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Gernot Hahn, Michael Stiels-Glenn (Hrsg.): Ambulante Täterarbeit

Cover Gernot Hahn, Michael Stiels-Glenn (Hrsg.): Ambulante Täterarbeit. Intervention, Risikokontrolle und Prävention. Psychiatrie Verlag GmbH (Bonn) 2010. 250 Seiten. ISBN 978-3-88414-491-6. 29,95 EUR, CH: 49,50 sFr.

Reihe: Fachwissen.
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Thema

Verfolgt man die Medien, gewinnt man schnell den Eindruck, dass die Kriminalität im Allgemeinen und die Sexualdelikte im Besonderen um ein Vielfaches zugenommen haben.

Die Statistiken besagen etwas Anderes. Was um ein Vielfaches zugenommen hat, ist die Medienpräsenz. Spektakuläre Einzelfälle, früher höchstens in der Lokalpresse erwähnt, haben nun einen konkreten Namen und werden über die Ländergrenzen hinaus in allen Einzelheiten medial vermarktet. Sowohl Regelvollzug als auch Maßregelvollzug haben das Ziel der Resozialisierung. Jede zeitliche Freiheitsstrafe im Strafvollzug hat ein Ende (abgesehen von den wenigen Sicherheitsverwahrten). Im Maßregelvollzug geht man davon aus, dass ca. 90 %

der Patienten nach erfolgter Therapie entlassen werden können. Die Angst vor Rückfällen ist groß. Es gibt aktuelle Beispiele, bei denen von den Medien angestachelte Bürgerwehren eine Rückkehr oder einen Neuanfang entlassener Täter verhindert haben. Ambulante Täterarbeit kann und soll nun helfen, das Risiko erneuter Delinquenz zu verringern. Entlassene Patienten des Maßregelvollzuges werden seit vielen Jahren erfolgreich in speziellen Institutsambulanzen nach betreut. Die Justiz zieht nun nach und schafft zum Teil eigene Ambulanzen.

Die ambulante (Nach)Betreuung von Straftätern und von Delinquenzgefährdeten durch unterschiedliche Personen und Institutionen wird in den nächsten Jahren an Bedeutung zunehmen.

Herausgeber

Dr. phil. Gernot Hahn, Dipl.-Sozialpädagoge und Sozialtherapeut mit Erfahrungen in der Behandlung von Sexual- und Gewaltstraftätern, Drogendelinquenten, der Behandlung und Nachbetreuung forensisch- psychiatrischer Patienten des Maßregelvollzuges, leitet die Forensische Ambulanz in Erlangen und lehrt in der Aus- und Weiterbildung von Sozialarbeitern. Michael Stiels-Glenn, Dipl.-Sozialarbeiter, Kriminologe und Polizeiwissenschaftler, Psychotherapeut und Supervisor in eigener Praxis, tätig in der Fortbildung.

Die Einzelbeiträge leisten wissenschaftliche Fachkräfte der Forensischen Psychiatrie, Fachärzte, Psychologen, Juristen, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter/Sozialpädagogen mit praktischen Erfahrungen bei der Betreuung von Straftätern.

Aufbau

Das Buch ist neben einem Vorwort, einer Einleitung und einer Abhandlung der Herausgeber zum „Störungsverständnis“ in fünf Abschnitte untergliedert.

  1. Beginnend wird die „Rückfallvermeidung“ aus juristischer und therapeutischer Sicht beleuchtet.
  2. Im zweiten Abschnitt werden die unterschiedlichen Wege des „Übergangs“ von der Unterbringung im Maßregelvollzug in die Freiheit erläutert.
  3. Im dritten Teil geht es um die „ambulanten Hilfsangebote“ der Bewährungshilfe und der Freien Straffälligenhilfe.
  4. Teil vier -„Tätergruppen“ beinhaltet unterschiedliche Behandlungsprogramme für Gewalt- und Sexualstraftäter, sowie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Kinder sexuell missbraucht haben. Neben den Erläuterungen von Möglichkeiten zur Vermeidung von Untersuchungshaft wird außerdem der „Tatort Internet“ behandelt.
  5. Im letzten Abschnitt geht es um die „Primärprävention“ - Therapeutische Bemühungen zur Vermeidung von Delinquenz durch Noch-Nicht-Täter, die sich ihrer Neigung bewusst sind und freiwillig einer Therapie stellen, bevor sie straffällig geworden sind.

Im Einführungsteil werben die Herausgeber Hahn und Stiels-Glenn für einen Stil der integrativen und allgemeinen Standards folgenden Psychotherapie. Dabei sollte das menschliche Individuum in seiner Gesamtheit - in psychischer, physischer und sozialer Sicht wahrgenommen werden. Bei der Täterbehandlung sollte stets geprüft werden, ob die Integration traumatheoretischer Ansätze sinnvoll ist. Vor einer Entlassung steht immer die Frage nach dem Risiko weiterer Delinquenz. Darauf wird die gesamte Therapie orientiert.

Die Autoren weisen darauf hin, dass es auch immer individuelle Ressourcen gibt, die es zu ermitteln und therapeutisch zu nutzen gilt.

Zum 1. Abschnitt

Norbert Nedopil und Cornelius Stadtland stellen in ihrem Beitrag ein „neues Konzept zur Risikoeinschätzung bei Sexualstraftätern“ vor. Dabei verwenden sie Ergebnisse des „Münchener Prognoseprojektes“. Von 134 Sexualstraftätern wurden umfangreiche Daten ermittelt. Mit dem Prognoseinstrument Static-99 erfolgte die Auswertung. Die von den beiden Autoren vorgestellte empirische Methode NND und NNR ist im Bereich der Forensischen Psychiatrie weitgehend unbekannt, könnte aber in der Zukunft eine Grundlage für Entscheidungshilfen bei der Risikoeinschätzung von Sexualstraftätern werden.

Das „Gesetz zur Reform der Führungsaufsicht“ von 2007 wird von Konrad Beß einer kritischen Bewertung unterzogen. Er erläutert die Veränderungen und Neuerungen des Gesetzes. Konkrete Fallbeispiele sollen dabei helfen, die Gesetzestexte zu verstehen und richtig anzuwenden. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen sind nun notwendig, um z. B. prüfen zu können, ob die zeitweilige Krisenintervention nach § 67h StGB tatsächlich hilft, Widerrufe zu vermeiden.

Michal Stiels-Glenn widmet sich der Problematik von Krisen und Rückfällen von Sexualstraftätern. Wie geht man aus therapeutischer Sicht damit um? Was bedeuten Rückfälle für den Behandelnden, für den ambulanten Patienten, für das Sicherheitsempfinden und die Sicherheitsforderungen der Bürger? Die Gefahr von Krisen und Rückfällen ist immer allgegenwärtig. Wichtig ist dabei immer, die Tat oder des Geschehens in seiner Gesamtheit zu analysieren und die entsprechende Interventionsmöglichkeit zu wählen - kurzum der richtige professionelle Umgang.

Zum 2. Abschnitt

Roland Freese, gibt zunächst einen kurzen historischen Abriss der Forensischen Psychiatrie. Dabei werden auch die unterschiedlichen Entwicklungen auf dem Gebiet der gerichtlichen Psychiatrie der beiden deutschen Staaten deutlich. Es folgt ein Überblick zum gegenwärtigen Stand der einzelnen Bundesländer. Zum Abschluss wagt Herr Freese einen Ausblick in die Zukunft: Dem veränderten Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft folgend, wird der Maßregelvollzug in jeder Beziehung an Bedeutung gewinnen. Die nachweislichen Erfolge belegen, dass der eingeschlagene Weg bei der Nachbetreuung entlassener Patienten des Maßregelvollzuges der Richtige ist.

Friedhelm Schmidt- Quernheim schreibt über die Integration forensisch-psychiatrischer Patienten in den Wirkungskreis der Gemeindepsychiatrie und den damit verbundenen Schwierigkeiten. Der Autor verweist auf die Notwendigkeit der offenen Kommunikation und verbindlicher Absprachen zwischen den Helfenden des gesamten Netzwerkes. Viel wurde in den letzten Jahren erreicht, Reserven bei den Integrationsbemühungen gilt es zu erschließen.

Susanne Stübner und Norbert Nedopil berichten über das zweijährige„erste Modellprojekt zur Ambulanten Sicherungsnachsorge in Bayern“. Untersucht wurden insgesamt 111 63-iger und 64-iger Patienten aus drei Kliniken. Die Ergebnisse bestätigen andere bisherige in der Literatur beschriebene Untersuchungen: Eine spezifisch- forensische Nachsorgebehandlung vermindert das Rückfallrisiko.

Andreas Mokros und Michael Osterheider erläutern die aktuellen Ergebnisse des 2zweiten Modellprojektes zur Ambulanten Sicherungsnachsorge in Bayern“. Es wurden 111 nach § 63 StGB untergebrachte Patienten aus 11 Kliniken mit besonders schweren Einweisungsdelikten erfasst, die auch während der Unterbringung durch Gewalt oder Lockerungsmissbräuchen auffällig waren. Wegen fehlender BZR- Daten ist eine endgültige Auswertung noch nicht möglich. Nach den bisherigen Ergebnissen deutet sich aber auch hier eine deutlich niedrige Rückfallquote im Vergleich zu entlassenen Patienten des Maßregelvollzuges an, die nicht ambulant nach betreut wurden.

Im letzten Beitrag des Abschnittes „Übergänge“ berichtet Jürgen Knapheide über eine Patientengruppe, die aufgrund von Entwicklungsverzögerungen oder Intelligenzminderungen nur begrenzt oder gar nicht psychotherapeutisch erreichbar sind und besonders bei Sexualdelikten weniger Chancen auf eine Entlassung haben. Knappheide erläutert sehr anschaulich, wie auch diese Patientengruppe durch intensive Betreuung mit viel Geduld in kleinen Schritten erfolgreich zur Entlassung gebracht werden kann.

Zum 3. Abschnitt

Im dritten Abschnitt „Ambulante Hilfen“ erörtert Gertraud Koob-Sodtke die Aufgaben der „Bewährungshilfe als ambulante Täterarbeit im Zwangskontext“. Hilfe und Kontrolle, sowie Hilfe zur Selbsthilfe - die Grundprinzipien der Bewährungshilfe werden verdeutlicht. Die Autorin geht dabei auf die Besonderheiten der Führungsaufsicht, auf den Umgang mit Risiko-Klienten und auf das Bayrische Projekt HEADS zur Arbeit mit dieser speziellen Klientel ein.

Auch Lukas Sellinger und Michael Stiels-Glenn widmen sich der Thematik Bewährungshilfe in Form eines speziellen Gruppen -Angebotes für Gewaltstraftäter. Sie stützen sich auf eine 10-jährige Praxis, in der es auch Veränderungen und Verbesserungen gab. Sie erläutern den Inhalt, zeigen Grenzen auf und verweisen auf mögliche Fehler durch die Haltung der Trainer oder ungewollte Retraumatisierungen. Ähnlich wie der „Heiße Stuhl“ sind solche Trainings nicht unumstritten. Weitere Evaluationen ähnlicher Projekte zur Überprüfung des Nutzens gilt es abzuwarten.

Im letzten Beitrag dieses Abschnittes greifen Wolfgang Stelly und Jürgen Thomas das Thema der „Freien Straffälligenhilfe“ auf. Diese Helfenden arbeiten in verschiedenen Strukturen und ohne richterlichen Auftrag. Dabei leisten sie durch großes persönliches Engagement vor allem Aufgaben bei der Ableistung von Arbeitsstunden, im Täter-Opfer-Ausgleich, bei verschiedenen sozialen Trainingskursen, Projekten zur Intervention bei häuslicher Gewalt, bei der Opferhilfe, sowie bei der ambulanten Psychotherapie für Gewalt und Sexualstraftäter. Leider hat die Freie Straffälligenhilfe (wie viele andere Bereiche der Gesellschaft) ein Problem: Steigende Fallzahlen stehen sinkenden zur Verfügung gestellten Mitteln gegenüber.

Zum 4. Abschnitt

Im Abschnitt „Tätergruppe“ erläutern Rita Steffes-enn und Oliver Falk “ deliktspezifische Behandlungsprogramme bei häuslicher Gewalt und Sexualdelinquenz“. Die Autoren verstehen die genannten Delikte als Ergebnis von gestörten Beziehungen. In der Therapie nach dem systemisch-konfrontativen Ansatz lernen die Täter ihre eigene Störung und deliktrelevante Alltagsentscheidungen kennen. Sie werden mit allen Phasen und Folgen der Tat konfrontiert mit dem Ziel, künftig ähnliche Situationen zu vermeiden, oder so zu handeln, dass keine erneute Straftat mehr begangen wird. Konkret werden das Deeskalationstraining bei häuslicher Gewalt DET und das Anti-Sexuelle-Aggressivitäts-Training ASAT beschrieben.

Werner Meyer-Deters hat sich mit seinem Team der „ambulanten Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verschrieben, “die Kinder sexuell missbraucht haben. Sie blicken auf eine über zwölfjährige Erfahrung in einer Kinderschutzambulanz. Meyer-Deters erläutert die immense Bedeutung des Erstkontaktes für die Motivation des jungen Menschen für das Hilfsangebot einer Therapie und Bildung eines notwendigen Vertrauensverhältnisses. Zu berücksichtigen seien weiterhin die eigenen Biografien, Leidenswege und traumatische Erlebnisse der Kinder und Jugendlichen, die teilweise durch rechtzeitiges Handeln der Jugendämter vermeidbar gewesen wären.

Heinz Cornel widmet sich in seinem Artikel den Gründen und Möglichkeiten zur „Vermeidung von Untersuchungshaft durch konkrete soziale Arbeit“. Ausführlich geht er auf die Besonderheiten für Jugendliche ein. Hier bietet das SGB VIII zahlreiche Angebote, um erzieherisch wirksam zu werden. Ein Interdisziplinäres Zusammenwirken zwischen Freien Trägern, dem Gesundheitsamt, der Agentur für Arbeit, dem Jugendamt, Schulen und beruflichen Bildungseinrichtungen ist von großer Bedeutung zur Vermeidung von U-Haft bei Jugendlichen. Das wiederum soll helfen, mögliche kriminelle Karrieren erst gar nicht entstehen zu lassen. „Tatort Internet“ - nicht jeder Nutzer von Internetseiten mit Bildern oder Videos kinderpornografischen Inhalts ist ein pädosexueller und potentieller (Gewalt)Straftäter.

Reinhold Munding differenziert und erläutert ausführlich die möglichen Unterschiede. Er geht dabei sowohl auf die unterschiedliche juristische Wertung, als auch auf die therapeutische Ansätze ein. Die Internetsexualität gibt es noch nicht lange. Daher kann bisher noch nicht auf statistisch verwertbare Ergebnisse zurückgegriffen werden. Mundig plädiert nach den bisherigen Erfahrungen auf ein mehrstufiges Therapiemodell.

Zum 5. Abschnitt

Im „Präventionsprojekt Dunkelfeld“ berichten Klaus M. Beier, Anna Konrad, Till Amelung, Gerold Scherner und Janina Neutze über die ersten Ergebnisse des seit 2005 laufenden Therapie - Projekts. Männer aus Berlin und Brandenburg, die sich ihrer pädophilen Neigung bewusst sind, meldeten sich nach Aufrufen um sich freiwillig einer Therapie zu stellen, bevor sie straffällig wurden. Die Therapie ruht auf drei Säulen: der sexualmedizinischen Grundhaltung, der kognitiv- verhaltenstherapeutischen Therapiemethoden und der Pharmakotherapie. Erweitert wurde das Projekt 2009 auf potenzielle und tatsächliche (noch nicht straffällige) Nutzer von Kinderpornografie im Internet. Bei beiden Projekten geht man davon aus, dass die Fantasien und die pädophile Neigung nicht strafbar, die Betroffenen dafür nicht schuldig, aber für ihr delinquentes Verhalten verantwortlich sind. Für sie persönlich und für die Gesellschaft ist es wichtig, dass sie Hilfe in Anspruch nehmen können, ohne Täter zu werden.

Zielgruppe

Durch die Themenwahl können alle Personen, Berufsgruppen und Institutionen erreicht werden, die mit Straftätern in Berührung kommen, bzw. sich für die Thematik interessieren:

Juristen, Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter/- Pädagogen, Erzieher, Pflegekräfte, Mitarbeiter in Vollzugseinrichtungen, in Ämtern und Behörden, in Komplementär - und Nachsorgeeinrichtungen, in Kirchen und Hilfsvereinen, sowie Angehörigen.

Diskussion

Diese Publikation beleuchtet von nahezu allen Seiten die ambulante Betreuung von realen und potenziellen Straftätern, unabhängig davon, ob sie zum Zeitpunkt der Tat schuldfähig waren und deshalb ihre Strafe im Strafvollzug verbracht haben, oder bei verminderter Schuldfähigkeit bzw. Schuldunfähigkeit im Maßregelvollzug zur Verantwortung gezogen wurden. Deutlich wird, dass sich in den letzten Jahren sehr viel verändert hat auf dem Gebiet der (Nach)Betreuung von Straftätern. Erfreulicherweise wird auch viel geforscht, evaluiert und publiziert. Es gilt aber noch Einiges zu tun. Aufgrund der unterschiedlichen gesetzlichen Bestimmungen in den Bundesländern in Form von Maßregelvollzugs- oder PsychischKrankengesetzen werden sowohl in den (geschlossenen) stationären Bereichen als auch in Nachbetreuung sehr unterschiedliche Wege beschritten. Es gibt Bundesländer und einzelne Kliniken mit jahrelangen oder gar jahrzehntelangen Erfahrungen in der Forensischen Nachsorge. Manche beginnen gerade erst mit der Schaffung eigener Institutsambulanzen und erfinden teilweise das Fahrrad neu. Auch die Finanzierungsmodelle unterscheiden sich. Große Probleme ergeben sich u. a. dadurch beim Umzug eines Klienten in ein anderes Bundesland. Sowohl für Kriminalität als auch für bestimmte psychiatrische Erkrankungen gibt es (gesamt) gesellschaftliche Ursachen, also ist die gesamte Gesellschaft in der Pflicht, sich dieser Problematik zu widmen, nicht nur das einzelne Bundesland. Stellt sich die Frage, ob diese „Vielstaaterei“ (Maßregelvollzug ist Ländersache) noch zeitgemäß ist?

Fazit

Die Zahlen belegen es: die Unterbringungen im Maßregelvollzug nehmen zu, die Unterbringungszeiten ebenso. Die Entlassungen werden schwieriger, die Kosten steigen. Nachweislich ist ambulante Behandlung kostengünstiger. Ambulant vor stationär - dieses Prinzip der (Allgemein)Psychiatrie lässt sich natürlich nicht 1:1 für den Maßregelvollzug übernehmen. Sobald es die Sicherheitsbestimmungen zulassen, sollte man es auch tun - so schnell und so viel wie möglich „Normalität“ in die Therapiephase einfließen lassen. Entlassungen nach jahrelangem Freiheitsentzug ohne Vorbereitung sind unverantwortlich. Nachbetreuungen helfen das Rückfallrisiko zu senken. Prüfenswert könnte sein, welche der umfangreichen Erfahrungen des Maßregelvollzuges bzgl. langfristiger Entlassungsvorbereitung und Nachbetreuung sind für den Strafvollzug denkbar.


Rezensent
Dipl.-Soz.Arb., Dipl.-Soz.Päd. Frank Leeder
Homepage www.damp.de
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Zitiervorschlag
Frank Leeder. Rezension vom 21.09.2011 zu: Gernot Hahn, Michael Stiels-Glenn (Hrsg.): Ambulante Täterarbeit. Intervention, Risikokontrolle und Prävention. Psychiatrie Verlag GmbH (Bonn) 2010. ISBN 978-3-88414-491-6. Reihe: Fachwissen. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/9270.php, Datum des Zugriffs 08.12.2016.


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