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Anke Abraham: [...] Geld und Schulden bei psychischen Erkrankungen

Cover Anke Abraham: Ohne Moos nix los. Geld und Schulden bei psychischen Erkrankungen. Psychiatrie-Verlag (Bonn) 2002. 200 Seiten. ISBN 978-3-88414-315-5. 12,90 EUR.

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Thema

Menschen mit psychischen Erkrankungen sind in besonderer Weise von der Verschuldungsproblematik betroffen. In Folge ihrer Erkrankung müssen sie häufig nicht nur erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen, sondern fühlen sich mit der Regulierung aufgelaufener Schulden massiv überfordert. Hier setzt der vorliegende Ratgeber an und zeigt Betroffenen und Angehörigen konkrete Möglichkeiten zur Schuldenregulierung auf.

Zielgruppe

Alle, die von Verschuldung/Überschuldung betroffen sind, ob mit oder ohne psychische Beeinträchtigung, Angehörige von psychisch kranken Menschen, Fachkräfte des psychosozialen Dienstleistungssektors, die beruflich mit Überschuldungssituationen konfrontiert sind.

Aufbau und Inhalt

Das Buch umfasst 5 Teile

I. Was alles kommen kann

II. Richtlinien und Handlungsablauf des Regulierungskonzeptes

III. Regulierungskonzepte zur Schuldenreduzierung und Schuldenbefreiung

IV. Musterbriefe

V. Hilfen zur Selbsthilfe

Teil I beinhaltet eine Darstellung der verschiedenen rechtlichen Mittel, die von Gläubigern genutzt werden können, um ihre Forderungen gegenüber Privatschuldnern geltend zu machen. Zahlungsaufforderung, Mahnbescheid, Zwangsvollstreckung werden ebenso berücksichtigt, wie Pfändungsbeschluss, Abtretung von Ansprüchen und weitere Forderungsarten. Die Darstellung folgt einer einheitlichen Struktur. Die verschiedenen Forderungsarten (z.b. Mahnbescheid) werden skizziert, Interventionsmöglichkeiten des Schuldners erläutert und Hinweise zur besonderen Beachtung gegeben. Praktische Beispiele aus der Schuldenberatung, Antragsformulare und Abbildungen von Gerichtsbescheiden runden die Darstellung ab.

Teil II gibt umfassend Auskunft über "Richtlinien und Handlungsablauf des Regulierungskonzeptes". Der erste und für den Schuldner oft schwierigste Schritt, die Schuldenerfassung, wird in sechs chronologisch zu bearbeitende Teilschritte gegliedert. Zahlreiche praktische Hinweise, z.b. zur Erfassung und Ordnung der Schuldenlast, werden durch Listen und Tabellen ergänzt. Daran schließen Hinweise und Vorschläge zur "Abstimmung des Haushaltsplans" an. Es werden Möglichkeiten zur Sicherung des Existenzminimums, z.b. Hilfen nach dem BSHG aufgezeigt und einige Vorschläge zur Reduzierung monatlicher Fixkosten vorgestellt.

In Teil III erfolgt eine praxisnahe und umfassende Erläuterung der "Regulierungskonzepte zur Schuldenreduzierung und Schuldenbefreiung". Die Kontaktaufnahme zu Gläubigern wird ebenso angesprochen, wie Regulierungsmöglichkeiten bei bestehender Zahlungsfähigkeit oder das Verbraucherinsolvenzverfahren.

In Teil IV und V findet sich eine Zusammenstellung praktischer Hilfen. Neben zahlreichen Musterbriefen, z.b. zur Beantragung eines Ratenrahmenvergleichs, werden verschiedene Informations- und Beratungsmöglichkeiten für Schuldner benannt und Kontaktadressen aufgelistet.

Diskussion

Es handelt sich um einen Ratgeber, der nicht nur konkrete praktische Hilfen bietet, sondern verschuldeten Menschen und ihren Angehörigen Mut macht, sich mit der Verschuldungsproblematik aktiv auseinander zu setzen.

Dank der klaren Strukturierung und verständlichen Sprache wird die Thematik alltagsnah erläutert und verdeutlicht. Die zahlreichen Arbeitshilfen erleichtern es dem Schuldner, sich einen Überblick über seine aktuelle wirtschaftliche Situation zu verschaffen. Er erhält darüber hinaus anhand der Hinweise und Musterbriefe konkrete Hilfestellungen für den Umgang mit Gläubigern. Gleichzeitig wird jedoch auch deutlich gemacht, dass professionelle Beratung in bestimmten Fällen nicht nur notwendig ist, sondern auch ohne Scham in Anspruch genommen werden kann. Leider findet sich kein spezielles Kapitel zum Bereich der Vermögenssorge im Rahmen der gesetzlichen Betreuung, welche für psychisch kranke Menschen und deren Angehörige durchaus von Bedeutung ist. Störend sind die teilweise pauschalisierenden Aussagen zu Krankheitsbildern und krankheitsbedingten Beeinträchtigungen.

Fazit

Die Lektüre dieses Ratgebers lohnt sich für jeden, der von der Schuldenproblematik betroffen ist, ob mit oder ohne psychische Beeinträchtigung.

Lesens- und empfehlenswert!


Rezensentin
Dipl.Soz.-Arb. Ursula Ebert
Fachhochschule Köln, Fachbereich Sozialpädagogik
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Zitiervorschlag
Ursula Ebert. Rezension vom 07.01.2003 zu: Anke Abraham: [...] Geld und Schulden bei psychischen Erkrankungen. Psychiatrie-Verlag (Bonn) 2002. 200 Seiten. ISBN 978-3-88414-315-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/503.php, Datum des Zugriffs 22.05.2012.


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