Bernd Heckmair, Werner Michl: Einführung in die Erlebnispädagogik
Bernd Heckmair, Werner Michl: Einführung in die Erlebnispädagogik. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2004. 5. Auflage. 323 Seiten. ISBN 978-3-497-01705-8. 24,90 EUR.
Reihe: erleben & lernen; 2.
Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-497-01963-2 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen.
Das Thema
Erlebnispädagogik im ursprünglichen Sinne ist eine Unterrichtsmethode, welche das aktive Erleben des Schülers in den Mittelpunkt des Unterrichts stellt. Ziel ist, dass Lerninhalte selbständig erarbeitet - erlebt - werden und so der Lernfortschritt stattfindet. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff der Erlebnispädagogik wieder entdeckt und zu einem guten Teil neu definiert. Erlebnispädagogik bezeichnet nun den Teil der Freizeitpädagogik, welche Natursportarten und gezielte Übungen in und mit der Natur als pädagogisches Mittel einsetzt, um den Teilnehmern neue, elementare Erfahrungen zu ermöglichen oder durch Grenz-, aber auch Kompetenzerfahrungen ihr Verhalten nachhaltig zu beeinflussen. Eine pädagogisch gelenkte Selbsterfahrung und -wahrnehmung in künstlich hergestellten Grenzsituationen ist dabei das Kernstück der Erlebnispädagogik. Teilnehmer können dabei Jugendliche, aber auch Erwachsene oder Behinderte sein. Auch für Menschen in Führungspositionen gibt es heute erlebnispädagogische Trainings.
Autoren und Entstehungshintergrund des Buchs
Die Autoren sind in den Praxisfeldern der Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit, der Hilfen zur Erziehung und der Betriebspädagogik zu Hause; daher basiert dieses Buch auf den praktischen Erfahrungen der Autoren, überwiegend aus kurzzeitpädagogischen Angeboten. Dabei arbeiteten sie mit Kindern, Jugendlichen, arbeitslosen Jugendlichen, Familien, auch Auszubildenden und Studierenden sowie Fachkräften aus der sozialpädagogischen Praxis. Vor 10 Jahren erschien die erste Auflage dieses Buches und war damals eine der ersten einigermaßen systematischen Einführungen in die Erlebnispädagogik; noch immer, auch in der fünften Auflage, gilt es als Grundlagenliteratur für diesen Bereich. Das Buch will neben einer Einführung in die Erlebnispädagogik auch einen Einstieg ins Gespräch über Erlebnispädagogik bieten, zur Diskussion, zum Nachdenken und Vertiefen anregen.
Inhalt
Rückblicke: Von Rousseau zur Risikogesellschaft. Ein Abriss der Geschichte der Erlebnispädagogik an fünf Denkern aufgehängt: Jean Jacques Rousseau, David Henry Thoreau, John Dewey, Minna Specht und Kurt Hahn
- Die Entdeckung der Einsamkeit und der Einfachheit - J.-J. Rousseau und D. H. Thoreau als Vordenker der Erlebnispädagogik. Beide Vordenker sind sowohl Pädagogen wie auch Philosophen und entwickeln eine Staatsutopie, in der die Erziehung des "idealen Menschen" erfolgen könnte: Rousseau oder die Entdeckung der Kindheit. Der revolutionäre Satz Rousseaus steht zu Beginn seines Werkes "Emil" und wird als Plädoyer für eine naturnahe und möglichst zivilisatorisch unverfälschte Erziehung verstanden: "Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt, alles entartet unter den Händen des Menschen". Sein Ziel ist die Erziehung ohne Erzieher, eine Minimalerziehung, die durch die natürliche Strafe, d. h. die negativen Folgen von unpassenden Handlungen, zum freien Menschen führt. Die Erziehung erfolgt durch drei Dinge, welche in der Wichtigkeit abnehmen: "Die Natur oder die Dinge oder die Menschen"; nur die Menschen sind durch den Erzieher beeinflussbar und auch diese sollen nur dazu dienen, die ersten beiden Erzieher zu ihrem Recht kommen zu lassen. Demzufolge versteht Rousseau Leben immer auch als Handeln; Wissen soll durch eigene Erfahrungen erworben werden, die mit der Sache selbst gesammelt werden. Rousseau setzt voraus, dass Kinder (im unverfälschten Zustand) per se das Bedürfnis besitzen zu forschen, sich zu bewegen und somit die nötigen Voraussetzungen mitbringen, durch die Natur und die Dinge erzogen zu werden. Belehrung durch einen Erzieher dagegen lehnt er ab. Leben heißt für Rousseau immer auch Erleben und geschieht am Besten durch die Sinne. Rousseau schwimmt damit auch gegen die Überzeugung der Aufklärung, dass der Intellekt über allem steht und propagiert ein romantisches Naturgefühl und -glauben. Die Leitlinien Rousseaus Pädagogik kehren also auf das Kind als Ursprung und Erneuerer der Gesellschaft zurück und sieht jeden Menschen als Prinzip des Lebens. Es ist Rousseau zu verdanken, dass er die Kindheit als eigene Lebensphase akzeptiert und dargestellt hat, die eine elementare Stufe im menschlichen Leben ist und ihren Wert in sich trägt, allerdings nur dann, wenn dem Kind die Möglichkeit gegeben wird, sich an seinen eigenen Erfahrungen "natürlich" zu entwickeln.
- David Henry Thoreau: Nicht reden über handeln, sondern reden und handeln. Während Rousseau seine Überzeugungen nur theoretisch postuliert, liefert Thoreau den praktischen Versuch einer Erziehung durch die Natur: Am 4. Juli 1845 zieht er in eine selbst gebaute Hütte am Walden-See in der Nähe seiner Heimatstadt Concord. Das "Leben in den Wäldern" stellt ein psychologisches Experiment dar, eine durchaus komplexe Reduktion, eine radikale Auseinandersetzung mit dem "American Dream". Die Grundmotive, Grundfragen und Hypothesen für das Walden-Experiment lauten: Wie erlangt man wirkliche Freiheit? Ist der Sieg des Menschen über die Natur nicht ein Pyrrhussieg? Was sind eigentlich Naturbedürfnisse? Thoreaus These: Erforsche die Natur, erkenne dich selbst, und du erkennst Gott. Zugleich soll dieses Experiment der Beweis sein, dass durch die Reduktion unnötiger Bedürfnisse eine solide Lebensgrundlage aufgebaut und erhalten werden kann.Das immer wieder angestrebte Ziel Thoreaus war die ursprüngliche und unmittelbare Hinwendung zum Leben ohne Mittler. Entgegen der herrschenden Naturwissenschaften gibt es keine Trennung in Subjekt Mensch und Objekt Natur; diese Überzeugung lässt Thoreau den Neuengland-Transzendentalismus in die Praxis umsetzen. In den Augen der Transzendentalisten ist die amerikanische Gesellschaft moralisch krank: Der unnötige Luxus weniger auf Kosten vieler oder die Zerstörung der Natur sind nur einige Beispiele dafür. Für die Menschen, die diese Missstände erkannt haben, besteht daher die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, damit eine neue und vernünftige Erziehung Fuß fassen kann. Er will den neuen Menschen schaffen: aufrichtig, einfach, wahrheitsliebend, vertrauenswürdig uns weise. - Thoreaus Walden-Experiment beweist, dass das einfache Leben in der Natur Therapiecharakter hat. Sein Lebensweg der Einsamkeit und Einfachheit, seine Erlebnisse in der Natur befreien Thoreau von schweren Depressionen. Der Weg in die Einsamkeit ist für ihn auch eine Reise nach innen; die Selbstverwilderung ist heilsam, weil dann das menschliche Leben im Einklang mit der Natur steht.
- "Aus grauer Städte Mauern..." - Leitlinien der Erlebnispädagogik vor und neben Kurt Hahn. Die ursprünglich recht klare Eingrenzung der Erlebnispädagogik auf die Jahre 1890 bis 1933 wird zunehmen fraglich, ebenso die Eingrenzung auf den deutschsprachigen bzw. europäischen Raum. Zu Zwecken der Kategorisierung aber soll dieser Zeitraum im Folgenden anerkannt werden. Die pädagogischen Persönlichkeiten der Reformpädagogik setzen an der Erlebnisarmut der Schule an und starten den Versuch, das "Leben in die Schule zu holen." Das Prinzip des erlebnishaften Lernens verlangt eine spannende Aufbereitung des Unterrichtsstoffes. Der Begriff des Augenblicks, verbunden mit Plötzlichkeit, Eingebung, Intuition und Ergriffenheit, soll dem Erlebenden Identität und Verständnis vermitteln. Dies ist nur dann möglich, wenn Erleben auch unmittelbar geschieht (d. h. durch den Lernenden selbst, nicht durch einen Mittler). Auch die Reformpädagogen postulieren, dass echte Erziehung nur auf dem Lande, in natürlicher Umgebung zustande kommen kann, niemals in Großstädten. Aus dieser Idee heraus entstand auch die Landerziehungsheime, die Wandervogelbewegung u.v.a.
- Therapie von Gesellschaft und Individuum - Kurt Hahns Begriff der Erlebnistherapie. Hahn plädierte im Geiste der pädagogischen Provinz für eine Trennung der Kinder von ihren Eltern, da viele Eltern nicht fähig seien, die verantwortungsvolle Aufgabe der Erziehung zu übernehmen. Mit einem erlebnistherapeutischen Konzept sollten die Verfallserscheinungen der Gesellschaft bekämpft werden, um so heilenden Kräften zur Entfaltung zu verhelfen. Dazu dienten die Landerziehungsheime; besondere Berühmtheit erlangte die Schule von Aberdovey, wo Kurse für Jugendliche angeboten wurden. Im Wesentlichen basierten sie auf den Elementen körperliches Training, Expedition, Projekt und Dienst am Nächsten. Die Natur- und Kulturlandschaften hat Hahn immer als erste und wichtigste Handlungsfelder seiner Erziehung verstanden. Ernsthaftigkeit und Unmittelbarkeit der Situationen waren für ihn immer Voraussetzungen und Bedingung; Hahns Methode hatte anders als viele andere Erfolg.
- Demokratie, Humanität und Gerechtigkeit - Minna Spechts Erziehung zur Verantwortung und John Deweys pädagogischer Pragmatismus. Minna Specht setzt den Begriff des entdeckenden Lernens, das die Selbsttätigkeit der Schüler voraussetzt in die Tat um. Aus dem Projektunterricht entwickelt sich die "Werkstudienschule". Im Projektunterricht wurde die Bildung durch Kopf, Herz und Hand gefördert. Im Unterricht als auch bei der Konfliktbewältigung wurde durch das sokratische Gespräch demokratische Gesinnung eingeübt. John Dewey: Erziehung hat kein Ziel außerhalb ihrer selbst. Erziehung ist für ihn ununterbrochene Rekonstruktion und beständige Neuorganisation von Erfahrung. Dewey vertraut auf die Eigendynamik des über weite Strecken selbst gesteuerten Lernprozesses. Die Rolle des Erziehers besteht lediglich darin, Lerngelegenheiten und Anreize zur Betätigung im alltäglichen Lebenszusammenhang auszuwählen und als Lernfelder zu nutzen.
- Vom Risiko des Anfangs zur Risikogesellschaft - Erlebnispädagogik von 1945 bis heute. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten die Alliierten (in Westdeutschland) mit Nachdruck in die Erziehung der Jugend einzugreifen. Es wurde ein Programm zur "Umerziehung" aufgelegt, das die Einprägungen des Nationalsozialismus auslöschen sollte. Im Wesentlichen stützten sich die nach 1945 neu gegründeten Träger der Jugendarbeit auf ein Handlungsrepertoire, das die Jugendbewegung bis zu deren Vereinnahmung durch das NS-Regime kennzeichnete. Eine Reihe von Jugendverbänden griffen mit ihren pädagogischen Ansprüchen auf Elemente der Hahnschen Erlebnistherapie zurück; handlungsorientierte Ansätze in der Jugendarbeit, die sich auf die "Aneignung von Räumen" bezogen, beeinflussten direkt oder indirekt die Genese der modernen Erlebnispädagogik. So gab es eine Reihe von Jugendverbänden, Jugendzentren und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit, die sich in dieser Entwicklung etablierten. Eine recht kontinuierliche Entwicklung durchliefen die von Kurt Hahn aufgebauten Bildungsstätten von Outward Bound. - Die Geschichte der Erlebnispädagogik ist aber nicht nur eine Geschichte der Institutionen, sondern auch eine Geschichte des Begriffes. In die Theoriediskussion wurde der Begriff erst zu Beginn der 80er Jahre eingebracht.
- Learning by Doing - Zur Aktualität handlungsorientierter Ansätze. Welchen Stellenwert haben handlungsorientierte Methoden aus dem Blickwinkel der 90er Jahre? Einige Thesen sind: Erziehung und Lernen sollen Spaß machen und spannend sein. Erfahrungslernen schafft den Zusammenhang zwischen äußerem und innerem Zusammenhang. Der Weg ist das Ziel. Überschaubarkeit, Unmittelbarkeit, Unausweichlichkeit sind Stichwörter für experimentelles Lernen. Wer gemeinsam handelt, den verbindet etwas. Problem des erlebnispädagogischen Lernens ist, dass die Erlebnisse einmalig und nicht wiederholbar sind. Unsere Ziele sind also mehr oder weniger realistische Fiktionen, Hoffnungen, Wünsche, Erwartungen, selten aber klar erreichbare und kontrollierbare Ziele.
Rundblicke: Von Aberdovey bis Zimbabwe
- Der Weg einer Idee - Kurt Hahns Erlebnispädagogik auf allen Kontinenten. Das konjunkturelle Hoch der Erlebnispädagogik in Deutschland wird verständlich, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Form der Pädagogik schon seit Jahren zu den fest etablierten Disziplinen gehört. Über Kurt Hahns Outward Bound Einrichtungen gelangten diese Ideen über den Commonwealth in alle Erdteile.
- Weder exotisch noch neu - Experiential Education. Vorreiter in der Experiental Education sind die USA und ist das Gegenstück zur handlungs- und erfahrungsorientierte Pädagogik. Hier finden Theater und Malerei, Gestaltarbeit und Tanztherapie ihren Platz. Hierzulande wird meist Adventure Programming als Begriff verwendet. Dies bezieht sich nicht auf Erziehung im engeren Sinn, sondern schließt Formen wie Freizeitpädagogik, Training und Therapie mit ein. Problem ist, dass im Konkurrenzdruck auf dem Markt die Grenzen zwischen einer ernsthaften Pädagogik und einer beliebigen Freizeitbeschäftigung, die mehr Spaß verspricht als andere, verwischen.
- Umstritten ist nicht das Ziel, sondern der Weg - Paradigmen des "Adventure Programming". Die alpine Gratwanderung auf den Alltag beziehen - Metaphorik und Parallelität als Strukturelemente von "Adventure Learning". Bacon unterscheidet drei Phasen innerhalb einer "Evolutionstheorie" der Experiential Education": (1) "The mountains speak for themselves". Die Erlebnisse und Erfahrungen sind so mächtig, dass sie automatisch in das tägliche Leben der Teilnehmer transferiert werden. (2) "Outward Bound PlusÓ. Dieser Ansatz baut auf dem o. g. auf, schließt aber die Reflexion über die Erlebnisse ein. (3) "Metaphorisches ModellÓ. Die Reflexion findet nicht im Anschluss an das Erlebnis statt und bringt die Gefahr, das Erlebte tot zu reden, sondern geschieht durch die Schwierigkeiten der gestellten Aufgabe bei deren Bewältigung.
- Unsere Welt erfinden wir nur im Kopf - Wie der Konstruktivismus die Erlebnispädagogik verändern könnte. Die Realität ist Fiktion: Die Grundaussage des Konstruktivismus lautet: Menschen sind operational geschlossene Systeme. Die äußere Realität ist ihnen sensorisch und kognitiv unzugänglich. Sie sind lediglich mit der Umwelt strukturell gekoppelt, das heißt, sie wanden Impulse von außen in ihrem Nervensystem um. Die so erzeugte Wirklichkeit ist keine Abbildung der Außenwelt, sondern eine funktionale Konstruktion. So können Menschen von ihrer Umwelt auch nur angeregt werden. Das Paradebeispiel dafür ist Platons Höhlengleichnis. "Wahrheit ist, was funktioniert!" William James hat mit der gängigen Lehrmeinung gebrochen, dass die Bestätigung von Hypothesen zu Tatsachenbeschreibungen oder Gesetzen führen würde, die eine objektive Realität abbilden sollen. Vielmehr geschieht die Wahrnehmung, Verarbeitung und Reproduktion der Wirklichkeit über Assimilation und Äquilibration (Piaget) eines Menschen und ist somit immer subjektiv. Anschläge auf die Wirklichkeit . Eine Verknüpfung von Erlebnispädagogik und Konstruktivismus hat die Berliner Gruppe "Story Dealer" geleistet. Die Protagonisten dieser Methode sind meist keine gelernten Pädagogen sondern Künstler, Freaks oder Intellektuelle. Sie sind die animierenden Ausgestalter des ungewöhnlichen Augenblicks, eines Theaterstücks, von dem sie bei Beginn nicht wissen, wie es ausgeht. Kognition und Emotion. Für die Erlebnispädagogik ist der Konstruktivismus in erster Linie eine Kritik an der gängigen Praxis, erlebnispädagogische Maßnahmen so zu verkauften, als ob Menschen triviale Maschinen wären, die mit gekonnten Input-Output-Tricks nach Wunsch zugerichtet werden können. Der Konstruktivismus weist dagegen auf die Begrenzungen pädagogischen Handelns hin. Zurückgreifend auf den Neurobiologen Damasio wird vertreten, dass es neurologisch gesehen keinen Unterschied zwischen Emotionen und Kognitionen gibt und dass Kognitionen ohne Emotionen nicht möglich sind.
- Experimential Education ist überall und nirgendwo - Ein Streifzug durch die Kontinente. Europa: In Großbritannien ist die Experimental Education immer noch sehr flächendeckend und dicht vertreten; die Anbieter arbeiten auch länderübergreifend.In den Niederlanden und Belgien fehlt es oft an den nötigen Naturräumen, so dass Erlebnispädagogik in die Städte verlegt werden muss. Frankreichs erlebnispädagogische Entwicklung dagegen steckt noch in den Kinderschuhen, ähnlich wie die Spaniens. In Osteuropa etablieren sich zunehmend diese Einrichtungen, etwa seit Beginn der 90er Jahre. In den skandinavischen Ländern dagegen gibt es ein alte Tradition pädagogischen Handelns in der Natur. Die Schweiz fördert v. a. Langzeitprojekte; in Österreich gibt es seit Beginn der 90er Jahre eine starke Entwicklung hin zu erlebnispädagogischen Angeboten. Amerika: Die USA sind von Anfang an Vorreiter und "Großanbieter", vergleichbar dazu ist nur Kanada. Australien und Ozeanien: Es gibt eine Vielzahl an Angeboten, da hier ideale Ausgangsbedingungen (unberührte Landschaften) bestehen. Asien: Auch in Asien sind diese Ansätze relativ weit verbreitet, wobei besonders Japan hier eine Vorreiterrolle spielt. Afrika: Hier befindet sich die Erlebnispädagogik in der Aufbauphase und besteht hauptsächlich aus kurzzeitpädagogischen Angeboten.
- Die internationale Entwicklung - Standards, Thesen, Trends. Vorreiter sind die englischsprachigen Länder, doch werden immer mehr Angebote, Ideen und Ansätze von anderen Ländern (aus Deutschland) übernommen.
Einblicke: Grundlegung der Erlebnispädagogik
- Das Wort in den Büchern: ein Blick in Lexika, Handbücher, Nachschlagewerke und Einführungen. Waren früher die Eintragungen in Lexika eher selten und zum großen Teil veraltet, findet dieser Begriff immer mehr Einzug in die aktuellen Lexika
- Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt - Zur Psychologie und Soziologie des Erlebens. Nachdem in der Erziehung die erlebnispädagogischen Methoden Einzug gehalten haben, wir dieser Ansatz auch von Soziologie und Psychologie entdeckt. Zum Schlagwort wird der Begriff "Die Erlebnisgesellschaft". Nicht nur die Praxis hat damit auf die Erlebnisarmut einer reglementierten und durchorganisierten Welt reagiert, in der sich Jugendliche ihren Kick durch Drogen oder S-Bahn-Surfen holen, auch in der Wissenschaft hat man realisiert, dass es ein Streben nach Abenteuer gibt, bzw. dass der Erlebniswert der Dinge wichtiger ist als der Außenwert.
- "Where the action is" - Zum Verhältnis von Erlebnis und Erziehung. In diesem Kapitel werden verschiedene Definitionen von Erlebnispädagogik vorgestellt, die zum Teil ein unterschiedliches Verhältnis von Erlebnis und Erziehung beinhalten.
- Lernt man nie aus? - Dimensionen des Lernens in der Erlebnispädagogik. Am Anfang der Erlebnispädagogik stand die Bildbetrachtung. Die Kunsterziehungsbewegung entstammt der Reformpädagogik. Mit der Bildbetrachtung sollten die schöpferischen Kräfte des Kindes, seine Gefühlswelt, seine Phantasie geweckt werden. Die anthropologische Dimension. Bei der Bestimmung der natürlichen Voraussetzungen der Erziehung haben sich in den letzten Jahren zwei Disziplinen hervorgetan: die Verhaltensbiologie und die Ethnologie. Die religiöse Dimension. Der Gang zu den Ursprüngen ist immer auch die Suche nach dem Sinn. Die Dimension des sozialen Lernens. Der Spaß mit der Gruppe und die Auseinandersetzung in der Gruppe, die Rollenverteilung - all dies eröffnet eine Vielzahl von Feldern sozialen Lernens. Erleben und ökologisches Lernen - Umwelt als Dimension. Natursport und Naturschutz zu vereinbaren ist eine unlösbare Aufgabe. Die ökologische Verträglichkeit ist aber heute der Gradmesser jeder Erlebnispädagogik. Der handelnde Mensch hinterlässt mehr oder weniger bleibende Spuren. Weil der Schaden größer sein könnte als der Nutzen, fordern einige Naturschützer den Rückzug aus der Natur. Charaktererziehung und Persönlichkeitsbildung als Dimension der Erlebnispädagogik. Charaktererziehung und Ausformung der Persönlichkeit galten schon immer als die wichtigsten Ziele der Erlebnispädagogik. Die therapeutische Dimension - Erlebnis in der Pädagogik, Prävention und Psychotherapie Kurt Hahn sprach zeit seines Lebens von Erlebnistherapie. Sie sollte gegen die Verfallserscheinungen (körperlicher Leistungsfähigkeit, Verfall der Sorgfalt, der Initiativkraft, der Nächstenliebe) gesetzt werden.
- Abenteuer als ein Weg zur Jugend - Ist die Erlebnispädagogik eine Pädagogik der Pubertät? Einige Daten, sie im weitesten sinn einen Bezug zur Erlebnispädagogik haben, werden thesenartig dargestellt. These 1: Jung sein heißt Schüler sein. These 2: Neben Eltern, Schule und Peer-group sind die Medien zu einem neuen Sozialisationsagenten geworden. These 3: Der Verlust der sozialen Lernmöglichkeiten muss pädagogisch aufgefangen werden. These 4: Handlungsorientierte Methoden in der Jugendarbeit pendeln notwendigerweise zwischen Krise und Konjunktur. These 5: Das Jugendalter ist nach wie vor die Phase psychischer Krisen, deren Lösung ins Erwachsenendasein führt. These 6: Die Bedeutung des Abenteuers wird besonders sichtbar in jugendlichen Subkulturen.
- Erziehung zwischen Pädagogik, Prävention und Psychotherapie - Erlebnispädagogik in der Jugendhilfe. Eine Erziehung, die sich überflüssig gemacht hat , weil das Erziehungsziel erreicht wurde ist eher ein Glücksfall und leider viel zu selten in den klassischen Formen der Jugendhilfe. Hier kann die Erlebnispädagogik einen Platz finden, als Bestandteil der Sozialen Trainingskurse, in der Heimerziehung oder als "letzter pädagogischer Versuch". Kritik gibt es aber an Sinn und Nutzen der sozialpädagogischen Einzelmaßnahmen.
- See me, feel me, touch me, heal me - Erlebnis als Therapie. Erleben steht zwischen Minderwertigkeits- und Gemeinschaftsgefühl und kann in der Therapie sicher sinnvoll eingesetzt werden. Besonders in der Grenzsituationstherapie werden Selbsteinschätzung und Kompetenzerlebnisse trainiert und die Körperwahrnehmung gesteigert.
- Leben gewinnen: Erlebnispädagogik in der Behindertenhilfe. Erlebnispädagogische Ansätze bieten sich besonders in der Behindertenhilfe an und ermöglichen auch die Kombination von Behinderten/ Nicht-Behinderten. und ermöglichen so weitergehendes Lernen.
- Handlungsorientiertes Lernen in der Betriebspädagogik - Outdoor-Trainings. Die "Zweite industrielle Revolution", die mit Automatisierung, Rationalisierung und Computerisierung das Innere der großen Industrie- und Wirtschaftsunternehmen grundlegend veränderte, hatte ihre größten Wirkungen auf die Menschen, die in diesen Unternehmen arbeiteten. Es waren lange Zeit fast ausschließlich die fachlichen Qualifikationen der Beschäftigten, die interessierten. Seit den 80er Jahren etwa geht das Augenmerk aber auch zunehmend auf außerfachliche Qualifikationen wie Teamgeist und Einfühlungsvermögen. Hier finden erlebnispädagogische Training ein weites Anwendungsfeld.
- Schule als Lernbelästigung und Erkläranlage? Erlebnispädagogische Praxis in der Schule. Der oft geäußerte Vorwurf einer "Verkopfung" der Schule wird den Tatsachen nicht ganz gerecht. Und doch gibt es ein doppeltes Leiden an der Schule: das der Lehrkräfte am unvermeidlichen Alltag und das der Schüler an der Mühsal des Lernens, das nicht immer Spaß machen kann. Das Kapitel gliedert sich in fünf Teile: Nach einem historischen Rückblick im ersten Abschnitt soll im zweiten die Integration erlebnispädagogischer Elemente in den Unterricht beschrieben werden. Drittens muss man die Vertreter der Schulpädagogik zu vermehrten Kontakten mit der Erlebnispädagogik als Institution und Dienstleistung außerhalb des schulischen Alltags ermutigen. Viertens wird die Variante des Projektlernens vorgestellt. Dann soll noch auf den "Award for Young People" hingewiesen werden, der die von der Schule (angeblich) vernachlässigten Schlüsselqualifikationen vermitteln will.
Überblick: Erlebnispädagogische Aktivitäten im Vergleich
- Die Entdeckung der Langsamkeit - Bergwandern
- Sich auf die Spitze treiben - Klettern und Abseilen
- Abseits des Pistenrummels - Skitouren
- Die Vertiefung im Dunkeln - Höhlenbegehung
- Der Tanz auf dem Wasser - Kajakfahren
- Alle in einem Boot - Schlauchbootfahren / Rafting
- Land und Leute erfahren - Fahrradtouren
- "We are sailing..." - Kuttersegeln
- Die Einsamkeit erleben - Solo
- Im Dickicht der Städte - City Bound
- "Spinnenetz", "Säureteich" und andere Zumutungen - Problemlösungsaufgaben
- Seilgärten
- Zusammenfassung und Synopse. Eine wesentliche Wirkung der erlebnispädagogischen Maßnahmen ergibt sich aus dem alltäglichen Beiprogramm: Weniger spektakuläre Ereignisse wie zusammen kochen, am Lagerfeuer sitzen oder zusammen einkaufen sind wichtig und prägend. Gerade aus diesem Spannungsfeld zwischen sportlichen Anforderungen und kreativen Pausen entstehen freundschaftliche Bindungen. Zugleich müssen diese Aktivitäten ökologisch verträglich organisiert sein; die von Pädagogen organisierten Unternehmungen sollen Vorbildcharakter haben.
Seitenblicke: Vernachlässigte Themen der Erlebnispädagogik
- Auf dem heißen Stuhl - Erlebnispädagogik in der Kritik. Häufiger Kritikpunkt ist die Frage des Transfers einer erlebnispädagogischen Maßnahme auf den Alltag der Teilnehmer und damit ihre Wirksamkeit, was erstrebte Verhaltensänderungen betrifft. Mit der Kritik an den Transfermöglichkeiten wird auch der Vorwurf verbunden, dass die Anwendungssituation im Alltag viel komplexer sei und sich gänzlich von der Lernsituation der (kurzzeitpädagogischen) Maßnahme unterscheide. Weit verbreitet war noch vor einigen Jahren der Vorwurf, Erlebnispädagogik sei in ihren Strukturen der (para)militärischen Ausbildung verwandt. Darüber hinaus sind Erlebnisse eine absolut subjektive Kategorie, womit sie nicht kontrollier- oder beweisbar sind. Ein weiteres Contraargument ist die mögliche Gefährdung der Natur durch derartige Angebote.
- Lust auf Verwilderung - Gefahren und Chancen, Selbst- und Fremdbilder. Eine mögliche Gefahr in der Erlebnispädagogik ist ihre Abhängigkeit vom jeweilig durchführenden Pädagogen, der im Spiel von Macht und Minderwertigkeit den Teilnehmern einen fairen Weg bieten muss. Viele Pädagogen lassen sich darüber hinaus auf Situationen ein, die sie nicht mehr beherrschen können, mit der Begründung, dass Pädagoge und Jugendlicher in einer krisenhaften Situation über sich hinauswachsen (können). Ein Erlebnis allein, das nicht noch "pädagogisch aufbereitet" wird, reicht außerdem in der Regel nicht für einen pädagogischen Erfolg aus.
- Das "schwache" Geschlecht? - Frauen und Erlebnispädagogik. Noch immer ist die Erlebnispädagogik weitgehend eine Männerdomäne. Zurückgeführt wird dies darauf, dass die "Macher" auch die Macht haben - erlebnispädagogische Sportarten sind traditionellerweise eher das Ressort von Männern, die Betonung liegt hier auf dem Wort "Erlebnis", weniger auf "pädagogisch". Bis jetzt waren Frauen kaum an der Diskussion beteiligt, wenn es um die Art der Inszenierung von Erlebnissen gegangen ist.
- Eine "unvermeidbare Schuld" - Ökologie und Erlebnispädagogik. Der Mensch als Störfaktor sobald er sich in der Natur befindet, ist schon viel diskutiert worden. Sicherlich ist nicht zu leugnen, dass gerade in relativ dicht besiedelten Ländern die erlebnispädagogischen Angebote eine Belastung für die noch "freie" Natur darstellen können; oftmals fehlt den zuständigen Veranstalten und/ oder Pädagogen auch das nötige Bewusstsein für die Belastung der Natur. Durch einen bewussten und sorgfältigen Umgang, durch pädagogisch gesteuertes Wahrnehmen der Natur kann aber sicherlich ein gangbarer Kompromiss gefunden werden.
- Der "Quality Circle" in einer Person - Was muss der Erlebnispädagoge können? Obwohl die Anforderungen an einen Erlebnispädagogen äußerst vielschichtig sind, gibt es bis dato noch kein allgemein akzeptiertes Berufsbild oder eine einheitliche Ausbildung. Inzwischen werden allerdings Zusatzausbildungen angeboten, die eine Qualifikation für die Erlebnispädagogik gewährleisten (sollen)
- Safety First - Rechtsfragen, Sicherheitsstandards und -maßnahmen. Viele Aktivitäten bergen objektive Gefahren, die nur dann weitgehend ausgeschlossen werden können, wenn die sicherheitstechnischen Vorkehrungen optimal getroffen werden. Dazu kommt die Möglichkeit individuellen Fehlverhaltens. Völlig auszuschließen sind Unfälle daher nie. Vorsicht und entsprechend gründliche Vorbereitung, die Sicherheit der Ausrüstung, die Qualifikation der Betreuer müssen u. a. erfüllt sein, um der Sorgfaltspflicht genüge zu tun. Daneben sollten ausreichende Versicherungen in angemessener Höhe die Restrisiken (auch bleibender Schäden!) abdecken.
- Zwischen Einstimmung und Ausklang - Ein Blick in die Praxis. Zwei sehr unterschiedliche Ansätze stellen die erlebnispädagogische Arbeit vor Ort dar: eine eintägige Fortbildung für Erzieher mit dem Thema "Sich in Höhlen vertiefen" und einen achttägigen Kurs von Outward Bound für Jugendliche, die einen qualifizierten Schulabschluss nachholen sollten.
Ausblicke: Von Wiederentdeckungen, Wucherungen und Visionen
- Wiederbelebung: Bewegung, Körper und Geschlecht. Das "allmähliche Verschwinden der Wirklichkeit" beklagten vor etwa 10 Jahren die Erziehungswissenschaftler und meinten damit das Zurückdrängen der gegenständlichen, greif- und fassbaren Wirklichkeit zugunsten einer medial vermittelten Wirklichkeit aus zweiter Hand. Die Erlebnispädagogik greift diese Problematik auf und greift auf Erlebnisse "aus erster Hand" zurück. Der Erfolg derartiger Angebote wird oft vor dem Hintergrund der Risiko- und Erlebnisarmut der Lebenswelt Jugendlicher erklärt.
- Wiederentdeckung: Erlebnispädagogik als moderne pädagogische Konzeption. Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Methode, der es um mehr geht als um Ergebnisse. Der Prozess ist wichtig, das Unterwegssein, die Suche. Es ist ein Lernen durch "Kopf, Herz und Hand", ein Lernen durch die Sinne, durch Muße und am Beispiel. Es ist Lernen durch Erleben, und es ist zugleich auch Heilen.
- Wucherungen: Die Erlebnispädagogik boomt nicht mehr, sie wuchert. Die Durchdringung des Alltags durch das erlebnispädagogische Prinzip könnte aber auch zum Verschwinden dieser Methode beitragen: Erleben und Lernen wird zu einer solchen Selbstverständlichkeit, dass schon die Erwähnung Langeweile hervorruft. Die akademische Pädagogik sitzt darüber hinaus noch immer im luftleeren Raum der Universitäten und Fachhochschulen, andere Vertreter der Erlebnispädagogik rufen noch immer das "Ende der Erziehung" aus und nehmen dieser Art der Pädagogik damit ihre Berechtigung. Problematisch ist die Erlebnispädagogik aber auch, weil sie wie keine andere Sparte der Pädagogik an die Erinnerungen der eigenen Erziehung des Pädagogen appelliert und somit die Gefahr birgt, dass die "private Praxis" zur allgemeinen wird.
- Visionen: Vier Szenarien und zehn Provokationen. Szenario 1 - Erlebnisgesellschaft 2010. Szenario 2 - Ästhetisierung versus Existenzkampf. Szenario 3 - Erlebnisreservate. Szenario 4 - Das Abenteuer im künstlichen Raum. In zehn provokanten Thesen sollen Entwicklungspotentiale, aber auch Sollbruchstellen der Erlebnispädagogik gezeigt und so eine Bilanz gezogen werden; zugleich werden Zukunftsprognosen gestellt. Dies soll Kriterien liefern zur Unterscheidung von gangbaren Wegen und offensichtlichen Sackgassen.
- Anhang: Internet von "A" bis "Zet"
Zielgruppe
Das Buch richtet sich an Einsteiger in die Erlebnispädagogik (die aber unbedingt über eine pädagogische Vorbildung verfügen sollten!), an Studierende und Praktiker der Pädagogik. Es kann als Standartwerk und Grundlagenliteratur für die Erlebnispädagogik eingestuft werden.
Auf für die Komplexität des Themas durchaus übersichtlichen guten 300 Seiten werden alle wesentlichen Aspekte der Erlebnispädagogik beleuchtet, wobei die theoretischen Betrachtungen allerdings den Hauptteil ausmachen.
Diskussion
Die Gliederung des Buches geht von den historischen Anfängen der erlebnispädagogischen Idee (lange bevor es diese Sparte der Pädagogik überhaupt gab!) im ersten Kapitel über deren weltweite Weiterentwicklung im zweiten Kapitel zur Grundlegung der Erlebnispädagogik als eigene Disziplin im dritten Kapitel. Dieser bisher theoretische Teil wird im vierten Kapitel ergänzt mit Darstellungen von zehn wichtigen Formen der Erlebnispädagogik (z. B. Wandern, Klettern, Höhlenbegehung,...), welche jedoch ebenfalls stark theoretischen Charakter haben. So werden eher die Hintergründe solcher Angebote und die speziellen Zielsetzungen diskutiert als auf die praktische Machbarkeit und Durchführung der Angebote eingegangen. In einer anschaulichen Tabelle am Ende des Kapitels werden die einzelnen Aspekte (Charakteristik, Anforderung an Ausrüstung, Technik, Teilnehmer, Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten, Anforderung an die Leitung, Ökologische Verträglichkeit) in vergleichbarer Form dargestellt. Das fünfte Kapitel geht schließlich auf oft vergessene oder verdrängte Themenbereiche ein (wie z. B. die Qualifikation der Leiter, Frauen in der Erlebnispädagogik oder Sicherheits- und Rechtsfragen), während das sechste Kapitel noch mal zusammenfasst, welche Chancen, aber auch welche Gefahren von der heutigen Erlebnispädagogik für ihr Klientel und den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang ausgehen.
Fazit
Leider gelingt es auf Grund der gedrängten Informationsverarbeitung nicht immer, die Lesbarkeit des Buches zu fördern. Auf Bilder wird (siehe Vorwort) ganz bewusst verzichtet, auch wenn sie manchmal sicher wünschenswert wären und Auge und Geist eine Pause gönnen würden. Sehr hilfreich wäre aber ein breiterer Rand und zusätzliche Teilüberschriften am Rand, die alle wichtigen Informationen schlagwortartig aufzeigen. In der gebotenen Kürze beleuchtet das Buch dennoch alle Aspekte in der nötigen Tiefe und gibt für den vorgebildeten Leser alle nötigen Hinweise zum Verständnis, selbst wenn die eine oder andere Theorie noch unbekannt ist. Besonders praktisch ist auch die Zusammenstellung der Internetadressen im Anhang.
Rezensentin
Dipl. Pädagogin Lorena Rautenberg
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Zitiervorschlag
Lorena Rautenberg. Rezension vom 03.08.2004 zu: Bernd Heckmair, Werner Michl: Einführung in die Erlebnispädagogik. Ernst Reinhardt Verlag (München) 2004. 5. Auflage. 323 Seiten. ISBN 978-3-497-01705-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/490.php, Datum des Zugriffs 22.05.2012.
Urheberrecht
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Peter Weidlich: Stärker als Rache. Roman
Ulrich Lakemann: Erlebnispädagogik als Thema des Pädagogikunterrichts
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