Naomi Feil, Evelyn Sutton u.a.: Trainingsgprogramm Validation. Folien
Naomi Feil, Evelyn Sutton, Francis Johnson: Trainingsgprogramm Validation. Folien. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2001. ISBN 978-3-497-01560-3. 24,90 EUR.
20 Folien.
Inhalt
Die 20 Folien haben folgende Inhalte:
- Die vier Aufarbeitungsphasen
- Für Validationsanwender erforderliche Eigenschaften
- Bedürfnisse sehr alter, desorientierter Menschen
- Ziele von Validation
- Eriksons Lebensstadien und Lebensaufgaben (2 Folien)
- Menschen mit früh einsetzender Alzheimer-Krankheit
- Zwölf Grundsätze der Validation (2 Folien)
- Merkmale von Menschen mit mangelhafter Orientierung (2 Folien)
- Symbole
- Merkmale zeitverwirrter Menschen (2 Folien)
- Merkmale von Menschen in der Phase sich wiederholender Bewegungen (2 Folien)
- Grundbedürfnisse des Menschen
- Merkmale von Menschen in der Phase des Vegetierens
- Positive Wirkungen von Validation
- Validationstechniken für die Aufarbeitungsphasen
Kritische Würdigung
Die Folien demonstrieren recht eindeutig, dass es sich bei der Validation um ein äußerst interessantes Phänomen handelt, dass zweierlei zugleich leistet: es konstruiert oder erfindet eine neue Wirklichkeitsebene mit den damit verbundenen Problemfeldern (die "Aufarbeitungsphasen") und bietet zugleich die erforderlichen Behandlungs- und Lösungsstrategien ("Validationstechniken") an.
Da dieses eigentümliche Theorie-Praxis-Konstrukt mit den gängigen Modellen der Medizin und Pflege nicht kompatibel ist ("Aufarbeitungsphasen" existieren weder in der Psychogeriatrie noch in der Demenzpflege), entsteht hierdurch geradezu eine Parallel-Welt der Validation, die sich aufgrund ihrer Eigentümlichkeit jedweder Überprüfung hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Effizienz entzieht.
Naomi Feil steht hier in der Tradition vieler psychotherapeutischer Verfahren, "neue" Krankheitsbilder und Behandlungsstrategien mitsamt theoretischem Überbau und Bewertungskriterien zu entwickeln, anzuwenden und selbst zu evaluieren. Diese Vorgehensweisen hat mittlerweile dazu geführt, dass gegenwärtig fast 500 verschiedene Methoden, Therapien und Erklärungsmuster auf dem Feld seelischer Behandlungsverfahren existieren und miteinander konkurrieren, die fast alle bisher den Nachweis ihrer Wirksamkeit schuldig geblieben sind.
Es muss ausdrücklich davor gewarnt werden, dass diese Entwicklung (der so genannte "Psychoboom") Einzug in die Altenpflege einschließlich der Pflege und Betreuung Demenzkranker erhält, denn Pflegen ist im stationären Bereich ein kollektiver Prozess, der ein Höchstmaß an fachlicher Übereinstimmung bezüglich Wahrnehmung, Handeln und Bewertung bei den Pflegekräften erforderlich macht. Angesichts der Tatsache, dass neben Validation bereits eine Vielzahl ebenso fragwürdiger Ansätze (Snoezelen, Basale Stimulierung, Mäeutik u. a.) auf den Markt der Altenpflege drängen, ist es m. E. angezeigt, die bisherigen, bereits umfangreichen Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem In- und Ausland über die Pflege und Betreuung Demenzkranker zu verallgemeinern. Dieses Wissen böte dann u. a. den Orientierungsrahmen für die Beurteilung dieser äußerst eigenartigen Konzepte.
Rezensent
Dr. phil. Dipl.-Psychol. Sven Lind
Gerontologische Beratung Haan
Homepage www.gerontologische-beratung-haan.de
E-Mail Mailformular
Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.
Zitiervorschlag
Sven Lind. Rezension vom 12.03.2002 zu: Naomi Feil, Evelyn Sutton, Francis Johnson: Trainingsgprogramm Validation. Folien. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2001. ISBN 978-3-497-01560-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/258.php, Datum des Zugriffs 21.05.2012.
Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.
Zur Rezensionsübersicht
Zum Seitenanfang
Hilfe & Kontakt
Hinweise für RezensentInnen, Verlage, AutorInnen oder LeserInnen sowie zur Verlinkung bitte lesen, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
Sabine Bartholomeyczik, Margareta Halek (Hrsg.): Assessmentinstrumente in der Pflege
Cyrille Offermans: Warum ich meine demente Mutter belüge
Stellenangebote
Ergotherapeut/in für Tagespflegehaus, Wilnsdorf
Weitere Anzeigen im socialnet Stellenmarkt.
Newsletter bestellen
Immer über neue Rezensionen informiert.
