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1.500fachen Dank

29.06.2021    Christian Koch

In den letzten Wochen ist die 1.500ste Rezension von Jos Schnurer erschienen. Zudem wurden bei Sozial.de bereits über 100 Aufsätze in der Rubrik Schnurers Beiträge veröffentlicht. Wir möchten die 1.500ste Rezension zum Anlass nehmen, uns für den enormen Einsatz bei socialnet ganz herzlich bei Herrn Schnurer zu bedanken.

Vom Rezensenten selbst wurden wir auf folgendes Gedicht aufmerksam gemacht, dass wir zu diesem Anlass wiedergeben möchten. Ganz im Widerspruch zum Titel des Gedichts hoffen wir auf weitere produktive Zusammenarbeit!

Abschied

Unangeklopft ein Herr tritt abends bei mir ein:
„Ich habe die Ehr, Ihr Rezensent zu sein.“
Sofort nimmt er das Licht in die Hand,
Besieht lang meinen Schatten an der Wand,
Rückt nah und fern: „Nun, lieber junger Mann,
Sehn Sie doch gefälligst mal Ihre Nas’ so von der Seite an!
Sie geben zu, dass das ein Auswuchs is.“ ?
„Das? Alle Wetter ? gewiss!“ ?
Ei Hasen! ich dachte nicht,
All mein Lebtage nicht,
Dass ich so eine Weltsnase führt’ im Gesicht!!

Der Mann sprach noch verschiednes hin und her,
Ich weiss, auf meine Ehre, nicht mehr;
Meinte vielleicht, ich sollt’ ihm beichten.
Zuletzt stand er auf; ich tat ihm leuchten.
Wie wir nun an der Treppe sind,
Da geb’ ich ihm, ganz froh gesinnt,
Einen kleinen Tritt
Nur so von hinten aufs Gesäße, mit ?
Alle Hagel! ward das ein Gerumpel,
Ein Gepurzel, ein Gehumpel!
Dergleichen hab ich nie gesehn,
All mein Lebtage nicht gesehn
Einen Menschen so rasch die Trepp’ hinabgehn!

Eduard Mörike, 1838