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Katrin Raabe: Mädchenspezifische Prävention von Essstörungen

Cover Katrin Raabe: Mädchenspezifische Prävention von Essstörungen. Schneider Verlag Hohengehren (Baltmannsweiler) 2009. 144 Seiten. ISBN 978-3-8340-0497-0. 15,00 EUR, CH: 26,50 sFr.

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Autorin

Kathrin Raabe ist Diplompädagogin und Mitarbeiterin im Mädchenhaus Heidelberg. Homepage: www.katrin-raabe.de.

Aufbau und Inhalt

In Kapitel 1 werden unter dem Titel „Informationen zum Thema Essstörungen“ zunächst die Erkrankungsbilder beschrieben, dann folgt eine kurze Abhandlung zur Ätiologie.

Der innovative und wirklich lesenwerte Teil dieses Buches beginnt mit Kapitel 2, das sich mit theoretischen Überlegungen zur Prävention von Essstörungen beschäftigt.

Sehr interessant und hilfreich ist die Beschreibung des Präventionsansatzes des Mädchenhauses Heidelberg. Darin wird anschaulich und praxisnah dargestellt, wie Fortbildungen für MultiplikatorInnen, Informationsabende für Eltern, Lehrkräfte sowie für Schülerinnen und Schüler strukturell und inhaltlich gestaltet werden können. Auch werden in diesem Kapitel ein medienkritisches Fotoprojekt sowie ein Internetprojekt vorgestellt.

Es folgt ein Kapitel über Projektgestaltung, sowohl mit Checklisten für die Planung eines Mädchenprojekts als auch mit Checklisten für den Unterricht.

Das Wichtigste und Interessanteste an diesem Buch aber ist die Methodensammlung, die bei der Umsetzung von konkreten Projekten im schulischen und außerschulischen Kontext helfen soll. Diese Methodensammlung wurde von Katrin Raabe gemeinsam mit Susanne Gebauer, Stefan Lindenau, Clara Kerber, Martina Kimming und Margarete Müller im interdisziplinären Team des Mädchenhauses Heidelberg entwickelt. Es finden sich darin auch aus psychologischer Sicht sinnvolle Methoden bzw. Übungen zu den Themen

  • „Ideensammlung/ Einstieg“,
  • „Schönheit und Schlankheit“,
  • „Körper und Seele“,
  • „Essen und Essprobleme“,
  • „Für sich selbst sorgen“ und
  • „Abschluss“.

Bei den einzelnen Methoden werden jeweils folgende Aspekte beschrieben: vorgesehene Gruppengröße, Dauer, erforderliche Räumlichkeiten, erforderliches Material, Methode in Stichworten, Ziele und Erfahrungsmöglichkeiten, Vorbereitung, Anleitung und Durchführung sowie Anmerkungen.

Im Anhang werden auf zwei Seiten Fachbegriffe erläutert und es folgt ein kurzes Literaturverzeichnis sowie einige Links und Adressen. Das Wichtige am Anhang sind jedoch die dort enthaltenen Vorlagen für die praktische Umsetzung der Methoden. Am Schluss finden sich auf vier Seiten Erfahrungsberichte von Betroffenen.

Fazit

Das Buch bietet praktische, leicht umsetzbare Methoden zur mädchenspezifischen Prävention von Essstörungen. Seine theoretische Fundierung mag optimierbar sein, die Methoden selbst erscheinen jedoch ansprechend und hilfreich. Wie wichtig Präventionsarbeit in Zusammenhang mit Essstörungen ist, wurde in den letzten Jahren durch zahlreiche Studien belegt. Dieses Buch stellt nicht den Anspruch der Hochwissenschaftlichkeit, bietet jedoch wichtige und sehr hilfreiche, einfach umsetzbare methodische Ansätze in Form konkreter Gruppenübungen, Spiele und Reflexionen. Dass Personen, die solche Übungen bzw. Methoden in der Praxis der Präventionsarbeit von Essstörungen anwenden, fachlich gut ausgebildet sein sollten, steht dennoch außer Frage. Es ist ein empfehlenswertes Buch für Personen, die in der außerschulischen Jugendarbeit tätig sind (SozialpädagogInnen, BeraterInnen etc.), aber auch für engagierte Lehrerinnen und Lehrer.


Rezensentin
Prof. Dr.phil. Dr.rer.nat. Annemarie Rettenwander
Professorin für Psychologie – Organisationspsychologie, Kommunikationspsychologie und Psychologie der Essstörungen an der Hochschule Niederrhein/ Mönchengladbach
Homepage www.hs-niederrhein.de/fb05/personen/annemarie-rette ...
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Zitiervorschlag
Annemarie Rettenwander. Rezension vom 20.11.2009 zu: Katrin Raabe: Mädchenspezifische Prävention von Essstörungen. Schneider Verlag Hohengehren (Baltmannsweiler) 2009. 144 Seiten. ISBN 978-3-8340-0497-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/2834.php, Datum des Zugriffs 08.02.2012.


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