Ihr Vorteil: Wir filtern, prüfen und ordnen die Angebote für die Sozialwirtschaft.

Uta Enders-Dragässer, Brigitte Sellbach u.a.: Frauen ohne Wohnung

Cover Uta Enders-Dragässer, Brigitte Sellbach, Antje Feig, Marie-Luise Jung, Sabine Roscher: Frauen ohne Wohnung. Handbuch für die ambulante Wohnungslosenhilfe für Frauen. Kohlhammer Verlag (Stuttgart) 2000. 408 Seiten. ISBN 978-3-17-016510-6. 13,81 EUR.

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Frauenforschung. Band 186 der Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.
Siehe auch Replik oder Kommentar am Ende der Rezension.

Besprochenes Werk kaufen


Überblick

Das vorliegende Handbuch beschreibt die wissenschaftliche Begleitung von vier ausgewählten Modellprojekten im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung des Modellprojekts – Hilfen für alleinstehende wohnungslose Frauen – des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Das Handbuch gliedert sich in sechs Kapitel:

  1. Rahmenbedingungen des Modellprojekts
  2. Ergebnisse des Modellprojekts
  3. Gesundheit und Krankheit bei wohnungslosen Frauen
  4. Berufliche Förderung
  5. Öffentlichkeitsarbeit
  6. Qualitätssicherung

Der vorgelegte Band bestätigt durch wissenschaftliche Untersuchungen und Begleitung, was Praktikerinnen in ihrer Arbeit tagtäglich erfahren, z.B. dass wohnungslose Frauen in einem überaus hohen Maß körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt waren oder immer noch sind oder dass wohnungslose Frauen zumeist über Angebote nur für Frauen zu erreichen sind.

Ausgewählte Erkenntnisse und Nutzungsmöglichkeiten

Die vorliegende wissenschaftliche Aufbereitung dieser Erfahrungen könnte in der einen oder anderen Situation als sachliche Argumentationshilfe herangezogen werden, z.B. dann, wenn es innerhalb der Wohnungslosenhilfe um die Einrichtung/Installation von Angeboten geht, die sich ausschließlich an Frauen richten. Denn es scheint so, dass es noch längst nicht zu allen Verantwortlichen - und das sind in der Regel ja noch immer Männer – durchgedrungen ist, dass RÄUME für FRAUEN eine Notwendigkeit sind –also die Not wenden- und nicht der Spleen einiger überengagierter Sozialarbeiterinnen.

Dieser zweite Band des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum Thema Wohnungslose Frauen hat aber den Blick nicht nur allein auf die Klientel gerichtet, sondern auch auf die Installierung von Projekten für wohnungslose Frauen.

Die Beschreibung der Prozesse über Entwicklung und Verlauf der Projekte enthalten viele nützliche Hinweise und Tipps für das Nachmachen.

Das ganze Handbuch ist äußerst praxisorientiert. So geben die Kopiervorlagen zur Überprüfung der eigenen Arbeitsqualität, das Stärken – Schwächen – Profil,

der Leitfaden für Mitarbeiterinnen bei der Beratung, oder die Tagesstatistik für Tagesstättenbesucherinnen sehr gute Anregungen und sind bestens geeignet zur Weiterentwicklung der eigenen Arbeit.

Jedoch muß Frau oder auch Mann sich schon die Zeit nehmen, sich in dieses Werk einzulesen. Zum Einen ließ die Fülle des zu verarbeitenden Materials eine plakative Darstellung nicht zu, zum Anderen gibt dieses Buch mit seiner Aufmachung der geneigten Leserschaft nicht gerade einen Kick der Lust sich mit ihm zu beschäftigen; will sagen, die Aufbereitung des Materials ist in einer Form vorgenommen worden wie wir es vom Kohlhammer Verlag kennen. Schade eigentlich – dieses Handbuch hätte Besseres verdient.

Nach soviel Lob für das vorliegende Handbuch möchte die Rezensentin zum guten Schluß doch noch eine kleine Kritik loswerden:

Warum der Untertitel "Handbuch für die ambulante Wohnungslosenhilfe für Frauen" lautet ist nicht ganz einzusehen, denn es dürfte sich mittlerweile gerade in Fachkreisen herumgesprochen haben, dass auch die sogenannten stationären Einrichtungen sich Formen der Arbeit geöffnet haben, die auch ambulante Elemente beinhalten, deshalb ist es auch meiner Meinung nach ein Handbuch für die gesamte Wohnungslosenhilfe für Frauen.

Fazit

Mit diesem Band ist ein umfassender und gründlich erarbeiteter Reader entstanden, der sowohl bei der theoretischen Auseinandersetzung mit der Lebenslage wohnungsloser Frauen für DozentInnen und StudentInnen oder Referats- und Abteilungsleitern äußerst hilfreich ist, als auch in der praktischen Arbeit selbst für die Praktikerinnen von großem Nutzen sein kann (wenn Frau sich für dieses Buch etwas Zeit nimmt).


Rezensentin
Helma Hesse-Lorenz
Diakonie in Düsseldorf, Übergangsheim für Frauen - ICKLACK –
Sachgebietsleitung
E-Mail Mailformular


Kommentare

Anmerkung der Redaktion:Das Buch ist nicht mehr lieferbar. Eine antiquarische Suche ist möglich.


Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Helma Hesse-Lorenz. Rezension vom 01.12.2001 zu: Uta Enders-Dragässer, Brigitte Sellbach, Antje Feig u.a.: Frauen ohne Wohnung. Kohlhammer Verlag (Stuttgart) 2000. 408 Seiten. ISBN 978-3-17-016510-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/73.php, Datum des Zugriffs 23.05.2012.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.

Zur Rezensionsübersicht
Zum Seitenanfang

Hilfe & Kontakt

Hinweise für RezensentInnen, Verlage, AutorInnen oder LeserInnen sowie zur Verlinkung bitte lesen, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.

Mehr zum Thema

Helena Kanyar Becker (Hrsg.): Vergessene Frauen

Nicholas D. Kristof, Sheryl WuDunn: Die Hälfte des Himmels

Literaturliste anzeigen

Stellenangebote

Erzieher/in oder Sozialpädagoge (w/m) für Kinderheim, Freising

Fachberater/in für Kindergärten, Köln

Weitere Anzeigen im socialnet Stellenmarkt.

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.