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Hans-Joachim Dörbandt: Haushaltshilfe in der gesetzlichen Krankenversicherung

Hans-Joachim Dörbandt: Haushaltshilfe in der gesetzlichen Krankenversicherung. Grundlagen und Materialien für die Praxis mit Einzelfallerläuterungen. Asgard-Verlag Dr. Werner Hippe GmbH (Sankt Augustin) 2002. 368 Seiten. ISBN 978-3-537-31270-9. 55,00 EUR.

Band 127 der Schriftenreihe "Fortbildung und Praxis", CD als Beilage.

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Leistungen der Krankenversicherung: Haushaltshilfe

Obwohl die Leistung der Krankenkassen schon Anfang der siebziger Jahre durch die Leistungsverbesserungsgesetze eingeführt worden ist, erlebt sie heute eine Renaissance. Manch Krankenkasse hat die Leistung zum Wettbewerbsinstrument gemacht und wirbt mit ihr. Andere wiederum haben festgestellt, dass der Inanspruchnahmeritus nicht den vom Gesetzgeber gewollten Intensionen entspricht. Auch das Mitte des Jahres 2001 in Kraft getretene SGB IX beschäftigt sich im Zusammenhang mit der Rehabilitation und der Teilhabe behinderter Menschen mit der Haushaltshilfe und hebt sie erneut als ergänzende Leistung zu den anderen Rehabilitationsleistungen hervor. Bei diesen Rahmenbedingungen sollte sich der Blick in ein Buch lohnen, das sich mit der Leistung auseinandersetzt.

Der Autor

Der Autor ist langjähriger Mitarbeiter einer gesetzlichen Krankenkasse und verfügt über die entsprechenden Erfahrungen. Dadurch gewann das Buch den erforderlichen Praxisbezug. Erkennbar geht es dem Autor darum, Praktiker an dieser Erfahrung profitieren zu lassen. Sachlichkeit und Kompetenz unterstreicht er auch bei der Darstellung des unzweifelhaft vorhandenen monetär geprägten Anspruchsdenkens mancher Versicherter. Auf die merkantilen Aspekte für die gesetzliche Krankenversicherung geht er gleichermaßen ein.

Zur Zielgruppe

Mit dem Band 127 der Schriftenreihe Fortbildung und Praxis sind alle diejenigen für die Arbeitspraxis und für Auseinandersetzungen mit den Versicherten und anderen Beteiligten gut gerüstet, die sich mit Leistungsanträgen auf Haushaltshilfe beschäftigen. Hierzu gehören in erster Linie Beschäftigte der Krankenkassen, der Pflegedienste und die anderer Sozialleistungsträger. Auch für Rechtsanwälte und sonstige Rechtsbeistände empfiehlt sich das Werk zum Nachschlagen und zur Information.

Der Aufbau

Der Autor schildert zunächst die rechtlichen Grundlagen für die Leistung. Dabei geht er auf Besonderheiten im Detail ein und bietet Alternativen und Entscheidungsmodelle an. Er grenzt die Haushaltshilfe der Krankenversicherung bei Krankheit des Haushaltsführers, bei Mutterschaft, Entbindung und Wochenbett zu den Leistungen der Pflegeversicherung ab.

Der direkte Praxisbezug wird dann durch eine Vielzahl von praktischen, anschaulich geschilderten Beispielen hergestellt. Abgerundet wird das Werk durch Hinweise zur möglichen Versicherungspflicht der Haushaltshilfekräfte, zum Haushaltsscheckverfahren und zu den grundsätzlichen leistungsrechtlichen Bestimmungen wie der Verzinsung, Verjährung, usw. Speziell für die Praxis sind die im Anhang enthaltenen ergänzenden Materialien bestimmt, wie z. B. die Gemeinsamen Rundschreiben der Spitzenverbände, Merkblätter, Musterschreiben, Formulare und Bescheidvorschläge bis hin zu einem Muster-Widerspruchsbescheid. Die betreffenden Urteile des Bundessozialgerichts werden im Volltext wiedergegeben. Dem Buch liegt eine CD bei, die das Buch und insbesondere die Musterschreiben und Formulare enthält, so dass der Praktiker Teile daraus einfach übernehmen kann.

Zum Inhalt

Der Leistungsrahmen der Haushaltshilfe wird von dem Autor detailliert dargestellt. Anhand von Einzelbeispielen und Fallgestaltungen erläutert er die Leistungsgrundsätze praxisnah und für den Leser gut verständlich. Schwierige Rechtsbegriffe oder Rechtsfragen werden auch durch Schaubilder anschaulich erläutert. Auch die Frage, in welchen Fällen der Medizinische Dienst der Krankenversicherung um sozialmedizinische Stellungnahme gebeten werden sollte, wird detailliert aufgegriffen.

Durch eine präzise Abgrenzung der Haushaltshilfeleistungen nach dem SGB V und der insoweit immer noch geltenden Reichsversicherungsordnung werden dem Leser die Leistungsunterschiede zur Haushaltshilfe bei Schwangerschaft oder Entbindung näher gebracht. Einen wesentlichen Teil nehmen die Erläuterungen zu besonderen Fallgestaltungen ein. Hier kann der Leser unschwer herausfinden, ob und bei welchen Konstellationen auch Arbeitslose oder Empfänger von Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz anspruchsberechtigt sein können. Detailliert wird geschildert, wann berufstätige Elterpaare oder getrennt lebende Ehegatten Haushaltshilfe erhalten können usw. Erwähnenswert ist letztlich, dass die immer wieder spannende Frage der angemessenen Vergütungen aufgegriffen wird. Dabei weist der Verfasser auch darauf hin, dass die Beschäftigten der Krankenkassen sogar die Vergütung selbst mit der Haushaltshilfekraft vereinbaren können.

Fazit

Das Buch hat seinen berechtigten Platz in der Literatur, denn die Haushaltshilfe ist hier nahezu ein weißer Fleck. Kommentierungen in dieser gebündelten Form fehlten bisher. Es fasst die wesentlichen Beschreibungen, Fakten und Bewertungen sehr gut und leicht verständlich zusammen. Vor allem die anschaulichen Praxisbeispiele erleichtern dem Leser die leistungsrechtliche Beurteilung und führen ihn richtungweisend auf zutreffende Entscheidungen hin. Das Buch kann auch dazu dienen, Unstimmigkeiten bei der Beratung der Versicherten zu vermeiden. Bereits aus diesem Grund ist ein Studium zu empfehlen.


Rezensent
Georg Vogel
Rentenberater für die Bereiche SGB XI/SGB V
Herausgeber www.CareHelix.de
Homepage www.carehelix.de
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Zitiervorschlag
Georg Vogel. Rezension vom 22.10.2002 zu: Hans-Joachim Dörbandt: Haushaltshilfe in der gesetzlichen Krankenversicherung. Asgard-Verlag Dr. Werner Hippe GmbH (Sankt Augustin) 2002. 368 Seiten. ISBN 978-3-537-31270-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/581.php, Datum des Zugriffs 22.05.2012.


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