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Christine Ben-Khalifa, Stefanie Hellmann: Das Dienstverhältnis in der Altenpflege

Cover Christine Ben-Khalifa, Stefanie Hellmann: Das Dienstverhältnis in der Altenpflege. Worauf Mitarbeiter achten müssen. Schlütersche Verlagsgesellschaft (Hannover) 2005. 104 Seiten. ISBN 978-3-89993-112-9. 12,90 EUR, CH: 21,90 sFr.

Reihe: Pflege.

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Demographische Entwicklung Deutschlands und Expansion des Altenpflegesektors

Der zu Ende gegangene Wahlkampf des Jahres 2005 hat es ganz deutlich gezeigt: Die Überalterung ist endlich ein viel beachtetes und für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands eminent wichtiges Thema. Staaten, die immer weniger junge Menschen zu ihrer Bevölkerung zählen können, verlieren an Mut und Zuversicht in die Zukunft, Risikobereitschaft und wirtschaftlicher Dynamik. Nur wenige ökonomische Bereiche profitieren von immer längeren Lebenszeiten. Dazu gehört auch der Sektor der Altenpflege. In den letzten Jahren konnte man auf diesen Sektor einen rasanten Anstieg neuer Arbeitsverhältnisse feststellen. Daher ist es zu begrüßen, dass die beiden Autorinnen des vorzustellenden Buches sich dieses Arbeitssegments vor allem unter arbeitsrechtlichen Vorzeichen angenommen haben

Die Autorinnen

  • Christine Ben-Khalifa ist Geschäftsführerin eines Wohlfahrtsverbandes. Daneben ist sie auch noch als Dozentin in der Altenpflege tätig.
  • Stefanie Hellmann ist examinierte Altenpflegerin und seit vielen Jahren in leitenden Positionen der Altenpflege tätig.

Beide Verfasserinnen bieten daher Gewähr für eine praxisnahe Sicht auf das Thema des Buches.

Struktur des Buches

Das Buch ist alphabetisch geordnet, so dass es mit der Darstellung der wichtigsten Aspekte einer Abmahnung beginnt und mit Erläuterungen zum Zeugnis endet. Dazwischen werden u.a. folgende Themen behandelt:

  • die Befristung des Arbeitsvertrages,
  • Betriebsrat,
  • Einstellungsgespräch,
  • Kündigungsschutzklage,
  • Personalakte und
  • Tarifverträge.

Ein Abkürzungsverzeichnis, weiterführende Literaturhinweise und ein Stichwortregister vervollständigen das Werk.

Ausgesuchte Themenbereiche

Aufgrund des schmalen Umfangs des Werks und der auf Nichtfachleute zugeschnittenen Darstellungstiefe ist das Buch vor allem für die Berufsgruppe der Altenpfleger selbst zugeschnitten. Ihnen bietet die Darstellung einen ersten hilfreichen Einstieg in die Materie. Grau unterlegte Textstellen weisen den Leser auf besonders wichtige Aussagen hin. Dies hilft, die herausgehobene Bedeutung einzelner Tätigkeiten vor Augen zu führen. So weisen die Autorinnen zu Recht in dementsprechend exponierter Form auf den Sachverhalt hin, dass eine nachträgliche Änderung der Pflegedokumentation ohne Kenntlichmachung einen Straftatbestand, nämlich eine Urkundenfälschung, erfüllt (S. 63).

Da der Beruf des Altenpflegers ganz überwiegend von Frauen ausgeübt wird, ist es auch begrüßenswert, dass das Werk einen relativ umfangreichen Abschnitt zum Recht des Mutterschutzes enthält (S. 75-78). Aber auch die Darstellung und anschließende Lösung von Fallbeispielen verleiht dem Buch einen hohen Praxisbezug, der für die in der Altenpflege direkt Beschäftigten einen großen Nutzwert darstellen dürfte.

Wegen dieses angestrebten und zumeist auch erreichten Praxisbezugs des Buches fällt es umso negativer auf, dass die beiden Autorinnen sich leider nicht mit Altenpflegegesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 25.8.2003 (BGBl. I S. 1690) auseinandersetzen, obgleich das Werk einen eigenen Abschnitt zum Ausbildungsvertrag enthält. Das Gesetz wird lediglich einmal kurz im Abschnitt "Berufsentwicklung und Berufsbilder in der Altenpflege" erwähnt (S. 47).

Positiv fällt wiederum auf, dass die Verfasserinnen im Abschnitt "Einstellungsgespräch" den wichtigen Hinweis auf die Unterscheidung zwischen Bewerbungskosten und Vorstellungskosten machen, wobei sie richtig auf den Ersatzanspruch des Bewerbers gegenüber den die Stelle ausschreibenden Arbeitgeber hinsichtlich der Vorstellungskosten (Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten) hinweisen. Praktisch Bedeutung hat in diesem Zusammenhang auch der Hinweis, dass in der Ausschreibung der Ersatz dieser Vorstellungskosten durch den Arbeitgeber wirksam ausgeschlossen werden kann, wobei dieser Umstand nicht die Geltendmachung dieser Kosten in der jährlichen Einkommensteuererklärung ausschließt.

Fazit

Die aufgezeigten Defizite können aber sicherlich in einer zweiten Auflage des Werkes beseitigt werden. Alles in allem richtet sich das Buch an Leiter von Altenpflegeheimen, vor allem jedoch an die dort Beschäftigten. Dieser Adressatenkreis wird einen großen Nutzen aus der Lektüre ziehen können. Es eignet sich, rechtliches Hintergrundwissen zur eigenen beruflichen Tätigkeit zu erlangen bzw. den Leitern von Altenpflegeeinrichtungen erste hilfreiche Hinweise für einen rechtlich richtigen Umgang mit dem Personal zu liefern.

Anmerkung der Redaktion: Zu diesem Buch liegt eine weitere Rezension vor.


Rezensent
Dr. iur. Marcus Kreutz
LL.M., Rechtsanwalt. Justiziar des Bundesverbandes Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. in Köln
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Zitiervorschlag
Marcus Kreutz. Rezension vom 18.10.2005 zu: Christine Ben-Khalifa, Stefanie Hellmann: Das Dienstverhältnis in der Altenpflege. Schlütersche Verlagsgesellschaft (Hannover) 2005. 104 Seiten. ISBN 978-3-89993-112-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/2928.php, Datum des Zugriffs 21.05.2012.


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