Ihr Vorteil: Wir filtern, prüfen und ordnen die Angebote für die Sozialwirtschaft.

Rüdiger Falk: Soft skills. Führungsfähigkeiten [...]

Cover Rüdiger Falk: Soft skills. Führungsfähigkeiten in Nonprofit-Organisationen entwickeln. Sauer Verlag. Verlag Recht und Wirtschaft (Heidelberg) 2007. 136 Seiten. ISBN 978-3-8005-7332-5. 15,00 EUR.

Reihe: Arbeitshefte Führungspsychologie - Band 59. Betriebs-Berater - Management.

Besprochenes Werk kaufen


Thema

Die Erfahrungen der modernen Arbeitswelt zeigen, dass Menschen mit vergleichbaren fachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten oftmals recht unterschiedlich geeignet sind, bestimmte berufliche Tätigkeiten auszuüben. Führungskräfte versuchen deshalb ihre sog. Soft Skills und die ihrer Mitarbeiter zu verbessern, um humankapitale Leistungspotentiale zu aktivieren. Soft Skills sind Kompetenzen, die neben der reinen Fachkompetenz den beruflichen und privaten Erfolg bestimmen. Dazu zählen besonders soziale, kommunikative und methodische Kompetenz. Je nach Aufgabenbereich werden zudem Aspekte wie interkulturelle Kompetenz, emotionale Kompetenz oder personale Kompetenz zum Gegenstand der Führungsfähigkeit in Unternehmen. Soft Skills sind insofern Schlüsselqualifikationen, als sie im Gegensatz zu spezifischen Fachkenntnissen Meta-Fähigkeiten darstellen. Die genannten Kompetenzfelder sind teilweise nur unscharf voneinander zu trennen; vielmehr bestehen große Schnittmengen und Vernetzungen.

Im Rahmen der Personalentwicklung  für Führungsaufgaben sah man bislang vor allem einen Bedarf zur Entwicklung von Soft Skills in gewinnmaximierenden Unternehmen. Unterentwickelt war in Forschung und Praxis bislang der Bereich Soft Skills bei Nonprofit-Organisationen (NPO). Deren ökonomische Bedeutung ist in den zurückliegenden Jahren in den Industrieländern gestiegen; derzeit liegt ihr Beitrag zum Weltsozialprodukt etwa in Höhe der gesamten Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik Deutschland.

Ehrenamtliche bzw. bürgerschaftliche Tätigkeiten sind für die Positionierung und Sozialisierung des Einzelnen in der Gesellschaft ebenso von Relevanz wie der Beruf. Mehr noch: Unternehmen machen die Vergabe von Führungsaufgaben zunehmend davon abhängig, ob der Bewerber ein ehrenamtliches Engagement, z.B. in Nonprofit-Organisationen zeigt. Einzelne ehrenamtliche Berufe genießen ein hohes Ansehen, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich große gesellschaftliche Verantwortungen dahinter verbergen.

Vor diesem Hintergrund widmet sich das vorliegende Buch dem Thema Soft Skills am Beispiel der Deutschen Jugendfeuerwehr und zeigt auf, wie diese für deren Führungskräfte optimal vermittelt werden können.

Aufbau und Inhalt

  • Dazu werden in einem kurzen einleitenden Kapitel (S. 13 – 17) die Hintergründe für den Bedarf zur Entwicklung von Führungskompetenzen in NPOs dargestellt. Dies geschieht u.a. mit Hilfe einer vergleichenden Darstellung von Führungskompetenzen in gewinnmaximierenden Unternehmen und bei Nonprofit-Organisationen. "Ähnlich wie bei kommerziellen sind auch soziale Organisationen gezwungen, im Wettbewerb zu bestehen und mit der Verknappung der Mittel umzugehen. Hierzu müssen sie ihre Prozesse optimieren, ihre Servicequalität verbessern, Prioritäten setzen und sich ein deutliches Profil geben" (S. 14). Die Besonderheiten respektive Unterschiede zum kommerziellen Bereich zeigen sich z.B. in der Struktur der Beschäftigten, da in vielen NPOs Teilzeittätigkeiten oder gering entlohnte Tätigkeiten dominieren, was eine Herausforderung für die Personalführung in der Organisation darstellt.
  • Im Kapitel 2 (S. 17 – 49) werden die definitorischen und fachwissenschaftlichen Grundlagen des Themas dargestellt. Dabei erörtert der Autor sowohl allgemeine Aspekte als auch die Besonderheiten in NPOs bzw. Feuerwehren differenziert. Auch  die zentralen Voraussetzungen für die Personalführung, Macht und Autorität, werden darstellt; beide sind formale Führungsmerkmale, ohne die die Umsetzung von Entscheidungen nicht möglich ist (Kapitel 2.3.3).
  • Das Kapitel 3 (S. 51 – 61) analysiert die Struktur der Tätigkeiten in NPOs allgemein und in Feuerwehren im Besonderen. Darin wird auch auf die Bedeutung der Entlohnung in diesem sog. Dritten Sektor eingegangen. Anders als in gewinnmaximierenden Unternehmen ist das Entgelt als Mittel der extrinsischen Motivation sehr viel schwächer ausgebildet. Die stärker intrinsische Motivation im Ehrenamt bedingt eine Methodenvielfalt bei der Vermittlung, bzw. beim Erwerb von Soft Skills, wie z.B. Experimente und erlebnispädagogische Aktionen.
  • Im vierten Kapitel (S. 63 – 110) werden praktische Erfahrungen aus entsprechenden Seminaren für die Jugendfeuerwehr der Firma Gore (W.L. Gore & Associates GmbH) dargestellt. Neben den Kompetenzen, die es zu vermitteln gilt, werden auch die Rahmenbedingen bis hin zur didaktischen Gestaltung und Evaluation exemplarisch angeführt. Thematisch werden dabei Teamfähigkeit und Konfliktbewältigung, Kommunikation und Rhetorik, Teamentwicklung sowie Präsentation und Konferenztechnik differenziert dargestellt.
  • Das abschließende Kapitel, Sozialsponsoring (S.111 – 124), beschäftigt sich mit der Motivation von Unternehmen, Soft Skill-Seminare für Nonprofit-Organisationen finanziell zu unterstützen. Dabei erwarten die geldgebenden Unternehmen v.a. eine Verbesserung der externen Kommunikation zu den Kunden und Zulieferbetrieben. Ferner werden in dem Kapitel Aspekte der internen Kommunikation in NPOs dargestellt, wenn es darum geht, Multiplikatorwirkungen aus bereits stattfindenden Seminaren zu generieren.  

Diskussion

Das Buch ist primär als Erfahrungsbericht zu verstehen und wendet sich an einen Leserkreis, der sich über moderne Formen der Entwicklung und Vermittlung von Soft Skills im Rahmen der Personalentwicklung in NPOs infomieren möchte.  Dabei ist der Leserkreis keineswegs auf die Feuerwehr oder ähnliche Einrichtungen mit einem größeren Anteil an jungen engagierten Ehrenamtlichen beschränkt, sondern ist als Leitfaden für die Entwicklung entsprechender Personalentwicklungsstrukturen in NPOs gedacht. Das Buch kommt mit relativ wenig Fachvokabular aus; es ist flüssig und allgemein gut verständlich geschrieben sowie übersichtlich geordnet. Der wissenschaftliche Apparat am Ende des Buches ist international ausgerichtet und gibt den derzeitigen Forschungsstand wieder.

Fazit

Das Buch kann dem interessierten Leserkreis empfohlen werden.


Rezensent
Prof.i.V. Dr. Werner Halver
Rhein-Ahr Campus. Lehrbereiche: Volkswirtschaftslehre, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Wirtschafts- und Sozialgeographie


Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Werner Halver. Rezension vom 22.03.2008 zu: Rüdiger Falk: Soft skills. Führungsfähigkeiten [...]. Sauer Verlag. Verlag Recht und Wirtschaft (Heidelberg) 2007. 136 Seiten. ISBN 978-3-8005-7332-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/6029.php, Datum des Zugriffs 22.05.2012.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.

Zur Rezensionsübersicht
Zum Seitenanfang

Hilfe & Kontakt

Hinweise für RezensentInnen, Verlage, AutorInnen oder LeserInnen sowie zur Verlinkung bitte lesen, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.

Mehr zum Thema

Urs Jäger, Timon Beyes: Von der Kunst des Balancierens

Tom Senninger, Alfried Weiß: Gruppe - Team - Spitzenteam

Literaturliste anzeigen

Stellenangebote

Fachreferent/in, Essen

Geschäftsbereichsleiter/in, Bielefeld

Weitere Anzeigen im socialnet Stellenmarkt.

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.