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Lob und Dank

11.11.2013    Christian Koch

Haben Sie "Lob und Tadel" erwartet? Kein Lob ohne Tadel, kein Fördern ohne Fordern? Sie kennen sicher Beispiele, wie schnell ein Lob entwertet werden kann, wenn gleich die Einschränkung folgt: "Wie schön, dass Sie Ziel 1 erreicht haben, aber für Ziel 2 müssen Sie wohl noch einiges tun."

Positive Rückmeldung am Arbeitsplatz ist ein wesentlicher Faktor für die Arbeitszufriedenheit und Mitarbeiterbindung. Und doch kommen Lob und Dank in der Praxis oft zu kurz. "Wenn Sie nichts von mir hören, wissen Sie doch, dass ich mit Ihnen zufrieden bin." Diese klischeehafte Formulierung stellt leider allzu oft eine zutreffende Beschreibung von Führungsverhalten dar. Ursachen gibt es dafür mehrere:

  • Häufig setzen sich als Führungskräfte nicht unbedingt Personen durch, die mit überzeugendem positivem Feedback aufgefallen sind.
  • Management (by exception) verlangt, sich besonders um die Dinge zu kümmern, die noch nicht optimal laufen. Naturgemäß bieten sie weniger Anlass für überschwängliche Lobreden, sondern fordern eine kritische Analyse und Veränderungen.
  • Viele Managementinstrumente fokussieren auf Schwächen, weil gerade dort Handlungsbedarf besteht: Risikomanagement, Abweichungsanalysen, Schachstellenanalyse, Corporate Compliance (Erkennung von drohenden Rechtsverstößen), Beschwerdemanagement.
  • Interne und externe Prüfungen (Audits, Steuerprüfung, Wirtschaftsprüfung, ...) zielen meist auf die Durchsetzung von Regeln. Die Entdeckung von einzelnen Abweichungen führt zu kritischen Rückmeldungen, die Einhaltung aller Standards zu einer mehr oder weniger lapidaren Bestätigung.
  • Die Abhilfe bei Problemen stellt sich immer dringlicher dar, als die wertschätzende Rückmeldung bei einer besonderen Leistung oder einem bemerkenswerten Erfolg. Diese kann vermeintlich auch noch morgen erfolgen, ohne dass der Organisation ein Nachteil entsteht.

Wenn eine positive Rückmeldungskultur Lebensfreude und Arbeitserfolg fördern kann, dann sollten wir uns fragen, wie wir eine solche Kultur fördern können. Hierzu ein paar Anregungen:

  • Setzen Sie realistische Ziele fest, so dass ein positives Feedback nicht von vorneherein ausgeschlossen ist. Vielleicht planen Sie manchmal auch abgestufte Ziele für normalen und besonders herausragenden Arbeitseinsatz.
  • Geben Sie bei passenden Anlässen ein systematisches Feedback, z.B. auf der monatlichen Leitungsrunde, im Mitarbeitergespräch und auf der jährlichen Klausurtagung. Dann fallen die Erfolge nicht als Selbstverständlichkeit unter den Tisch.
  • Lassen Sie den Dank nicht im Nebensatz verschwinden. Trennen Sie die Anerkennung besonderer Leistungen von anderen Rückmeldungen, um ihnen besonderes Gewicht zu geben, z.B. als gesondertes Gespräch mit der MitarbeiterIn oder als eigener Tagesordnungspunkt.
  • Vermeiden Sie die unmittelbare Koppelung von positiver Rückmeldung mit einem "aber". Vielleicht drehen Sie auch die Reihenfolge einmal um: "Hier gibt es zwar noch eine kleine Einschränkung, aber insgesamt haben wir das gesetzte Ziel gut erreicht."
  • Geben Sie Ihr positives Feedback möglichst zeitnah. Dann wirkt es authentischer und nicht wie eine noch abzuarbeitende Pflichterwähnung.
  • Bei besonderen Leistungen oder Ergebnissen darf die Rückmeldung auch mal eine "besondere" Form annehmen: Ein Blumenstrauß, ein kleines Präsent, eine Meldung in der Mitarbeiterzeitung etc.
  • Zur positiven Feedbackkultur gehört auch, dass gemeinsame Erfolge gemeinsam gefeiert werden, z.B. mit einem Abteilungsessen, einer Bonuszahlung oder einer besonderen Weihnachtsfeier.

Zum Abschluss möchte ich mich, auch im Namen des socialnet Teams, für die zahlreichen positiven Rückmeldungen bedanken, auch wenn dies bisher in den Dezember-Newsletter gehörte. Herzlichen Dank für

  • Ihre freundlichen Mails mit lobenden Worten zu unseren Angeboten, die wir regelmäßig erhalten
  • die Erstellung von wieder weit mehr als 1.000 Rezensionen in diesem Jahr sowie weiteren Fachbeiträgen
  • die freiwilligen Zahlungen bei Veröffentlichungen unter den socialnet Materialien (Danke auch für die 50,00 Franken ;-)
  • das Sponsoring von Rezensionen und ErzieherIn.de
  • die mittlerweile 1.050 Likes bei Facebook.

Falls Sie selber zu den Personen gehören, die selten bis nie loben. Probieren Sie es mal aus: Loben kann auch dem Lobenden Freude bereiten!

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