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Karin Krause: Studienführer Pflege- und Gesundheitswissenschaften

Cover Karin Krause: Studienführer Pflege- und Gesundheitswissenschaften. Vom Krankenbett zur Universität. Brigitte Kunz Verlag (Hagen) 2003. 6., überarbeitete und aktualisierte Auflage. 214 Seiten. ISBN 978-3-87706-599-0. 16,00 EUR, CH: 28,00 sFr.

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Zum Thema des Buches

Karin Krause ist Lehrerin für Pflegeberufe und erlebt somit aus erster Nähe, wie stark sich die Anforderungen an die Pflege in den letzten Jahren verändert haben und laufend weiter verändern. Ein wichtiges Thema in diesem Zusammenhang ist die seit den neunziger Jahren rasant voranschreitende Akademisierung der Pflegeberufe.

Die Autorin will mit ihrem Studienführer einen neutralen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten akademischer Fortbildung für Pflegekräfte schaffen. In diesem Zusammenhang möchte sie interessierte Leserinnen und Leser gleichzeitig dazu anregen, die eigene berufliche Situation zu reflektieren und über die Frage nachzudenken, ob gezielte Fortbildung oder Studium eine Alternative in der jeweiligen beruflichen Situation sein können. Karin Krause versteht ihr Buch ausdrücklich mehr als Wegweiser denn als Ratgeber. Insofern steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit eine umfassende Zusammenstellung aller Studienmöglichkeiten und deren bildungsmäßige Zugangsvoraussetzungen.

Wer ist die Zielgruppe?

Vorrangige Zielgruppe sind sicherlich ausgebildete Pflegekräfte, die sich mit der Frage nach den Möglichkeiten akademischer Fortbildung beschäftigen. Hinzu kommen alle, die vor der Berufswahl oder einem Berufswechsel stehen, und dabei die Themen Zukunftsperspektive und Fortbildungsmöglichkeiten bei ihrer Entscheidung mit einfließen lassen wollen. Darüber hinaus ist das Buch aber gerade auch für alle interessant, die sich berufsmäßig mit Fragen von Aus- und Fortbildung im Gesundheitswesen beschäftigen. Dazu gehören Mitarbeiter von Personalabteilungen ebenso wie Lehrer an berufsbildenden Schulen und Dozenten von Hochschulen. Eine weitere Zielgruppe stellen nach meiner Einschätzung Mitarbeiter von beratenden Berufen dar: vom Arbeitsamt bis zur Personalberatung im Gesundheitswesen, aber auch Unternehmensberatungen, die im Healthcare-Bereich tätig sind.

Aufbau und Inhalt

Nach einer kurzen Einführung, in der die aktuelle Situation der Pflege reflektiert wird, gibt es eine umfassende, auf die einzelnen Bundesländer bezogene, Darstellung von Möglichkeiten, auch ohne Abitur studieren zu können. Es folgt eine allgemeine historische und aktuelle Einordnung der "Akademisierung der Pflege". Daran schließt dann der inhaltliche Schwerpunkt des Studienführers mit folgenden Themen an:

  • Tabellarische Übersicht der bestehenden Studienmöglichkeiten
  • Alle Studiengänge im Überblick und mit wichtigen Infos (Adressen, Abschlüsse, Zugangsvoraussetzungen, Dauer, Beginn, Studieninhalte)
  • Weitere Studienmöglichkeiten die sich für Pflegekräfte anbieten könnten (BWL, Sozialwesen etc.)
  • Studienmöglichkeiten im Ausland

Abgerundet wird das Buch durch eine Reihe von zusätzlichen studienrelevanten Informationen und Hilfestellungen wie:

  • Wahl des Studienganges und des Studienortes
  • Informationen zu Studienbeginn und Studienplanung
  • Möglichkeiten der Studienfinanzierung
  • Exkurs: Medizinstudium ohne Abitur

Zum Wert des Buches für die Zielgruppen

Der Studienführer von Karin Krause ist erstmals 1996 erschienen. Das vorliegende Buch ist bereits in der 6. Auflage erschienen. Das alleine spricht für sich und eine erfolgreiche Buchidee. Die Autorin hat sehr früh erkennt, welche große Bedeutung die akademische Fortbildung für viele Pflegekräfte hat bzw. bekommen wird. Das Werk besitzt daher mittlerweile fraglos den Status eines Standardwerkes: Wer sich über die Möglichkeiten einer akademischen Aus- und Fortbildung in der Pflege interessiert, der kommt an Karin Krause nicht vorbei!

Das Buch bietet eine einzigartige Quelle von wichtigen Informationen, Daten und Adressen für die akademische Aus- und Fortbildung in der Pflege. Dabei sind die vielfältigen Informationen logisch aufgebaut und schnell, je nach individuellem Informationsbedürfnis, abrufbar. Quellenverzeichnis und Register ergänzen die ohnehin schon gute Übersichtlichkeit.

Die einzige Schwäche des Buches liegt dagegen im Bereich der Einschätzung der beruflichen Perspektiven von Pflegestudiengängen: Dieser Abschnitt bleibt weitgehend an der Oberfläche und bietet bestenfalls eine erste Anregung zur Vertiefung der Problematik, aber keine wirkliche Entscheidungshilfe. Hier wünscht man sich noch mehr über aktuelle und künftige Perspektivtrends im Gesundheitswesen zu erfahren. Dazu könnte z.B. auch eine dezidierte Auseinandersetzung mit der Frage gehören, welche Studienschwerpunkte derzeit die besten Karrierechancen ermöglichen.

Fazit

Der Studienführer Pflege- und Gesundheitswissenschaften ist - trotz der genannten kleinen Schwäche - für alle, die sich gedanklich mit einem entsprechenden Studium beschäftigen, dringend als Pflichtlektüre empfohlen! Das gilt darüber hinaus nach meiner Überzeugung auch für alle anderen, die sich mit Fragen der beruflichen Aus- und Fortbildung in der Pflege beschäftigen.

Karin Krause ist es gelungen, mit ihrem Studienführer Transparenz in den sonst kaum noch zu durchschauenden Dschungel akademischer Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten zu bringen. Die Autorin hat der Pflege mit ihrem Buch einen bemerkenswerten Dienst erwiesen!


Rezensent
Michael Schaaf
Vorstand des CareHelix-Instituts für Management und Dialog im Gesundheitswesen
Homepage www.carehelix.de


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Zitiervorschlag
Michael Schaaf. Rezension vom 18.03.2003 zu: Karin Krause: Studienführer Pflege- und Gesundheitswissenschaften. Brigitte Kunz Verlag (Hagen) 2003. 6., überarbeitete und aktualisierte Auflage. 214 Seiten. ISBN 978-3-87706-599-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/745.php, Datum des Zugriffs 23.05.2012.


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