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Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen: Helfersyndrom, Prestigeverlangen oder Gemeinsinn?

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen: Helfersyndrom, Prestigeverlangen oder Gemeinsinn? Unterschungen zum Spendenverhalten. Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Berlin) 2009. 68 Seiten. ISBN 978-3-9812634-0-4. 10,00 EUR.

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Thema

Die zu besprechende Publikation ist die Dokumentation der Tagung – „Motive, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren auf das Spendenverhalten.“ Dieselbe hat am 13. Oktober 2008 in Berlin stattgefunden.

Veranstalter waren das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen. Letztgenanntes hat die Dokumentation im Rahmen der Fachzeitschrift Soziale Arbeit Spezial veröffentlicht.

Herausgeber

Beim Deutschen Zentralinistitut für soziale Fragen (DZI) handelt es sich u. a. um ein Archiv für Wohlfahrtspflege. Es wurde 1893 gegründet, erteilt Spenden-Siegel und ist international anerkannt. Weitere Informationen zum DZI sind unter der URL http://www.dzi.de/ abrufbar.

Der verantwortliche Redakteur ist der 1964 geborene Diplomvolkswirt, Geschäftsführer und wissenschaftliche Leiter des DZI Burkhard Wilke. Weitere Informationen zu Burkhard Wilke sind unter der URL http://www.initiative-sozialmarketing.de/gegner.html abrufbar

Entstehungshintergrund

In ihrer Begrüßung und Einführung in die Tagung führen Eckhard Priller und Burkhard Wilke für die gegenwärtige Situation aus, dass die Spendenthematik unterschiedliche Forschungseinheiten und Projekte streift. „Neben dem Schwerpunkt ‚Zivilgesellschaft’ ist vor allem die seit Mai 2008 bestehende Projektgruppe ‚Zivilengagement’ zu nennen“ (S. 3), welches vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Zum ersten Mal wird 2009 ein Überblickspapier zum bürgerschaftlichen Engagement in Deutschland erstellt. Die Berichterstattung erfolgt ab dann regelmäßig. „Ähnlich wie der Familien-, der Kinder- oder der Altenbericht erfährt damit ein Bereich eine besondere Wertschätzung, der in enger Verbindung zur Spendenthematik steht“ (S. 3).

Aufbau und Inhalt

Die Publikation enthält zehn Tagungsbeiträge.

  1. Der Diplomkaufmann Erik Lämmerzahl nimmt eine soziostrukturelle Analyse zur Spendensituation und zum Spendenverhalten vor.
  2. Das Gute im Menschen nehmen die Wirtschaftswissenschaftlerinnen Dr. Manuela Drews und Dr. Karen Hadem sowie der Historiker, Wirtschaftswissenschaftler und Chemieingenieur Ulf Schrader in ihrem Beitrag zur Philanthropie in Deutschland in den Blick. Sie stellen neue Wege zur Förderung gesellschaftlichen Engagements vor.
  3. Beispielhaft untersuchen der Direktor des Maecenata Instituts für Philanthropie und Zivilgesellschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin - Rupert Graf Strachwitz - und der Wissenschaftliche Mitarbeiter am internationalen Graduiertenkolleg Halle-Tokyo der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg -Rainer Sprengel - die privaten Spenden für Kultur mit einem Beitrag zur Bedeutung eines erweiterten Spendenbegriffs. „Ein überraschendes Ergebnis ist, dass nach der Kulturwirtschaft, deren Beitrag seit Langem bekannt ist, das bürgerschaftliche Engagement den zweiten Rang in der Finanzierung von Kultur in Deutschland hat“ (S. 12).
  4. Am Beispiel Schweiz widmet sich der Soziologe, Publizist und Sozialpädagoge Herbert Ammann dem Spenden als einer Form von Freiwilligkeit. In der Schweiz sei das Spenden, dem Verfasser folgend, sehr verbreitet. Ammann beleuchtet dieses Phänomen aus jener, der Schweiz innewohnenden, politisch republikanisch geprägten Struktur des föderalen Staates, der gewachsenen schweizerischen politischen Kultur und zieht daraus Konsequenzen, welche über die Schweiz hinausweisen.
  5. Der Ökonom, Geschäftsführer der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung und Leiter des Österreichischen Institutes für Spendenwesen Gerhard Bittner untersucht die gesetzlichen Grundlagen und deren Auswirkungen für das Spendenwesen in Österreich.
  6. Jana Sommerfeld, Diplomsozialwissenschaftlerin, analysiert Experteninterviews hinsichtlich der Bedeutung des Spenden- und Gemeinnützigkeitsrechts.
  7. Zentrale Ergebnisse und Analysemöglichkeiten präsentiert die Volkswirtin Dr. Nicole Buschle in ihrem Beitrag zu neuren Entwicklungen im Spendenbereich.
  8. Dr. Jochen Mayerl lehrt Methoden der empirischen Sozialforschung am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart und liefert in seinen Ausführungen ein einstellungstheoretisches Erklärungsmodell zur Begründung warum Menschen Geld spenden.
  9. Eine Bestandsaufnahme der empirischen Erfassung und Diskussion von Spendenmotiven ist der Beitrag der Diplompädagogin und Doktorandin Clara West.
  10. Der bei dem Marktforschungsinstitut IPSOS Loyality GmbH arbeitende Diplomwirtschaftspsychologe Alexander Steiner analysiert in seinem Aufsatz die Spendenmotive über eine qualitativ-psychologische Studie.

Fazit

Es erweist sich als hilfreich und gut, wenn man beispielsweise in kirchlichen Kreisen oder in Vereinen wohltätige Spenden leistet. Es öffnen sich einem unter Umständen die Augen, wenn man in der zu besprechenden Publikation die Spendenmotive der Anderen erfährt. Eine lesenswerte und informative Publikation.


Rezensent
Dr. Carsten Rensinghoff
Dr. Carsten Rensinghoff Institut - Institut für Praxisforschung, Beratung und Training bei Hirnschädigung, Leitung: Dr. phil. Carsten Rensinghoff, Witten
Homepage www.rensinghoff.org
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Zitiervorschlag
Carsten Rensinghoff. Rezension vom 09.12.2009 zu: Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen: Helfersyndrom, Prestigeverlangen oder Gemeinsinn? Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (Berlin) 2009. 68 Seiten. ISBN 978-3-9812634-0-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/8791.php, Datum des Zugriffs 08.02.2012.


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