Eva Elisabeth Herold (Hrsg.): Ambulante Pflege
Eva Elisabeth Herold (Hrsg.): Ambulante Pflege. Die Pflege gesunder und kranker Menschen. Band 3: Familienpflege - Management - Bildung. Schlütersche Verlagsgesellschaft (Hannover) 2002. 2., überarbeitete und ergänzte Auflage. 928 Seiten. ISBN 978-3-87706-664-5. 54,90 EUR.
Die Herausgeberin
Eva Elisabeth Herold ist Krankenschwester und Diplom-Pädagogin. Sie ist in der Leitung von Weiterbildungsstätten für die ambulante Pflege tätig.
Zielgruppe des Buches
Das Buch richtet sich an Verantwortungsträger in der ambulanten Pflege, insbesondere an Pflegedienstleitungen oder Personen die dieses Berufsziel anstreben.
Aufbau und Inhalt des Buches
Das Buch ist als Nachschlagewerk für das alltägliche Handeln in der Familienpflege konzipiert. Es ist in sieben thematische Teilbereiche mit einer Vielzahl von Unterkapiteln gegliedert. Die Seiten 5 - 25 stellen das Inhaltsverzeichnis des Buches dar.
Teil I beschäftigt sich mit der "Pflege in der eigenen Familie und Häuslichkeit aus der Sicht der betroffenen Menschen und ihrer Laienpflegepersonen". Der Bogen in diesem ersten Teil wird unter anderem von der Familie über Beziehungsstrukturen, der Situation von Personen mit spezifischen Krankheitsbildern und Beeinträchtigungen, bis zu den pflegenden Angehörigen, der Gewalt in Pflegebeziehungen und dem Ehrenamt gespannt.
Teil II widmet sich den Rahmenbedingungen, Strukturen, Konzepten, Strategien und Leistungen der ambulanten Pflege. Der Leser bekommt eine Einführung in Trägerstrukturen, den Organisationsbegriff und den Aufbau von Organisationen. Außerdem werden Konzepte vorgestellt wie TQM, Coaching, Lernende Organisation. Zudem wird den Fragen nachgegangen "Was ist Marketing" und "Was ist Qualität". Das Kapitel schließt mit Hinweisen zu möglichen Spezialangeboten ambulanter Pflegedienste und Beratungsstellen in diesem Bereich.
Teil III führt nun in die Leitung/Führung, das Pflege-, Qualitäts- und Personalmanagement ein. Das Spektrum der Unterkaptitel reicht von der Leitungspersönlichkeit über Frauen als Pflegedienstleiterinnen bis zur informellen Kommunikation und zum Mobbing. Weiter über die Beurteilung von Mitarbeitern, Abmahnung, Arbeitszeitgestaltung im Wandel, Planung des Kraftfahrzeugeinsatzes bis zum Umweltschutz im Pflegedienst (Aufzählung nicht vollständig).
Teil IV beschäftigt sich nun mit der Organisation der Pflege. Es werden u.a. das Management der konkreten Interaktion mit den Klientinnen abgehandelt, der Erstkontakt, der Pflegeprozess, die Beendigung des Pflegkontaktes sowie der Pflegeeinsatz nach SGB XI § 37.
Teil V gibt Einblick in die betriebswirtschaftlichen Aspekte der ambulanten Pflege. Ganz stringent werden hier zentrale Themen wie Produkt- und Qualitätsentwicklung, Personal und Organisation, Buchführung und Kostenrechung abgehandelt.
Teil VI führt ein in die Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung für die ambulante Pflege. Neben einem historischen Überblick, werden Fort- und Weiterbildungen in diesem Kapitel vorgestellt. Ein Adressenverzeichnis möglicher Bildungsstätten ist integriert. Das Kapitel wird abgerundet durch die Darstellung der Aus- und Weiterbildung in der Gemeindekrankenpflege in einigen europäischen Nachbarländern.
Teil VII gibt in kurzer und prägnanter Form Auskunft über wesentliche Rechtsfragen der ambulanten Pflege.
Kritische Würdigung
Das Buch will einen umfassenden Überblick über die Rahmenbedingungen der Familienpflege geben. Der Anspruch möglichst viele relevante Fragestellungen zu bearbeiten wird in den Kapiteln I - IV zur Schwäche des Buches. Hier wäre meines Erachtens weniger Vielfalt und mehr Tiefe angebracht. Viel gewonnen wäre, wenn am Ende der jeweiligen Unterkapitel auf einige wenige Standardwerke des Themenbereiches hingewiesen werden würde, der interessierte Leser könnte dann die Vertiefung selbst vornehmen.
Die Kapitel V bis VII (S. 750 - 894) bieten das, was man sich von einem Buch dieser Art erwartet. Wesentliche Inhalte werden in angemessener und übersichtlicher Form dargestellt.
Fazit
Das Buch verfolgt ein ehrgeiziges Ziel, es soll als Nachschlagewerk für das alltägliche Handeln dienen. Dieses Ziel wird nur zum Teil erreicht. Denn meines Erachtens sind die Inhalte des Buches für noch nicht mit der Materie vertraute Leser über weite Strecken des Buches zu wenig selektiert, für bereits in der Leitung ambulanter Dienste erfahrene Leser bleiben sie hingegen zu sehr an der Oberfläche.
Rezensentin
Dipl. Pflegewirtin Anne Gebert
Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung
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Zitiervorschlag
Anne Gebert. Rezension vom 10.06.2003 zu: Eva Elisabeth Herold (Hrsg.): Ambulante Pflege. Schlütersche Verlagsgesellschaft (Hannover) 2002. 2., überarbeitete und ergänzte Auflage. 928 Seiten. ISBN 978-3-87706-664-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/515.php, Datum des Zugriffs 22.05.2012.
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