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Dan Karlan, Allan Lazar u.a.: Die 101 einflussreichsten Personen, die es nie gab

Cover Dan Karlan, Allan Lazar, Jere Salter: Die 101 einflussreichsten Personen, die es nie gab. Wie Barbie, James Bond und Hamlet uns verändert haben. Ehrenwirth (Bergisch-Gladbach) 2008. 365 Seiten. ISBN 978-3-431-03753-1. 16,95 EUR, CH: 30,00 sFr.

Originaltitel: The 101 most influential people who never lived.

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Ein Ranking fiktiver Gestalten

Der Marlboro-Mann darf sich auf Platz eins der Rankingliste der Autoren niederlassen. Nun ist das mit dem Ranking, wie man seit der Weltfinanzkrise weiß, so eine Sache. Hätte ich auswählen können, so wäre meine Wahl wohlmöglich auf Siegfried oder Barbie gefallen.

So ernst sollte man das Ranking des Buches ohnehin nicht nehmen. Außerdem, sind die Autoren US-Amerikaner und da ist es verständlich, dass sie sich in erster Linie an amerikanische Leser wenden und ein dementsprechendes Ranking wählen.

Inhalt

Nichtsdestotrotz beinhaltet das Buch eine ebenso vergnügliche wie informative Zusammenstellung von erfundenen Personen, die nicht zuletzt einen Eindruck von den Idealen und Ängsten der Gesellschaft geben, zu der Zeit als sie entstanden. 

Anhand von teils humorvoll geschriebenen Erklärungen und Hinweisen wird dem Leser  schnell klar, dass diese erfundenen Personen einen ungeahnten Einfluss auf unser Leben haben. Wer kennt nicht Tarzan, das Urbild des starken, glücklichen Wilden, Odysseus, den listigen Helden, oder Robin Hood, der die Reichen bestiehlt, um den Armen zu geben. Zorro kommt übrigens nicht vor, was ich bedaure,  denn der Held mit Maske und Degen, war Vorbild für Karnevalskostüme in meiner Kindheit.

Die Frage, ob der Marlboro-Mann tatsächlich wesentlich dazu beigetragen hat, das Rauchen als Ausdruck eines Freiheitsideals  zu stilisieren, ist nicht von der Hand zu weisen. In Westdeutschland gab es dagegen das HB-Männchen, das im Ranking, was verständlich ist, nicht auftaucht.

Nun kann man fragen, welchen Sinn haben solche fiktiven Personen? Die Autoren gehen darauf zwar in ihrem Vorwort darauf ein, aber sie hätten vielleicht einen kleinen Schlenker  gemacht, in dem sie  auf die Versuche moderner Werbung hingewiesen hätten, bei denen Figuren wie den Weihnachtsmann oder den schon genannten Marlboromann erfunden und für die Verkaufsförderung von bestimmten Produkten eingesetzt werden.

Im Klappentext wird die Frage gestellt, ob die Gebrüder Wright  durch die Legenden von Dädalus und Ikarus für ihre Flugversuche angeregt wurden. Da darf man vermuten, dass dies eher nicht der Fall war, denn Ikarus stürzte bekanntlich ab, was allerdings seinen Vater Dädalus offenbar nicht davon abhielt, sich später in Sizilien weiter als Erfinder zu betätigen.

Die Autoren, bevor sie zur Schriftstellerei fanden, arbeiteten als Programmierer, Pharmakologe und Mediziner. Da mag es erstaunen, dass es im Buch in Dr. Frankenstein  nur eine, und zwar ausgesprochen negative fiktive Gestalt gibt, die für die Wissenschaft steht. 

Gut ist, dass das Buch in Kapitel unterteilt ist, so kann man sich schnell einen Überblick über die unterschiedlichen Kategorien der erfunden Personen verschaffen.  So gibt es Abschnitte, die sich mit Figuren der Volksmärchen, wie dem Weihnachtsmann, mit Monstern, wie King Kong und mit Sagen und Legenden wie King Artur beschäftigen.

Das 13. Kapitel – doch das ist zweifellos zufällig – trägt die Überschrift: "Die Befreiung der Frau". Da kann man dann u.a. etwas über Lady Chatterley oder Buffy, die Vampirjägerin lesen.

Fazit

Insgesamt ein in mehrerer Hinsicht lesenswertes Buch. Das  nicht nur, weil es eine Art "Who is Who"  fiktiver und bekannter Personen ist, sondern weil  es amüsant  erzählt und wir an Legenden und Geschichteten erinnert werden, die wir vielleicht schon einmal gehört aber längst vergessen hatten. Und bestimmt erfährt der eine oder andere Neues, zum Beispiel  was es mit dem erfundenen Indianer Hiawatha auf sich hat, von dem ich nie zuvor - das muss ich zugeben - gehört hatte.


Rezensent
Dr. Gerd Manstein
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Zitiervorschlag
Gerd Manstein. Rezension vom 13.12.2008 zu: Dan Karlan, Allan Lazar, Jere Salter: Die 101 einflussreichsten Personen, die es nie gab. Ehrenwirth (Bergisch-Gladbach) 2008. 365 Seiten. ISBN 978-3-431-03753-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/6579.php, Datum des Zugriffs 23.05.2012.


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