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Michael Kobbeloer: Internethandbuch für Erzieherinnen

Cover Michael Kobbeloer: Internethandbuch für Erzieherinnen. Cornelsen Verlag (Berlin) 2002. 304 Seiten. ISBN 978-3-464-49166-9. 17,90 EUR.

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Autor und Hintergründe zur Entstehung des Buchs

Michael Kobbeloer hat nach Ausbildung und Tätigkeit als Erzieher, Lehramt für berufsbildende Schulen mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik studiert. Er ist Gründer und war Projektleiter des Erzieher/innen-Portals www.erzieherin-online.de und ist Vorsitzender des Vereins erzieherin-online e.V. Seit mehreren Jahren beschäftigt er sich mit der Internetkompetenz von Erziehrinnen und Erzieher.

Nach seiner ersten Veröffentlichung zur Internetnutzung von ErzieherInnen (2002), in der Michael Kobbeloer seine Studie zur Medien-/Internetkompetenz präsentiert (vgl. unsere Rezension), stellt der Autor mit der vorliegenden Veröffentlichung ein Handbuch vor, das sich ausführlich mit dem Einsatz des Internets im beruflichen Alltag der sozialen Arbeit, in der Aus- und Weiterbildung von Erzieherinnen und der Öffentlichkeitsarbeit sozialer Einrichtungen auseinandersetzt. Dabei geht Kobbeloer davon aus, dass Aspekte, die für die berufliche Praxis relevant sind, immer auch für eine handlungsorientierte Ausbildung bedeutsam sind.

Gestaltung und Inhalte

Das "Internethandbuch für Erzieher und Erzieherinnen" fällt durch seine durchgängige übersichtliche Strukturierung auf. Es ist unterteilt in sechs abgeschlossene Kapitel, ein ausführliches Glossar und ein herausnehmbares Kurzglossar als "Erste Hilfe" zum Lesen. Ein detailliertes Stichwortverzeichnis rundet das Handbuch ab.

Drei Piktogramme dienen als durchgängiges Leitsystem: Alle Unterkapitel enthalten neben theoretisch fundierten Grundlagen praxisorientierte Tipps und Hinweise zu weiterführender Literatur und Links und verweisen auf erprobte Suchbegriffe für die Internetrecherche. Durchgängig werden zu den jeweiligen Inhalten "Anregungen für die ErzieherInnenausbildung" mit didaktisch-methodischen Hinweisen für den Unterricht gegeben, die das Buch für den Einsatz in der Aus- und Weiterbildung für Erzieherinnen kennzeichnen. Die Unterkapitel enden mit einer Zusammenfassung in der Rubrik "Kurz & knapp".

Das "Internethandbuch für Erzieher und Erzieherinnen" basiert auf der Annahme, dass das Internet mit seiner zunehmenden Verbreitung auch den sozialpädagogischen Alltag von Erziehern und Erzieherinnen verändern wird. Als berufspädagogische Grundlage der Veröffentlichung dient ein Internetkompetenzmodell für ErzieherInnen, das der Autor aus allgemeinen Modellen abgeleitet und dem sozialpädagogischen Handlungsfeld entsprechend angepasst hat. Dieses basiert auf dem berufspädagogischen Verständnis einer ganzheitlichen Berufsbildung auf den Ebenen der Fach-, Methoden-, Sozial- und Individualkompetenz.

Die Ausführungen von Michael Kobbeloer sind insgesamt durch eine mehrdimensionale Betrachtungsweise gekennzeichnet: sowohl die computer- und internetspezifischen Aussagen, als auch die Darstellung von Einsatzgebieten und Verwendungsmöglichkeiten enthalten konstruktive Hinweise für die inhaltliche Diskussion und die berufspraktische Umsetzung. Insbesondere der Darstellung von Chancen und Risiken wird ein breiter Raum gewidmet.

Kapitel 1: Internet-Grundlagen, "Schnellstart" und Nutzungsmöglichkeiten vermittelt grundlegende Kenntnisse zum Internet. Es enthält Informationen zu seiner Geschichte, Entwicklung, Funktion und über technische Voraussetzungen, verweist aber auch auf kritische Aspekte. Unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten und Wesentliches zur Kommunikation mit dem Internet werden in verschiedenen Facetten dargestellt.

Kapitek 2: Unternet und beruflicher Alltag — "Internet und sozialpädagogischer Alltag" befasst sich mit der aktuellen Situation des Internets im Bereich der sozialen Arbeit. Es werden verschiedene Möglichkeiten und Aspekte, z. B. für eine effiziente Recherche im Internet, sowie Chancen und Risiken für den berufspraktischen Einsatz präsentiert. Das Kapitel endet mit den Unterkapiteln zu Stellengesuchen (z.B. Job- und Praxisbörsen, Ferienjobs, weltweite Jobs und Bewerbungen per E-Mail) und konkreten Hilfsmöglichkeiten bei beruflichen Problemen (z.B. Gesundheit, Stress und Burnout).

In Kapitel 3: Internet und Weiterbildung - "Lebenslanges Lernen im Netz" wird ausführlich Lebenslanges Lernen und die damit verbundenen Möglichkeiten des Online-Lernen dargestellt. Es enthält Informationen über Weiterbildung im Internet, über selbstgesteuertes Lernen (z.B. Arbeitsplatzgestaltung, eigenem Lernstil und Erstellung eines Online-Lernplans), der Organisation einer Learning-Community und der Belegung von Online-Seminaren. Beigefügt ist eine Checkliste zur Beurteilung entsprechender virtueller Seminare und Angaben über die entstehenden Kosten. Grundsätzliche Hinweise auf Datenquellen (z.B. Archive) und der Aufbereitung eigener Inhalte für das Internet runden das Kapitel ab.

Kapitel 4: Internet und Ausbildung — "Medienkompetent ErzieherIn werden" fasst die Aspekte zusammen, die sich speziell mit der Ausbildung zur staatlich geprüften Erzieherin befassen und richtet sich damit speziell an FachschülerInnen, PraktikantInnen im Anerkennungsjahr und an LehrerInnen an Fachschulen für Sozialpädagogik, Berufskollegs und Fachakademien. Kreativ stellt Kobbeloer Möglichkeiten zum Einsatz des Internets innerhalb der ErzieherInnenausbildung vor. Er präsentiert Praxiserfahrungen, die den Computer- und Interneteinsatz in der Fachschule für Sozialpädagogik in Lüdinghausen und am CVJM Kolleg in Kassel dokumentieren. Zur weiteren Vertiefung empfiehlt und kommentiert der Autor drei Veröffentlichungen und gibt Tipps zum Einstieg und für erste Anwendungen. Das Kapitel schließt mit einer Übersicht zu Fachschulen im Netz und mit Möglichkeiten von "Online-Ausbildungen" für ErzieherInnen, z.B. Umschulungen.

Kapitell 5: Internet und Öffentlichkeitsarbeit — "Medien sind Mittler" beinhaltet grundlegende Informationen. Der Bogen reicht von den Rahmenbedingungen über das Gestalten und Publizieren einer Website bis hin zur Presse- und Elternarbeit mit dem Internet. Anschaulich und auch für Laien verständlich enthält das Kapitel einen Website-Workshop zur Gestaltung einer eigenen Website.

In Kapitel 6: Internet und Medienpädagogik — "Bewahren oder Heranführen?" wird der Blick von der ErzieherIn als NutzerIn auf die Rolle der BegleiterIn von Kindern und Jugendlichen gelenkt: es wird z. B. erörtert, ob Kinder und Jugendliche vor der Internetnutzung bewahrt werden sollten und welchen Nutzen das Internet für Kinder hat. Das Kapitel bietet Informationen, wie Kinder und Jugendliche das Internet schon heute nutzen und welche Sicherungsmöglichkeiten es zum Schutz vor Gefahren gibt. Möglichkeiten einer altersangemessenen internetpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden aufgezeigt.

Fazit:

Neben inhaltlichen Aspekten fällt das "Internethandbuch für Erzieher und Erzieherinnen" durch seine sorgfältige Gestaltung und gute Strukturierung auf. Das Handbuch ist verständlich und durchgängig interessant geschrieben und theoretisch und praktisch gleichermaßen gut fundiert. Dabei ist es nicht als reines Schulbuch konzipiert, sondern stellt den Versuch da, sowohl Schulbuch als auch Handbuch für den Einstieg in das Internet zu sein und die berufliche Praxis zu vernetzen. Es ist für den Einsatz in Kindertageseinrichtungen ebenso geeignet wie für die Aus- und Weiterbildung von ErzieherInnen.


Rezensentin
Dipl.-Päd. Elke Katharina Klaudy
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Zitiervorschlag
Elke Katharina Klaudy. Rezension vom 04.06.2002 zu: Michael Kobbeloer: Internethandbuch für Erzieherinnen. Cornelsen Verlag (Berlin) 2002. 304 Seiten. ISBN 978-3-464-49166-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/266.php, Datum des Zugriffs 21.05.2012.


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