socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Gedankensplitter zur Mediennutzung

29.03.2016    Christian Koch

Inhalt
  1. Facebook war schneller
  2. Spiegel liefert verkappte Werbung
  3. Glückwunsch zum Geburtstag
  4. Google bleibt sich treu
  5. Gedruckte Werbung wird ignoriert

Facebook war schneller

Am zweiten Märzwochenende hatte socialnet seine jährliche Strategietagung. Schon am Sonntagabend war auf unserer Facebookseite ein aktuelles Foto des socialnet Teams - leider fehlen einige Mitglieder auf dem Foto - zu sehen und ein kurzer Bericht zu lesen. Social Media besticht durch seine Schnelligkeit. Bereits eine Stunde später hatten den Beitrag über 100 Personen gelesen.

Jetzt soll aber auch hier das Wesentliche berichtet werden:

  • Das socialnet Lexikon hat für uns in diesem Jahr die höchste Priorität. Erste Beiträge wurden als Pilotprojekt eingereicht, die technischen Grundlagen sind schon etwa zu Hälfte geschaffen, Abläufe und Richtlinien werden derzeit festgelegt, viele viele Fragen müssen noch diskutiert werden und wir halten an dem Ziel fest, dieses Jahr mit den ersten Beiträgen online zu gehen.
  • ErzieherIn.de soll übersichtlicher werden und sich wieder wie am Anfang auf wenige zentrale Kategorien beschränken. Als Antwort auf den föderalen Wahnsinn der deutschen Bildungslandschaft werden wir versuchen, länderbezogene Basisinformationen in den nächsten Jahren zusammenzustellen. Eine Sisyphusaufgabe!
  • socialnet soll übersichtlicher werden. Die Navigation in allen Bereichen soll einheitlicher werden und es soll mehr und komfortablere Suchmöglichkeiten geben. Als die aktuelle Navigation entwickelt wurde, lag der Datenbestand bei etwa einem Zehntel des aktuellen Angebots. Bei nunmehr 15.000 Rezensionen, mehreren hundert aktuellen Stellenanzeigen und über 40.000 Branchenbucheintragungen bedarf es einer Renovierung.
  • Unsere Themenportale werden überarbeitet und voraussichtlich durch neue Angebote ergänzt. Aber die Details verraten wir erst in späteren Newsletterausgaben ;-)

Auch auf der Website finden Sie das aktuelle Teamfoto.

Wollen Sie demnächst auch vorab informiert werden? Dann liken Sie unsere Facebook-Seite.

Spiegel liefert verkappte Werbung

Gestern schrieb der Spiegel Online zum Geburtstag von Wikipedia. An Stelle einer kritisch-distanzierten Auseinandersetzung oder einen als solchen gekennzeichneten Laudatio von dritter Seite lässt Spiegel Online einen "Wikipedia-Autor der ersten Stunde" zu Wort kommen, der zugleich seit Jahren für den Spiegel arbeitet. Auf die Interessenkollision wird zwar hingewiesen, aber die Vermischung von redaktionellen Beitrag und Werbung für ein Projekt mag zu einem "Firmennewsletter" wie dem socialnet Newsletter passen, aber nicht zu einem Nachrichtenmagazin.

Bei unseren redaktionell Betreuten angeboten trennen wir immer sorgfältig Werbung und Inhalt. So sind z.B. bei ErzieherIn.de und Sozial.de Advertorials (Beispiel bei ErzieherIn), also von Firmen beigesteuerte Beiträge, deutlich als solche gekennzeichnet.

Glückwunsch zum Geburtstag

Wir gratulieren der deutschsprachigen Wikipedia zum 15. Geburtstag. Damit ist Wikipedia fast so alt wie socialnet, hat allerdings eine wesentlich dynamischere Entwicklung hinter sich: rund 1,9 Millionen Artikel stehen kostenfrei zum Abruf bereit.

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia bietet immer wieder Anlass zu kritischen Kommentaren.

Wie zuverlässig ist das Wissen von Wikipedia? In vielen Fällen bietet sie zuverlässige Begriffsklärungen oder ausgesuchte Links zu Quellen und weitergehenden Informationen. Je allgemeiner ein Begriff ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass sich eine ausreichende Anzahl von Personen um Aktualität, Vollständigkeit und Quellenangaben bemüht. Für mich hat Wikipedia seine Stärken bei der schnellen Begriffsklärung und dem Start einer Recherche. Je spezieller ein Thema ist, umso unterschiedlicher fallen Informationsumfang und Validität aus.

Kann man Wikipedia zitieren? Selbstverständlich kann man dies tun. Nur fehlt systembedingt ein wesentliches Merkmal sonst üblicher Literaturangaben: die Autorenschaft. Da insbesondere bei viel bearbeiteten Themen die Entstehung kaum nachvollziehbar ist und die AutorInnen sich unter Pseudonymen anmelden oder gleich anonym zum Artikel beitragen können, bleibt die Urheberschaft im Verborgenen. Dies ist natürlich kein Grund, diese Quelle nicht zu zitieren. Auch bei Gesetzesvorlagen und -begründungen werden Sie in der Regel nicht angeben können, wer tatsächlich Urheber eines einzelnen Satzes ist (Ministerialbeamter oder Lobbyist), und dennoch werden Sie es sich nicht nehmen lassen, diese Quelle zu zitieren. Die fehlende Autorenschaft stellt in anderer Hinsicht einen Nachteil dar: Es ist nicht möglich, die Reputation der AutorInnen für die Bewertung eines konkreten Beitrags hinzuzuziehen.

Wie vollständig ist Wikipedia? Auch hier gilt, je populärer ein Thema ist, umso eher wird es in Wikipedia behandelt. Dabei gibt es überrepräsentierte Bereiche, z.B. aus Technik und Populärkultur, und unterrepräsentierte Bereiche, z.B. fremde Weltregionen oder Spezialgebiete. Andererseits versucht Wikipedia mit zahlreichen Schwesterprojekten nahezu alles Wissen zu absorbieren, ob Wörterbuch, Bildersammlung oder neuerdings Datenbestände. Der "Datenhunger" erinnert schon an Google. Der Anspruch, alles zu erfassen, führt zur systematischen Überforderung und unterläuft eine wirklich durchgehende Qualitätssicherung auf hohem Niveau. Auch droht Wikipedia durch seine Marktmacht andere innovative Projekte für frei zugängliches Wissen an den Rand zu drängen.

Wie innovativ ist Wikipedia? Im Wesentlichen basiert Wikipedia auf der Technologie von 2000 und früher. Die konkret eingesetzte Wikisoftware stammt von 2003, die Idee des Wikis geht auf die 90er Jahre zurück. Das Innovative an Wikipedia ist weniger die Software, als das soziale Großgruppenexperiment, gemeinsam eine Enzyklopädie aufzubauen. Wenn Jansson in dem oben verlinkten Spiegelartikel stolz berichtet, dass man seit einigen Tagen bei Wikipedia auch einen Editor verwenden kann, der die Textauszeichnung unterstütz und Einsteigern die Arbeit erleichtern soll, dann ist dies ein deutliches Zeichen, dass technologische Innovation kein typisches Merkmal von Wikipedia ist. Solche Editoren gibt es schließlich schon seit vielen Jahren in jedem anständigen Content Management System.

Ich benutze Wikipedia fast täglich und wünsche dem Projekt daher schon aus eigenem Interesse weiterhin eine gute Entwicklung, viel Erfolg und vor allem den Beteiligten viel Freude bei der Arbeit. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann würde ich einer thematische Konzentration auf "breites Allgemeinwissen und grundlegendes Fachwissen" und der Qualitätssicherung vor dem "Allwissensanspruch" deutlich den Vorrang geben.

Google bleibt sich treu

Auch wenn ich immer wieder andere Suchmaschinen ausprobiere, lande ich doch meistens wieder bei Google. Während Yahoo zum unübersichtlichen Monsterportal mutierte, konzentriert sich Google auf die übersichtliche Darstellung möglichst relevanter Informationen. Durch die Einblendung von Elementen aus Wikipedia, Google Maps, der eigenen Newssammlung und weiteren Quellen wird die reine Anzeige von Suchtreffern weiter aufgewertet, ohne dass es zu einer Informationsüberflutung kommt. Subjektiv habe ich den Eindruck, dass Anzeigen eher zurückhaltender als vor einigen Jahren eingeblendet werden.

Diese konsequente Orientierung an dem Nutzen für die User ist ein "Erfolgsrezept", das für jede Organisation gilt!

Gedruckte Werbung wird ignoriert

Während ich diesen Beitrag schreibe, kommt tatsächlich auch noch Post per Postboten: Flyer in mehrfacher Ausführung mit Werbung für eine Veranstaltung. Leider kann ich diese nicht mit wenigen Clicks an die zuständige Redakteurin weiterleiten und so werden die Informationen Sozial.de nicht erreichen. Zum Glück bekomme ich fast keine Geschäftsbriefe mehr in physischer Form.

Bitte

  • schicken Sie Mails immer direkt an die zuständige Adresse und nicht als Antwort auf diesen Newsletter. Veranstaltungshinweise gehen z.B. bitte nur an redaktion@sozial.de oder soweit thematisch passend an redaktion@erieherin.de.
  • falls Sie tatsächlich mich persönlich erreichen wollen, können Sie dies unter christian.koch@socialnet.de.
  • falls Sie sich gerade an einem besonders schönen Ort auf dieser Erde befinden, würde ich mich sogar über physische Post freuen: eine schöne Postkarte mit einem netten Gruß im Briefkasten!

Newsletter

Schon 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft

Gehören Sie auch schon dazu?

Ansonsten jetzt für den Newsletter anmelden!