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Süleyman Gögercin: Wörterbuch Soziale Arbeit. Sosyal Çalisma Sözlügü. Deutsch - Türkisch /Almanca - Türkçe /Türkisch

Cover Süleyman Gögercin: Wörterbuch Soziale Arbeit. Sosyal Çalisma Sözlügü. Deutsch - Türkisch /Almanca - Türkçe /Türkisch - Deutsch /Türkçe - Almanca. Lambertus Verlag (Freiburg) 2005. ISBN 978-3-7841-1579-5. 32,00 EUR, CH: 55,60 sFr.

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Einführung

Die ersten offiziellen Migranten aus der Türkei sind nach der Anwerbevereinbarung zwischen der Türkei und Deutschland im Jahre 1961 nach Deutschland gekommen. Damals sind die meisten Migranten mit dem Ziel nach Deutschland gekommen, binnen weniger Jahre so viel Geld wie möglich zu sparen, um nach der Rückkehr in der Türkei über eine gesicherte Existenz zu verfügen. Die meisten haben sich aber für immer in Deutschland niedergelassen. Mittlerweile wächst die dritte bzw. die vierte Generation nach. Die Nachfolgegenerationen sind im Gegensatz zu den sog. "Gastarbeitern" besser qualifiziert und sind in allen Bereichen der Wirtschaft, Politik, Medizin, Soziale Arbeit, etc. tätig. Sie sprechen nicht nur gut Deutsch, sondern verfügen über gute Türkischkenntnisse, und die meisten türkischen Firmen in Deutschland arbeiten sehr eng mit der Türkei zusammen. Auch wenn die meisten Migranten sich entschieden haben, in Deutschland zu bleiben, versuchen sie den Bezug zum Herkunftsland aufrechtzuerhalten, in dem sie öfters die Türkei besuchen, ihre Türkischkenntnisse verbessern oder aber in der Türkei investieren. Auch die Mehrheit der ersten Generation, die sich im Rentenalter befindet, verbringt den Lebensabend nicht mehr in der Heimat, sondern belegt und reserviert einen Platz im Altersheim. Ein Altersheim, das sich nur auf die türkischen Migranten spezialisiert hat, wurde vor wenigen Jahren in Duisburg eröffnet. Da die erste Migrantengeneration vor allem der türkischen Sprache mächtig ist, können die Fachkräfte mit Hilfe dieses Wörterbuches ihre Arbeit mit dieser Zielgruppe optimieren.

Hintergrund für die Entstehung des Buches und der Autor

Ziel des Wörterbuches ist es, den zweisprachigen Menschen (türkisch-deutsch), die mit Fragen der sozialen Sicherung, Sozialpolitik und Sozialen Arbeit konfrontiert sind, Abhilfe zu schaffen. Dies kann allerdings nur eingelöst werden, wenn man beide Sprachen beherrscht und nach Synonymen in der anderen Sprache sucht, wie z.B. bei Übersetzungen von Fachbeiträgen. Der Autor des Wörterbuchs, Süleyman Gögercin, ist promovierter Pädagoge und ist momentan an der Berufsakademie Villingen-Schwenningen als Professor tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Methoden der Sozialen Arbeit, Jugendsozialarbeit, Migration und Interkulturelle Kompetenz.

Zielgruppe

Nach Auskunft des Autors richtet sich das Wörterbuch an folgende Zielgruppen: die 2,5 Millionen türkischstämmigen Menschen, die in Deutschland leben sowie Hochschulen, Reiseunternehmen, Institutionen, die Studienreisen in die Türkei organisieren. Darüber hinaus Leitungs- und Fachkräfte von öffentlichen und freien Träger und Politiker.

Aufbau und Inhalt

Das Wörterbuch ist klassisch aufgebaut: Es beginnt mit einem Vorwort des Autors. Nach dem Vorwort erläutert der Autor die Abkürzungen und Zeichen, die verwendet werden. Außerdem wird u.a. das türkische Alphabet vorgestellt. Im ersten Hauptabschnitt (S. 19-252) werden die deutschen Fachbegriffe, die in der Sozialen Arbeit und Sozialpolitik gängig sind, ins Türkische übertragen. Die Auswahl ist sehr groß und reicht von dem Begriff "Abbau" über "Beschuldigte", "Gerontologie" oder "Meineid" bis zum Begriff "Zynismus". Der Autor verwendet in der Regel Neu- bzw. Hochtürkisch. Im deutschen Teil werden alle Begriffe mit den Artikeln genannt: "f" für feminin "m" für maskulin und "n" für Neutrum. Darüber hinaus wird erläutert, ob ein Begriff beispielsweise psychologisch oder medizinisch ist. Wenn Begriffe Synonyme haben, werden sie mit einem Pfeil hervorgehoben, die Synonyme werden an der selben Stelle genannt und erläutert: Man muss nicht erneut umschlagen.

Der zweite Abschnitt des Wörterbuchs (S. 253-507) ist umgekehrt aufgebaut: Die türkischen Fachbegriffe werden ins Deutsche übertragen. Die Vorgehensweise ist dem ersten Teil identisch: die Artikel bzw. die Herkunft der Begriffe werden in Klammer genannt. Das Buch endet mit Angaben über den Autor.

Fazit

Um das Wörterbuch bewerten zu können, habe ich einen mit Fachwörtern gespickten Text ins Türkische übersetzt. Es ist mir sehr gut gelungen, den Text fachlich zu übersetzen. Denn die meisten herkömmlichen Wörterbücher sind in solchen Fragen unbrauchbar. Insgesamt ist das Wörterbuch als ein sehr gelungenes Werk zu bezeichnen. Viele Menschen, die sich in beiden Sprachen bewegen, werden dieses Buch als eine große Hilfe empfinden. Auch im Rahmen der EU-Verhandlungen mit der Türkei wird das Wörterbuch von Interesse sein: Denn das Wörterbuch wird die Kommunikation zwischen Deutschland und der Türkei erleichtern.

Der Abnehmerkreis des Buches wird leider klein sein, weil man beide Sprachen beherrschen muss. Ein Lexikon in deutscher Sprache, das die wichtigsten Begriffe in interkulturellen Zusammenhängen erläutert, muss in Zukunft noch erstellt werden, um die Arbeit der Sozialen Fachkräfte in Deutschland zu optimieren.


Rezensent
Prof. Dr. Ahmet Toprak
Professor für Erziehungswissenschaften an der Fachhochschule Dortmund, Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften
Homepage www.soziales.fh-dortmund.de
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Zitiervorschlag
Ahmet Toprak. Rezension vom 26.04.2005 zu: Süleyman Gögercin: Wörterbuch Soziale Arbeit. Sosyal Çalisma Sözlügü. Deutsch - Türkisch /Almanca - Türkçe /Türkisch. Lambertus Verlag (Freiburg) 2005. ISBN 978-3-7841-1579-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/2619.php, Datum des Zugriffs 21.05.2012.


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