfalt der Themen und Fragestellungen der modernen Soziologie. Darüber hinaus erhält der Leser einen ersten Zugang zu Inhalten und Deutungsmöglichkeiten der ausgewählten Werke. Für alle, die sich intensiver mit einem der Themen beschäftigen möchten, sind auch die Angaben zur Sekundärliteratur als Orientierungspunkte für die Weiterarbeit nützlich.

Im Vordergrund stehen nicht die Autoren sondern deren Texte. Dies zeigt sich auch daran, dass das Buch lediglich ein Inhaltsverzeichnis über die Werktitel enthält. Ein Verzeichnis der in den Band aufgenommenen Theoretiker hätte sicherlich einen schnellen Überblick erleichtert. Möglicherweise ist dieser Umstand allerdings dem ‚Nachschlagewerk-Charakter‘ der Veröffentlichung geschuldet. Informativ ist auch das Mitarbeiter-Werke-Register, das noch einmal die Expertise der Autoren in Hinblick auf die von ihnen bearbeiteten Werke deutlich macht und ebenfalls Anregungen zum weiteren Studium bietet.


Rezensentin
Dr. Kirsten Fuchs-Rechlin
M.A., Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Soziologie der Universität Dortmund
Arbeitsschwerpunkte: Berufe, Berufliche Sozialisation, Berufliche Erwachsenenbildung/Weiterbildung, Professionalisierung pädagogicher Berufe, Berufsverbleibsforschung
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Zitiervorschlag
Kirsten Fuchs-Rechlin. Rezension vom 30.06.2002 zu: Sven Papcke, Georg W. Oesterdiekhoff (Hrsg.): Schlüsselwerke der Soziologie. Westdeutscher Verlag (Wiesbaden) 2001. 547 Seiten. ISBN 978-3-531-13235-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/254.php, Datum des Zugriffs 21.05.2012.


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