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Hans-Jürgen Balz (Hrsg.): Zukunft der Familienhilfe

Hans-Jürgen Balz (Hrsg.): Zukunft der Familienhilfe. Veränderungen und integrative Lösungsansätze. Neukirchener Verlagsgesellschaft (Neukirchen-Vluyn) 2009. 228 Seiten. ISBN 978-3-7887-2389-7. D: 29,90 EUR, A: 25,60 EUR, CH: 44,10 sFr.

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Thema und Entstehungshintergrund

Das Buch gibt die Beiträge einer Tagung zum Thema „Zukunft Familienhilfe“ wider, die im Jahr 2008 an der Ev. Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe stattgefunden hat und vom Neukirchener Jugendhilfeinstitut veranstaltet wurde.

Zielsetzung der Tagung war einerseits, eine differenzierte Analyse familialer Wirklichkeiten zu leisten, und andererseits, die vielfältigen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie darauf aus Sicht der Jugend- und Familienhilfe reagiert werden kann.

Aufbau und Inhalt

Dieser Zielsetzung folgend ist das Buch in zwei große Kapitel unterteilt.

Im Kapitel „Grundlegungen“ wird Familie entlang unterschiedlicher theoretischer Linien in den Fokus genommen. In insgesamt acht Beiträgen werden soziale und politische Umbruchsituationen ebenso betrachtet wie traditionelle/neue Bindungen, Resilienzkonzepte, neue Familienformen und Effekte von Jugendhilfe im Hinblick auf Beziehungsstrukturen in Familien.

Im zweiten großen Kapitel „Praxisbeispiele und Handlungsansätze“ werden vielfältige Formen und Ausprägungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe dargestellt und reflektiert, die sich vor allem auf die langjährigen Praxiserfahrungen des Neukirchener Erziehungsvereins beziehen. Die Bandbreite der Themen, die in 14 Beiträgen aufgegriffen werden, ist enorm, wie aus folgender Aufzählung deutlich wird:

  • Familien unterstützende Hilfen im Kontext von Elternrecht und Kindeswohlgefährdung;
  • familiäre Bereitschaftspflege;
  • Hilfe für „Multiproblemfamilien“;
  • aufsuchende Familientherapie;
  • Viodeo unterstützte Interventionsformen (MARTE MEO);
  • Familienhilfe im „Zwangskontext“;
  • Pflegefamilien vs. Heimerziehung;
  • Sozialtherapeutische Netzwerke;
  • FamilienAssistenz;

Weiterhin werden in eher allgemein gehaltenen Beiträgen auch die fachlichen Herausforderungen, die spezifischen Rahmenbedingungen und notwendigen Kompetenzen für das „Handlungsfeld Hilfen zur Erziehung“ thematisiert.

Hervorzuheben ist, dass sich nahezu alle Beiträge dadurch auszeichnen, dass sie über die rein deskriptive Darstellung der Hilfe bzw. Interventionsform hinausgehen und das eigene Tun sowie beobachtete Effekte kritisch reflektiert werden.

Fazit

Insgesamt liefert das Buch sowohl zum Thema familialem Wandel als auch zu aktuellen und innovativen Formen der Jugend- und Familienhilfe einen beeindruckenden Überblick. Hinzu kommt, dass man als LeserIn förmlich spürt, über welche vielfältigen und langjährigen Erfahrungen der Neukirchener Erziehungsverein als Jugendhilfeträger verfügt. Insofern ist das Werk ein beeindruckendes Kompendium, das sich auch als Lehrbuch gut eignet. Kritisch anzumerken ist hingegen, dass dem Buch eine etwas feingliedrigere Unterteilung als in lediglich zwei mächtige Kapitel vermutlich gut getan hätte. Und interessant wäre auch gewesen, die Perspektive des öffentlichen Jugendhilfeträgers, also des Jugendamtes, im Hinblick auf die dargestellten Hilfen einzubinden. Diese kommt nur in einem Beitrag ansatzweise zum Ausdruck, in dem auf Anforderungen und Erwartungen an zukünftige Fachkräfte im Allgemeinen Soziale Dienst (ASD) Bezug genommen wird.


Rezensent
Prof. Dr. Jürgen Burmeister
Homepage www.dhbw-heidenheim.de
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Zitiervorschlag
Jürgen Burmeister. Rezension vom 12.08.2010 zu: Hans-Jürgen Balz (Hrsg.): Zukunft der Familienhilfe. Neukirchener Verlagsgesellschaft (Neukirchen-Vluyn) 2009. 228 Seiten. ISBN 978-3-7887-2389-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/9391.php, Datum des Zugriffs 09.02.2012.


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