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Marion Koneczny: Hunde im Kindergarten

Cover Marion Koneczny: Hunde im Kindergarten. Ein Tierbesuchsprojekt nicht nur für Vorschulkinder. Praktische Anleitung zur tiergestützten Arbeit. verlag modernes lernen Borgmann (Dortmund) 2006. 112 Seiten. ISBN 978-3-938187-26-5. 15,30 EUR, CH: 25,80 sFr.
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Thema

Der pädagogische und therapeutische Einsatz von Tieren hat sich bereits seit Jahrhunderten bewährt. Der pädagogische Einsatz von Tieren in einer Tagesstätte fällt unter den Begriff: "Animal Assisted Activities (AAA)" und bedeutet Tiergestützte Aktivitäten oder Pädagogik. Ist der Wunsch von Kindern, pädagogischen Fachkräften und sonstigen Verantwortlichen nach einem Tierkontakt gegeben, so besteht ein wichtiges pädagogisches Ziel darin, dass Kinder mit einem Tier nicht nur spielen, sondern vor allem, den richtigen Umgang mit ihm spielerisch erlernen. Koneczny zitiert hierzu ein aussagekräftiges Zitat von Schuster-Brink (1993): "Wenn ein Kind Tiergesten und Tierlaute richtig interpretieren kann, bleiben all jene unangenehmen Zwischenfälle aus, die Tiergegner so gern ins Feld führen.".

Entstehungshintergrund

Marion Koneczny ist staatlich anerkannte Erzieherin und arbeitet in städtischen Kindertagesstätten. Seit 2005 führt sie Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte der Landeshauptstadt München im Bereich "Tiergestützte Pädagogik" durch. Die Autorin absolvierte eine berufsbegleitende Weiterbildung in "Tiergestützte Pädagogik/Tiergestützte Therapie" am Institut für soziales Lernen mit Tieren in Lindwedel/Wedemark.   

Die Autorin erachtet es als notwendig, dass Kinder den richtigen Umgang mit Hunden lernen. Es ist in ihren Augen nicht richtig, Kinder zu ihrem Schutz von Hunden fernzuhalten oder ihnen gar Angst vor Hunden einzureden. Ganz im Gegenteil sollen die Kinder Freude um Umgang mit bekannten und unbekannten Tieren durch adäquates Verhalten und Respekt entwickeln. Im Jahre 2003 entwickelte M. Koneczny ein Konzept zum Erlernen eines sicheren Umgangs mit Hunden. Dieses Projekt wurde in einer Kindertagesstätte mit 25 Vorschulkindern umgesetzt. Das Buch stellt eine Form des Hundekontakts in einer Einrichtung vor. 

Zielgruppen

Das Buch bietet eine praktische Anleitung zur tiergestützten Arbeit für pädagogische Fachkräfte, Studierende von Erziehungs- und Sozialwissenschaften und allen Interessierten, die mit einem Hund tiergestützt arbeiten, oder dies planen.      

Aufbau und Inhalt

Das Buch setzt sich aus 3 Kapiteln mit insgesamt 63 Farbfotos zusammen.

  1. Kapitel 1 beschreibt den Hintergrund und die Erprobung des Projekts. Ziele formulierte M. Koneczny auf verschieden Ebenen wie der positiven Einstellung und dem Einfühlungsvermögen gegenüber dem Lebewesen Hund, Vermittlung von Wissen der Grundsätze in der Kommunikation zwischen Mensch und Hund, adäquater Umgang und Aufbau von Zutrauen gegenüber unbekannten Hunden und eine positive Veränderung des eigenen Selbstbewusstseins. Das 1 Kapitel schließt mit dem Thema Hygiene ab.
  2. Kapitel 2 umfasst Theorie, Praxis und Abschluss des Hundesprojekts. Theoretisch werden Kinder über das Lebewesen Hund in verschieden Lehreinheiten zu den Unterthemen wie Ursprung/Vorfahren, Sinne, Fell, Aufgaben und Regeln/Wünsche für die bevorstehenden Hundebesuche vorbereitet. Die praktische Umsetzung  erfolgt in aufbauenden Lernschritten. Schwerpunkte der Hundebesuche sind die gegenseitige Kontaktaufnahme, Kommunikationsmittel des Hundes, Verhalten bei einem möglichen Angriff eines Hundes und Zutrauen mit einem Hund zu erarbeiten. Bei allen Hundebesuchen werden die Kinder zunächst mit dem jeweiligen Thema vertraut gemacht, durch Vorgaben und Demonstrationen vom Hundehalter und seinem Hund. Nach einer Eingewöhnungsphase werden die Kinder motiviert sich selber Spiele mit dem Hund auszudenken und umzusetzen. Der Autorin ist es wichtig, dass versucht wird auch Kinder einzubeziehen, die zunächst den direkten Hundekontakt ablehnen. Die Lernschritte sind so aufgebaut, dass sich zurückhaltende Kinder in der Regel bereits nach zwei Hundebesuchen dem Hund nähern und ihn streicheln wollen. Dieses Kapitel endet mit Anregungen zur Erinnerungsvertiefung der Hundebesuche im Kindergarten.
  3. Kapitel 3 stellt alternative Haltungsmöglichkeiten für Hunde vor, worin die Verantwortlichkeit für den Hund von hauptamtlichen Mitarbeitern, Institutionen, Hundevereinen oder Tierheimen getragen werden.     

Diskussion

Dieses Buch beschreibt detailliert Theorie und Praxis des Konzepts: "Erlernen eines sicheren Umgangs mit Hunden". Der gesamte Aufbau des Buchs ist gut nachvollziehbar und eignet sich zur Planung und Umsetzung eigener Hundebesuche in Einrichtungen. Pädagogisch interessant und verantwortungsvoll dargestellt empfinde ich die Lerninhalte und -schritte in Kapitel 2.

Meinen Erfahrungen nach besteht der Anspruch an eine optimal funktionierende  Tiergestützte Arbeit in einem bio-, psycho- und sozialen Wohlbefinden von Mensch und Tier. M. Koneczny setzt ihren Focus auf den Lernwert der Kinder. An den formulierten Zielen und den ausgewählten Lerninhalten in Kapitel 2 lässt sich erkennen, dass es der Autorin wichtig ist, einen sicheren und artgerechten Umgang mit Hunden zu vermitteln.      

Fazit

Dieses Buch ist für all diejenigen interessant, die bereits positive Erfahrungen in Tiergestützter Pädagogik gesammelt haben und einen neuen Ideenspeicher im Einsatz von Hunden, in Einrichtungen für Vorschulkinder oder vergleichbaren Zielgruppen, kennen lernen möchten.


Rezensentin
Patricia P. Giese
Sozialpädagogin
Schwerpunkt: Psychosoziale und Tiergestützte Betreuung für ältere Menschen
Tierhalterin, insbesondere von Pferden und Hunden
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Zitiervorschlag
Patricia P. Giese. Rezension vom 05.02.2007 zu: Marion Koneczny: Hunde im Kindergarten. Ein Tierbesuchsprojekt nicht nur für Vorschulkinder. Praktische Anleitung zur tiergestützten Arbeit. verlag modernes lernen Borgmann (Dortmund) 2006. ISBN 978-3-938187-26-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/4258.php, Datum des Zugriffs 05.12.2016.


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