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Michael Bohne (Hrsg.): [...] Prozessorientierte Energetische Psychologie [...]

Cover Michael Bohne (Hrsg.): Klopfen mit PEP. Prozessorientierte Energetische Psychologie in Therapie und Coaching. Carl Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2010. 300 Seiten. ISBN 978-3-89670-730-7. D: 29,95 EUR, A: 30,80 EUR.

Reihe: Psychotherapie, Beratung.
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Wirkphilosophie energetischer Psychologie

Dr. Callahan entdeckte, dass negative Gefühle bzw. Emotionen nicht durch die Erinnerung an eine vergangene traumatische Situation oder Erfahrung hervorgerufen werden, sondern die Erinnerung bzw. das traumatische Erlebnis zu einer Blockade im Energiesystem des Körpers führen. Diese Unterbrechung bzw. Blockade ist der direkte Grund für die emotionale Verstimmung. D. h. wenn die Erinnerung keine Unterbrechung im Energiesystem des Körpers verursacht, dann kann auch kein negatives Gefühl entstehen. Dies erklärt, wieso einige Leute von ihren Erinnerungen gequält werden und andere nicht. Insofern haben alle emotionalen Störungen die gleiche Ursache, nämlich eine Unterbrechung im Energiesystem des Körpers.

Klopfen für die Seele

Manuelle Techniken, die mit körpereigener Energie arbeiten, liegen im Trend, sowohl in der Psychotherapie als auch zur schnellen Selbsthilfe. Die „Energetische Psychologie“ verknüpft dabei westliche körperpsychotherapeutische Ansätze mit modernen neurophysiologischen Erkenntnissen. Durch gezielte Stimulation so genannter „bioenergetischer Felder“ versucht man Störungen, Blockaden oder biochemische Unausgewogenheiten zu beseitigen und Beschwerden vorwiegend psychosomatischer Natur zu lindern.

Herausgeber

Dr. Michael Bohne ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Nach der fachärztlichen Weiterbildung folgten Fort- und Weiterbildungen in tiefenpsychologisch fundierter Therapie und Verhaltenstherapie folgten Fortbildungen in Systemischer Therapie und Beratung (ISS Hamburg), Hypnotherapie (M.E.G.), EMDR (Köln), Struktur- und Familienaufstellung (MEIB Berlin), Energetische Psychologie (bei Fred Gallo) und für einige Semester ein Studium der Arbeitswissenschaft (Universität Hannover). Seine Steckenpferde sind Auftrittsmanagement, Energetische Psychologie, Risikomanagement Intuition und Selbstwerttraining. Michael Bohne ist in eigener Praxis in Hannover tätig.

Aufbau

Das Buch „Klopfen mit PEP“ gliedert sich in 3 Teilbereich:

I. Vom energetischen Paradigma zur prozess- und embodiment fokussierten Zusatztechnik

(Michael Bohne) Klopfen mit PEP löst als medizinisch-therapeutische Technik die kulturell geschaffene Hemmung auf, die es für unangemessen hält, sich selbst stimulierend zu berühren und auszusprechen, dass man sich achtet und liebt. Für einen stockenden therapeutischen Prozess entwickelte Bohne das Konzept der „bifokalen diagnostischen Brille.“ Es dient als Metamodell der PEP und ermöglicht die Bearbeitung dysfunktionaler Emotionen im limbischen System sowie dysfunktionaler Beziehungsmuster und daraus entstehender Kognitionen im präfrontalen Kortex.

II. Integrationsbeispiele: PEP als integrative Zusatztechnik bei verschiedenen Indikationen und in verschiedenen Settings

Trauma. Zu erst werden Fallsbeispiele für den Bereich „Trauma“ vorgestellt. 4 Therapeuten/-innen berichten über den Einsatz von PEP bei posttraumatischen Belastungsstörungen, Traumafolgestörungen, komplexen Traumafolgestörungen mit der Doppeldiagnose Substanzabhängigkeit und der Verarbeitung belastender Geburtserlebnisse. Die Stärken des Verfahrens bestehen dabei in einem raschen Erleben von Selbstwirksamkeit, was es Menschen, die durch traumatische Ereignisse in eine Opferrolle katapultiert wurden, ermöglicht, Kontrollerleben wieder zu erlangen.

Ängste. Zum Thema „Ängste“ berichten ebenfalls 4 Therapeuten/-innen aus ihrer Praxis. Es werden soziale Ängste, das moderne Paniksyndrom, Höhenangst und die Angst vor dem Zahnarzt vorgestellt. Grundlage der Ängste ist oft eine von Ablehnung und mangelnder Fürsorge geprägte Selbstbeziehung. Symptome lassen sich somit als Aufforderung zur angemessenen Selbstfürsorge, zur Integration der verletzenden Erfahrungen und zur Rückkehr in das Beziehungsselbst verstehen. Die Akzeptanz mit schwachen und verletzten Anteilen kann mit PEP vorangebracht werden.

Psychosomatik. Zum Thema „Psychosomatik“ werden 2 Fallbeispiele vorgestellt. Es handelt sich um eine Schmerzpatientin und um einen Patienten mit chronischem Durchfall. Viele Schmerzpatienten/-innen sind außerordentlich leistungsorientierte Menschen, die sich gegenüber dem Schmerz zurückziehen und ihm die Herrschaft überlassen. Andere wiederum treten den Kampf gegen den Schmerz an. In beiden Fällen ist es oft eine neue Handlungsweise für Klienten/-innen, sich liebevoll und fürsorglich dem Schmerz mit PEP zuzuwenden.

PEP als Coaching-Tool für berufliche Veränderungen. Auch hier wird ein Fallbeispiel vorgestellt. Es wird deutlich, dass PEP Prozesse beschleunigen kann, die Wirksamkeit erhöht und das Selbstmanagement von Kunden/-innen verbessert.

PEP im Coaching mit Arbeitssuchenden. Das Fallbeispiel an dieser Stelle zeigt ganz deutlich, wie sehr die Familie, aus der wir kommen, den beruflichen Erfolg beeinflusst und wie trotz guter Ausbildung die persönlichen Werte, Loyalitäten, Erwartungshaltungen und Emotionen im beruflichen Handeln und bei der Arbeitssuche blockierend wirken können.

PEP im Sportcoaching. PEP kann im Hochleistungssport für viele Indikationen und sehr vielfältig und in vielen Kombinationsmöglichkeiten verwendet werden. Durch die schnelle Erlernbarkeit, das rasch erlebte Gefühl von Selbstwirksamkeit und die selbständige Durchführung stellt PEP ein wertvolles Tool für Sportler dar, das sie sowohl im Training als auch im Wettkampf anwenden können.

Klopfen mit PEP in der beruflichen Eingliederung. Der Sozialunternehmen Brüggli in Romanshorn am Bodensee beschäftigt Menschen mit psychischen und körperlichen Problemen. Das Ziel ist die Wiedereingliederung in den freien Arbeitsmarkt. Konflikt- und Stressbewältigung sind in diesem Zusammenhang ein großes Thema. Die Leitenden von Brüggli haben deshalb ihre Führungsebene in PEP fortgebildet und in der beruflichen Eingliederung erfolgreich angewendet.

III. PEP und die anderen

PEP ist ein Zusatzverfahren, das Interventionstools auf der emotional-körperlichen sowie auf der kognitiven und Beziehungsebene bietet, die oft überraschend schnell und gezielt Wirkungen entfaltet. Aus der Arbeit mit diesen Tools ergeben sich oft Ressourcenerfahrungen, die für die Praktizierung der Lösungen wichtig und nützlich sind.PEP bietet Tools, sie gut zu verankern.

Zielgruppe

Die Methode richtet sich an gut ausgebildete Psychotherapeuten/-innen aus der psychologischen oder medizinischen Fachrichtung. Das Buch wird aber auch schon jenen Freude bereiten, die es einmal werden wollen.

Fazit

Für einen stockenden therapeutischen Prozess hat Bohne Konzepte entwickelt, die Blockierungen aufspüren und überwinden können: die „bifokale diagnostische Brille“, die „Big-Five-Lösung“, die „Big-Five-Lösungsblockade“ und den „Kognitionskongruenz-Test (KKT)“. Die Arbeit von Psychotherapeuten/-innen wird dadurch angenehm erleichtert. Besonders hervorzuheben ist, dass diese Interventionsweise auf die Selbstaktivierung der Klienten/-innen setzt und damit eins der wirkstärksten Heilmittel moderner Psychotherapie in den Mittelpunkt stellt. Grundvoraussetzung für eine derartige Methode ist allerdings weiterhin die Begegnung mit einem wohlwollenden und Sicherheit vermittelnden, haltenden therapeutischen Gegenüber. Das Buch ist nicht nur fachlich eine Bereicherung, sondern auch menschlich, da ich noch kein Fachbuch gelesen habe, in dem ein Autor offen zugibt, sich geirrt zu haben.


Rezensentin
Dr. Kirsten Oleimeulen
Psychologin – Familienberaterin, akkreditierte Psychologin für Gesundheitspsychologie und Prävention (BDP), systemische Familientherapeutin und Supervisorin, online-Beraterin für www.kinderwelten.de
Homepage www.oleimeulen.info
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Zitiervorschlag
Kirsten Oleimeulen. Rezension vom 21.07.2010 zu: Michael Bohne (Hrsg.): Klopfen mit PEP. Prozessorientierte Energetische Psychologie in Therapie und Coaching. Carl Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2010. ISBN 978-3-89670-730-7. Reihe: Psychotherapie, Beratung. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/9682.php, Datum des Zugriffs 24.08.2016.


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