Wolfram Fischer: Diagnosis Related Groups (DRGs) und Pflege
Wolfram Fischer: Diagnosis Related Groups (DRGs) und Pflege. Grundlagen, Codierungssysteme, Integrationsmöglichkeiten. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle) 2002. 472 Seiten. ISBN 978-3-456-83576-1. 59,95 EUR.
Hintergrund und Thema des Buches
Deutschland steht vor der Einführung eines neuen Budgetierungsverfahrens im stationären Krankenhausbereich, den G-DRGs, die auf den in Australien verwendeten AR-DRGs beruhen. Das Buch soll neben einer Einführung in die unterschiedlichen internationalen DRG-Systematiken vor allem die Fragestellung beleuchten, wie und ob spezifische pflegerische Fragestellungen und Kostenberechnungen in derartige Finanzierungssysteme mit einfließen. Weiterführende Anregungen für zukünftige Entwicklungsaufgaben werden gegeben.
Zum Autor
Wolfram Fischer ist schweizerischer Gesundheitsökonom und zählt seit Jahren zu den deutschsprachigen Experten im Feld der Patientenklassifikationssysteme. Er arbeitet in Wolfertswil und führt dort das Zentrum für Informatik und wirtschaftliche Medizin Z/I/M .
Unterstützt wurde der Herausgeber durch Werkbeiträge des schweizerischen Berufsverband der Krankenschwestern und Krankenpfleger (SBK) und der deutschen Bundesarbeitsgemeinschaft leitender Krankenpflegepersonen (BALK).
Aufbau und Inhalt des Buches
Das Buch gliedert sich in drei Teile. Neben der Darstellung und Beschreibung der aktuellen Diskussion im ersten Teil werden in diesem Buch bereits durchgeführte Forschungsarbeiten beschrieben, die der Autor in den letzten Jahren zu der Thematik veröffentlicht hat. Darüber hinaus wird auf internationale Forschungsarbeiten im Themenfeld und zukünftige Entwicklungen im zweiten Teil eingegangen. In einem dritten Teil, dem Anhang, befinden sich umfangreiche DRG-Listen und Merkmalsbeschreibungen einschlägiger und aktuell diskutierter pflegerischer Messinstrumente zur Bestimmung des Pflegeaufwandes und der Pflegeleistungen. Des weiteren werden Klassifikationssysteme der Pflege vorgestellt, die einheitliche Beschreibungen für Probleme, Interventionen und Pflegeergebnisse ermöglichen.
Zielgruppen
Das Werk richtet sich vor allem an Leitungen, Lehrende und Studierende, die mit dieser Thematik konfrontiert sind. Zudem werden Gesundheitsökonomen, Pflegewissenschaftler und interessierte Praktiker angesprochen.
Fazit
Das Buch stellt die systematische Beschreibung der aktuellen Debatte um DRGs und Pflege dar und stellt das umfangreiche Schaffen von Wolfram Fischer im Themenfeld der Patientenklassifikationssysteme in kompakter und klarer Aufbereitung vor. Das Buch bietet mit dem Anhang einen beachtlichen Serviceteil, der alleine schon den Kauf rechtfertigen würde, da die Informationen ansonsten mühevoll zusammengetragen werden müssten.
Wer in der aktuellen Debatte fundiert diskutieren möchte, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Es liefert neben sehr klaren Analysen und Ergebnisdarstellungen auch zukunftsorientierte Perspektiven. Vorkenntnisse über Leistungserfassungssysteme, Klassifikationen und Codierungsverfahren sind allerdings von Vorteil, denn das Buch ist sprachlich wie thematisch auf hohem Niveau geschrieben; statistische Begriffe und Abkürzungen werden zwar erläutert, sind jedoch sehr zahlreich.
Dieses Buch ist Pflichtlektüre und wird für einige Jahre das Standardwerk in diesem Themenfeld sein.
Rezensent
Prof. Dr. Michael Isfort
Dipl. Pflegewiss.
Katholische Hochschule (KatHO) NRW, Köln
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Zitiervorschlag
Michael Isfort. Rezension vom 19.11.2002 zu: Wolfram Fischer: Diagnosis Related Groups (DRGs) und Pflege. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle) 2002. 472 Seiten. ISBN 978-3-456-83576-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/607.php, Datum des Zugriffs 22.05.2012.
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