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Antonius Drees, Doris Lüdemann: Heimpflegeplatz - vom Angebot zum Vertrag

Cover Antonius Drees, Doris Lüdemann: Heimpflegeplatz - vom Angebot zum Vertrag. Ein Ratgeber für Angehörige, Bewohner und stationäre Einrichtungen. Schlütersche Verlagsgesellschaft (Hannover) 2003. 80 Seiten. ISBN 978-3-87706-895-3. 13,90 EUR.

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Ratgeber für die Suche nach einem geeigneten Pflegeheim

Wenn der Umzug in ein Pflegeheim in Erwägung gezogen wird, wissen Betroffene und ihre Angehörigen in aller Regel nicht, wie sie eine geeignete Einrichtung finden, worauf sie achten müssen und was sie eigentlich vergleichen sollten. Vor ähnlichen Problemen stehen die Heime, die sich fragen, wie sie sich darstellen können, damit Interessenten auf ihr Angebot aufmerksam werden. Der Ratgeber will für beide Perspektiven Antworten geben.

Autoren

Verfasst wurde der Ratgeber von Antonius Drees und Doris Lüdemann. Drees ist Leiter eines Heimes der stationären Altenpflege. Lüdemann ist examinierte Pflegefachkraft und Pflegedienstleitung in diesem katholischen Pflegeheim.

Zielgruppe

Der Ratgeber wendet sich einerseits an alle Akteure in Heimen, die sich mit der Aufnahme neuer Bewohner und mit Fragen der Außendarstellung ihrer Einrichtung beschäftigen. Die Lektüre müsste auch für Heimbeiräte und Heimfürsprecher interessant sein. Zur Zielgruppe gehören andererseits Personen, die sich mit dem Gedanken tragen, in ein Heim umzuziehen und an deren Angehörige und Bekannte, die bei diesen Überlegungen teilhaben oder mitwirken.

Aufbau

Mit einem kurzen Vorwort und einer auf die Rahmenbedingungen abstellenden Einführung beginnen die Autoren. Der Ratgeber selbst ist in sieben Kapitel gegliedert. Der Frage, wann ambulante bzw. stationäre Versorgung möglich ist, widmet sich das erste Kapitel. Unterstützende teilstationäre Vorsorgungsformen werden im Kapitel 2 aufgegriffen. Die Chancen einer Kurzzeitpflege werden im anschließenden Kapitel thematisiert. Wann der Umzug in ein Heim in Betracht zu ziehen ist, wird einschließlich einer geschichtlichen Betrachtung (Situation vor Einführung der Pflegeversicherung) im Kapitel 4 diskutiert. Anschließend wird auf ausgewählte trägerunabhängige und trägerspezifische Beratungsangebote hingewiesen. Kriterien zur Auswahl eines Heimes und einzelne Schritte zur Entscheidungsfindung sind Gegenstand des 6. Kapitels. Thema des 7. Kapitels ist die Entscheidung für den Umzug in ein Heim. Im Anschluss daran finden sich ein appellartigen Schlusswort, ein sehr knappes Literaturverzeichnis und ein übersichtliches Schlagwortregister.

Inhalt

Die Themen der einzelnen Kapitel werden in sich schlüssig aufgebaut und folgen dem von der Gliederung gebildeten roten Faden. Mittels Spiegelstrichaufzählungen werden die wesentlichen Aspekte übersichtlich zusammengetragen. Gleichzeitig wird verständlich, griffig und einprägsam formuliert (Beispiel: "Der erste Eindruck bekommt keine zweite Chance"). Zu vermissen sind die für Ratgeber typischen Hervorhebungen, mit denen regelmäßig Ratschläge, Tipps oder Merksätze für den Ratsuchenden gekennzeichnet werden. Lediglich wenige grau hinterlegte Felder wurden aufgenommen, in denen nebenstehende Texte inhaltlich wiedergegeben und damit markiert werden. Auch wenn sie mal in die Irre führen (z. B. der Kasten mit dem Text "MDK fördert DefiziteÉ", in dem wohl die bei Begutachtungen maßgeblichen Verrichtungen angesprochen werden sollten), lockern sie den Text auf und unterstützen sie die Suche nach einer bestimmten Passage. Zu bemängeln ist ferner, dass die Angaben zu den Rechtsvorschriften und den Leistungen der Pflegeversicherung mangelnde Sorgfalt erkennen lassen. Positiv besonders hervorzuheben ist die "Checkliste zur Heimplatzauswahl", die wichtige Auswahlkriterien zusammenfasst und für Interessierte bei der Suche nach dem richtigen Heim eine echte Entscheidungshilfe sein kann. Gleichzeitig ist die Aufstellung geeignet, eine ganze Reihe von Initialzündungen und Diskussionen innerhalb der Belegschaft eines Heimes auszulösen, die zur Weiterentwicklung der internen Qualitätssicherung führen. Als weitere Arbeitshilfen für die Mitarbeiter stationärer Einrichtungen wurde beispielsweise ein Muster "Anmeldung zur Heimaufnahme" und eine "Checkliste zum Erstbesuch" abgedruckt, die auch den Interessierten wertvolle Informationen darüber geben, wie der erste Kontakt und die Anmeldung ablaufen könnten.

Fazit

Die Zielvorstellungen verlangen von den Autoren einen Spagat, denn es ist schwierig, Informationen sowohl für Heime als auch für künftige Bewohner anzubieten und damit letztlich zwei Perspektiven einzunehmen. Der Spagat ist gelingt.

Für den Personenkreis der Interessierten tragen die Autoren in allgemein verständlicher Form viele Vor- und Nachteile zusammen, die Hilfestellungen geben und z. B. Gedankenansätze initiieren. Die Ausführungen unterstützen den Prozess der Abwägung zwischen den verschiedenen Angeboten zur ambulanten und stationären Versorgung. Sie sind geeignet, sachgerechte Lösungsmöglichkeiten für die Situation Einzelner zu finden. Gleichzeitig trägt allein die Sichtweise der Ausführungen dazu bei, Gedankenprozesse bei Mitarbeiter stationärer Einrichtungen in Gang zu setzen, die zu fruchtbaren Erkenntnisse führen können. Darüber hinaus stellen die diversen Zusammenstellungen praktische Arbeitshilfen dar, so dass das Werk auch für professionell Pflegende eine insgesamt hilfreiche Lektüre ist. Die angesprochenen kleinen Macken erlangen insgesamt kein großes Gewicht und können mit der 2. Auflage ausgemerzt werden. Zu erwähnen ist, dass die Ausführungen auch für Qualitätsbeauftragte durchaus interessant sind.


Rezensent
Georg Vogel
Rentenberater für die Bereiche SGB XI/SGB V
Herausgeber www.CareHelix.de
Homepage www.carehelix.de
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Zitiervorschlag
Georg Vogel. Rezension vom 03.02.2004 zu: Antonius Drees, Doris Lüdemann: Heimpflegeplatz - vom Angebot zum Vertrag. Schlütersche Verlagsgesellschaft (Hannover) 2003. 80 Seiten. ISBN 978-3-87706-895-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/972.php, Datum des Zugriffs 23.05.2012.


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