socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft
Feedback - © Gerd Altmann geralt Pixabay

Lebenslanges Lernen?

24.02.2019    Christian Koch

Ohne Zweifel gibt es genügend Gründe für lebenslanges Lernen:

  • fachliche Weiterentwicklung, einschließlich aktueller Modebegriffe, mit denen man sich auseinandersetzen muss
  • technischer Fortschritt, oder was als solches verkauft wird
  • gesellschaftlicher Wandel
  • steigende Komplexität von Recht und Verwaltung
  • Kreativität der Politik, Rahmenbedingungen ständig zu ändern
  • und schließlich persönliche und berufliche Veränderungen mit neuen Aufgaben und ggf. neuer Verantwortung.

Auch wenn nicht alle Veränderungen freudig begrüßt werden und sich unter den angesprochenen Entwicklungen weniger bedeutende intellektuelle Eintagsfliegen befinden mögen, besteht doch kein Zweifel, dass eine laufende Aktualisierung des eigenen Fachwissens und der persönlichen Kompetenzen erforderlich ist, um gute Arbeit im Beruf leisten zu können, aber auch um persönliche sowie gesellschaftliche Ressourcen gut nutzen zu können.

Lernen erfolgt im (betrieblichen) Alltag am wirksamsten situations- und bedarfsorientiert. Jede Besprechung, jeder Dialog mit MitarbeiterInnen und jede Internetsuche kann zu einem Lernerfolg führen. Dass dies keineswegs der Regelfall ist, soll hier nicht verschwiegen werden. Bevor wir aber klassische Fort- und Weiterbildung betrachten, sollten wir uns Gedanken machen, wie wir den Alltag lernfreundlicher gestalten können. Dazu ein paar Vorschläge:

  • Besprechungen so planen, dass auch inhaltliche Themen Platz finden, und die Vorbereitung eines anregenden Inputs durch ausgewählte MitarbeiterInnen vorher absprechen
  • kleine Aufgaben selbständig lösen statt immer gleich andere machen lassen (erst googlen, dann fragen), aber dabei nicht den zeitlichen Aufwand aus den Augen verlieren (und schon hat man eine Stunde bei Google und YouTube verplempert)
  • wechselseitige Vermittlung von Know-how zwischen Mitarbeitenden, z.B. im Rahmen einer Einarbeitungspatenschaft oder durch die Festlegung von fachlichen Zuständigkeiten für kleinere Themengebiete
  • die Bearbeitung kurzer Lernvideos und kleiner Lernprogramme in den Arbeitsalltag integrierten
  • eine Haltung erlernen, bei der auch routinierte Arbeitsvorgänge von Zeit zu Zeit kritisch hinterfragt, umgestaltet oder ganz abgeschafft werden.

Wenn Sie Fortbildungen für sich oder Mitarbeitende planen, sollten sich diese auf vier Bereiche verteilen:

  1. Persönlichkeitsentwicklung, auch Führungsverhalten, Work-Live-Balance, etc.
  2. Aktualisierung des Fachwissens im angestammten Arbeitsbereich (Sozialpädagogik, Pflege, Management, ...)
  3. Befassung mit übergreifenden gesellschaftlichen Themen mit Auswirkungen auf (fast) jeden Arbeitsbereich, z.B. Digitalisierung, demographischer Wandel
  4. Beschäftigung mit fachlichen Themen außerhalb des angestammten Bereichs, um Wechsel in neue Bereiche vorzubereiten, aber auch ohne Wechselabsicht um zu neuen Perspektiven angeregt zu werden.

Bei den meisten Personen dürften die Themen unter 2. und ggf. hin und wieder unter 3. im Vordergrund stehen. 1. wird leider meistens nur bei Positionswechsel oder konkreten Problemen genutzt und die Freiheit, unter 4. über den Tellerrand zu schauen, nehmen sich nur wenige Menschen.

Natürlich gibt es allerlei Hemmnisse, um im angemessenen Umfang Fortbildungen in Anspruch zu nehmen: Budgetrestriktionen, nicht das gewünschte Thema zum passende Termin, aktueller Arbeitsdruck. Fehlende Einsicht in den Fortbildungsbedarf mag im Einzelfall noch dazukommen. Gegen alle Vorbehalte gibt es hilfreiche Maßnahmen. Dem Fortbildungsbudget sind konkrete Verbesserungen gegenüberzustellen, die aus Fortbildungen resultieren. Bei langfristiger Planung sollten sich Bedarf und Angebot unter einen Hut bringen lassen.

Falls Sie dennoch unter fünf Fortbildungstagen im Jahr liegen und innerhalb der letzten 5 bis 10 Jahre nicht alle Fortbildungsbereiche unter 1. bis 4. abgedeckt haben, weil Sie einfach im Betrieb unabkömmlich sind, sollten Sie vielleicht mit Fortbildungen unter 1. beginnen: zu Work-Life-Balance und vorbildlichem Führungsverhalten.

Fortbildungen entdecken

So helfen wir Ihnen, interessante Fortbildungen zu entdecken:

Fortbildungen anbieten

Falls Sie Ihre Veranstaltung bewerben möchten, können Sie in den Kalendern von Sozial.de und ErzieherIn.de inserieren. Wie haben Ihnen weitere Angebote für Veranstalter zusammengestellt.

Newsletter

Über 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft.

Gehören Sie auch schon dazu?

Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren!

socialnet optimal nutzen!

Recherchieren

  • Rezensionen liefern den Überblick über die aktuelle fachliche Entwicklung
  • Materialien bieten kostenlosen Zugang zu aktuellen Fachpublikationen
  • Lexikon für die schnelle Orientierung und als Start für eine vertiefende Recherche
  • Sozial.de für tagesaktuelle Meldungen

Publizieren

  • wissenschaftliche Arbeiten
  • Studien
  • Fachaufsätze

erreichen als socialnet Materialien schnell und kostengünstig ihr Publikum

Stellen besetzen
durch Anzeigen im socialnet Stellenmarkt

  • der Branchenstellenmarkt für das Sozial- und Gesundheitswesen
  • präsent auf führenden Fachportalen
  • schnelle und preiswerte Schaltung
  • redaktionelle Betreuung