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Lothar Pues: Praxishandbuch Stiftungen. Stiften auch mit kleinem Vermögen

Cover Lothar Pues: Praxishandbuch Stiftungen. Stiften auch mit kleinem Vermögen. Deutscher Sparkassenverlag (Stuttgart) 2002. 3. Auflage. 324 Seiten. ISBN 978-3-09-307071-6. 48,00 EUR.

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Stiftungen nutzen

In Zeiten wirtschaftlicher Depression mag es verwundern, dass sich immer mehr Autoren mit dem Thema Stiftung beschäftigen. Woraus entspringt diese Faszination? Wenn öffentliche Mittel verknappt werden, eine Entwicklung, an der sich in den nächsten Jahren kaum etwas ändern wird, betrifft dies im besonderen Maße die freiwilligen Ausgaben. Am sichtbarsten droht im kommunalen Bereich die Verödung des sozialen und kulturellen Lebens. Andererseits ist es keineswegs so, dass kein Geld mehr da wäre. Wenn die Vererbung von privatem Vermögen im Bereich von einer Billion Euro ansteht, erscheint es verständlich, dass dieses in der Focus des Interesses von denjenigen gerät, die unter den Kürzungen der öffentlichen Hand besonders leiden und den Mangel verwalten müssen. Die Stiftung bietet sich als Ausweg deswegen an, weil hier ein Vermögen in kalkulierbarer Weise gewinnbringend und für Ausgaben kalkulierbar eingesetzt werden kann. Der Staat hat die Rahmenbedingungen für Stiftungen nicht umsonst in jüngerer Zeit in der Hoffnung verbessert, durch bürgerschaftliches Engagement zumindest in Teilen einen Ausgleich für den Wegfall staatlicher Leistungen schaffen zu können. Von Interesse ist dabei, dass nicht allein große Vermögen angesprochen sind. Im Zeichen zunehmender Singlehaushalte und eines spürbaren Geburtenrückgangs sind für soziale und kulturelle Akteure auch kleine Vermögen durchaus von Interesse.

Der Autor

Der Autor arbeitet als Steuerberater in Essen.

Zielgruppe

Das innerhalb von vier Jahren bereits in dritter Auflage erscheinende Werk wendet sich nach den Worten seines Autors an Stifter. Es soll jedoch auch diejenigen ansprechen, die als Mitarbeiter von Banken, Vermögensverwalter, Steuerberater und Rechtsanwälte mit dem Stiftungsgedanken in Berührung kommen.

Aufbau und Inhalt des Werkes

Gegliedert ist das Buch in sechs Teilbereiche. Auf eine Einführung folgt ein Kapitel über Wesen und rechtliche Stellung der Stiftung. Den Schwerpunkt des Werks bildet das anschließende Kapitel zur Errichtung und Organisation einer Stiftung. Es folgen knappe Ausführungen zu Stiftungsmanagement und Stiftungsverwaltung, ein etwas längerer Teil mit einem Überblick über die Stiftung im Steuerecht, eine Darstellung der Vorteile einer gemeinnützigen Stiftung und ein kurzer Ausblick auf die Stiftung nach ausländischem Recht. Beendet wird der 122 Seiten starke Textteil mit einem Glossar, das noch einmal wesentliche Begriffe des Stiftungswesens erläutert. Daran schließt sich ein Serviceteil mit Formulierungsvorschlägen für eine Stiftungsurkunde zu Lebzeiten, eine testamentarische Stiftung sowie diverse Satzungsvarianten an. Es folgt der Abdruck der Stiftungsgesetze der einzelnen Bundesländer, eine Literaturauswahl, Adresshinweise und ein knappes Sachregister.

Das Handbuch zeichnet aus, dass es tatsächlich für den Praktiker konzipiert wurde, der kurze und knappe Ausführungen zu einzelnen Stichworten erwartet. Die einzelnen Kapitel sind mit Ziffern und Unterziffern durchgegliedert. Auf Randnummern wird verzichtet. Der Text wirkt erfrischend modern gestaltet und fördert eine schnelle Auffindbarkeit durch den Leser. Die Ausführungen zu einzelnen Gliederungspunkten bleiben knapp und umfassen teilweise weniger als eine halbe Seite (wobei der Rest der Seite dann konsequent bis zur nächsten Gliederungsziffer frei bleibt, ein verschwenderisches Layout). Wird das Kapitel doch einmal etwas länger, fördern textliche Hervorhebungen die Lesbarkeit. Sparsam eingesetzt werden Beispiele. Hier hätte das großzügige Layout doch mehr Platz geboten. Durch die im Vorwort erwähnte Zielgruppe sollte sich niemand abschrecken lassen. Es handelt sich tatsächlich um ein Praxis- und kein wissenschaftliches Fachbuch, das auch derjenige in die Hand nehmen kann, der über keine juristische oder steuerrechtliche Grundausbildung verfügt. Ob es für den Leser tatsächlich nützlich ist, über lange (und kostenerhöhende) 138 Seiten die einzelnen Stiftungsgesetze der Länder vorzufinden, muss bezweifelt werden. Dagegen erscheinen die Formulierungsbeispiele durchaus brauchbar und auch geeignet, juristische Hemmschwellen herabzusetzen. Es sieht tatsächlich alles nicht zu kompliziert aus, so die Botschaft. Bei den "nützlichen Adressen" hätte es die Praxistauglichkeit erhöht, wenn erläutert worden wäre, was den Ausschlag für die Aufnahme einzelner Firmen gegeben hätte.

Fazit

Das sehr ansprechend gestaltete Praxishandbuch eignet sich für denjenigen, der einen ebenso lesbaren wie präzisen Einstieg in die Thematik sucht. Die Darstellung ist knapper und lesbarer, als es die mit über 300 Seiten doch etwas zu aufgemotzt wirkende, wenn auch ansehnliche "Verpackung" vermuten lässt. Der Untertitel "Stiften auch mit kleinem Vermögen" ist wohl eher pragmatisch und zur Absenkung der Zugreifschwelle gedacht. Er findet im Text keine besonders hervorgehobene Entsprechung. Insgesamt wäre Weniger Mehr gewesen, auch bei der Preisgestaltung.


Rezensent
RA Hartmut Strube
Vorstand des Fördervereins der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen
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Zitiervorschlag
Hartmut Strube. Rezension vom 24.06.2003 zu: Lothar Pues: Praxishandbuch Stiftungen. Stiften auch mit kleinem Vermögen. Deutscher Sparkassenverlag (Stuttgart) 2002. 3. Auflage. 324 Seiten. ISBN 978-3-09-307071-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/981.php, Datum des Zugriffs 23.05.2012.


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